Finanzierung einer Ruine




Hallo,

wir überlegen eine denkmalgeschützte "Ruine" zu Kaufen und zu sanieren. Hat jemand hier Erfahrung, wie die Banken auf so ein Vorhaben reagieren? Geben die überhaupt Kredite für so etwas? Ein gewisses Eigenkapital ist da, aber das reicht nicht, um auch die Sanierung vorzunehmen.

Danke für die Antworten im voraus.

Gruß,

Petra



Einfach...



versuchen. Die Bank schickt einen Gutachter und prüft, welchen Wert das Objekt (inkl. Grundstück) hat. Wenn Du jetzt auch noch Eigenkapital hast und einen festen Job, um den Kredit abzubezahlen, ist das wohl überhaupt kein Problem. Und frag auf jeden Fall nach einem KfW-Kredit. Darüber haben wir unser Haus finanziert (bestehend aus drei verschiedenen KfW-Krediten: Co2, Modernisierung und Kredit für den Erwerb. Wir hatten auch Eigenkapital, ich einen festen Job - und ich vediene nicht gerade viel.

Ach ja: Wenn das Haus denkmalgeschützt ist, müßtet Ihr doch da auch noch was kriegen, oder?

Viel Glück!

Grüße



Vorher sollten Sie unbedingt



einen Planer mit Erfahrung in SUBSTANZSCHONENDER = MINIMALINVASIVER BAUWERKSERHALTUNG befragen - ich habe absichtlich nicht Sanierung geschrieben: Wenn Sie zur Bank gehen mit dem Wort "Sanierung" im Mund, dann machen die ganz betrübte Gesichter und sagen "Oh, da habe Sie sich aber was vorgenommen!" und bekommen viel Geld, daß Sie vielleicht gar nicht brauchen. Warum: Sanieren nach heutigen Maßstäben heißt "alles raus, was alt ist, und rein, was (möglichst) neu und teuer ist" - der Architekt verdient daran und/oder hat keine Ahnung, ist leider so. Letztendlich werfen Sie teuer weg um teuer wieder einzubauen, mit dem Ergebnis, in wenigen Jahren wieder alles teuer zu reparieren, weil die Baustoffe nicht geeignet sind. Ob Sie so glücklich werden?
Auch wenn die Substanz "nicht mehr so toll" aussieht, kann man sehr viel erhalten. Grundsätzlich gilt:

Lehm, Holz, Kalk gehen immer.

Und das besondere an den "alten" Baustoffen: Sie können sie immer wieder ohne großen Aufwand wenn nötig ausbessern und zum Teil wiederverwenden - handwerkliches Geschick vorausgesetzt auch selbst gemacht. Die Erbauer des Hauses wären nicht gescheit gewesen, wenn sie neben dem Erwerb ihres Lebensunterhaltes auch noch ein Haus hätten, daß aufwendig und teuer zu erhalten wäre. Zumal haben die Häuser teils schon Jahrhunderte "auf dem Buckel". Überzeugt das? Das können Sie glauben: Diese Baustoffe haben sich bewährt, und wenn die Verarbeitung stimmt, gibt es auch keine Probleme (siehe oben ersten Satz).

Zur Warnung schauen Sie mal hier:

http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/listForum/0$.cfm

Es gibt noch einige ähnliche Beiträge oder Anfragen "Was haltet Ihr davon, dies oder jenes zu verwenden?" etc. Eventuell suchen Sie mal hier nach Herrn Florian Kurz - etwas ruppige Art manchmal, fachlich aber sehr kompetent - oder anderen - vielleicht auch nach meine - Beiträgen.

Lesen Sie viel im Forum und lassen Sie sich Zeit, gerade für die Planung! Ist nicht der bequemste Weg, aber nur so wird es was.

Viel Erfolg und die Ausdauer, den Zweiflern zu widerstehen!




PS: Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen von meinem eigenen "Projekt" ein paar Bilder machen mit kurzer Beschreibung. Am konkreten Beispiel erkennt man am besten, worauf es ankommt.





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