Wandheizung Wandfläche reicht nicht

Hallo,

ich bin im Moment etwas ratlos, da mir heute der Heizungsbauer alles durcheinander gebracht hat.

Wir sanieren ein alte Bauernhaus (Bruchstein, große Fenster, etc.). Eigentlich sollte eine Innendämmung und dann eine Wandheizung im Lehm an die Wände. In den Lehmputz sollte aber auch noch der ganze Kabelsalat. - So zumindest die Planung.

Unser Heizungsbauer will keine Wandheizung einbauen, da die Wandfläche nicht reicht. Ich habe heute mal exemplarisch einen Raum gemessen. Es sind 30m² Grundfläche und von den Aussenwänden können ca. 12 bis 13m² mit Wandheizung belegt werden.

Man hat mir als Alternative vorgeschlagen, die 150jährige Dielung aufnehmen, ggfs. ausgleichen, und Fußbodenheizsystem 17mm stark einkleben lassen.

Aber ist das wirklich ne Alternative?

Ich bin gerade etwas Gedankenleer und somit gern für Tipps zu haben.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 25.03.17

Ihr Heizungs"fachmann"....


...erzählt ihnen Mist.
Pi mal Daumen kann man grob sagen, die Hälfte der Raumgrundfläche sollte mit Wandheizung belegt werden und da vorrangig die Innenseiten der Außenwände.
Wenn diese nicht reichen zieht man weitere Innenwände mit hinzu.
Fensterleibungen mit in Betracht ziehen und ebenfalls mit einer Schlaufe oder Rohr belegen.
Wie stark sind ihre Außenwände?
Und aus welchem Material sind diese?

Sie können bedenkenlos eine Wandheizung mit einem 16er Alu-Verbundrohr verlegen.
Ich stehe ihnen auch gern mit gesprochenem Wort noch zur Erklärung parat.

FG Udo
LEHM - natur am bau
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LehmHandWerk Udo Mühle | | 25.03.17

Wandheizung


Da lieber noch eine Nacht darüber schlafen.Hier auf Fachwerk.de ist die Fa. WEM vielleicht mit ihm in Diskussion treten .Bevor das Thema Fußbodenheizung als nach meiner Meinung schlechteren Alternative auf den Tisch kommt. Wir hatten einen Kunden der hat die Heizung einfach an die Decke gebracht.Also da gibt es sicher Hilfe.....
Natürliches Bauen & Fachwerksanierung ,Ottosson-Leinölfarben,Luftkalk,Lehmbau aus Sachsen
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Lehmbau,Naturbau & Naturbaustoffhandel Selle | | 25.03.17

heizlastberechnung


hat der heizungsbauer eine Heizlastberechnung gemacht? Wieviel kWh fehlen denn pro Raum? Wie hoch sind die Räume? Hier im Forum gibt es jemanden ( weiß jetzt nicht aus dem Hut), der hat auch Deckenheizungenserfahrung. Ups, Überschneidung.
Leben ist das was passiert, während Du eifrig dabei bist andere Pläne zu machen. (J. Lennon)
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| 25.03.17

Heizlastberechnung


Ohne Heizlastberechnung ist die Projektierung einer Flächenheizung / Niedertemperaturheizung unsinnig bis fahrlässig. Voraussetzung ist eine ausreichende Gebäudedämmung, die rechnerisch nachgewiesen werden müsste. Ein KfW-70-Standard mit einem Endenergieverbrauch von ca. 50 kWh/m2xa beheizter Nutzfläche dürfte dabei die Mindestanforderung sein.

Ihr altes Bauernhaus, das nur mit einer Innendämmung versehen wird, dürfte diesen niedrigen Energieverbrauch nicht ansatzweise erreichen. Eine Flächenheizung, gleich ob Wand- oder Fussbodenheizng scheidet m. E. bei Ihnen aus.

Machen Sie sich Gedanken über ein effizientes und gebäudegerechtes Dämmkonzept und eine darauf abgestimmte und rechnerisch nachgewiesene Heizungsanlage. Oder besser: beauftragen Sie einen Architekten / Gebäudeenergieberater, Ihnen ein maßgeschneidertes Sanierungskonzept zu erarbeiten, das diese Anforderungen integriert.

Solche weitreichenden Entscheidungen trifft man nicht intuitiv oder nach Hörensagen, sondern mit Sachverstand.
... den Dingen auf den Grund gehen ...
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pickartz architektur | | 25.03.17

Man sollte schon...


...sensibel an derartige Lösungsumsetzungen gehen, doch vieles wird heißer gekocht, als es gegessen wird.
Ein Energiekonzept zu erstellen erachte ich auch schoin als sinnvoll.
Doch viele Pojekte durfte ich bereits auch ausführen, wo derartige Voraufwendungen nicht getroffen wurden und trotzdem eine gut funktionierende Wandheizung bis heute tätig ist und keine Bauschäden und enorme Energieverluste zu verzeichnen sind.
Der angesprochene Alternativfall "Deckenheizung" ist natürlich auch zu überlegen.
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 26.03.17

Vorsicht bei "Experten"-Ratschlägen


Hallo Erik,

in Zeiten des Energiewahns mit den überbordenden Auflagen, Bestimmungen und dem Heer an vermeintlich Fachkundigen sowie Handwerkern, die vorgeben, etwas von der Materie zu verstehen, sollte man auch seinen gesunden Menschenverstand befragen.

Ich selbst habe ein Fachwerkhaus (Ursprung 1630) saniert und mich natürlich auch anstecken lassen von den Zweifeln, ob und wie sich ein solches Gebäude energetisch sinnvoll nutzen lässt.

Auf 8cm dicken Holzweichfaserplattten habe ich an allen Außenwänden Wandheizung aufgebracht. Viel zu viel, das war klar, aber wenn man schon dabei ist, kommt es auf den einen oder anderen Kreis mehr nicht an. In der Rohbauphase habe ich mir zum Trocknen den Spaß erlaubt, alle Heizkreise einmal ein paar Wochen laufen zu lassen. Es wurde warm wie in einer Sauna.

Im Grunde reicht es also, wenn man, wie man liest, jeweils eine Raumwand mit Heizschleifen versieht, da die Wärme ca. 6 m ausstrahlt. Natürlich sollte diese Wand frei bleiben und nicht mit Schränken zugestellt werden.

Die Realität sieht bei uns aber anders aus: Ich habe in diesem ersten Winter im neuen Haus die Heizung gar nicht benutzt! Grund dafür ist der große Kombiofen, den ich nach meinen Vorstellungen habe bauen lassen. Dieser beheizt - auch über ein Luftschachtsystem - das ganze Haus, also 160 qm Grundfläche auf ca. 4 m Höhe, rund 6000 cbm. Es wird mit diesem Ofen so warm, dass auch bei Temperaturen um -10 Grad die abgelegensten Räume noch wenigstens 17-18 Grad erreichen (Schlafzimmer, Gäste-WC). Dafür ist es im Bad mit 23-24 Grad immer kuschelig warm und in den Wohnbereichen mit Temperaturen um die 21-22 Grad angenehm. Teilweise muss gegengelüftet werden, damit es nachts nicht zu warm ist. Die Wärme Luft staut sich an den Decken und sinkt beim Erkalten nach und nach ab.

Die Voraussetzungen für diese Heizleistung:
1. Die Isolierung zum Dachboden (bei uns im Schnitt 30 cm Holzflocken).
2. Die Offenheit der Räume. Wir haben überall ein paar Schlupflöcher, durch die warme Luft kreisen kann, und die Holzdecken lassen auch warme Luft durch.
3. Natürlich ist das Heizen mit dem Ofen nicht kostenfrei. Man muss etwa 25-30 cbm jährlich ansetzen. Aber dafür muss man nicht geizen. Es wird wirklich üppig warm und das Haus wird schön trocken (im Winter liegt die Luftfeuchtigkeit bei ca. 20%, auch im Bad!).
4. Man braucht einen fähigen Ofenbauer.
5. Der Ofen war mit 18.000 Euro nicht gerade billig.
6. Der Ofen darf nie kalt werden, d.h. er muss täglich beheizt werden. Wir beginnen immer morgens und heizen je nach Außentemperatur: bei -10 Grad bis ca. 18:00, bei 0 Grad: bis zum frühen Nachmittag. Bei +10 Grad ca. 2-3 Stunden.

LG Florian


Florian Teubert | 26.03.17

energieeffizienz


@ Florian, ich vermute Du meinst 25-30 rm, nicht cbm. Aber selbst dann, mit Fichte gerechnet (1500 kWh/rm) finde ich 45.000 kWh für 160 qm bei 640 cm umbauten Raum nicht wirklich wenig.
Leben ist das was passiert, während Du eifrig dabei bist andere Pläne zu machen. (J. Lennon)
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| 26.03.17

hab drüber geschlafen


so ich habe eine Nacht drüber geschlafen und heute morgen nochmal alles vermessen und mal probehalber die Heizschleifen angezeichnet.

Es reicht, der Heizungsbauer hat nicht berücksichtigt, dass über und unter dem Fenster auch Wandfläche ist und ich ja dort die Rohre eh langführen muss.

Jetzt steht auch im Grund die Lage des Heizkreisverteilers fest.

Nach langem überlegen viel mir dann noch so ein Nebensatz des Heizungsbauers ein: "die Daten schicke ich an meinen Lieferanten, der macht dann die Auslegung".
Mein Bauchgefühl sagt mir, dass dieser Weg für den Heizungbauer bequem ist.

Aber egal, diese Woche kommt der nächste Heizungsbauer, welcher auch die Auslegung selber machen möchte (Chef ist Bauingenieur).


Ach noch was am Rande:
Was ich mittlerweile gelernt habe, dass 2 Bauingenieure auch 2 Meinungen haben und die können teilweise extrem voneinander abweichen. Bauingenieur 1: Haus hat gute Basis - nix schwingt, nix hängt durch, trocken, ....
Bauingenieur 2: Alles schlecht, das Haus abreißen oder evtl. vollständig entkernen. Naja die Wahrheit wird in der Mitte liegen.


Erik | 26.03.17

Sanierungskonzept


Haben Sie sich diese Stellungnahmen von den Bauingenieuren SCRIFTLICH geben lassen?
Was steht da genau drin?
Wie lautete der Auftrag?
Haben Sie dafür bezahlt?
Wer so etwas als Fachmann schreibt steht in der Gewährleistungspflicht!
Dafür hat jeder Bauing. eine Berufshaftpflichtversicherung. Wenn einer von beiden (oder beide) Mist verzapft haben steht Ihnen das Recht auf Nachbesserung zu, wenn das nicht klappt ann Geld zurück. Falls Ihnen durch solches Geschreibsel Schaden entstehen sollte weil Sie sich drauf verlassen haben steht Ihnen Schdenersatz zu!
So was wie eine baufachliche Stellungnahme oder ein Sanierungskonzept hat nichts mit Kneipengeschwätz oder Schreibereien in einem Bauforum zu tun, das hier ist eine ernste Sache.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.03.17

Wandheizung-Bilder aus der Bilddatenbank: