Wandheizung nur halbhoch sinnvoll?

Hallo Forums-Gemeinde,
ich hab' zwar sehr viel zu Wandheizung gefunden, aber nichts, was es genau trifft, deshalb meine Frage:
Hat jemand Erfahrungswerte, ob eine Wandheizung, die nur halbhoch angebracht wird, also nur in der unteren Hälfte des Mauerbereichs,ausreichen würde, um eine Hüllflächentemperierung und Trockenerhaltung des Mauerwerks zu gewährleisten?
Hintergedanke dazu ist, dass Havarieschäden durch Bildernägel etc. von vorneherein sicher ausgeschlossen werden sollen und im oberen Bereich Sichtmauerwerk erhalten bleiben soll.
Temperiert werden sollen überwiegend trockene Aussenmauern, knapp 60 cm stark und aus Backsteinen, die vor gut 100 Jahren vemutlich vom Erbauer selbst gebrannt wurden.
Ich bedanke mich im Voraus für Erfahrungsberichte, Tipps, Infos und Ratschläge.
Viele Grüße
Mara

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| 09.02.17

Wandheizungsauslegung


Hallo Mara
Wenn es nur um Temoerierung der Wand und deren Trocknung geht ist eine Wandheizung im unteren Bereich ausreichend, da im Normalfall nur dieser Bereich eine höhere Feuchtigkeit aufweist- zudem steigt die Wärme ohnehin nach oben.

Ob die Fläche für die Erwärmung des Raumes genügt hängt von der Gesamtfläche der Wandheizung, den Vorlauftemperaturen und dem Wärmebedarf des jeweiligen Raumes ab und den solaren und internen Gewinnen.
Eine Wärmebedarfsberechnung ergibt genauere Aussagen.

Da bei Wandheizungen nicht die bei Fußbodenheizungen vorgeschriebene Temperaturbegrenzung von 28-29 Grad gilt, kannst du die auch mit höheren Temperaturen betreiben, um ggf zu geringe Flächen etwas auszugleichen.

Andreas Teich

Dankeschön


Hallo Herr Teich,

danke für die Beantwortung meiner Frage!
Die Wandheizung soll nicht als alleinige Heizquelle dienen, sondern soll durch eine partielle Fußbodenheizung und einen Holzofen ergänzt werden.
Hauptziel der Wandheizung ist tatsächlich die Aussenwände auf der Innenseite zu temperieren und trocken zu halten.
Zumindest weiss ich jetzt, dass meine Idee mit der halbhohen Wandheizung nicht völlig daneben ist :)

Viele Grüße
Mara

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| 10.02.17

Sommerkondensation


Nicht wundern wenn es im Sommer möglicherweise doch unten feucht wird und sich Schimmelrasen bildet.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 10.02.17

Hallo Mara,


ich kann nur davon abraten Wandheizung direkt auf die ungedämmte Bruchsteinwand zu montieren.

Der Energieverlust nach außen und die damit verbundene Kosten sind sehr hoch!

Und zu Deiner Frage ja die Wandheizung kann auch halb hoch montiert werden.

Und wie Georg schon sagte ist dann oft der Kondensatausfall im Sommer das Problem.

Grüße Gerd
Spezialisten für Lehmbaustoffe, Dämmstofftechnik Wandheizungen und Naturfarben
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Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 10.02.17

Rein innenarchitektonisch


gesehen ist die Idee sonderbar.


Methusalem | 10.02.17

Also


ich meine jetzt den optischen Materialwechsel und den Versatz auf halber Höhe. Sieht schlimm gebastelt aus.


Methusalem | 10.02.17

Kondensatausfall im Sommer


Hallo Herr Böttcher und Gerd,

würde der Kondensatausfall nicht auch bei vollflächiger Verwendung der Wandheizung ein Problem ergeben?
Ich hätte tatsächlich nicht damit gerechnet, dass sich bei diffusionsoffenenm Putz da ein Feuchtestau ergeben könnte.
Was wäre denn dafür der Auslöser? Vor allem im Vergleich zur vollflächigen Verwendung einer Wandheizung?

Hallo Methusalem,

diese innenachitektonische Einschätzung ist sicher vom Betrachter abhängig. Die Idee dahinter ist eben teilweise Erhaltung von Sichtmauerwerk im oberen Bereich und für den unteren Teil ist der Gedanke, es wie eine Vertäfelung aussehen zu lassen, die ja schon seit Jahrhunderten Verwendung findet und mir auch, je nach tatsächlicher Gestaltungsweise, gefällt.
Abgesehen davon: Komisch passt zu mir ;)

Viele Grüße
Mara

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 10.02.17

Wandheizung


Ob halbhoch oder nicht, ob Wandheizung oder nicht- ohne eine Innendämmung besteht bei diesem massigen Mauerwerk mit großer thermischer Trägheit im Sommer die Gefahr von Kondensatausfall. Da hilft auch kein mehr oder weniger diffusionsoffener Putz (das sind prinzipiell alle Putzarten). Wenn bei einem Wetterumschwung warme, feuchtegesättigte Luft auf kalte Wandteile trifft kann es eben Kondensatausfall geben. Schimmel wächst auch ohne nasse Oberflächen, Luftfeuchten ab 75% RLF über einen längeren Zeitraum genügen schon dafür.
Was dagegen hilft sind keine Wunderputze sondern, neben einer Innendämmung, ein sinnvolles Heizungs- und Lüftungsregime.
Dann sollten Sie nicht vergessen das es außer Kondensatausfall noch andere Feuchtequellen gibt, nämlich von außen in die Fassade eindringendes Regen- oder Spritzwasser. Bei laufender Heizung kann das Wasser austrocknen, aber im Sommer ohne laufende Heizung nicht. Dann kommt es zu einer Feuchteakkumulation.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 10.02.17

Es sein


denn ich hebe die Oberflächentemperatur auf der kalten Wand durch eine leichte Innendämmung, Dämmputz oder ein Wandheizung an.
Spezialisten für Lehmbaustoffe, Dämmstofftechnik Wandheizungen und Naturfarben
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Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 10.02.17

Wandheizung im Sockelbereich..


Könnte man ja mit 4 Cm Holzweichfaser in der Heizungsebene erstellen ,und Darüber 6 oder 8 Cm starke verwenden,dann bekommt man das gut in 1 ebene Verputzt,
greets Flakes..
mehr Bäume Pflanzen als Bäume Fällen
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| 10.02.17

Das ist ein...


...unnötig teuerer Heizungsmix.

Ich verstehe Ihre Freude an einem "richtigen" Ofen. Darüberhinaus würde ich die Wände vollflächig innen dämmen (z.B. Holzweichfaserplatte) und die Wandheizung so dimensionieren, daß sie als Alleinheizung genügen könnte. Vielleicht wollen oder können Sie ja den Ofen nicht immer heizen. Georgs Einwände teile ich. Die Lage der Heizrohre in der Wand wird nicht chaotisch festgelegt, Sie könnten sich das Verlegeschema aufmessen. Für schwerere Schränke (z.B. Hängeschränke Küche können Befestigungspunkte vorbereitet werden. Zudem gibt es bessere Leitungsfinder, die Ihre Rohre zuverlässig lokalisieren.

Mit einer vollwertigen WH ist eine FBH i.d.R. überflüssig, da durch die Strahlung auch der Fussboden erwärmt wird. "Warme" Materialien wie Dielung, Kork oder Korklinoleum täten ein Übriges.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 12.02.17

Innenarchitektur


InnenarchitekturNun, da auch ich mit der Idee der halbhohen Wandheizung spiele, anbei die gängige (zumindest in Amerika) Lösung einen Absatz einzubeziehen.

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Herr | | 26.02.17

Als Holzverkleidung...


...würde das nicht funktionieren. Ob so eine stark strukturierte Oberfläche hingegen als Stukkatur nicht ziemlich (riss)anfällig wäre? Von der Gipskartonlösung ganz zu schweigen... Die amerikanischen Eigenheimbauweisen sind ganz überwiegend kein gutes Beispiel für solide Ausführungen.

Kondensatausfall ist vor einer vollflächigen WH weder im Sommer noch im Winter zu erwarten.

Ansonsten ist technisch vermutlich alles gesagt. Für die rustikalistische Gestaltungsidee, unverputzte Wandflächen in einem Gründerzeitbau zeigen zu wollen (was damals schlicht als unfertig betrachtet worden wäre), gibt es keine historische Begründung. Mir kommt das wie ein sehr ungeschickter Stilbruch vor. Und ignoriert bauphysikalische Gegebenheiten.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
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Restauratio GmbH | | 26.02.17

Wandheizung-Bilder aus der Bilddatenbank: