Feuchte Wand im ersten Stock

Hallo Allerseits
Wir sind gerade dabei , ein altes Haus zu renovieren, die rückwand des ersten Stocks ist noch komplett in den Muschelkalkhang gebaut. Die Wand und der Boden in den hinteren Räumen des ersten Stocks sind demnach ziemlich feucht. Darunter im Erdgeschoss befindet sich der Keller und eine Werkstatt, wo das anstehende Bruchsteinmauerwerk so bleibt und die Feuchtigkeit nicht stört. Im ersten Stock allerdings soll die Küche rein, also sollte es dort dann trocken sein. Ein alter Maurermeister meint, man solle die Bruchsteinmauer mit Zemntmörtel verputzen, mit Bitumen anstreichen dann Wand und Boden mit Dachpappe verkleiden und dann eine Wand vormauern bzw den Boden gießen. Ich habe allerdings bedenken, ob sich die Feuchtigkeit wie geplant nach unten drücken lässt. Achja, die Mauer von außen abgraben geht leider nicht. Ich würde eher die Mauer von innen abtragen, und eine neue Mauer mit schotter, Drainage , noppenfolie und Isolierung vorsehen und den Boden mit kapilarbrechender Schicht aufbauen. Wer weiß Rat?


J. Weber | 23.03.06


Den Rat des Maurermeisters ist nicht zu empfehlen, den die Feuchtigkeit zieht dann woanders hin.
Bei allen Überlegung sollten folgende Punkte beachtet werden:
1. Wieviel Wasser oder Feuchtigkeit steht an. Sind das nur Feuchte Stellen oder fleist da auch was?
2. Wenn Drainage wohin mit dem Wasser, das darunterliegende Geschoß müsste geschützt werden. Denn Drainagen sorgen für den Wasserabfluß an einem Punkt.
3. Was passiert mit den Querwänden etc.?
wenn die Fragen beantwortet sind, können dann Überlegungen angestellt werden, wie das Problem zu beseitigen ist. Ein Fachmann vor Ort ist sinnvoll.

Grüße

Jochen Engelhardt
Nur die Sonne schickt keine Rechnung
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Architekturbüro Engelhardt | | 23.03.06


Danke erstmal für die schnelle Antwort.
1. Es sind wirklich nur Feuchte Wände! Das Haus ist im Muschelkalkhang gebaut, da kommt also kein Hangwasser, dass gegen das Haus drückt. Fliesen tut nichts.
2.Die Drainage könnte abgeführt werden, aber drainieren ist wahrscheinlich gar nicht nötig, siehe oben. Wichtig ist m. E. eher, dass eventuell kapilarbrechende Schichten eingebaut werden, um eine trockene Mauer zu bekommen. Wenn man die Wand verputzt und dann absperrt, bin ich mir halt nicht sicher, ob das Wasser wirklich wie geplant einen Stock tiefer abgedrängt wird. Wegen dem Putz bin ich ebenfalls unsicher. Die Bruchsteinwand mit Zementmörtel zu glätten, ist das wirklich gut? Verträgt dass dieser Mörtel (Feuchtigkeit)?
3.Natürlich müssten dann auch die Querwände gesperrt oder abgetragen werden. Geht in dem Fall ganz gut, weil die geplante Küche ein Anbau ist und deshalb der Raum keine Verbindung zum Dach hat. Unten ist wie gesagt der Gewölbekeller und oben kommt ein Flachdach mit Terasse.
Wie könnte ein Bodenaufbau über dem ca 1,5m starken, natursteingemauerten, feuchtem Boden aussehen? Wie der Wandaufbau?


J. Weber | 23.03.06

Nasse Wand


Guten Tag,
habe ich das richtig verstanden:
1. Sie bewohnen ein Haus, dessen eine Wand wesentlich vom anstehenden Gestein (Berg) selber gebildet wird, eine Halbhöhle sozusagen ?
2. Sie wollen im "Höhlenteil", dem 1.OG, eine Küche einbauen ?
Wenn das so ist, wäre eine eingestellte Skizze hilfreich:
Schnitt als Schema und Grundriß 1.OG.

Ohne dies gesehen zu haben, fällt mir auf Anhieb nur ein, eine eigene Mauer vorzusetzen, möglichst mit Inspektionsabstand zum Hang, also 40-50 cm für einen kleinen Menschen und diesen gut zu belüften.
Mindestens aber 10 cm (dann nicht begehbar) und gut gedämmt.
Wenn es ganz knapp kommt, könnte man eine Leichtmetallständerwand mit 100er C-Profilen einsetzen und dies mit einer Matte Thermarock 100 füllen, Bekleidung einseitg doppelt: 1. Lage OSB, 2. Lage Gipskartonbauplatte imprägniert. Den Zwischenraum zum Hang dann aber bitte zwangsbelüften von außen. Das würde Sie insgesamt 23 cm kosten.

Grüße vom Niederrhein
Neue Nutzungen für alte Gebäude
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Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 24.03.06


danke sehr für Ihre Antwort. Sie haben trotz meiner umständlichen Erklärungen die Sachlage genau erfasst. Die "Halbhöhle" ;-) soll eine Küche werden und da dies ein Anbau ans Haus ist besteht diese nur aus einem Raum einem rechteckigen Grundriß von ca 6x4m, dem geplanten Küchenraum, wie gesagt. Der Raum hat keine Verbindung zum Dachstuhl. Auf die Decke der Küche soll ein Flachdach, als Terasse genutzt.
1. Wie würde nun so eine gute Belüftung hinter der Wand aussehen? So Lichtschachtmässig mit gittern oben als Abdeckung?
2. Bei den Leichtmetallprofilen: soll die Wand dann vorher Verputzt werden? Mit was? Was kommt dann zwischen alter Wand und Metallprofil?
MFG


J. Weber | 27.03.06


Habe gerade keine hand frei, schicke Ihnen aber eine Einbauskizze.
Hinter das C-Profil kommt bergseitig nichts. Das ist der neue Raumabschluß.

Anschluß nach oben muß man mal sehen, Lüftungschacht, Toschi-Rohr-regensicher wäre gut.
Nächstes Problem: Terrasse an aufgehenden Berg dichten.
Ich melde mich.

Gruß
Dietmar Beckmann
Neue Nutzungen für alte Gebäude
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Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 27.03.06


Hallo,
heute war wieder mal eine Besprechung vor Ort. Langsam scheint das irgendwie richtig groß zu werden. Noch ein Sachverständiger (befreundeter Gipser) wurde zugezogen, weil er viel im Altbau tätig ist.

Der hat im Prinzip die von Herrn Beckmann erwähnte Methode ebenfalls favorisiert, nämlich als zweitbeste Möglichkeit eine Wand davorzustellen und dann zu hinterlüften.

(Beste möglichkeit wäre die Wand von außen abzugraben, geht halt leider nicht).

Meine Frage wäre jetzt nochmals:
1. Wie würde dann so ein Wandaufbau aussehen?
2. Wie wird gedämmt? Isolierung?

Hinter der wand ist keine Möglichkeit zur Begehung, Abstand soll nur ca 10 cm betragen.

Vielleicht so : ein Meter hoch mauern, dann bitumen Streichen und isolieren, dann wieder mauern und bitumen etc. .
Ginge , weil oben ja dann der Hang aufhört und man von oben dann rankommt.
MfG
P.S. : War gestern noch im Forum und hab gelesen, sehr interessant hier..... :-)
P.P.S. Vielen dank erstmal an H. Beckmann, vielleicht weiß auch noch sonst jemand Rat? natürlich bin ich auch froh über weitere Antworten H. Beckmanns, hat mir schon geholfen...


J. Weber | 29.03.06

Wand-Bilder aus der Bilddatenbank: