Wärmedämmung Vorhangfassade Fachwerkhaus

Hallo, ich benötige fachmännischen Rat und hoffe hier richtig zu sein ??.
Es geht um den Giebel ein sehr altes Fachwerkhaus. Da wir den Giebel neu verblenden wollen und müssen da das ursprüngliche Gefache nicht mehr intakt ist also optisch, wollen wir auch gleich dämmen. Geplant ist eine Hinterlüftete Vorhangfassade mit folgenden Aufbau. Auf die ursprünglichen Bslken wird KVH geschraubt (60x120) und die Hohlräume mit steico flex holzfaserdämmplatten doppelt ausgefüllt da stumpfkantig (2x60) ausgefüllt. Darauf eine diffussionsoffene Unterspannbahn, darüber Konterlattung als hinterlüftungsebene. Darauf dann Putzträgerplatte von Fermacell. Das Problem sind aber die Unebenen Gefache. Bekommt man 1-3 cm mit der steicoflex ausgeglichen?

Eine andere Möglichkeit wäre Einblasdämmung. Ist da Zellulose die richtige Wahl und welches Material nehme ich als Schalung auf das KVH um den Hohlraum zu schaffen? Müssen es zwangsweise die angebotenen Holfaserplatten sein oder gingen auch einfache Schalungsbretter oder Rauhspund? Sind die denn ausreichend diffussionsoffen? Auf die Bretter sollen dann trotzdem wieder dachlatten drauf als hinterlüftungsebene und darauf auch wieder Putzträgerplatten.

Die Holzfasermatten als Verschalung für die Einblasdämmung und diese dann direkt beputzen möchte ich eher nicht, ist mir irgendwie zu unsicher.

Eure Antworten würden mir sehr helfen da ich darüber so nix gefunden habe ??
Bloß nicht übertreiben ;-)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 11.06.15

unebender


Untergrund - hier eine Systemlösung: http://unger-diffutherm.at/udireco/
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 12.06.15

Sehr interessant aber...


ich sehe hier keine Möglichkeit die Dämmplatten am Fachwerk oder besser am Gefache aus Lehm zu befestigen.


Rene Kr. | 12.06.15

alternative für unregelmässigen Untergrund


Zellulose im Nassverfahren eingeblasen, dann mit der Unterspannbahn / Windpapier abgeschlossen. Der Vorteil beim Nassverfahren ist dass die Gefache zum Einblasen nicht voneinander getrennt sein müssen.

Statt den 60x120 Prügeln würde ich einen Kreuzrost aus 40x60 ansehen, weniger Wärmebrücken.

Hinterlüfteten Verputz finde ich "fake", warum keine Holzschalung ?
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 12.06.15

Hinterlüftete Fassadendämmung


1.-Ich würde senkrecht 160 mm Steikowall-Träger
an die Fachwerkbalken schrauben-
ggf ausrichten und unterfüttern
2. Winddichtung mit geringem Sd-Wert(nur bei Sparschalung)
3. Sparschalung anschrauben oder Nut und Feder Dielen
4.-Zellulose einblasen, damit alle Unebenheiten
ausgefüllt werden
5.-Konterlattung
6.-Fassadenplatten Bentonyp, Cetris, Fermacell etc
7.-mineralischer Putz mit Silikatfarbe

Damit bekommst du eine Verbesserung des U-Wertes der Wand von 0,24 W/m²K -zusätzlich zum U-Wert der Fachwerkwand.

Wenn du Nut und Feder Bretter nimmst
(billigen Rauhspund) sparst du dir die Folie.
Vom Sd-Wert her kein Problem.
Nach Möglichkeit würde ich mehr dämmen, da die Träger preislich fast gleich bleiben und außer der Zellulose alle Kosten ebenfalls gleich bleiben.
Zellulose paßt sich wesentlich besser den Unebenheiten an als als Dämmplatten.

Darauf achten wie die Fenster eingebunden werden-
die müssen 100 %ig abgedichtet werden, damit kein wasser in die Dämmebene läuft.
Am besten eine 2. Entwässerungsebene
zusätzlich zur Fensterbank schaffen.

Putz ist teuer und gibt eher Risse- ich würde daher überlegen, ob eine Holzverkleidung nicht möglich wäre.

Ich habe gerade 2 solcher nachträglichen Dämmungen geplant
und ausgeführt.

Willst du das selber machen oder komplett vergeben?

Außer Verputzten kann alles selber ausgeführt werden-
auch wenn man kein Heimwerkergenie ist

Bei Fragen kannst du mir gerne eine Mail schreiben

Andreas Teich

Fachwerk


WDVS mit Dickputz, Fachwerk aus Mörtel imitiertbei Fachwerk mit Dämmplatte (60 Euro/m3 - bei Zellulose etwa 55 Euro/m3) zwischen einer Traglattung oder Grund- und Traglatten arbeiten, dann Putzplatte (12 Euro/m2) drauf und Verputzen - bei Wunsch auch mit Fachwerkimitat.
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 12.06.15

Planänderung Vorhangfassade


Hallo und vielen Dank für die zahlreiche Hilfe.
Zuerst einmal zum Thema Holzverkleidung bzw.Putz.
Es muss definitiv Putz sein da die Vorder. und Rückseite bereits geputzt und gestrichen wurde. Es gibt also kein zurück mehr am Giebel :-) Fenster und Türen sind nicht vorhanden und es ist die Wetterseite!!
Da ich nicht so einen riesigen Dachüberstand habe, kann der Wandaufbau so max.20cm betragen.
Also ich habe alle Vorschläge aufmerksam gelesen und nun stehen neue Fragen im Raum.
Also es wird nun definitiv Zellulose eingeblasen!!
Die Hauptfrage ist ob eine Hinterlüftung sinnvoll ist oder nicht? Wenn ja dann gibt es für mich 2 Aufbauvarianten:

1.Variante:
- KVH 60x120 bzw.die genannte Kreuzlattung wobei ich nicht weiß wie die aussehen bzw.ausgeführt werden soll
- darauf Rauhspund
- Dachlatten 40x60 als Hinterlüftung bzw. Traglattung
- Putzträgerplatte Fermacell (nur 11 KG)
Wandaufbau gesamt ca.20cm

2.Variante
- KVH 60x80 allerdings mit "senkrechten Ständern" für die Befestigung der SteicoProtect
- SteicoProtect 60mm
- Dachlatten 40x60 als Hinterlüftung bzw. Traglattung
- Putzträgerplatte Fermacell (nur 11 KG)
Wandaufbau gesamt ca.20cm/ aufwendiger aber besserer Dämmwert.

wenn keine Hinterlüftung sein muss dann folgender Aufbau:

- KVH 60x120 allerdings mit "senkrechten Ständern" für die Befestigung der SteicoProtect
- SteicoProtect 60mm
- Armierung Schwenk SK Leicht + Rauhputz + Farbe
Wandaufbau gesamt ca.18cm und sehr guter Dämmwert

Das Anbringen der SteicoProtect ist aufwendiger da das Gefache 1-2cm weiter aus der Wand ragen wie das Fachwerk an sich. Durch vorgegebene Plattengrößen müssen dann senkrecht "Ständer" angebracht werden aber die müssten dann weniger strak sein. Oder ist hier generell eine Kreuzlattung zu empfehlen?

Meine Fragen zusammengefasst:
- Welchen Aufbau würdet ihr bevorzugen bzw. verändern?
(Steikowallträger möchte ich gern ausschließen)
- Muss es hinterlüftet sein?
- Ist Rauhspund ausreichend atmungsaktiv und feuchteregulierend?
- Ist die SteicoProtect inkl.Amierung und Putz
ausreichend atmungsaktiv und feuchteregulierend?
- Mit welchem Material dichte ich Hohlräume ab vor dem Aufblasen? Da das Fachwerk auch nicht zu 100% eben ist entstehen sicher Unebenheiten zwischen Fachwerk und dem KVH.

So das waren jetzt eine Menge fragen und ich wäre über rege Teilnahme sehr dankbar. Noch zu der Frage bezüglich Ausführung. Holzarbeiten möchten wir gern selber ausführen aber das Einblasen und Amierung und Verputzen etc werden Fachfirmen übernehmen.

Danke


Rene Kr. | 13.06.15

Fassadendämmung


Warum in dem Fall keine Steikowall-Ständer?

Preislich wie KVH
Viel leichter zu befestigen, da sie durch den seitlichen Steg
verschraubt werden können
Vom Gewicht her weniger als die Hälfte von KVH
Der U-Wert entspricht einem 25 mm breitem Brett und nicht dem von KVH
mit 60 mm- also viel weniger Wärmebrücken.

Darauf eine 40 mm Steiko-Protekt Holzfaserplatte ( oder eine andere verputzbaren Platte nehmen) vmit Edelstahlschrauben verschrauben und verputzen.
60 mm -Platte wäre natürlich stabiler aber dann wäre die Wandstärke
220 mm ohne Putz statt 200 mm.

Das wäre der einfachste und günstigste Aufbau bei gleichzeitig dem besten U-Wert.
Falls Zwischenräume von über ca 10 mm vorhanden sind können die mit Hanf etc zugestopft werden, (man kann aber notfalls auch irgendwelche Folienreste oä verwenden.)

Andreas Teich

Wie genau wird das gemacht?


Hallo und Danke Herr Teich,

ich versuche gleich mal ein Bild hochzuladen :-).
Also erstmal keine Hinterlüftung?
Also die SteicoWall wird einfach senkrecht oder waagerecht an das Fachwerk geschraubt? An jeden Balken oder in bestimmter Anordnung? Was für Schrauben sind das für die Steicowall?


Rene Kr. | 13.06.15

Bild kann ich als Besucher leider nicht hochladen..


Ich kann leider kein Bild hochladen aber ich kann Ihnen gern eines zusenden wenn Sie wollen.


Rene Kr. | 13.06.15

Fassadendämmung


Die Trägerabstände hängen von den Platten ab.
Wenn du genügend Fachwerkbalken hast ist die Befestigung einfach.

Willst du das selber machen?

Die Ständer- und Plattenmontage ist kein Problem.

Details wie Fenster-, Tür-, Sockelanschlüsse müssen ohnehin geplant werden- egal bei welcher Dämmvariante.

Beim Selbermachen reduziert enorm die Kosten,
da die Materialien günstig sind.

Technisch ist es sehr gut, da Probleme wie bei EPS-Fassaden praktisch nicht möglich sind.

Diese Holzständer können mit ca 100 kg/ lfm belastet werden, sodaß auch schwere Fenster- und Türelemente in der Dämmebene eingebaut werden können.

Bilder kannst du mir an meine angegebene mailadresse schicken

Andreas Teich

Giebeldämmung


Das Bild habe ich versendet :-)
Ja will es selber machen nur das einblasen und das Verputzen machen Profis.
2 Probleme sehe ich noch. Wie schließe ich unten und oben ab bzw. wo stelle ich sie SteicoWall drauf. Ich kann keine SteicoLVL irendwo draufstellen. Ich muss es am unteren Rähm befestigen. Da besser KVH genommen aber das wäre ja ein 10x160 Klopper !!?? Und was mache ich oben?
Und dann habe ich noch das Problem das das Gefache weiter raus steht als die Balken die ohnehin schon nicht eben sind.
Wenn ich also siese Walls senkrecht schrauben will muss ich auf das Holz etwas aufbringen das ich über das Gefache komme.


Rene Kr. | 13.06.15

Schraubabstände sind zu gering :-(


Ich sehe gerade, das die SteicoWall ja alle 50cm abgeschraubt werden muss. Die horizontalen Balken an die ich Sie anschrauben wollte sind aber ca.90cm auseinander. Also doch KVH und waagerecht mit ordentlichen Schrauben 10er x X an das vorhandene Holz befestigen. Wenn man die SteicoWall integrieren will dann muss ich ja 10x160 waagerecht verschrauben und an das senkrechte Fachwerk kann ich die SteicoWall verwenden. Um auf die Abstände der Protect zu kommen muss ich aber wiederrum KVH senkrecht einbauen zwischen den horizontalen KVH. aber diese Mischung aus KVH und SteicoWalls ist aufgrund der unterschiedlichen Schwindung auch nicht optimal oder? Ach so ein Mist :-(


Rene Kr. | 13.06.15

Fassadendämmung


Da du bei der dünnen Aufdoppelung und deinem geplanten Aufbau nur geringe Lasten hast wird das auch genug sein mit 90 cm Abstand.

50 cm gilt für die in den Statikunterlagen vorgesehenen Maximalbelastung bei allen Trägerstärken, die bis zum mehr als dem doppelten der bei dir verwendeten gehen.

Unten quer seitlich auf die Träger eine dickere Holzlatten schrauben
Diese als Auflager für ein Holzbrett als unteren Abschluß nehmen.

Befestigung etc ist alles vergleichbar mit normalen KVH Konstruktionen- es stellt keine höheren Anforderungen.

Wenn die Fachwerkbalken tiefer liegen als die Gefache diese auffüttern- dazu einfach auf die horizontal liegenden Fachwerkbalken Bretter in benötigter Stärke aufschrauben.

Details kann ich dir per Mail mitteilen.
Wenn man einen genauen CAD-Plan mit allen benötigten Längen erstellt können die Träger in der jeweils benötigten Länge bestellt werden.
Ich habe das bei der letzten Fassadensanierung so gemacht, so daß es praktisch keinen Verschnitt gibt und fast nichts mehr gesägt werden muß.

Andreas Teich

Details wären prima...


wenn ich die per Mail bekommen könnte. Vorallem die untere Ausführung mit dem Brett und auch oben. Kannst Du mir ungefähre (ganz grob) Preise der Steicowall nennen?
Wäre nett wenn Du mir auch die passenden Schrauben empfehlen könntest also welche Stärke und Ausführung. Habe noch verzinkte Tellerkopf 10x200 liegen aber dafür eher ungeignet :-). Die Fachwerkbalken sind im ürigen 120mm stark.
und horizontal kommt nun außer ganz oben und unten kein Holz oder Wall mehr hin?
Kann ich auch eine SteicoProtect in 40mm nehmen da ja durch die evt Aufdoppelung der Wandaufbau erneut größer wird?


Rene Kr. | 13.06.15

Fassadendämmung


Oben könntest du eine Unterspannbahn o.ä. an die Wand tackern und diese dann soweit nach vorne ziehen, daß sie einige cm auf der Putzfassade aufliegt.
Diesen Bereich dann nach dem Streichen mit einer Holzleisten abdecken.

40 mm dicke Platten werden häufig aus Ersparnisgründen genommen- funktioniert auch- wobei die 60 mm Platte sicherer gegen Risse ist.

Du kannst aber ggf die Trägerabstände verringern bzw wenn's paßt diese jauf die senkrechten Fachwerkbalken schrauben

Andreas Teich

Vorhangfassade-Bilder aus der Bilddatenbank: