Welche Heizung für Bruchsteinhaus bj 1906

Hallo Communitiy! Ich bin Gabriel, komme aus der Eifel, bin 22 Jahre alt und gelernter Elektriker. Ich interessiere mich für ein Haus Baujahr 1906. Dieses wurde mit 60cm Bruchstein gebaut. Die Substanz ist gut, Keller trocken und Preis ok. Das größte Problem stellt momentan die Heizung dar. Verbaut ist eine Nachtspeicherheizung. Diese soll raus. Das Haus hat 2 Kamine weshalb ich wahrscheinlich einen Grundofen einbauen lasse der die untere Etage gut heizen sollte. Stellt sich nun die Frage wie der Rest geheizt werden soll und wie ich mein Warmwasser produziere. Das Haus ist an 2 Seiten vor 7 oder 8 Jahren von außen isoliert worden und mit Echtschiefer beschlagen. Dort ist die Wand insgesamt 72cm dick. Fenster sind ebenfalls erst 7 oder 8 Jahre alt und doppelverglast. Den Speicherboden möchte ich auch Isolieren um dem ganzen einen Deckel oben drauf zu setzen. Die ganzen Beiträge über Infrarotheizung habe ich schon gelesen und bin davon etwas enttäuscht. Oder macht es doch Sinn wenn ich die 2 ungedämmten Wände von innen Dämme? So gesehen würden etwa 3 Räume unabhängig von dem Grundofen ständig geheizt werden müssen, es sei denn es besteht die Möglichkeit Schächte zu Verlegen um warme Luft vom Ofen für 2 oder 3 Räume im oberen Geschoss zu nutzen. Aber ob das mit einem Grundofen geht weiß ich nicht. Ich hoffe das genügt erstmal an Informationen und ich bin für jeden Tipp und jede Antwort sehr dankbar!
Gruß Schwab

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 25.06.15

Ein Heizungs- ...


... und ein Konzept für die Gebäudedämmung gehören zusammen. Ein teilgedämmtes Gebäude ist in den nicht gedämmten, wärmeübertragenden Außenbauteilen besonders anfällig für Kondensat-/Schimmelbildung.

Ein Grundofen ist eine nicht gerade preiswerte Angelegenheit, von der Bedienung und der Versorgung für´s ganze Haus ggf. auch nicht optimal, wie schon beschrieben. Mit Warmluftkanälen, Wärmetauschern, wassergeführten Öfen. etc. zu arbeiten erfordert m. o. w. ausgefeilte und damit teure wärmetechnische Konzepte, wenn´s denn funktionieren soll.

Ich bin bestrebt solche heiztechnischen Lösungen immer einfach zu halten. Bei Ihnen besteht z.B. die Möglichkeit einer Pelletheizung, in einem Scheitkessel oder auch einer ganz normalen Gas-BW-Therme, wenn Gas in der Strasse liegt. In Kombination ggf. mit Flächenheizungen oder normalen Konvektoren. Eine Wärmepumpe scheidet wahrscheinlich wegen nicht ausreichender Gebäudedämmung aus. Grundsätzlich sollte die Gebäudehülle aber optimal für den Nutzerzweck (nicht übertrieben im Sinne der EnEv) gedämmt sein oder werden

Die bereits vorgenommenen Dämmarbeiten des Vorbesitzers würde ich auf konstruktive und bauphysikalische Stimmigkeit überprüfen und ein GEsamtkonzept für die Gebäudedämmung erarbeiten. Danach kann über ein Heizkonzept unter verschiedenen technischen + baukonstruktiven Voraussetzungen, den persönlichen Vorlieben und dem Budget nachgedacht werden. Zur Überprüfung der bereits ausgeführten Sanierungsarbeiten gehört auch der Bereich der Bauwerksabdichtung. Feuchte Bauteile können nicht gedämmt werden. Sockelbereiche + alle Bauteile gegen Erdreich sind hiervon besonders betroffen.

Bei weiteren FRagen im Sinne einer Bau- oder Gebäudeenergieberatung bzw. einer Immobilienkaufberatung können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen.

Will Pickartz | Architekt | Bad Münstereifel
... den Dingen auf den Grund gehen ...
Mitglied der Fachwerk.de Community
pickartz architektur | | 25.06.15

Hallo


Gabriel , wenn ich dir meine Gedanken zum heizen eines Hauses erläutern darf , vielleicht findest du dich darin und kannst für dich was rausnehmen.
Da ich nicht gerne von Energiekonzernen abhängig bin , favorisiere ich Kachelofen , Holz-Küchenherde und Dauerbrandöfen .
In unserem Haus möchte ich die nächsten Jahre von der Gasheizung weg kommen und komplett auf Holz umstellen.
Im Anbau wird dann ein Heizraum eingerichtet in dem ein Holzvergaser seinen Platz findet , ergänzt mit ca 4000 Ltr. Pufferspeicher. Der jetzige Küchenherd soll dann einem mit Wasserkreislauf weichen, der ebenfalls den Pufferspeicher bedient. In jedem der beiden Stockwerke kommt ein Ofen , ebenfalls mit Wasserkreislauf . Die jetzige Zentralheizung wird weiter im Bestand bleiben , allerdings eben über die neue Heizquelle betrieben. Und, ich habe jetzt schon angefangen die Heizkörper mit einer Sockelheizung zu ersetzten.Es bestünde auch noch die Möglichkeit den Pufferspeicher mit ein paar Solarplatten zu speisen .
Ergo egal wo ich Feuer mache, ich heize den Pufferspeicher auf. Klar braucht das ganze Strom für die Steuerung und der Pumpen , aber auch da gibt es ja alternative Möglichkeiten.
Im Garten baue ich grade ein Muster-Fachwerkhäuschen, was einen Holzbackofen in sich hat, sozusagen ein Backhaus.Unter dem Backboden werde ich eine VA Wendel in QuarzSand legen und somit auch Heiswasser produzieren, wenn ich Brot backe.Auch wenn es für manche hier verrückt klingt, aber damit kann ich meinen Hot Pott im Winter aufheizen.
Gott sei Dank
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Tischlerei u. Montagebetrieb G.Kiss | | 25.06.15

Was meint Infrarotheizung?


Doch wohl nicht Haustemperierung.net und Hypothermal.de etc., die Alternativen zur Wandheizung sind.

Zumal ein Grundofen ja für den entsprechenden Raum ja auch die Funktion einer Wärmestrahlungsquelle hat, d.h. Infrarotheizung ist, die Wände und Oberflächen aufheizt.

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Auch wenn Wärmedämmung, Diffusion etc. ein komplexes Thema sind, so könnten sich je nach Haussituation (Grundstück?) andere Lösungen ergeben wie www.bio-solar-haus.de zum Einfangen von Sonne, weil die isolierten Wände wohl Nord und West sind ... wegen der Hauptwindrichtung in der Eifel und der Regenbelastung ... da sollte Süden noch frei sein.

Wenn man den Wärmebedarf reduzieren kann, dann kann man anders planen ... und wenn man Elektriker ist, dann sollte man sich mit MicroBHKW (Förderung und Anrechnung auf Energieverbrauch), http://www.termosfassade.info/ (oder so ähnlich) und Lüftung/Hypokausten beschäftigen ... d.h. mit Dingen, die man selber machen kann zum Teil.
Dann kann man auf jeden Fall besser mit Anbietern reden ...

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| 26.06.15

Dämmung Bruchsteinwand


Vielen Dank für die Antworten!
Kann man pauschal sagen wie viel Wärme an der Bruchsteinwand verloren geht? Die 2 ungedämmten Wände möchte ich von außen so lassen wie sie sind, die sehen wirklich klasse aus! Wenn unbedingt von Nöten kommt für mich nur eine Dämmung von innen in Frage, was allerdings immernoch Feuchtigkeit usw. durchlässt damit nicht irgendwann alles fault oder schimmelt.
Einen Grundofen möchte ich nicht an die Heizungsanlage anbinden. Holz ist kein Problem da wir hier günstig an welches kommen und ich alles selber machen kann und massig Platz habe um dieses zu "lagern". Ofen kommt so oder so in die Hütte, und wenn kann man gleich mehr ausgeben um sauber zu verbennen und das maximale raus zu holen. Der Vorteil ist das ich viele Handwerker kenne und entsprechend günstiger an alles ran komme und auch einiges selber machen kann. Funktionieren die Sockelheizungen gut? Wassergeführt oder mit Strom betrieben?
Ein bekannter hat ein ähnliches Haus und heizt mit Grundofen + Öl-Brennwertkessel. Verbaut sind überwiegen Wandheizung und der Verbrauch geht durchaus in Ordnung. Das man nicht die Werte der heutigen Häuser erreicht ist klar, aber auch nicht schlimm.
Gedämmt ist das Haus an Süd und Westseite.
Mal sehen was man so alles machen kann...
Gruß Schwab

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 28.06.15

Eifel-Bruchsteinhaus Heizung/Dämmung


Hallo Gabriel

in der Eifel kann's ja kalt werden-ich habe vor Jahren ein halbes Jahr in Kalterherberg gewohnt- da paßte der Name.

Bei dicken Bruchsteinwänden einen Teil mit Außendämmung und einen Teil mit Innendämmung zu versehen wird wegen der Wärmebrücken schwierig sein und kein optimales Ergebnis bringen.

Grundsätzlich wäre sicher ein Niedertemperatursystem wie bei Wandheizungen mit Innendämmung am zukunftsträchtigsten, da du ggf immer noch eine Wärmepumpe installieren kannst, ggf mit Fotovoltaik wenns noch günstiger wird.

Bei Wandheizung werden zumindest die kalten dicken Steinwände warm.
Eine Elektro-Infrarotheizung wäre völlig sinnlos- so etwas ist, wenn überhaupt, nur für einen einzelnen Raum, aber nie für ein komplettes Gebäude sinnvoll anwendbar.

Das hängt natürlich alles auch von der Anzahl der Bewohner, Aufenthaltsdauer ganztägig oder wechselhaft, dem Bauzustand, den Grundrissen, den Finanzen etc ab.

Andreas Teich

Fußleistenheizung?


Hallo Allerseits.
Was haltet ihr von einer Fußleistenheizung für die 2 Etagen? Wassergeführt mit Öl-Brennwertheizung. Diese Heizart sekundär für die 1-2 Räume die geheizt werden müssen + Wasser und primär einen Grundofen. Ich weiß das einige sagen das es nicht gut geeignet ist um ein ganzes Haus zu heizen aber das muss sie ja auch nicht, nur bei Bedarf einzelne Räume. Sollte ich das Haus Kaufen bleibt es (hoffentlich) die nächsten 10 Jahre nur von 2 Personen bewohnt. wohnfläche beträgt pro Etage etwa 57qm.
Betrachten wir das ganze mal rein hypothetisch.
Die Wände kann ich weitestgehend ganz lassen da mir etliche Schlitze erspart bleiben. Womöglich kann ich die Heizleisten selber installieren?
Und gegen Schimmel beugt es laut meiner Recherechen auch vor. Mit welchen Anschaffungskosten muss ich rechnen? Gibts da eine Angabe pro laufenden Meter?
Ich danke für eure Tipps!
Gruß Schwab

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 08.07.15

Heizsystem für Bruchsteinhaus


Ölbrennwertkessel bringt nur dann einen Vorteil wenn die Heizung mit geringen Temperaturen betrieben werden kann.

Dies ist bei ungedämmtem Mauerwerk nicht möglich.
Eine Fußeistenheizung kann auch nur im Ausnahmefall mit Niedertemperaturen betrieben werden.

Bei solchem Mauerwerk müßte in jedem Fall eine Innendämmung angebracht werden, wobei eine Wandheizung wegen geringerer Vorlauftemperaturen dann ggf auch mit Wärmepumpen oder Brennwertgeräten betrieben werden kann.

Andreas Teich

Erfahrungen


Es ist eben nicht alles optimal in einem alten Haus.
Funktioniert eine dünne Innendämmung (Ählich bei einer Wandheizung) in Verbindung mit Sockelheizung? Es geht halt was flöten, das ist ganz klar!
Eine schnelle Fertigstellung steht für mich momentan im Vordergrund als eine aufwändige, teure und zeitintensive Installation.
Gruß Schwab

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 13.07.15

Innendämmung


In einem Raum unseres Hauses hab ich letztes Jahr mit Perliteplatten von innen gedämmt und eine Sockelleistenheizung montiert . Der Thermostat an der S-Heizung war stets auf 2 und die Vorlauftemperatur kommt selten mal auf 40 Grad. Die Gasheizung wurde vor meiner Zeit mal schnell installiert und hat so gut wie keine Steuerung, somit schwank der Vorlauf zwischen 30 und 60 Grad je nach Kesseltemperatur .
Das Zimmer hatte aber den ganzen Winter fast die selbe Raumtemperatur von 22 Grad bei zwei Außenwänden und Nordseite.
Mit der neuen Heizung sollten 25 Grad ausreichen um eine angenehmes Raumklima zu schaffen .
Das nur mal grob umrissen .
Gott sei Dank
Mitglied der Fachwerk.de Community
Tischlerei u. Montagebetrieb G.Kiss | | 14.07.15

Innendämmung


Innendämmung mit 4-6 cm wäre sicher sinnvoll- insbesondere da die Temperaturverhältnisse in der Eifel nicht mit wärmeren Gegenden vergleichbar sind.
Falls doch mit Brennwertgeräten geheizt werden soll MUß die Vorlauftemperatur möglichst niedrig sein, um überhaupt in den Brennwertbereich zu kommen- insbesondere bei Öl.

Das geht nur bei insgesamt guter Dämmung und geringen Wärmeverlusten-gleichzeitig auch entsprechend großen wärmeabgebenden Flächen.
Dazu muß aber eine Wärmebedarfsberechnung erstellt werden-alles andere ist reine Glückssache.

Nur weil du schnell einziehen willst würde ich nicht pfuschen und sinnlos Geld für evt nicht funktionierende Sanierungen ausgeben und womöglich auch für sonst jahrzehntelang eingespartes Heizmaterial.

Vor Beginn der Sanierung sollte eine sorgfältige Planung stehen- das lohnt sich immer und spart am meisten.

Andreas Teich

Kosten Heizung + Umbau


Okay danke. Das ganze sieht bei normalen Heizkörpern wahrscheinlich ähnlich aus oder?

Momentan bin ich am rechnen was sonst alles auf mich zukommt bei eventuellem Kauf. Ich habe ein paar Ideen im Kopf und auch schon mit ein paar Leuten darüber gesprochen. Die Raumaufteilung möchte ich etwas verändern. Ob das alles funktioniert hängt natürlich von der Statik und der Deckenkonstruktion ab, ist ganz klar. Das kann sich der Fachmann angucken.
Fenster und Türen sind i.o. (8 Jahre alt, Hauseingangstür 109 Jahre alt, Doppelflügig, Schmuckstück!) Da kommt dann ein Windfang hin.
Oberes Stockwerk ist mit Eiche-Holzdielen ausgelegt. Unten nur Teilweise, daher das Parkett.(Dort wurde mal die Decke neu gegossen und mit weißen Fliesen ausgelegt, bäh.) Deckenhöhe übrigens 2,60m.
Dach ist ok (Neu gedeckt vor ca 25 Jahren, Dachstuhl i.o.)
Ich denke das war so das wichtigste.

Ich werfe mal ein paar Zahlen in den Raum und bin auf eure Reaktionen gespannt :D

15.000€ Heizung
10.000€ Grundofen
10.000€ Bad + Gäste WC
7.000€ Küche
6.000€ Innenputz + Innendämmung
6.000€ Möbel/Einrichtung
2.500€ Wände
2.500€ Dachboden (Dämmung + einfacher Boden)
1.500€ Parkett (etwa 40qm)
1.500€ Strom
500€ Farbe

Ergibt 62.500€ + sonstiges 7.500€
= 70.000€

Dazu kommt dann der Kaufpreis.

Na was meint ihr? Alles unrealistisch oder kann man grob so rechnen?

Danke für eure Hilfe! :)
Gruß Schwab

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 17.07.15

Heizungskonzept


Und?
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Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 19.07.15

Kosten Heizung + Umbau


Ob das finanziell in etwa funktioniert.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 31.07.15

Heizung-Bilder aus der Bilddatenbank: