Verputzte Fachwerksanierung Nr. 238...

Ehrenwertes Forum,

Kurz und bündig:
Alte mit Zementputz zugeschmierte Fachwerkwand (Teil-Wetterseite) wurde aufgrund zerstörter Balken (Vermodert / verfault / zerfressen) von uns mit neuen BSH-Balken saniert und ausgemauert. Die Gefache sind mit Ziegeln/Porenbeton und Bimsstein ausgemauert.

Der derzeitige Aufbau der Wand von innen nach außen weißt zwar unterschiedliche Stärken auf, bleibt aber im Prinzip ähnlich:
Treppenhausbereich OG:
Innenputz/Zementputz ca. 40mm stark
Balkenkonstruktion mit 120mm Stärke, dazwischen mit Ziegeln, Bims gemauert. Derzeit noch kein Außenputz!

Dachgeschossbereich:
Gipskarton-Styropor-Kombiplatte (10mm Styropor) mit Klebestellen direkt auf alten Innenputz geklebt. (Wird noch entfernt!)
Innenputz ca. 20mm stark, Balkenkonstruktion mit 100mm Stärke, dazwischen mit Bims/Porenbeton ausgemauert, Derzeit noch kein Außenputz.

Obergeschoss-Zimmer:
Gipskarton-Styropor-Kombiplatte (10mm Styropor) mit Klebestellen mit Dachlatten (zum Ausgleich) direkt auf die Balken genagelt. (Wird noch entfernt und ggf. mit Lehmputz verschlossen)
Balkenkonstruktion mit 100mm Stärke, dazwischen mit Bimsstein ausgemauert, Derzeit noch kein Außenputz.

Wir würden gerne eine Holzfaserplatte 80mm (Steico o.ä.) verwenden, die direkt mit Armierungskleber/mörtel auf die unebene (Gefache+Balkenlage) geklebt werden kann und dann verputzt wird. Natürlich ist die Wand nicht gerade, aber es würde uns optisch nicht stören, wenn sie im oberen Teil 3-4cm abweicht bzw. unten auf der langen Wand ein-zwei Dellen hat. Oder ist es nicht möglich/sinnvoll, die Platten ohne eine Lattung aufzubringen.
Beim Unterputz/Oberputz würde ich mich an die Herstellervorgaben halten.

Ich habe aber Bedenken wegen dem Taupunkt/Kondenswasser. Soll ich deshalb vielleicht doch mehr dämmen?
Was muss ich dämmen, um sicher zu gehen?

Würdet Ihr das bei den Wänden auch so machen oder muss es die Hinterlüftete Fassade sein?
Es gibt sooo viele Anbieter...

Wegen der ganzen Fensteranschlüsse soll es dann ein "Fachmann" machen, aber der wollte mir als erstes einen Mineralwolledämmplatte Verkaufen und da bin ich nun nicht mehr mit einverstanden...

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 13.09.16

Verputzutes Fachwerk


Einen gute Morgen,

kannst du mal 1-2 Bilder hochladen.

Beste Grüße
Waldemar Eider
Lehm und Lehm lassen
Mitglied der Fachwerk.de Community
eiwa Lehm | | 14.09.16

mehrere Baustellen


hallo Uwe,

als erstes die Ausmauerung mit Porenbeton muss getauscht werden,
Gipskarton mit Styropor mit Klebepunkten entfernen,
Bei der Anbringung von der Dämmung mit Armierungsmörtel nicht punktuell sondern vollflächig mit Zahnspachtel kleben!

Jemanden vor Ort schauen lassen und Taupunktberechnung ausführen lassen(Sanierungskonzept)

VG Hüpenbecker
Hab ich mich denn vermessen?
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.09.16


Für die Innendämmung wäre vielleicht UdiReco etwas
fachwerk.de super informativ!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.09.16

Fachwerkdämmung


Da sollte erst einmal ein Konzept für die unterschiedlichen Dämmsituationen erstellt werden. Die Exposition der Wände / Schlagregenbelastung spielt eine Rolle bei der Innendämmung.

Neue, freibewitterte Fachwerkwände in BSH mit neuer (?) Porenbetonausmauerung sind von der Grundkonstruktion her nicht zulässig und sollten besser mit einer hinterlüfteten Fassaden bekleidung inkl. Dämmung wettergeschützt werden. Sonst stellen sich in wenigen Jahren wieder die gleichen Verrottungserscheinungen ein,

Bei sehr unebenen Wänden, die nicht in der Flucht/im Lot sind, muß mit Lehm Ausgleichsputz erst einmal eine möglichst plane Fläche geschaffen werden. Holzfaserdämmplatten mit Nut+Feder oder Stufenfalz können sonst nicht verlegt werden. Hohlräume bei der Verklebung sind zu vermeiden.

Also erst einmal eine Bestandsaufnahme durchführen, die unterschiedlichen Putzgründe und Einbausituationen bewerten, danach die Materialien und die Verarbeitungsweise auswählen.

Und immer berücksichtigen, das auch bei diesen Dämmarbeiten die Anforderungen der EnEv gelten und mögliche Feuchtebelastungen (Wetterseite / EG/ Sockelbereich) vorher zuverlässig abgestellt worden sein müssen.

Sonst bleibt die Sanierung schadensträchtiges Stückwerk.
... den Dingen auf den Grund gehen ...
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Will Pickartz Architekt AKNW | | 14.09.16


So - bin jetzt auch angemeldet.

Muss der Porenbeton wirklich raus? Das sind nur 2 Gefache und in dem Teil, wo alle alten Balken vollständig ersetzt worden sind. Ist Porenbeton soviel schlechter als Bimsstein?
Die restliche Wand ist ohnehin ein Mix aus Ziegeln und Bimssteinen. Die UDI-Reco Platte gefällt mir gut. Der Hersteller sagt ja sogar für innen & außen. Damit könnte man die Unebenheiten problemlos überbrücken ohne weitere Vorarbeiten und man könnte die Außenwand putzen.
Aber "fabig" hat ja schon angegeben, eher für innen. Habt Ihr Bedenken wegen der Haltbarkeit der Platten für Außen?

Alle GKP mit Styropor werden innen noch abgerissen - das ist klar. Je nachdem wie es dahinter aussieht, muss ich da ohnehin weitermachen. Die Außenwand wieder stabil zu machen hatte aber Vorrang.

Ich werde wohl mal nach einem Fachmann Ausschau halten, der uns wegen der Isolierstärke/Produkt berät.

Bilder lade ich dann spätestens morgen hoch.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.09.16

Hallo Uwe,


nein der Porenbeton muss nicht zwangsläufig raus!

"Ich werde wohl mal nach einem Fachmann Ausschau halten, der uns wegen der Isolierstärke/Produkt berät. "
Iss halt nicht einfach da den richtigen zu finden!

Wir sitzen in Koblenz und haben uns auf sowas spezialisiert!

Grüße Gerd
Spezialisten für Lehmbaustoffe, Dämmstofftechnik Wandheizungen und Naturfarben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 14.09.16

Fachmann


Mein Büro ist übrigens exakt 20 Km entfernt. Nähere Informationen zu meiner Bauberatung gerne auf Anfrage.Ich berate + plane produktneutral.
... den Dingen auf den Grund gehen ...
Mitglied der Fachwerk.de Community
Will Pickartz Architekt AKNW | | 14.09.16

Styropor-Bilder aus der Bilddatenbank: