Wandheizung

Hallo allerseits,
kann mir jemand Rat in Sachen Wandheizung geben?
Wir (drei befreundete Parteien) haben vor 3 Jahren ein recht stattliches Haus gekauft, voll unterkellert, Raumhöhen in den 2 Vollgeschossen von ca. 3,7 m sowie einem Dachgeschoss mit einer Raumhöhe von 2,7m. die Außenmauern sind massiv gemauert und ca. 50 cm dick.
In der OG-Wohnung gibt es seit zwei Jahren eine Wandheizung, diese wurde in einer Höhe von ca. 2 Metern ab OK Fußboden installiert und mit Lehm verputzt.
Die Wohnung wird auch schön warm und ist äußerst behaglich, einziges Manko ist, das besonders im Winter einige Ecken unter der Decke feucht werden und sich dort bereits Stock- bzw. Schimmelflecken gebildet haben.
Da dieses Jahr auch die Wandheizung in unserer EG-Wohnung ansteht und ich eigentlich nach einer derartigen Investition weder Feuchte Ecken oder gar Schimmel haben will stellt sich mir die Frage ob es nicht besser ist die Wandheizung an allen Außenwänden bis unter die Decke zu ziehen.
Die Heizungsbauer die wir bis jetzt da hatte raten alle davon ab, die wollen uns alle eine Fußbodenheizung aufschwatzen.
Wer kann uns hierzu fundierte Ratschläge und eventuell auch Handwerkerempfehlungen geben?
Die einzigen Parameter die bei uns feststehen sind:
Wandheizung ja
Schimmel nein

Vielken Dank schon mal.

Mario & sandra

Mitglied der Fachwerk.de Community
Camaldoli Naturbaustoffe | | 19.06.17

Heizung/Lüftung


Fußbodenheizung ja- Wandheizung nein.

Die Schimmelbildung im OG hängt nur indirekt mit der Heizung zusammen. Die wahre Ursache muß gefunden und abgestellt werden.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 20.06.17


Die Heizung wird in der Regel nur bis zur Höhe vom Türstock ausgeführt.

Das beschriebe Problem deutet auf einen "baulichen" Mangel hin. Da sollte man sich das Problem mal von allen Seiten ansehen. Ist den die Fassade in Ordnung?

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 20.06.17

Hallo,


"die Außenmauern sind massiv gemauert und ca. 50 cm dick"
Das könnte das Problem sein!
Kalte ungedämmte Fläche neigen gerade im Winter zum Kondensatausfall.

Vorausgesetzt es kommt keine starke Schlageregenbelastung von außen oder ein undichte Regenrinne dazu...

Also entweder wird die Wand erst gedämmt bevor die WH eingebaut wird oder es wir an die kalte Stelle ein Rohr gelegt.

Wobei ich das erste empfehle.

Grüße
Spezialisten für Lehmbaustoffe, Dämmstofftechnik Wandheizungen und Naturfarben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 20.06.17

Vielen Dank für eure Antworten


Baulich ist das Haus mittlerweile völlig in Ordnung, das Dach wurde bereits vor 3 Jahren komplett neu gedeckt, Walmdach mit ca. 60 cm Überstand. Die Fassade wurde letztes Jahr neu verputzt und gestrichen, von da kann nichts kommen.
Da im Sommer diese Probleme nicht auftreten scheint das mit dem Kondensat recht plausibel.
Eine Außendämmung ging leider wegen des Denkmalschutzes nicht.
Eine Innendämmung würde doch arg mit den schönen Stuckdecken kollidieren, da wär es echt schade drum.
Wäre es nicht sinnvoll die Wandheizung an allen Außenwänden über die gesamte Raumhöhe Verlegen zu lassen?
Das winterliche Kondensat dürfte doch so keine Chance mehr haben.
Oder spricht da etwas gegen?
Verputzen lassen müssen wir so wie so alle Wände bis zur Decke.

Danke nochmal für eure Hilfe,
Mario


Mario | 20.06.17

Machbar ist vieles


Hallo,

ich stehe auch kurz davor eine Wandheizung zu bekommen und war auch schon zum ersten Beratungsgespräch beim Heizungsinstallateur...
Grundlage für die Auslegung wie viel Meter an die Wand müssen ist eine Wärmebedarfsberechnung, die erledigt in meinem Fall der Hersteller der Wandheizung (bei mir WEM). Mit diesen Angaben wird dann ein individueller Plan erstellt, wo man gerne mehr Rohr und wo weniger haben möchte. Je nachdem wo man sich mehr aufhalten wird oder nicht.
Ich hatte dann auch die Frage was ist mit kalten Ecken, kritischen Stellen oder hinter dem Schrank oder wenn ich die Möbel umstelle. Aussage vom Heizungsbauer: "An kritische Stellen legt man dann auch eins zwei Schleifen hin, dann ist man sich sicher, dass es da kein Schimmel gibt".
Er erzählte auch von einem Objekt, wo er im Keller im Sockelbereich einen Ring gelegt hat damit es dort keine Probleme gibt. Machen kann man das auf jeden Fall aber alles was du zusätzlich an Meter verlegst wird sich negativ auf die Energiebilanz legen und natürlich auch mehr Kosten.
Aus alt mach neu
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 20.06.17

Grundsätzlich


unterscheiden wir bei der Wandheizung zwischen Rohr das den Raum beheizt und gerade in der Altbausanierung zwischen Rohr zur Absicherung der "Wärmebrücke" oder zur Vermeidung von Kondensatausfall.

Bei der Innendämmung gilt, viel hilft nicht viel, die ersten cm sind die wichtigsten.

Grüße
Spezialisten für Lehmbaustoffe, Dämmstofftechnik Wandheizungen und Naturfarben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 20.06.17


Die Heizungsbauer die wir bis jetzt hier hatten wollen alle nur Fußbodenheizung verlegen, das wollen wir aber eigentlich nicht, die dürfte ja unserem Problem noch weniger entgegen wirken, so befürchten wir jedenfalls.
Eine Wärmebedarfsberechnung von einem Ing.-Büro gibt es bereits fürs gesamte Haus.
Nach meinem Verständnis sollte es doch für die Beheizbarkeit der Räume relativ egal sein wo die Rohre genau angeordnet werden.
Die Rohre müssen doch nur die Wärme liefern/ abgeben die der jeweilige Raum an Bedarf hat.
Der Wärmebedarf eines Raumes ist doch die Größenordnung die an Wärme gebraucht wird um den Raum ohne Berücksichtigung der Art der Heizung entsprechen warm zu bekommen.
Anders herum liefert doch das Rohr, entsprechend seiner Leistungsabgabe, die Leistung an den Raum, da sollte es doch egal sein ob die Rohre nur halbhoch an die Wand montiert werden oder bis zur Decke gehen.
Die Leistungsabgabe des Rohres ändert sich doch hierdurch nicht.
Oder hab ich da einen Denkfehler?

Grüße Mario


Mario | 20.06.17

Heizung/Lüftung


An Ihrer Stelle wäre ich mir nicht so sicher was die Feuchtequelle betrifft. Dazu zählt eben auch Kondensatausfall durch Wärmebrücken und Luftundichtigkeiten.
Bei einem 3,70 m hohen Raum ist es nicht egal wo die Wärme in den Raum eingetragen wird, vor allem wenn die Wände nicht gedämmt werden. Die Schimmelproblematik kann sich bei Ihnen noch in stärkerem Maße ausilden als oben. Mit der Wärmebrückenproblematik will ich gar nicht erst anfangen.
Dann schreibe ich als Überschrift Heizung/LÜFTUNG auch das hat einen Grund.
Dazu kommt die Kostenfrage für die Verteilungssystem, sprich die Fläche.
Die Fußböden müssen Sie ohnehin erneuern vermute ich.
Dann gibt es eine alte Weisheit: Wärme bzw. erwärmte Luft steigt nach oben.

Deshalb meine Empfehlung als Grundrichtung im EG mit FB- Heizung zu arbeiten, in Kombination mit einer Innendämmung unter Beachtung der Wärmebrücken, an die Raumgrößen angepassten Raumhöhen und einer der Raumnutzung angepassten dezentralen Lüftung. Manchmal kommen da auch noch ein paar m² Wandheizung für bestimmte Nutzungen in ein oder zwei Räumen zusätzlich heraus, geplant wird nicht in Dogmen.
Die Grundlast für die Wärmeerzeugung und die Warmwasserbereitung sollte in einer gasgefeuerten Brennwerttherme für das Geschoss erfolgen (Etagenheizung).
Sie brauchen ein integrales Sanierungskonzept wo diese ganzen Fragen ganzheitlich betrachtet und optimiert werden, keine vom Gefühl bestimmte Insellösung.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 20.06.17

Jeder Raum


hat einen spezifischen Wärmedarf z.B. 1000 Watt.

Diese lässt sich abschätzen oder durch eine Normheizlastberechnung berechnen.

Wo dann die Wandheizung montiert wird ist wie schon selbst festgestellt gerade im Altbau nicht egal.

Sonst hätte sich kein Schimmel gebildet.

Es sei denn die Konstruktion ist nicht winddicht.

Und wie schon vermutet ändert sich die Leistungsabgabe des Rohres nicht durch die Verlegehöhe!

Bitte gebt mit für eine Empfehlung mal eurer PLZ durch.

Grüße
Spezialisten für Lehmbaustoffe, Dämmstofftechnik Wandheizungen und Naturfarben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 20.06.17

Beratung durch Hersteller


Da Wandheizung noch nicht zu den Mainstream-Arten von Heizungen zählt, kennen sich auch nicht wirklich viele damit aus. Ich habe mir über die Homepages der Hersteller von Wandheizungen einen Partner in meiner Nähe gesucht, der sollte wissen was er macht und wie man mit kalten Ecken bei hohen Decken umgehen kann.
Aber es ist immer schwierig jemanden zu finden der ein Problem ganzheitlich betrachten kann. Und was ich mittlerweile lernen musste "die Lösung" gibt es nur selten. Viele Möglichkeiten und Du musst für Dich abschätzen, was machbar ist und was nicht mit allen Konsequenzen.
Aus alt mach neu
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.06.17

Schimmel trotz Wandheizung


Luftdichtigkeit überprüfen falls die Wände zweischalig aufgebaut sind
- ggf Löcher bohren, um das festzustellen
- Blower door Test veranlassen
- Oberflächentemperaturen messen um evt Taupunktunterschreitung/
Kondensat festzustellen
- betroffene Bereiche dämmen
- feststellen ob Gipsputze und Dispersionsfarben verwendet wurden-
ggf entfernen, besser sind aufgrund hoher Alkalität und Sorptionsfähigkeit
zB Kalkputze und Kalk- oder Silikatfarben

Andreas Teich


Hallo Herr Böttcher,
das am Haus Wärmebrücken vorhanden sind ist uns klar, die würden wir wohl auch mit einer Innendämmung nicht weg bekommen.
Das war ja ein Argument für die Wandheizung, und diese Empfehlung kam so auch von dem Ing.-Büro das uns die Wärmebedarfsberechnung und den Nachweis zu Feuchteschutz erstellt hat.
Die Böden sind, bis auf Bad und Küche, durchaus erhaltenswert.
Mit „an die Raumgrößen angepassten Raumhöhen“ meinen sie sicherlich das Abhängen der Decken. Das wird aber nicht funktionieren, die Fenster gehen bis 30 cm unter die Decke und die Türen sind teilweise bis 3 Meter hoch.
Ein Sanierungskonzept gibt es, dem liegen aber auch ästhetische Aspekte unsererseits sowie Vorgaben des Denkmalschutzes zu Grunde.
Letztendlich geht’s hier „nur noch“ um die Detailplanung der Wandheizung.
Die Wärmequelle ist ein zentrales Brennwertgerät fürs ganze Haus, die Warmwassererzeugung wird durch Solarthermie unterstützt.

Hallo Herr Maurer,
das die Verteilung der Heizschleifen an den Außenwände bis an die Decke eine Schimmelbildung sicher verhindern kann scheint klar, die Frage die sich uns stellt ist, ob sich diese Verlegung negativ auf die Beheizbarkeit der Räume auswirkt.
Das sollte ja wenn sich die Leistungsabgabe des Rohres unverändert bleibt nicht der Fall sein.
Die Winddichte setzen wir mal voraus.
Das Objekt befindet sich in 39576 Stendal.

Hallo Sese,
da sind wir wohl Leidensgenossen.
Wir möchten eben den Fehler der in der Oberen Etage passiert ist nicht unten noch einmal machen. Daher sind wir ja auf der Suche nach Argumenten dafür oder dagegen oder wenn wie. Natürlich wollen wir das auch verstehen, Aussagen wie „das macht man so“ treiben mich in den Wahnsinn.

Hallo Herr Teich,
einen Blower door Test gab es nicht, dafür hatten wir keine Veranlassung gesehen da die Fassade komplett neu Verputzt und mit Silikatfarbe gestrichen wurde und auch innen alle Wände mit Lehm verputzt und mit Kalkfarbe gestrichen wurden. Und wie schon gesagt, dämmen geht nicht.

Vielen dank noch einmal an alle für die Hilfe.
Für Empfehlungen zu einem Installateur der derartiges schon mal in die Praxis umgesetzt hat sind wir sehr dankbar.
Etwas Zeit haben wir noch, unser Putzer würde unser Objekt gerne als Winterbaustelle ab Oktober rein nehmen.


Mario & Sandra | 22.06.17

Aus unserer Sicht macht


die Verlegung über 2 Meter Höhe nur Sinn wenn Wärmebrücken abzusichern sind.
Nein das Absichern der Wärmebrücken wirkt sich nicht negativ auf die Beheizung.

Grüße Gerd
Spezialisten für Lehmbaustoffe, Dämmstofftechnik Wandheizungen und Naturfarben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 22.06.17

Wandheizung


Dann werden Sie der Konvektion mit ein paar ordentlichen Einzelöfen Beine machen müssen um die Wandheizung zu unterstützen. Bei 3 Meter hohen Fenstern (ist das eine Kirche?) bleibt sicher nicht mehr viel Wandfläche übrig.
Das aber nicht nach Gefühl sondern mit Hilfe einer Simulationsrechnung (z.B. Delphin).
Da Sie immer nur scheibchenweise mit der Wahrheit rausrücken hat das nicht mehr viel Zweck, hier darüber zu diskutieren.
Das Problem sollen andere lösen die
a) das Gebäude untersuchen,
b) Ahnung von Heizung/Lüftung haben und
c) über die entsprechende Software verfügen um das intensiv durchzurechnen.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 22.06.17

Wandheizung


Warum kann man nicht dämmen aber ein Rohr zur Beheizung unter der Decke verlegen?
Einige cm Dämmung können völlig genügen, um die Wandtemperatur über den Taupunkt zu heben.

Blower door test etc wäre nur sinnvoll, falls die Wände zweischalig ausgeführt sind- das kann zu Undichtigkeiten (evt innerhalb der Deckenkonstruktion) und Wärmebrücken führen auch wenn außen alles dicht ist, wie bei Putzflächen zu erwarten ist.

Andreas Teich

Doppel


Doppel

Verwirrung


Herr Böttcher, die Fenster sind nicht 3 Meter hoch sondern „nur“ 2,50 Meter (90 cm Brüstung + 30 cm Sturz= 3,70m) und nein das ist keine Kirche wenn gleich doch eine recht stattliche Villa.
Wir haben das Gebäude von einem Ing-Büro untersuchen und berechnen lassen welches Ahnung von Heizung und Lüftung hat und auch über die entsprechende Software verfügt.
Diese Berechnungen sind, neben einem weiteren Brandschutzgutachten, Bestandteil der Baugenehmigung welche auch die vollständige Befreiung der EnEv inkludiert.
Das hat richtig Geld gekostet! Was sollen wir denn noch machen???
Die Simulationsprogramme vermögen ja offensichtlich nicht zu verraten wo denn genau z.B. ein Rohr verlegt werden müsste um Kondensat auszuschließen.
Darum ja meine Frage ob es nicht Sinn macht in einem derartigen Fall die Außenwende gleich raumhoch mit den Heizschlaufen zu belegen.
Laut Wiki ist eine Wärmebrücke
„ein Bereich in Bauteilen eines Gebäudes, durch den die Wärme schneller nach außen transportiert wird als durch die angrenzenden Bauteile“
Das heißt dann im Umkehrschluss, dass alle Bauteile Wärmebrücken sind die schlechter als das am besten gedämmte Bauteil sind?
Dann sind alle Außenwände Wärmebrücken weil ich super moderne dreifachverglaste Fenster mit deutlich besserer Dämmwirkung habe???


Mario | 22.06.17

Wandheizung


Ob 3 Meter oder 2.50 Meter- das ist insofern nebensächlich das Sie das in Ihrer Frage nicht erwähnt haben. Man kann solche Probleme nicht so nebenbei in einem Forum klären lassen wenn die Informationslage mehr als dürftig ist.
Ich schreibe Ihnen deshalb noch einmal in Kenntnis dieser Informationslage:
Entscheiden Sie sich für eine Fußbodenheizung als Grundlastheizung + Innendämmung!
Details gibt es nicht, genau die ergeben sich aus der genauen Kenntnis der Situation + Simulation + fachlicher Kenntnis und Erfahrung von Spezialisten.
ICH bin keiner, ich weiß aber wo meine Grenzen liegen.
Die liegen was Kenntnis und Erfahrung im Bauwesen betreffen, jedenfalls weit jenseits der Ihrigen.
Trotzdem oder gerade deshalb würde ich mir nie erlauben wenn mehr als ein Heizungsbauer mir ein System empfielt das als "aufschwatzen" zu werten.
Warum? Weil ich weiß das die Leute mehr Ahnung davon haben als ich. Das dürfte bei Ihnen wohl ähnlich liegen.
Deshalb denken Sie noch einmal über Ihre Prämissen nach.

Sehen Sie das Problem mal anders herum:
Wenn Sie so qualifizierte Leute angesetzt und bezahlt haben wie Sie schreiben wieso gibt es dann Kondensatausfall und Schimmel? Bitte nicht mit dem Argument kommen die Mieter oben sind zu blöd zum Lüften.
Die Einhaltung der hygienischen Mindestanforderungen an das Wohnklima und der Nachweis dessen ist Sache des/der Planer.

Haben die Planer eine feuchtetechnische Simulationsrechnung durchgeführt?
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 22.06.17

Es werden hier Meinungen abgebeldet.


Es werden hier Meinungen abgebeldet.Natürlich findet man in diesem Forum nicht die Antwort auf alle Fragen, aber dem fragenden pauschal zu empfehlen: " Entscheiden Sie sich für eine Fußbodenheizung als Grundlastheizung + Innendämmung!" halte ich für falsch.

Ich würde wenn möglich zu einer leichten Innendämmung raten, hier können 2 cm schon viel bringen.

Anbei ein Foto aus meinem Haus mit leichten Innendämmung und WH. An den Aussenwänden ist nicht mehr soviel Platz bis zum Stuckprofil wie an den Innenwänden, aber ...
Spezialisten für Lehmbaustoffe, Dämmstofftechnik Wandheizungen und Naturfarben
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Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 23.06.17

Wandheizung-Wanddämmung


Ein Bild des Raumes würde weiterhelfen mit Bezeichnung der Schimmelflecken.

Wenn diese im Bereich des Stucks auftreten ists schwieriger, bzw die Oberflächentemperatur müßte überprüft werden und ggf die Raumfeuchtigkeit senken.

Notfalls kann in Teilbereichen eine dünne PUR/PIR Dämmplatte verwendet werden oder Vakuumdämmplatten.
Mineralischer Putz mit Silikatfarbe ist schimmelwidrig.

Andreas Teich

Wandheizung


Der nächste Satz nach meiner Empfehlung lautet:
"Details gibt es nicht, genau die ergeben sich aus der genauen Kenntnis der Situation + Simulation + fachlicher Kenntnis und Erfahrung von Spezialisten."

Pauschale Fragestellung = pauschale Antwort.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 23.06.17

Wandheizungsthematik Ja oder Nein oder doch anders...


Hallo Sandra, hallo Mario,

eigentlich wollte ich mich gar nicht beteiligen aber vielleicht ist meine gemachte Erfahrung für Euch hilfreich.
Ich habe ein Haus von 1890 mit 60 cm dicken Bruchsteinaussenwänden. Als ich das Haus gekauft hatte waren an mehreren Wänden Feuchtigkeitsprobleme und Stockflecken. Deckenhöhe war 2,85m. Fußbodenheizung kam für mich nicht in Frage wegen dem Fußbodenaufbaus. Wir haben uns Rat bei WEM (Herr Meurer)geholt - uns für 2cm Innendämmung + Wandheizung und 4cm Lehmputz entschieden. Wir hatten vor Ort einen fachkundigen Bauingenieur mit Erfahrung von u.a. Wandheizungen. Wir haben in den Bereichen der Aussenecken, Fenstern und teilweise Sockelberechen besonderen Augenmerk gelegt und Rohre auch bis unter die Decke, an die Fensterleibungen usw. montiert. Nach 4 Jahren Wohnzeit ist das Haus komplett trocken geblieben und hat keine Stockflecken oder ähnliches. Das Klima im Haus ist hervorragen und meine Tochter verbringt angelehnt gerne im Winter Zeit an der kuscheligen Aussenwand.
Ich hoffe Euer Fachmann ist ein anderer wie im OG oder er hat dazugelernt.
Pauschal kann man wirklich nicht sagen da das und dort etwas anderes. Frag mal genau bei Herrn Meurer nach und stimme das mit dem Fachmann vor Ort ab. Gleichzeitig sollte sich Euren Freunden der Fachmann auch noch einmal annehmen um dort eventuel die Nachbesserung einzuleiten.
Ich würde das immer wieder so machen.
P.S. unsere Heizkosten sind unter unserern Erwartungen geblieben ;)

VG Hüpenbecker
Hab ich mich denn vermessen?
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 23.06.17

Danke nochmals allen für die Antworten


Herr Böttcher, wir sind weit davon entfernt Fachleuten ihre Kompetenz abzusprechen. Es gibt nun aber einmal verschiedene Heizsysteme und wenn ein Heizungsbauer ein bestimmtes empfiehlt dann wüssten wir eben ganz gern warum er das tut und welche Vorteile das gegenüber den anderen hat.
Die Vorteile die, für unser Vorhaben, für eine Wandheizung sprechen sind neben der doch deutlich höheren Behaglichkeit von der wir uns im OG nun zwei Winter überzeugen konnten vor allem auch die Tatsache das auf warmen Flächen kein Kondensat und Schimmel entstehen kann, wir haben es hier nun mal nicht mit einem Niedrigenergie Haus zu tun.
Auch würden wir die Fußböden ganz gerne nicht antasten, im Gegenzug müssen die Wände aber sowieso neu verputzt werden, der alte Putz ist hier bereits ab.
Ob eine Fußbodenheizung als Grundlastheizung + Innendämmung dem Problem der Kondensatbildung tatsächlich effektiv entgegenwirken könnte daran haben wir doch etwas Zweifel. Eine Innendämmung hätte doch zur Folge, dass die Außenwände noch kälter werden.
Was die ganzen Berechnungen und Simulationen betrifft, die schreiben dem Heizungsbauer nicht vor wo- oder welche Heizung einzubauen ist sondern nur wie hoch die Leistungsabgabe in die jeweiligen Räume sein muss.
Was wir ganz und gar nicht verstehen, auf der einen Seite beklagen sie die „mehr als dürftige Informationslage“ auf der anderen Seite empfehlen sie eine „Fußbodenheizung als Grundlastheizung + Innendämmung“ als einzig vernünftige Lösung.

Herr Meurer, ein schönes Zimmer haben sie da.
Bei uns ist der Stuck allerdings direkt in der Ecke zwischen Decke und Wand, er endet auf den Wandflächen etwa 20 cm unter der Decke mit einer ca. 3 cm dicken Wulst.
Unsere Überlegung war etwa weitere 20 cm tiefer mit der Putzebene die ja mit Heizung ca. 4 cm dicke ausmacht, also etwa 2 cm über der Ebene des alten Originalputz stehen würde ein weitere gerundete Kannte als Fries auszubilden. Das könnten wir uns optisch gut vorstellen, bei einer zusätzlichen 2 cm Dämmung würde der Putz > 4 cm überstehen, das würde doch schon eine amtliche Kannte werden.

Herr Huepenbecker, danke auch für Ihren Kommentar, der hilft doch mehr als irgendein Simulationsprogramm.
Resümierend liegen wir also nicht so verkehrt die Wandheizung möglichst bis unter die Decke Verlegen zu lassen.
Können sie uns sagen was für eine Innendämmung haben sie verwendet haben?
Dahingehend werden wir noch mal schauen ob das gestalterisch vertretbar nicht doch irgendwie zu machen wär.
Der Fachmann aus dem OG steht uns nicht mehr zur Verfügung, den haben wir wohl etwas zu viel gefragt.


Mario | 26.06.17

Wandheizung


Das was ich Ihnen empfehle ist nicht aus der Rubrik: "Glaube, Hoffnung, man hat mir erzählt, ich habe gehört" sondern basiert auf Erfahrung und Kenntnis.
Grundsätzlich! sind Wandheizungen bei dieser Zimmerhöhe,der Bauart, der Nutzungsart und den Fensterabmaßen eben nicht geeignet. Eine Fußbodenheizung passt da besser; auch im Hinblick auf Energieeinsparung.
Fachwerkwände, Deckenhöhen bis max. 2,50 m, moderate Innendämmung- da passt Wandheizung sehr gut. Bei Ihren Abmaßen als Temperierung in einem Museum- auch gut.

Was ist mit der Feuchtesimulation nach DIN EN 1526 für die Wandheizung? Gibt es eine?
Ich frage das nicht um mit meinen Kenntnissen anzugeben sondern welche Ergebnisse laut DIN 4108-3 (klimabedingter Feuchteschutz) und DIN 4108-2 von Ihren Experten ermittelt wurden. Ich vermute stark das in Ihrer Situation so eine Simulationsrechnung von Vorteil ist was die Planung von Heizung/Lüftung betrifft. Wenn wir schon mal beim Thema sind: Für die Sanierung von Bestandbauten gibt es eine Reihe von WTA- Merkblättern (6-1, 6-4, 6-2, 6-3, 6-4, 6-5, 6-8) zum Thema Wärme- und Feuchtetransport, Schimmelpilzwachstumsrisiko und Innendämmung.
Das sind keine bürokratischen Hemmnisse, das ist der Stand der allgemein anerkannten Regeln der Technik; Erfahrung, praktisches Wissen und wissenschaftliche Erkenntnisse.
Bleiben wir bei der Ausgangsfrage:
Sie wollten Sicherheit das die Heizung so funktioniert das kein Risiko für Schimmelpilzwachstum besteht (und das es warm wird ohne das Sie arm dabei werden).
Man beginnt, wie Egon Olsen- mit einem Plan. Sie fühlen das eine Wandheizung gut ist, meine Erfahrung sagt mit das eine Fußbodenheizung die bessere Lösung ist.
Der Plan muß überprüft werden. Entweder theoretisch durch Berechnungen und Simulationen oder durch die Praxis. Die Praxis wird etwas teuer wenn man sich irrt. Das heißt nämlich mit den Mängeln leben oder alles erneuern- das nennt sich Versuch- Irrtum-Methode.
Ich bin für die erste Variante. Einem Rechner ein paar neue Ausgangswerte eingeben und noch mal auf Start drücken ist billiger.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.06.17


Herr Böttcher, auch wenn, wie bereits erwähnt, das Objekt gänzlich von der EnEv befreit ist und die DIN 4108 demnach hier nicht greift dürfte wurde auch die Berechnung zum Feuchteschutz nach dem Glaser-Verfahren erstellt.
Das Ergebnis der Außenmauern sind 0,0 Gramm Kondensatausfall, die Art der Heizung ist bei dieser Berechnung übrigens völlig außen vor.
Demnach dürfte im OG ja eigentlich kein Kondensat ausfallen, tut es aber.
Es gibt, bevor jetzt noch dieser Einwand kommt, übrigens auch ein Lüftungskonzept, das war Pflicht da alle Fenster erneuert wurden.
Ob die von ihnen genannten Vorschriften, Merkblätter, Simulationen usw. nicht doch all zu oft bürokratische Hemmnisse sind bin ich mir nicht so sicher.
In welcher Norm oder in welchem Merkblatt steht das Wandheizungen bei Deckenhöhen über 2,50 m ungeeignet sind?
Die Ausgangsfrage war:
„ob es nicht besser ist die Wandheizung an allen Außenwänden bis unter die Decke zu ziehen.“
und
“ob sich diese Verlegung negativ auf die Beheizbarkeit der Räume auswirkt.“
Von der Sorge um unsere Verarmung war überhaupt keine Rede.
Schlussendlich scheint ja diese Art der Verlegung unter den gegebenen Umständen durchaus sinnvoll zu sein.
Die einzigen zwei Nachteile die wir sehen sind der höhere Montageaufwand sowie, durch teilweise größere Verlegabstände der Rohre eine etwas ungleichmäßigere Erwärmung der Wandoberflächen.
Das denke ich kann man aber vernachlässigen, ist ja keine Fußbodenheizung.

Am Plan der Wandheizung halten wir definitiv fest, hinsichtlich der Möglichkeit einer Innendämmung wird er aber Dank der Beiträge nun noch mal überprüft.


Mario | 26.06.17

Wandheizung


Ja wieso gibt es dann Schimmel wenn nach dem Glaserverfahren alles in Ordnung ist?

"... Das Glaserverfahren ist ein vereinfachtes Rechenverfahren, das nur Wärmeleitung und Dampfdiffusion und nur stationäre, d.h. konstante klimatische Randbedingungen berücksichtigt. Dadurch kann mit dem Glaserverfahren nur der Nachweis gegenüber einer Feuchtebelastung von innen (Dampfdiffusion) und dies nur für Konstruktionen, bei denen feuchtetechnisch auch nur die Dampfdiffusion relevant ist, geführt werden. Für Konstruktionen, bei deren Funktionsweise der Flüssigtransport eine wichtige Rolle spielt (kapillaraktive Innendämmsysteme, schlagregenintensive Konstruktionen), kann der Nachweis mit Hilfe des Glaserverfahrens nicht erbracht werden...."
Zitat aus einem Vortrag von Dr.- Ing. Gregor A. Scheffler auf dem 4. Innendämmkongress.
Das Glaserverfahren ist nur die erste Stufe in einer dreiteiligen Nachweiskette.

Ähnliche Meinungen kann man auch in anderen Fachpublikationen finden.
Ich nenne Ihnen noch ein paar: Isenmann/Adam/ Mersson "Feuchteerscheinungen in bewohnten Gebäuden", Ehrenfried Heinz "Wohnungslüftung- frei und ventilatorgestützt"- das sind die zwei die mir grade unter die Hände gekommen sind.

Was versuche ich Ihnen zu erklären:
Stellen Sie folgende Prämissen:
Schimmelfreiheit
niedriger Energieverbrauch
angenehmes Wohnklima (auch im Sommer)
Kosteneffektivität
Diese Prämissen muß der Planer ohnehin sichern. WIE er dazu kommt- dafür sollten Sie ihm freie Hand lassen und nicht durch Wünsche einengen. Im Gegenzug sollte er Ihnen die Wahl von grundsätzlichen Entscheidungen wie die des gewählten Wärmeübertragungssystems auch begründen.
Über alles andere ist es müßig jetzt zu diskutiueren. Das ist wie wenn ein Blinder (das wäre ich der die konkreten Umstände vor Ort nicht kennt) Ihnen als Taubem (der gar nicht weiß worauf es ankommt) ein Buch vorlesen wollte.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.06.17

Innendämmung


Hallo Ihr Zwei,

2cm Pavatex Holzfaserdämmung. Auch wenn ich mich wiederhole informiert Euch noch einmal direkt bei WEM. Auch mit dem größeren Abstand. Ihr könnt eigentlich auch mehr Rohr verlegen. Dann wäre eine höhere KW Zahl möglich - muss man ja nicht nutzen und voll fahren lassen.

VG Hüpenbecker
Hab ich mich denn vermessen?
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.06.17

Wandheizung-Bilder aus der Bilddatenbank: