Feuchte Wand

Hallo liebe Community!

Ich kämpfe im Moment gegen eine Feuchte Wand.
Diese Wand befindet sich in einem circa 16m² großen Nebenraum der Garage. Dieser Raum wurde früher mal als Kohle/Koks Schuppen verwendet und vor circa 20 Jahren 'ausgebaut'.

Die Wand ist die Aussenwand des Nachbargebäudes. Beide Gebäude hatten mal den selben Besitzer und dieser hat den Raum wahrscheinlich ohne Genehmigung einfach gebaut. Ich möchte den Raum nun als Büro nutzen.

Die Wand scheint mir mir aus Backstein/Klinker/Ziegel zu bestehen und wurde mit Gips verputzt und Weiß gestrichen.

Die Feuchtigkeit geht über die ganze Wand bis circa 1,5m Höhe.

Mein Nachbar hat auf der anderen Seite über die ganze Länge der Wand auch Feuchtigkeit aber ihn stört es nicht sonderlich. Er nutzt die Räume nur als Lager...

Aber mich stört es, als erstes habe ich den Fliesensockel abgeschlagen und direkt einen modrigen Geruch bemerkt. Danach habe ich die Farbe runter geschliffen. Denke also es ist aufsteigende Feuchtigkeit mangels Horizontalsperre. Heizungsleitungen liegen schon aber die Wand muss ja erst fertig bevor die Heizung dran kann.

Da eine Freilegung ja unmöglich ist (Die Wand ist ja mittig zwischen 2 Gebäuden) fällt Ursachenbekämpfung ja leider weg.

Das einzige was übrigbleibt wären diese Chemieverkieselungssubstanzen die über Bohrungen eingebracht werden. Weiß jedoch nicht was ich davon halten soll. Zum einen sind sie recht teuer und zum anderen halte ich die Wirkung für fragwürdig. Das Wasser ist ja nicht weg, kann nur nicht höher.

Deswegen bin ich auf der Suche nach einer Notlösung. Der Raum ist ja auch kein richtiger Wohnraum.

Ich habe hier von Luftkalkputz mit entweder Kalkfarbe oder Silikatfarbe gelesen. Wäre das etwas für mein Problem? Um der Wand beim Feuchtigkeit abgeben zu helfen? Sanierputz scheint ja nicht so das wahre zu sein...

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.04.17


Als brachiale Lösung fällt mir eine "sparsame" Innenabdichtung ein.

Die "feuchte" Wand wird mit einer Dichtschlämme bestrichen. Darauf könnte ein einfacher Kalkputz als fertige Oberfläche erstellt werden.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.04.17

Physik


Wie hoch war der Fliesensockel ? Waren die Fliesen auch auf den Gips geklebt ? In anderen Worten, geht der Gips bis ganz nach unten ?

Wie ist der Fussboden aufgebaut ? Zementestrich mit Fliesen ?

Die "aufsteigende Feuchte" ist gerne ein Symptom von Kondensation, die jeweils am kältesten Teil der Wand auftritt. Der Wandfuss ist meist kälter weil auch Wärme zum Boden abfliesst.

Mein Rat - Gips abfräsen (ziemliche Tortur), mit Kalkzementputz begradigen. Dann eine Innendämmung mit Multipor oder ähnlich. Alles leider ziemlich aufwendig...
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.04.17


Ich denke wir sollten dem Phänomen doch erst noch etwas genauer nachgehen.

Ob sich das wirklich um aufsteigende Feuchtigkeit handelt ist fraglich, es wird sich wohl um mehrere Ursachen handeln und der im Mauerwerk durch Kapillarität aus dem Untergrund aufgenommene Feuchtigkeit ist wohl das kleinste.

Du solltest mal eine Bestandsaufnahme machen auch von außen, am besten mit Bildern. Dann findet man sicher eine gute und "einfache" Lösung.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.04.17

Dachanschlüsse ?


Die sollte man natürlich auch kontrollieren, gerade bei so einer organisch gewachsenen Konstellation.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.04.17

nicht einfach verputzen sondern...


nicht einfach verputzen sondern.....bringen Sie das I-Bausystem auf. Näheres entnehmen Sie bitte der Beschreibung auf meiner Homepage.
Eventuell noch eine Dämmung darunter anbringen.
Siehe auch: http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/image/a/showPicture/7202$.cfm
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.04.17


Ja, so eine Abdichtung könnte eine Lösung sein. Da kann man den alten Gipsputz dran lassen und dübelt die Matte an und macht mit einem diffusionsoffnen Putz klar Schiff.

Was kostet den so eine Abdichtungsbahn? Bekommt man die auf der Rolle geliefert?

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.04.17

Hier ein Bild


Hier ein BildHallo habe die Wand jetzt mal abfotografiert.

Also die Farbe ist schon runter auf dem Foto. Der Bereich hinter den Sockeln bzw. hinter den Heizungsrohren (links) ist noch nicht geschliffen und deswegen noch so dunkel. Vor dem Schleifen war die Wand leich dunkel (oder die Farbe blätterte ab und der 'weiße' Gips war zu sehen) verfärbt bis zur Feuchtelinie.

Oben links ist auch ein feuchter Bereich warum auch immer?
Die Steine die man sieht, sind Stellen an denen ich zur Probe den ganzen Gips weggeschliffen habe.

Denke nicht das es Kondenswasser ist, die Wand stand relativ frei auch schon beim Vorbesitzer. Also keine großen Schränke etc.

Der Boden scheint mir soweit zu sehen eine blaue Folie unterm Estrich zu haben. Der erste Zentimeter des Wandputzes fehlt unten, es ist nur der Backstein zu sehen.

Danke nochmals für eure Hilfe.

Falls noch mehr Fotos benötigt werden reiche ich diese gerne nach.

Gruß

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 01.05.17

Ob ein wenig mehr oder weniger *.x ist egal..


..das was hinter der Folie ist bleibt so wie es jetzt ist.
Da keine organischen "Stoffe" dahinter kommen fault auch nichts und somit ist alles gut.
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 02.05.17

Feuchtigkeit oben


Da würden bei mir die Alarmglocken klingeln, bitte die Dachanschlüsse kontrollieren !
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 02.05.17


Das sieht ja mehrheitlich nach hygroskopischer Feuchte aus. der ein oder andere Baummangel wird hier auch noch mit einwirken.

Regnet es vielleicht beim Nachbarn rein?

Der dünne Gipsputz ist auch nicht das Mittel der Wahl für so eine Situation. Mit einem Kalk- oder Sanierputz allein wird eine Verbesserung wohl nur im allerbesten Idealfall zu erreichen sein.

Die Mauerwerksinjektion mit Kieselgel (?) etc. bringt gegen die Salze auch nichts.

Ein Kalkputz neigt ja noch viel eher zum Ausdiffundieren an der Oberfläche, vielleicht entsteht kein Schimmel aber die "gelben" Flecke sind ja auch nicht schön. Und dann renovierst du schon wieder

Ich denke eine Abdichtung mit so einer Sperrfolie wird wohl das Beste sein.

Vielleicht auch mal nach dem Dach schauen.

Dann gehst du da mit einem dünnen Kalkputz drüber und streichst die Räume mit einer Kalk-(Kasein) -farbe und achtest etwas auf das Raumklima, so könnte sich eine gute Nutzbarkeit ergeben.

Herr Edmund Bromm kann uns ja mal von den Kosten und der Bezugsmöglichkeit für das empfohlene Abdichtungsystem berichten.

Würde mich auch mal interessieren.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 02.05.17

Nun wenn das alles immer so einfach wäre...


..ist es aber nicht !
Das Gute hierbei ist jedoch es gibt mehrere Menschen die helfen wollen und auch viele unterschiedliche Meinungen hier äußern. Dann ergibt sich daraus oft ein guter Diskurs.
Manches wird sehr einfach gelöst werden können und einiges wird sehr kompliziert dargestellt.
Leider wird oft vergessen, dass das Rad nicht immer wieder neu erfunden werden muss.
Für mich steht fest, nicht jede Feuchte Wand muss mit einem riesigen Aufwand untersucht werden. Es gibt sicher viele gute Handwerker die ihre Erfahrungen mit einbringen können weil sie schon oft eine feuchte Wand bearbeitet und auch damit Langzeiterfahrung haben.
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.05.17

I-Bausystem


Also ich finde leider auch keine Bezugsmöglichkeit für das System.

Habe mich auf Herr Bromms Seite eingelesen und verstehe nun das Märchen um die aufsteigende Feuchtigkeit.

Der Fleck in der oberen linken Ecke scheint alt zu sein. Die Decke im Nachbarraum ist vor ein paar Jahren runter gekommen. Danach wurde das gesamte Flachdach neu gemacht. Die Abdichtung scheint für mich als Laien gut zu sein. Keine Löcher/Risse in der Teerpappe und die Aluschienen sind lückenlos und zusätzlich oben mit Silikon versiegelt.

Das einzige was auf dem Dach nicht stimmt ist das die Fugen der Wand über dem Flachdach ziemlich kaputt/ausgewaschen sind. Wäre es eine Möglichkeit das Regenwasser durch die Fugen in die Wand eindringt und das Wasser dann unten wieder rauskommt weil die Steine der Wand gesättigt sind? Oder ist diese Theorie quatsch?

Also im Endeffekt sehe ich 3 Möglichkeiten für mein Problem:

1. Putz entfernen und die Wand unbehandelt lassen.
2. Putz entfernen und mit Luftkalkputz neu verputzen.
3. Das erwähnte I-Bausystem.

Durch den Heizkörper und ein vernünftiges Lüftungsverhalten erhoffe ich mir in jedem Fall eine Besserung.

Was für mich als Laie auf jedenfall auch noch ein Problem darstellt ist der Übergang der Wand zu den benachbarten Flächen.

Mit freundlichen Grüßen

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 07.05.17


Gut, wenn an der Giebelwand der Verputz fehlt und schon die Fugen verwittert sind, ist ja schon mal eine gewichtige Ursache für den Zustand gefunden.

Wenn das der Instandhaltung des Nachbarn unterfällt kannst du da nichts machen.

Als preiswerte Abdichtung kommt dann noch die besagte Dichtschlämme dazu. Darauf könntest du dann auch mit Kalk verputzten.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 08.05.17


Also stimmt meine Theorie mit dem Regen und der Gibelwand? Weil es ja so aussieht als steigt das Wasser von unten nach oben und nicht anders herum.
Da bin ich aber froh mal richtig geraten zu haben.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 09.05.17


Ja klar das Wasser muss die Schwerkraft überwinden, dass kann es natürlich in den Kapillaren einiger Baustoffe durch Adhäsionskräfte. Aber eben nur in begrenzten Umfang.

Defekte Fugen in der Klinkerfassade können schnell zur Durchfeuchtung der Wände führen, gerade auch in höheren Geschossen. Glücklich ist dann der mit dem kapillar wirksamen Innenputz, da fällt der Mangel sehr schnell auf.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 09.05.17

Wasser von oben nach unten und dann unten nass???


Habe jetzt lange genug zugesehen.

Wenn Wasser von oben eintritt, ist es auch OBEN sichtbar.

Ich bitte um Hilfe, ich sehe OBEN nichts.

Sollte es so sein, wie ICH (subjektiv) vermute, ist schlicht und einfach die äußere vertikale Abdichtung defekt.

Abhilfe:
Putz innen abschlagen, Fugen mit Dichrputz egalisieren und am nächsten Tag 2 fach Dichtschlämme innen auftragen (Spritzbewurf nass in nass nicht vergessen).

Nach Einer Woche dann hygrophilen Dämmputz 3 cm auftragen.

Fertig


Wiki | 09.05.17

Wandfeuchte


WandfeuchteAuszug aus Unterlagen der Fa. Remmers:
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 09.05.17


Der Aufbau mit einer Dichtschlämme könnte doch eine Lösung sein.

Das könntest du ja in jedem Baumarkt für noch recht schmales Geld bekommen.

Ich denke mal, dass für das Material, jetzt keine großen Geldbeträge reserviert sind.


Der Herr Bromm hatte mir freundlicherweise eine Email geschickt und mir Preise für die fertige Leistung genannt. Da geht es so für 80 Euro pro Quadratmeter los.

Da ist wohl hier auch bei nur 16 qm die Opfergrenze schon erreicht.

Den Gipsputz müsstet du dann aber abkratzen.

Vielleicht kann ja der Ingenieur hier mal noch was zur Machbarkeit sagen.

Wenn dann noch eine schimmelwidrige "Mineralfarbe" gebraucht wird, kann man für wenige Euro auch noch eine Kalk-Kaseinfarbe aus (Sumpf-) Kalk und Magerquark mixen.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 09.05.17

Messgerät - dann KLUG!


Die 3 dimensionale Feuchtigkeitsbelastung zu eruieren ist vergleichsweise einfach - wenn man ein Messgerät mit elektrischer Widerstandsmessung hat.
Es wird ein Messraster definiert, z.B. alle 25 cm.
1te Bohrungen unten . Tiefe 5 mm (jeweils 5cm voneinander entfernt). Einführen der Widerstands-Sonden, Ablesen Messwert.
Beide Bohrungen 5 cm tiefer in das Mauerwerk: Messwert.
Wieder 5 cm tiefer: Messwert , usw..
Dann 25 cm höher gehen, selbe Vorgehensweise.
Dann wieder 25 cm höher....
Somit bekommt man ein 3 dimensionales Messfeld und sieht genau, wo die Feuchtigkeitsspitzen sind!

... Oder man macht einfach den Putz weg, egalisiert die Fugen UUUND. appliziert Dichtschlämme 2 lagig- aber das ist dann für die Kollegen Sachverblenderter und Enscheniör doch wohl zu trivial und einfach.

(Warum Super-Bromm seine viel zu teure Folie - trotz eindeutigen Forenregeln ungestraft anpreisen darf, tja dies entzieht sich leider meiner bescheidenen Kenntnis....


Wiki | 10.05.17

Könnte


man statt des I-Bausystems nicht einfach Wediplatten nehmen?


Methusalem | 10.05.17

Ja ! Wedi mit 2 cm Abstandsleiste


Natürlich kann man auch eine Wedi / xps Platte mit Zementbeschichtung nehmen und diese auf eine 2 cm Alu-Abstandsleiste aufbauen.

Nur:
Dann hat man das 80 Euronen Supersystem von Eddi B. nicht verwendet.... :)


Wiki | 10.05.17

auch wenn...


... die fragwürdige Aussenwand dem Nachbarn gehört, würde es sich m.E. lohnen, das neu zu verputzen. Wenn möglich natürlich geteilte Kosten, aber wenn es sein muss auf eigene Kosten. Das scheint mir günstiger als das Wasser abzuhalten wenn es schon drinnen ist.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 10.05.17


Sicher kann man mit dem Nachbarn reden. Aber der Fragesteller hat ja schon zu erkennen gegeben, dass der andere Eigentümer sich mit dem Zustand abgefunden hat und diesen toleriert.

Der Nachbar ist im Umgang mit seinem Eigentum (fast) völlig frei.

Auch nachbarechtlich kann sich so ein Anbau an die Nachbarwand oder historische Grenzwand (??) als harte Nuss erweisen.

Den für Anbau und Nutzung und Unterhalt könnten auch Ansprüche geltend gemacht werden.

Solange es einfache Lösungen gibt, würde ich den Nachbarn nicht so strapazieren.

Jeder soll froh sein wenn er mit seinen Nachbarn in Frieden leben kann.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 10.05.17

wer auch immer sich hinter WIKI verstecken muss, sollte...


..doch erstmal wissen um was es geht.
Die Folie kostet ca. 15 € und dazu noch für 10 € Dübel und dann verwendet man noch einen geeigneten faser-haltigen Putz entweder ein- oder zweilagig. Je nach Oberflächenbeschaffenheit kann ein einfacher Mineral-anstrich aufgebracht werden.
Da braucht es keine Spezial- oder Antischimmelfarbe.
Dann ist alles erledigt - aus.
Da das System aus lauter Handelsüblichen Baustoffen besteht (die in jedem Baumarkt zu Kaufen sind) weiß ich nicht was dieser dumme Kommentar soll. Aber dafür braucht man dann WIKI. Toll !!
Ich habe gelernt, dass der Putz weicher als der Untergrund sein soll da es ansonsten Haftprobleme geben wird sollte man darüber nachdenken ob dies mit einer 3 cm dicken Schicht gut geht. Ich halte dies für nicht geeignet.
Der Vorschlag mit 2 cm Abstand usw. ist meines Erachtens auch ungeeignet. Erst recht dann wenn die Wand nicht "trocken" ist und Tauwasser anfallen kann. Die Nutzung sollte doch ein warmes Büro sein.
Weiter werde ich auf die anderen unqualifizierten Kommentare von "Pseudo Wicki" nicht mehr eingehen.
Zu den Fragen dazu von Marc und anderen Leser beantworte ich gerne weiter.
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 11.05.17

Wand-Bilder aus der Bilddatenbank: