Vierständer, Holz, Keller, Fotos, EnEV

Hallo zusammen, seit Monaten als Leser hier unterwegs haben wir uns anstecken lassen. Wir wollen einen Resthof kaufen. Baujahr um 1860. Vierständerhaus, um 1982 von aussen neu verblendet. Wir haben natürlich viele Fragen, die wichtigsten:
Was machen wir am besten mit dem Boden in der Diele (Foto anbei), die wir zu Wohnzwecken ausbauen wollen?
Kann ich den Ständern vertrauen?
Inwieweit müssen wir die EnEv berücksichtigen?
Es gibt keine Zentralheizung, hier wurde nur mit Öfen geheizt. Welche Heizungsanlage macht am meisten Sinn?
Gibt es eine Art Online-Sanierungsberatung?

Auweia, daher das Motto...

Besten Gruß

M&M
Auweia
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.06.09

Fotos


Haupthaus
Auweia
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.06.09

Fotos


Hier mal ein bild von einem ständer
Auweia
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.06.09

Boden


Boden-Foto
Auweia
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.06.09

Vierständer


Hallo,

zu Ihren Fragen, nicht der Reihe sondern dem Sinn nach:
1. Bei eingetragenen Denkmälern greift die EnEv nicht. Es wird nur empfohlen, sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen.
Bei historischen Konstruktionen, die nicht als Denkmal eingetragen sind, gibt es nur die Alternativen
a) einen Antrag auf Denkmalschutz zu stellen
b) alternativ wegen Schädlichkeit oder fehlender Rentierlichkeit (Sie müssen das beweisen) einen Antrag auf Befreiung von den Vorschriften der EnEV zu schreiben.

2. Danach richtet sich unter andere die Behandlung des Bodens: Sie müssen gar nichts machen bei einem eingetragenen Denkmal. Wenn Sie Energie sparen und zukünftig warme Füße behalten wollen, müssen Sie dämmen. Das heißt, den vorhandenen Boden rausnehmen, einen Unterbau herstellen, dämmen und irgendeinenoder den alten Boden wieder verlegen. Es gibt unendlich viele Lösungen.

3. Da der Vierständer noch steht, dürften die Stützen unkritisch sein. Test:
- optische Untersuchung auf Pilze und Insektenfraß, ggf. Abbeilen schadhafter Stellen
- Einstechen mit der Messerklinge in scheinbar gesundes Holz
- final: scharfe Axt mit langem Stiel Kaufen und versuchen, die Stütze umzulegen. Gelingt das nicht, ist sie wirklich in Ordnung.
- für Wissenschaftlertypen: Bohrkenentnahme.

4. Andere Bauteile sind viel kritischer ! Jedes Rundholz würde ich mir besonders genau ansehe.

5. Heizungsanlage: Da sollten Sie sich mit den verschiedensten Systemen vertraut machen. Als Energieträger bevorzuge ich in einem solchen Fall Holz. Wenn Sie vor dem Hacken nicht bang sind, wäre ein Scheitholzkessel für 50 cm
Scheitbreite sinnvoll, der um ca. 15.000.-- € zu haben ist.
Verteilung kann dann über Heizkörper und/oder Flächenheizungen in Wand und Boden erfolgen.
Es gibt aber auch die Möglichkeit , selber Strom mit der Heizung zu erzeugen, was gute Einspeisevergütungen abwerfen kann: sunmachine, whisper-gen etc...
Schließlich haben Vierständer noch gute Dachfläche, mit denen sich große Menen Solarstrom und/oder -wärme ernten lassen.
Ich stell mal so ein Bild rein.

6. Im Sinne ener online-Beratung kann man Ihnen hier sicher helfen, gerade weil so viele unterschiedliche Berufe hier zusammen sind, die alle mit dem Altbau/Fachwerkhaus zu tun haben.

Gutes Gelingen
Neue Nutzungen für alte Gebäude
Mitglied der Fachwerk.de Community
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 01.07.09

Vierständer / Keller


Vielen Dank für Ihre Nachricht.
Wir haben natürlich noch viele Fragen, auf Ihre Antwort bezogen wären das:
1. Welchen Bodenaufbau, bzw. Dämmung würden Sie empfehlen? Wieviel Zentimeter Aufbau muss man rechnen?
2. Das Holz wirkt insgesamt, für mich als Laien, gut. Wie kann man das Holz reinigen und pflegen?
3. Der Teilkeller (29 qm) ist als sehr nass zu bezeichnen. Die Feuchtigkeit zieht bis etwa 50 cm unter der Bodenfläche de EG in die Wand ´. Habe gelesen, dass man sich mehr oder weniger, damit abfinden sollte. Kann das Gesundheitsschäden nach sich ziehen?

Vielen Dank

Besten Gruß

M. Heintz
Auweia
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 01.07.09


Hallo,

die Gesundheitsschäden vermeiden Sie, indem Sie nicht im Keller wohnen.
Im Moment kann ich Ihnen zum Boden nichts sagen (siehe vorheriger Beitrag), weil es eben darauf ankommt..........

Das Holz sieht doch recht sauber aus. Bei hartnäckiger Farbe: Drahtbürste nehmen oder Balkenreinigungsmaschine.

Grüßevom Niederrhein
Neue Nutzungen für alte Gebäude
Mitglied der Fachwerk.de Community
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 01.07.09

Holz-Bilder aus der Bilddatenbank: