Wärmedämmverbundsystem bei fehlender Horizontalsperre und feuchtem Standort / Dachgeschossdämmung

Hallo zusammen!

Mich würde mal die Meinung von den Bauphysikern bzw. denjenigen die Ahnung von Wärmedämmung haben interessieren.

Bin selbst Bauingenieur, arbeite allerdings als Tragwerksplaner und habe diesbezüglich zwar ein Grundverständnis
aber kein tiefgreifendes Fachwissen.

Wir selbst haben ein Haus (Bj. 1900).
In den nächsten Jahren hätte ich mir bzgl. energetischer Sanierung noch ein paar Sachen vorgenommen.

Allerdings wollte ich diesbezüglich mal den Sinn und Unsinn der anstehenden Maßnahmen mit euch diskutieren...

Unser Haus ist nicht unterkellert. Gegründet wird es auf Streifenfundamenten aus Granit.
Das es keinen Keller gibt ist darauf zurückzuführen, dass unser Grundstück eher feucht ist.
Schichtwasser tritt etwa ab einer Tiefe von knapp 2 m auf. An einer Giebelseite führt ein Bächlein vorbei (Abstand etwa 10 m).
Diese mündet dann in einen kleinen Löschteich der etwa 15 m von unserem Haus entfernt ist.

Bei den Wänden wurde keine Horizontalsperre eingebaut.
Ein nachträglicher Einbau (durch Bleche oder Injektionen) ist von mir eigentlich auch nicht vorgesehen.
Es gibt eine umlaufende Drainage. Und eine nachträglich seitlich an die Fundamente anbetonierte Betonwand mit einer Dicke von etwa 20 cm,
welche den Eindringwiderstand von dem Wasser nochmal erhöht.

Das Mauerwerk macht einen trockenen Anschein. Bislang gibt es keine größeren Feuchteflecken oder dergleichen.
Allerdings kommt es in einem Nebenraum zu leichten Salzausblühungen. Was ja auf ne gewisse Mauerfeuchtigkeit zurückzuführen sein muss.
Habe da mal ne Salzanalyse machen lassen. Das Mauerwerk ist gering bis mäßig belastet.
Die genaue Zusammensetzung kann ich jetzt aus dem Stegreif nicht mehr sagen. Tut aber denke ich auch nichts zur Sache.
Luftfeuchtigkeit in den Wohnbereichen normal (zwischen 40° und 50° bei 19° bis 20°).

Was ich aber feststelle:
Die Dämmung unseres Dachs ist nicht unbedingt die beste. In einer (unbeheizten) Abstellkammer im 1. Stock habe ich neulich eine Temperatur von -2.5°C gemessen.
Die Außentemperatur lag hier bei etwa -16°C. Im Sommer ist es genau umgekehrt und hier eben sehr heiß.

Dachdeckung wäre eh mal eine neue vorgesehen. Deshalb sollte hier auf alle Fälle die Dachdämmung erneuert werden.
Weiterhin gibt es noch einen kleinen Spitzboden. Die oberste Dachbodendecke ist bislang nicht gedämmt.
Dies möchte ich demnächst noch machen. Aktuell wurde zwischen die Sparren Styropor eingeklemmt.
Das bringt allerdings auch eher mäßig etwas.
Bzw. ich halte es eigentlich eher für bedenklich. Da sich auf der Außenseite der dichten Styropordämmung Tauwasser bilden kann
und so die Sparren feucht werden können, und es etwas dauert bis die trocken sind, da die nicht mehr ordentlich durchlüften können.
Wäre es ganz offen wäre es ein richtiges Kaltdach und könnte richtig durchlüften.

Meine Idee war jetzt, die Styroporplatten rausnehmen und als Dämmung der Dachbodendecke verwenden.
Den Aufbau habe ich wie folgt geplant:
PE-Folie
Styropordämmung Dicke 8 cm.
Darauf nochmal 8 cm Klemmfilz (da die vorhandene Styropordämmung des Daches nicht ganz reicht).
Als begehbarer Belag dann normale Fichtenbretter.

Hab das Mal mit dem u-wert Rechner überprüft. Der hohe zusätzliche Aufbau mit dem Klemmfilz resultiert daraus,
dass bei einer nur 8 cm dicken Dämmung unter Umständen Tauwasser in der Dämmlage entstehen kann. Das möchte ich vermeiden.
Deshalb 16 cm.

U-Wert dieser Dämmung entspräche schon den Anforderungen nach EnEv und liegt bei rechnerisch etwa 0,22...

Dachbodentreppe habe ich schon gegen eine abgedichtete aus dem Baumarkt ausgetauscht.

Was haltet Ihr davon?

Wie dämmt man eigentlich um den Kamin herum oder sollte ich da eher etwas freilassen?

Weiter in der Zukunft vorgesehen.

Austausch der Haustüre. Man merkt dass diese von unten her zieht. Seitlich ist Sie dicht.
Fenster wurden irgendwann Anfang der 90er ausgetauscht. Bei den U-Werten einer 2-seitigen Isolierverglasung
hat sich ja seitdem nicht mehr die Welt getan oder?
Allerdings da auch wieder das Problem mit der Dichtigkeit. Man merkt da auch einen gewissen Zug.
Und da hat sich glaub ich zwischenzeitlich schon was getan. Soweit ich weiß gibt es doch mittlerweile den Wert Uw,
welcher den U-Wert des gesamten Fensters wiedergibt und nicht mehr nur von der Scheibe.

Klärt mich da bitte auf. Würde diesbezüglich wahrscheinlich schon auch Sinn machen die Fenster zu wechseln wegen der Dichtigkeit oder?

Von unten her kann ich nix dämmen. Da wurde zwar nächträglich eine Bodenplatte einbetoniert. Aber soweit ich weiß wurde nicht soweit gedacht,
da ne Dämmung mit einzubauen.

Und jetzt zum Thema an welchem sich die Geister scheiden.
Ich selbst bin der Meinung, wenn ich mal Türen und Dach ordenltich zugfrei gedämmt habe, ist schonmal Wesentliches passiert.

Weiterhin habe ich Angst, dass aufgrund wegen der fehlenden Horizontalsperre, und einer zu dichten Außendämmung
entstehende Feuchtigkeit im Mauerwerk nur noch nach innen kann und ich mir dadurch richtig Feuchtigkeit und Schimmel ziehe.
Was ohne Vollwärmeschutz ja nicht das Problem ist, wie das Haus schon jahrelang beweist...

Also nächste Frage.
Gibt es mittlerweile anständige diffusionsoffene Wärmedämmverbundsystem?
Oder sollte man das in diesem Fall generell bleiben lassen. Enev hin oder her...

Und noch etwas dazu.
Ich kenne jemanden der hat 1997 ein EFH mit Wärmedämmverbundsystem gebaut.
Wohnt in ähnlicher Lage. Also feuchter Standort oft mit Nebel.
Mittlerweile haben sich auf dem WDVS lauter schwarze Flecken gebildet.
Sieht wirklich nicht schön aus.

Und das möchte ich vermeiden?

War jetzt etwas viel auf einmal.
Aber würde mich freuen euere Meinungen dazu zu hören...

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.01.16

Hausdämmung


Das sind eine Menge Fragen, die sich ohne Kenntnis der Immobilie nicht klären lassen.
Hier ist ein komplettes Sanierungskonzept angezeigt. Es muss nicht alles auf einmal gemacht werden, jedoch müssen die einzelnen Maßnahmen aufeinander abgestimmt in der richtigen Reihenfolge ausgeführt werden.
Meine Empfehlung, unter:
https://www.energie-effizienz-experten.de/energieeffizienz-experten-fuer-foerderprogramme-des-bundes/
einen Experten aussuchen und die offenen Fragen vor Ort klären. Ok, kostet Geld. Die Beratung wird vom BAFA mit 60% der Kosten gefördert.
Geht nicht gibt's nicht!
Mitglied der Fachwerk.de Community
ESZTERMANN HAUSTECHNIK – Energieberater | | 26.01.16

Bitte Diskussion über bauphysikalische Probleme und keine Angebote


Ich möcht meine Punkte vielleicht etwas leichter lesbar mal komprimieren.
Meine Vorgehensweise (chronologisch angedacht):

Folgende Punkte werden in jedem Fall gemacht.

1: Geschossdämmung der Dachbodendecke mache ich heuer selbst.
Mein Konzept steht da soweit. Wird in jedem Fall gemacht. Würd mich nur euere Meinungen interessieren.
Über die heiklen Punkte beim Verlegen einer Dampfbremse bin ich informiert.
Dampfbremse kommt jedoch in jedem Fall rein.

2: Als nächstes käme dann die Haustüre
Macht ein Fachbetrieb. Bin mir bloß nicht sicher ob meine gewünschte Dichtigkeitsanforderung
ein Schreiner herbringt. Eine Tür von der Stange mit geprüften U-Wert gibts glaub ich wenige die zum Haus passen.
Wenn jemand Hersteller kennt bitte Vorschläge und Empfehlungen.

3: Dach neu decken und Zwischensparrendämmung erneuern bzw. mal sehen was überhaupt an Dämmung drin ist.
Macht in jedem Fall ein Fachbetrieb.

Folgende Punkte werden nur unter Umständen gemacht, da ich mir nicht sicher bin ob sich das lohnt oder sein muss.
Wobei ich sagen will lohnt, heißt für mich nicht unbedingt eine Amortisierung der Kosten innerhalb 10 Jahren sondern eher eine
Steigerung der Wohnqualität.
Diesbezüglich hätte ich gerne eure Meinung gehört.

4: Fenster
Wie gesagt sind noch nicht so die ältesten, aber bezüglich Dichtigkeit würd mich schon eine ehrliche Meinung interessieren,
was sich da seit den 90ern getan hat. Die U-Werte der Gläser haben sich ja nicht mehr erheblich verbessert.

5: Wärmedämmverbundsystem
Unser Mauerwerk besteht aus kleinformatigen Vollziegeln. Dicke mit Putz so 65 cm etwa.
Putz ist ein grober Rauputz dran. Bislang zeigen sich auch keine Risse / Abplatzungen oder dergleichen.

Hätte gerne einen glatten Putz. In diesem Zuge kommt natürlich die Überlegung auf, ob man zusätzlich zum einfach drüberputzen
eine Wärmedämmung mit anbringt.

Aber eben aufgrund der fehlenden Horizontalsperre und dem tendenziell feuchten Standort bin ich am zweifeln ob ich dem Haus (und mir) damit
was Gutes tue...

Ein gutes Raumklima ist im Moment in den Wohnräumen auch so gegeben. Im Winter angenehm warm (muss vielleicht etwas mehr Holz verheizen)
und was mir noch wichtiger ist, im Sommer schön kühl auch wenns draussen mal 35° hat...

Ich bin nicht interessiert an irgendwelchen Angeboten,
sondern nur an der Diskussion zwischen mir als Bauingenieur und euch als Fachplanern über ne bauphysikalische Problemstellung.
Und wie gesagt hier im Forum sind welche vertreten.


Franz | 26.01.16

Die Antwort ist


42


Nobody | 26.01.16

Als Antwort erscheint mir...


flächenmäßig betrachtet 13 allerdings dringlicher...

Zu 42...
Es ist jetzt nicht so, dass Böen durch unser Haus gehen, wenn der Wind weht...

Aber wie schauts aus mit U-Wert Entwicklung der gesamten Fenster Türen usw...


Franz | 26.01.16

Nun klar es muss schon eine gute Planung sein, aber...


Nun klar es muss schon eine gute Planung sein, aber.....was sicher nicht gebraucht wird ist eine Horizontalsperre. Der Baustoff Granit hat keine kapillare Saugfähigkeit.
Woher kommt dann die Feuchte?
Klar ist hier nur Tauwasser das Problem!
Nicht die Werte die Sie momentan gemessen haben sind entscheidend, sondern es gibt auch Tage mit hoher Feuchte und Nachts niedrigen Temperaturen.
-
Keine Fußbodenheizung und keine Wandheizung!
Wie soll die Wand unten warm werden?
-
Was passiert wenn warme feuchte Luft auf eine relativ kalte Wand kommt? Siehe das Bildbeispiel.
Der Bach hat damit auch nichts zu tun oder glaubt jemand daran, dass das Wasser bergauf zum Haus läuft?
Bitte auch daran denken, dass wenn es draussen kalt ist die Feuchte sehr gering ist. Z.B. bei 0° kann die Luft nur max. 4,8 Gramm Wasser aufnehmen und wenn diese dann auf 20° Raumtemperatur (durch undichte Türen und Fenster) erhöht wird sind es dann halt nur 25% da diese Luft 17,3 Gramm aufnehmen kann!
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.01.16

etwas viel auf einmal...


Streifenfundamente aus Granit: Halte ich auch für unbedenklich. Allfällige Feuchtigkeit am Wandansatz ist am ehesten auf Kondensation wegen ungenügender Dämmung zurückzuführen. Wenn aussen gedämmt wird, sollte das Problem verschwinden.

Unbeheizte, nicht belüftete, mit dem Wohnraum verbundene Räume sind heikel, da es dort gerne zu Kondensation kommt.

Wenn das Dach neu gedeckt wird, Nägel mit Köpfen machen. Nicht nur eine Unterspannbahn, sondern 35 mm oder mehr Unterdeckplatten aus Holzweichfaser. Zwischen den Sparren Zellulose. Unter den Sparren, feuchtevariable Dampfbremse, zwischen der Traglattung ausdämmen (bei uns 4 cm Glaswolle). Raumseitige Verkleidung mit Gipsfaserplatten. Diese Kombination gibt einen anständigen Dämmwert, und hat auch genug thermische Masse damit es im Sommer nicht zu heiss wird.

Spitzboden würde ich eventuell nach unten öffnen, sonst gibt es schon wieder einen unbeheizten, nicht belüfteten Raum... Stichworte offener Luftraum, Schlafloft, Spielebene ...

Oberste Geschossdecke mit Styropor und PE Folie: Finde ich nicht gut, bitte thermisch verwerten...

Um den Kamin herum - mit nicht brennbarem Material, z.B. Steinwolle, Foamglas...

Fenster tauschen kann interessant sein wenn man von aussen dämmt, aussen anschlagen und Wärmebrücken durch das Mauerwerk vermeiden.

Diffusionsoffene WDVS: Gibt es, z.B. Steinwolle, PIR... Die schwarzen Flecken beim Bekannten sind bedingt durch Schimmel, die sich gerne auf feuchtkalten Putzflächen niederlassen. Moderne Systeme haben Fungizide, oder verwenden Dickschichtputze die nicht so anfällig sind.

Bitte nicht stückweise herumbasteln, sondern erst mal ein Gesamtkonzept entwickeln. Wichtig ist auch, Lösungen zu finden die den Charakter des Hauses nicht unter einer homogenen Styroporfläche verschwinden lassen. Die Frage ist natürlich auch immer was kostenmässig machbar ist, und sich am Schluss auch im Marktwert des Hauses niederschlägt.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.01.16

Guten Morgen Herr Bromm,


danke für Ihre anschauliche Darstellung.
Bei meiner Oma gabs früher auch einen aus Granit gemauerten unverputzten Nutzraum.
Als Kind hat sich mir eingeprägt, das sind "Wassersteine"....

Damit meinte Sie den in Kondensat übergehenden Wasserdampf.

Jedenfall so schlimm ist es bei uns nicht...

Aber Ihre Erklärung finde ich gut.

Ich folgere daraus, Sie halten einen Vollwärmeschutz für unbedenklich, da aufgrund der Granitsteine Ihrer Sicht nach eine Art natürliche Horizontalsperre vorhanden wäre.

Diesbezüglich möchte ich jedoch noch meine bisherigen Beobachtungen mit einfließen lassen.
Ich achte darauf ordentlich zu lüften.
Gut die Wand wird dadurch auch nicht wärmer.
Aber was ich mir noch nicht erklären kann ist folgendes.
Wenn die Wand trocken ist. Und es bereichsweise zu Salzausblühungen kommt, dann können diese ja nur entstehen,
wenn Wasserdampf in der Putzschicht bzw. noch weiter innen im Mauerwerk kondensiert da hier irgendwo der Taupunkt erreicht wird.
Sehe ich das richtig?

Wasser geht gasförmig in die Wand, kondensiert dort, und drückt hierdurch das Salz raus...

Klären Sie mich da bitte nochmal auf.

Durch einen Vollwärmeschutz könnte man das besser in Griff kriegen leuchtet mir ein, da die Wandinnentemperatur ja dadurch bedingt
höher ist.

Ich muss dazu sagen, an das Haus angebaut ist an eine Giebelseite eine ungedämmte Holzscheune.
Vollwärmeschutz macht ja nur Sinn wenn die gesamte Gebäudehülle gedämmt wird.
In diesem Bereich könnte es schwierig sein dort entlang des Mauerwerks der Skellettbau des Holztragwerks ist.

Dämmung auf dieser durch die Scheune abgeschirmten Giebelseite weglassen, macht doch auch keinen Sinn?

Ansonsten ist mir klar, dass die extrem kalten Temperaturen mit sehr niedrieger Luftfeuchte nicht so wild sind wie die "nasse" Kälte
z. B. diese Woche bei Tauwetter.
Da stelle ich folgendes fest.
Bereichsweise bildet sich an der Außenseite unserer Außenwände Kondenswasser.
Also genau der umgekehrte Bierglaseffekt.

Woher rührt das?

Bzgl. Vollwärmeschutz möchte ich noch folgendes anmerken.

Zuvor haben wir zur Miete im 1. OG eines älteren aber komplett sanierten Hauses gewohnt.
Auch hier wurde ein Vollwärmeschutz angebracht.
Meine Erfahrung diesbezüglich war, dass man in sämtlichen Räume, nicht nur im Schlafzimmer,
man stets ordentlich Kondenswasser, von den Fenstern, den Leibungen und den Fensterbrettern wegwischen konnte.
Wir haben schon mindestens früh und abends täglich stoßgelüftet.
War aber vielleicht trotzdem zu wenig.

Weiterhin stand im Schlafzimmer in einer Außenwandecke eine Kommode.
Beim ausziehen haben wir festgestellt, dass sich hier ein ordentlicher Schimmelfleck gebildet hat.
Die Kommode stand schon mit Abstand zur Wand.

Dies sind eben Punkte die mich bzgl. der Sinnhaftigkeit eines Vollwärmeschutzes skeptisch werden lassen.

Und wie gesagt, die Schimmelbildung an den Außenseiten bei feuchten Standorten...


Franz | 27.01.16

Guten Morgen Yogumon


ich weiß ist etwas viel auf einmal...

Auch Ihnen danke für Ihre ausführliche Antwort.

Ich gebe Ihnen recht, dass es wahrscheinlich sinnvoller wäre, alles auf einmal zu machen.

Nur bei dem Punkt mit dem Vollwärmeschutz bin ich am zweifeln.
Diese Entscheidung sollte aber stehen, wenn das Dach erneuert wird.
Das hat einen gestalterischen Grund, da unser Dach auf den Giebelseiten ohne Dachüberstand ist.
Wie gesagt mache ich erst das Dach ohne Überstand und dann nen Vollwärmeschutz dran steht dieser über.
Andersrum mache ich beim Dach gleich nen Überstand wegen dem Vollwärmeschutz, mach aber dann doch keinen dran
habe ich ein gestalterisches Problem... ;-)

Ansonsten schreiben Sie das die Entwicklung bei WDVS bzgl. Schimmelvermeidung vorangeschritten ist.
Ich lasse mich gerne davon überzeugen, dass ein WDVS Sinn macht.
Aber momentan bin ich da skeptisch, zumal ich denke, Fungizide sind auch keine dauerhafte Lösung.
Im Holzbau hat man ja früher auch alles mögliche an Fungiziden usw eingesetzt...
Mittlerweile achtet man halt auf einen konstruktiven Holzschutz. Also sprich man schaut einfach,
dass keine Feuchtigkeit an den Hölzern entstehen kann...
Von dem her halte ich die Fungizide nicht für eine befriedigende Lösung.
Allenfalls für den Hersteller, da dieser dadurch die Gewährleistungspahse heil übersteht aber Jahre drauf
die Wirkung des Fungizids nachlässt und man vor dem gleichen Problem steht.
Soweit meine Denkweise...

Nochmal kurz zum Spitzboden.

Öffnen möchte ich diesen nicht, da so einfach Stauraum verloren gehen würde.
Der momentane Zustand, also mal halbherzig Styropor zwischen die Sparren geklemmt ist relativ nutzlos.
Sah man im Moment ganz schön, das im Bereich des Spitzbodens kein Schnee mehr auf dem Dach war, während in den unteren Dachbereichen der Schnee liegen
blieb. Sprich die Wärme haut über die oberste Geschossdecke ab und wird durch das eingeklemmte Styropor auch nicht wesentlich daran gehindert...

Weiterhin stelle ich fest, dass im Moment zur Außenseite des Styropors hin sich Feuchtigkeit bilden kann, welche wiederum
von den Sparren aufgesaugt wird. So möchte ich das nicht lassen.
Also Styropor raus.

Hätte ich hier kein Styropor, wären diese richtig frei und umlüftet.
Allerdings besteht dann das Dach im Spitzbodenbereich hier nur aus Sparren / Lattung / Dachziegel.

Um jetzt dennoch einen Dämmeffekt hier zu haben, möchte ich eben die oberste Geschossdecke ordentlich dämmen.

Warum halten Sie PE-Folie und Styropor für bedenklich?

Zumindest lt. U-Wert- Rechner sollte es mit einer 16 cm starken Dämmung keine Probleme mit Tauwasser geben...

Das Styropor hätte ich halt verwendet, eben weil es da ist.
Ansonsten hätte ich halt Klemmfilz genommen.

Fällt Ihnen noch etwas zur Dichtigkeit von Fenstern und Türen ein.
Wie ist da die Entwicklung seit den 90ern...

Wertsteigerung unseres Hauses sei einmal aufgrund der Lage dahingestellt.
Es ist eher ein Haus für Leute die wirklich sowas suchen. Ich kenne viele Leute die finden unser Haus sehr schön,
könnten sich aber nicht vorstellen drin zu wohnen...
Also von dem her plädiere ich hier auf Liebhaberobjekt...
Da schaltet zeitweise der wirtschaftliche Sachverstand aus. ;-)


Franz | 27.01.16

Holzscheune


Dort kann man mit anderen Mitteln dämmen, z.B. zwei Lagen Holzflex zwischen einem Kreuzrost, davor OSB Platte oder diffusionsoffene Folie und Holzpaneele. Das kostet nicht viel, würde ich sogar machen wenn der Rest der Fassade nicht gedämmt wird.

Kondenswasser an den Aussenwänden: In der Nacht total ausgekühlt, dann kondensiert es am Morgen.

Bei der obersten Geschossdecke würde ich mit Zellulose oder Holzweichfaser arbeiten. PE Folie ist zu dicht, erlaubt kein rücktrocknen falls doch etwas Feuchtigkeit in den Aufbau kommt.

Bei 65 cm Vollziegeln ist der u-Wert gar nicht mal so schlecht, wenn die Heizkosten in einem vernünftigem Rahmen sind könnte man das auch so lassen. Das Dach und die oberste Geschossdecke würde ich auf jeden Fall machen.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.01.16

Es ist nicht alles so einfach..


Es ist nicht alles so einfach....zumal hier mehrere Aspekte inneinander greifen.
Was auch problematisch ist - mit welchen Aufwand welches Ergebnis erziehlt.
Machbar ist viel aber ob auch immer notwendig?
-
Nun zum Thema: Sie schreiben "richtig lüften" was ist das konkret?
Salze werden rausgetrückt - nein, diese werden mit den Salzen aus den oberflächennahen Bereichen beim Abtrocknen nur sichtbar da diese von der Lösung in eine kristalliene Form wechseln. Wasser verdunstet und das Salz geht dann beim trocknen in eine kristalline Struktur. Weiter ist Salz hygroskop und zieht wieder Wasser an. Durch ständigen Wechsel entsteht dann auch an der Oberfläche ein Schaden.
Ich darf in diesem Zusammenhang noch auf mein Buch verweisen (Gesund wohnen in Altbauten) da dies alles sehr komplex ist.
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.01.16

Hallo Yogumon


Habe den U-Wert auch mal berechnet. Je nach Dichte der Ziegel, die ich leider nicht weiß,
berechne ich nen U-Wert von schlimmstenfalls etwa 1,1...
Könnte jetzt persönlich damit leben.

Heize eigentlich ausschließlich mit Holz.
Pro Jahr benötige ich Brennholz (gemischt mit hohem Buchenanteil) im Wert von etwa 750 Euro.
In unserer Gegend gibts Brennholz noch ziemlich günstig...
Macht im Monat also gut 62,5 Euro Heizkosten um eine wohnfläche von 115 m² zu beheizen.
Finde ich persönlich noch nicht so schlimm.
Muss jedoch auch zugeben im Schlafzimmer und einem Nebenzimmer liegt dann die Temperatur eher bei 17°C als bei 20°C...
Das ist halt auch nicht jedermanns Sache...

Dachbodendecke hat oberste Priorität.
Mit dem Styropor weiß ich selber nicht so ganz.
Es wäre halt vorhanden und demnach die günstigste Alternative...
Aber ist halt im Gegensatz zu ner Faserdämmung schon was ziemlich dichtes.

PE- Folie halt deshalb, weil sonst die Gefahr besteht dass der Wasserdampf in der Dämmebene kondensiert, wenn ich diese weglasse.

Haben Sie da schlechte Erfahrungen mit gemacht?

Um die Luftfeuchte dann aus dem OG zu kriegen, muss halt dann dementsprechend öfter gelüftet werden.
Müssen mir im Moment sehr wenig. Da beträgt die Luftfeuchte bei 19° knapp 40%....


Franz | 27.01.16

Hallo Herr Bromm,


ihr Buch sollte ich mir mal zu Gemüte führen.
Danke für den Tip!

Was halten Sie eigentlich von meinem Vorhaben die oberste Geschossdecke mit der PE- Folie
und dem Styropor zu dämmen?

Oder haltens Sie dass wie Yogumon eher für eine schlechte Idee?
Sollte ich die Styroporplatten zwischen den Sparren belassen oder doch besser rausnehmen?

Welchen Aufbau würden Sie vorschlagen um die oberste Geschossdecke dämmen?
Zumindest lt. U-Wert Rechner erhalte ich mit der vorgegeben Dämmdicke von 16 cm keinen Tauwasserausfall.
Habe diesbezüglich auch mal an den Innen- und Außentemperaturen sowie den Luftfeutichkeiten rumprobiert...


Franz | 27.01.16

Dampfbremse statt PE Folie


Eine Rolle kostet nicht die Welt...

Die Heizkosten finde ich auch im grünen Bereich, ein WDVS fände ich da übertrieben wenn nicht eine Sanierung der Fassade fällig ist.

Als Vorbereitung würde ich für etwas Dachüberstand sorgen wenn das Dach neu gemacht wird.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.01.16

hier gibt es bessere Fachleute..


..Wärmedämmung ist nicht ganz mein Thema.
Ich habe bei mir im Haus den Dachboden - Hohlraum mit Perlite aufgefüllt.
Bei mir ist auch einiges anders, denn ich heize mit einem großen Kachelofen. Daraus resultiert auch eine niedrige Luftfeuchte.
Gerechnet wurde nichts sondern nach Bauchgefühl ausgeführt.
Schaden habe ich keinen und da ich mit Holz heize kommt es mir auf ein Scheit mehr oder weniger auch nicht an.
Nun hoffe ich Ihnen wird hier weiter geholfen.
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.01.16

Danke schonmal!


Guten Morgen die Herren,

Ihnen beiden möchte ich schonmal für Ihre Tipps und Anregungen danken.

Der Vorschlag mit dem offenen Spitzboden ist mir gestern Abend auch nochmal durch den Kopf gegangen.
In einem Raum wäre dies schon schön, wenn man die Kehlbalken und Sparren frei auf Sicht lässt.
Man könnte da auch noch auf einem Teil der Kehlbalkenebene sich ein gemütliches Eck einrichten...

Ist aber Zukunftsmusik...

Ansonsten ist es bei uns auch so wie bei Ihnen Herr Bromm.
Geheizt wird mit eienm großen Kachelofen, welcher zentral im Haus steht.
Und wie gesagt die wichtigen Aufenthaltsräume kann man damit gut temperieren.
Und "richtig lüften" oder was ich darunter verstehe heißt bei mir. Morgens und Abends mal alle Fenster inkl. Haustüre für etwa 5 Minuten
ganz öffnen.

Bei Regenwetter oder starkem Nebel spar ich mir das, da ich da festgestellt habe das unter Umständen die Luftfeuchtigkeit in den Räumen ansteigt,
wenn man die Fenster voll öffnet...

Und im Sommer erst, wenn die Außentemperatur unterhalb der Raumtemperatur liegt...

Falls Sie hier jedoch grobe Schnitzer erkennen bin ich für Korrekturen dankbar...

Ansonsten nochmal allgemein ins Forum gefragt....

Wegen Dichtigkeit von Fenstern und Haustüren fällt keinem was ein?
Kann doch nicht sein...


Franz | 28.01.16

Natürlich fällt mir dazu was ein


Natürlich fällt mir dazu was einWenn ich Vorträge zum Thema Lüften und Heizen mache frage ich oft in die Runde - wie man denn richtig lüftet. Meist kommen dann solche Antworten wie: Stoßlüften; Durchzug; Fenster nicht kippen, dann weiter die Zeit - 5 Minuten manchmal auch bis 20 Minuten usw...
Ich erläutere dann oft, dass ich noch nie gelüftet habe, weder in meiner Wohnung noch im Keller.
Ja wie dies?. Die Auflösung ist dann, dass ich einen Kachelofen habe und im Keller einen Luftentfeuchter.
Immer dann wenn ich heize, kommt über meine "Gott sei Dank“ undichten Fenster und den Türen frische Luft in meine Wohnung.
Da ich eigentlich nur im Winter heize kommt automatisch eine nur mit geringer Feuchte (gr./mtr³) angereicherte Luft in meine Wohnung. Somit habe ich eine automatisch geringe Feuchte in der Luft. Den Beitrag zum richtig lüften überarbeite ich zur Zeit zusammen mit Dr. Lothar Weichert (Physiker ehem. Professor an der Universität der Bundeswehr Neubiberg). Die wesentlichen Bereiche hierzu finden Sie auf meiner Homepage unter Aktuell.
Die Schwierigkeit dabei ist etwas Kompliziertes so zu beschreiben, dass es sowohl der Laie aber auch der Fachmann/frau versteht. Weiter nicht zu viel und auch nicht zu wenig usw., wer liest denn schon gerne lange komplizierte Texte.
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 28.01.16

Lüften


... ist in der Tat eine schwierige Sache.
Wenn die Fugen so groß sind, dass genügend Verbrennungsluft zum Ofen kommt und auch noch zum Atmen reicht, dann ist auch der Energieverbrauch entsprechend hoch.
Die z.Z. sinkenden Energiepreise haben zur Folge, dass sich jede energetische Maßnahme später armortisert; falls sich der gegenwärtige Trend nicht wieder umkehrt, was auf lange Sicht anzunehmen ist.
Nur als Anmerkung - ich will hier keine Diskussion über Energiesparen lostreten.
Über kurz oder lang wird sich die KWL durchsetzen.
Es wird immer schwieriger die EnEV-Forderungen ohne KWL umzusetzen.
Ein Unterschied ist sicher ob der DIYer sein Haus umbaut oder ob eine Firma das macht. Viele ignorieren die EnEv und gehen das (z.Z. sicher geringe) Risiko eines Bußgeldes ein. Für eine Firma ist das Risiko schon deutlich höher.
Geht nicht gibt's nicht!
Mitglied der Fachwerk.de Community
ESZTERMANN HAUSTECHNIK – Energieberater | | 30.01.16

Licht und Luft


Licht und LuftHier ein Bild von unserem Dachgeschoss.

Der Raum wird als Hauptschlafzimmer verwendet. Die vordere Türe führt zur Galerie / Platz für Kleider / Treppe, die hintere Türe zu einem Bad.

Früher gab es einen mickrigen Spitzboden (keine Stehhöhe) mit Stauraum für s/w Fernseher aus dem Baujahr 1905 äh 1950, Siebenschläfersch... und ähnlichen Unrat. Unglaubliche Wespennester im Hohlraum zwischen Gipsdecke und Holzboden.

Gipsdecke und einige Balken wurden entfernt.

Wenn ich es nochmal machen würde - ich hätte die Sparren früher Freilegen sollen, dann hätte man frühzeitig sehen können was verwurmt war, und etwas mehr davon austauschen. So wurde eher etwas abgebeilt und seitlich angelascht.

°°°

Zur Lüftung:

Ich bin eher Faul in dieser Beziehung, je nach Wetterlage wird auch mal ein Fenster gekippt usw. Am besten die kippbaren Fenster dort vorsehen wo keine Heizkörper sind...

Ich würde ein paar Thermo / Hygrometer im Haus verteilen, dann kann man die Verhältnisse verfolgen.

°°°

Zum Ofen:

Am besten die Verbrennungsluft direkt durch ein Rohr zuführen, das kann man heute auch bei günstigen Kaminöfen. Wurde bei uns leider nicht gemacht, wäre zu kompliziert geworden - einfach Luft aus dem Keller ansaugen war leider nicht gestattet.

°°°

Zur EnEv / Raumklima:

Man kann sich dazu stellen wie man will. Ich würde diese Richtlinien bei einem Altbau vor allem als Empfehlung sehen, keine halbarschige Sachen zu machen.

Hier in der Schweiz wird das einiges rigider gehandhabt, ich hatte da einige Ueberzeugungsarbeit zu leisten, und musste auch einen bescheuerten Systemnachweis liefern. Interessanterweise wird die Luftdichtheit in den Vorschriften bis jetzt sehr vernachlässigt.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 31.01.16

Nun wie immer es gibt mehrere Möglichkeiten, aber..


Nun wie immer es gibt mehrere Möglichkeiten, aber....ich betrachte es als großen Vorteil wenn die Luft durch meine undichten Fenster/Türen nachgesaugt wird.
Dadurch bekomme ich immer frische Luft (meist kalt und trocken) in die Wohnung.
Wenn die Luft nicht aus der Wohnung kommt (Keller oder auch Luftschacht) findet kein Luftaustausch statt!
Dann muss darauf geachtet werden welcher tatsächlicher Feuchtegehalt draussen aber auch innen ist.
Es wird dann schon etwas komplizierter.
Das mit den Kippfenster ist für mich keine Lösung. Solche Fenster sollten besser nicht eingebaut werden. Zumindest dann nicht wenn sich jemand mit dem lüften nicht genau auskennt.
Die Schüre ist bei mir im Flur, somit in der Wohnungsmitte.
Ich weiß auch, nicht jeder hat einen Kachelofen aber wie vor schon geschrieben muss dann besonders darauf geachtet werden wie man lüftet.
Alles gegen feuchte Wände und Keller
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 31.01.16

Dämmung-Bilder aus der Bilddatenbank: