Wasser tropft ins Wohnzimmer bei starkem Regen/Wind

Hallo liebe Fachwerk-Kollegen,
ich habe mich hier angemeldet da ich ein Problem habe, welches ich nicht in den Griff bekomme.

Bei starkem Regen und Wind von einer bestimmten Seite, glaube es ist nicht die Wetterseite da es nur ca. dreimal pro Jahr passiert, tropft es bei uns ins Wohnzimmer vom Holzbalken herunter.
Darüber haben wir noch ein Stockwerk und unser Schlafzimmer liegt darüber.
Das Fachwerkhaus ist kein altes, sondern wurde 2004 mit Ytong zwischen den Balken gebaut.
Das Fachwerk hat von außen keine Risse oder Schäden und ist verputzt.
Der Handwerker der das Haus verputzt hat, hat sich das alles auch noch einmal genau angeschaut und ist ehrlich gesagt ratlos woher das Wasser kommen könnte. Er hat weder im Fachwerk noch sonst wo Schäden gefunden. Aus Kulanz hat er uns noch die Fugen versiegelt in der Hoffnung das es daran liegen könnte.
Gestern war nun jedoch der erste Tag an dem es nach der Versiegelung wieder zum Tropfen im Wohnzimmer kam. Daran lag es nun auch nicht.
Meine Vermutung ist, dass es am Fenster (Kunststoff) oder Fensterbank liegt.
Wir haben dort die Seitenfugen des Fensters schon mit Holzkanten abgedeckt und alles rund um die Fensterbank auch noch einmal mit Silikon abgedichtet. Auch ohne Erfolg.
Ich bin ehrlich gesagt nun absolut ratlos was ich weiter unternehmen soll.
Ich weiß nicht einmal welchen Handwerker ich denn kommen lassen könnte, damit er sich das alles mal fachmännisch anschaut und die Stelle findet und abdichtet. Ein Kollege sagte mir, dass ich einen Dachdecker kommen lassen sollte. Stimmt das?
Beim ersten Tropfen damals hatten wir ein paar Tage später jemanden da der Feuchtigkeit in den Wänden/Decken gemessen hat. Er konnte nichts finden da alles anscheinend wieder sehr schnell abtrocknet.
Über hilfreiche Hinweise würde ich mich sehr freuen.

Gruß
T.Weiermann

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 23.06.15

Fugen


versiegelt?? Da gehen bei mir schon mal die Alarmglocken an.

So fernmündlich läßt sich da kaum was sagen.

Grüße aus Koblenz
Spezialisten für Lehmbaustoffe, Dämmstofftechnik Wandheizungen und Naturfarben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 23.06.15

Undichtigkeiten


Wasser tritt nicht unbedingt dort aus, wo es auch nachvollziehbar eintreten könnte, sondern verläuft sich oft in der Konstruktion. Der mögliche Weg bis zum Wassereintritt muss vor Ort ermittelt werden anhand der Baukonstruktion und der wahrscheinlichen Wege, die das Wasser nehmen könnte.

Einen Dachdecker hinzuzuziehen, wenn das Wasser in der Decke über EG austritt ist nicht unbedingt naheliegend. Fugenversiegelungen mit den üblichen bauchemischen Dichtstoffen (Acryl/Silikon) scheiden beim Fachwerk konsequent aus, da dennoch Wasser früher oder später eindringt, dann aber am Holz gehalten wird und Vermorschungen begünstigt. Hier sind dann andere konstruktive LÖsungen gefragt (Abdeckungen)

Wenn Ihr Haus 2004 als Fachwerkkonstruktion neu gebaut worden ist, wird sich hinter dem Fachwerk wahrscheinlich noch die eigentliche dämmende/tragende Wand befinden oder das FAchwerk liefert inkl. der Ytong-Ausfachungen den notwendigen Dämmwert, dürfte dann aber eine Wandstärke von min. 24 cm. haben. Ytong-Ausfachungen im Anschluß zum Fachwerk sind kritisch, Fugenundichtigkeiten sind baukonstruktiv zu erwarten. Durchstoßende Bauteile sind potentielle Schadenspunkte.

Diese Fachwerkkonstruktion müsste vor Ort und anhand der Bauzeichnungen und der Planungsunterlagen des Herstellers auf mögliche Eintrittsstellen hin untersucht werden. Vorerst würde ich IHnen von weiteren Maßnahmen zur Schadensvermeidung erst einmal abraten, wenn keine hinreichend plausible oder nachvollziehbare Erklärung gefunden werden kann.

Ich kann mir Ihr Haus im Sinne einer gutachterlichen, unabhängigen Bauberatung einmal anschauen. Informationen zu meiner Bauberatung sende ich Ihnen gerne per email bei Interesse zu. Meine Kontaktdaten finden Sie unter "pickartz.architektur".
... den Dingen auf den Grund gehen ...
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pickartz architektur | | 23.06.15

Balkenköpfe


Wie Herr Pickartz schon schrieb,Durchstoßende Bauteile sind potentielle Schadenspunkte.
Balkenköpfe die durch das Fachwerk nach außen strecken könnten die Ursache sein. Risse im Holz leiten das Wasser gerne mal in das Innere des Hauses. Einfach mal ein Holz oder Blech schräge an den Köpfen befestigen damit das Wasser außen abläuft.
Gott sei Dank
Mitglied der Fachwerk.de Community
Tischlerei u. Montagebetrieb G.Kiss | | 23.06.15

Dank


DankVielen Dank für die Antworten.
Der Handwerker hat kein Silikon oder Acryl genutzt um die Fugen zu "versiegeln", sondern einen besonderen Anstrich. Ich bin nicht gerade der Mega-Handwerker und möchte mich entschuldigen wenn ich nicht das richtige Wording nutze.
Silikon wurde nur an der Fensterbank genutzt.

Vielleicht kommt das Wasser tatsächlich von einer anderen Stelle, kann mir eben nur schlecht vorstellen woher, da keine Regenrinne, Fallrohr oder überstehender Stoßbalken dort vorhanden ist.
Die beiden Fenster inkl. der Fensterbänke wären die Schwachstellen meiner Meinung nach.

Ich schaue mal, dass ich noch schnell solange es hell ist ein Foto von der Seite mache. Vielleicht hilft das.

Vielen Dank Herr Pickart, habe Ihnen eine Email geschrieben.

Edit: Habe nun mal ein Bild der Seite angehängt.
Vermutung ist das linke Fenster, da auf dieser Höhe ungefähr das Wasser im Wohnzimmer kommt.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 23.06.15

Wohnzimmer-Bilder aus der Bilddatenbank: