Probleme Wärmedämmung mit Styropor

Hallo,

wir wohnen in einem 200 Jahre altem Fachwerk/Bruchsteinhaus in Essen - Grenze Velbert - . Das Fachwerk ist an der Nord- und Ostseite des Hauses angebracht worden.

Habe nun festgestellt, dass mein Vorgänger folgende Wärmedämmung an den Fachwerkwänden vorgenommen hat:

Von außen nach innen:

- Auskofferung des Fachwerkes mit Ziegelstein
- dahinter eine Kalkputzschicht
- darauf ist eine Styropor Sperrschicht angebracht
- dann erfolgt eine Verlattung mit ca. 5 cm Hohlraum auf der 3 cm Starke Sperrholzplatten verlegt wurden.

Ich habe nun an einigen Balken feststellen müssen, dass Sie nach innen hin völlig feucht und aufgelöst sind. Kann dies mit der Styropor Sperrschicht zu tun haben?

Vielen Dank

Ingo Elsner
nix ist unmöglich
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 08.05.06

Wärmedämmung Styropor!


Hallo
Ihr Aufbau ist ein klassischer Aufbau mit den klassischen Fehlleistungen des Systems!
Sperrschichten verhindern Feuchtetransport, "Innendämmung" macht die Aussenwände kalt und es kommt zu Kondensat im Inneren.
Wennn die Balken feucht sind sollte man nicht mehr viel Zeit verlieren!
Das Zeug sollte weg! Bevor es noch feuchter wird - dann die Schäden beheben und austrocknen lassen - dann mit geeigneten Mitteln wieder neu aufbauen.
Währenddessen gleich mal schauen, was sonst noch so falsch saniert wurde!!

Leider kann ich Ihnen nichts positiveres vermelden!

Um genaueres sagen zu können - müsste man wie immer - die Fakten sehen!
Aber wie es beschrieben ist .... !

Viel Erfolg

FK
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro slow-house | | 09.05.06

Innendämmung mit Styro


Ja, so isses.
Um das Haus zu retten, den ganzen Krempel rauswerfen. Die Innendämmung kann allerdings mit kapillaraktivem Material neu konzipiert werden. U.U. bietet sich auch eine unproblematischere Außendämmung an.
Wenn Ihnen damit gedient wäre, biete ich ihnen an, das Haus mal anzuschauen, ich habe gerade eh eine Baustelle in Velbert, die noch etwas dauert.

Grüße
Neue Nutzungen für alte Gebäude
Mitglied der Fachwerk.de Community
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 09.05.06


Ja, genau
Habe bereits einige FachwerkHäuser komplett sanieren müssen, weil sie durch Styropor zerstört wurden.
Raus damit, austrockenen lassen, dampfdiffusionsoffenen Aufbau wählen, sorfältig sanieren, da wo Feuchte entsteht, muß sie auch aufgenommen und wieder abgegeben werden können
Martin Bühler, Zimmerei
ökologische Umgebindesanierung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Zimmerei Martin Bühler | | 10.05.06

Frevel unserer Zeit!


Leider ist nun die Zeitepoche angebrochen, wo die fehlerhaften Systeme ihre gravierenden Mängel aufzeigen. Die ehemals aufwendig sanierten Gebäude sind nun in einem desolateren Zustand, wie vor den Sanierungsarbeiten. Ein Großteil dieser Gebäude sind heute einsturzgefärdeter denn je.
Trotzdem werden die gleichen Baumängel stetigst weiterbetrieben und probagiert, doch vielfach unter neuen Namen und Bezeichnungen.
Fachwerkkonstruktionen sollten stets diffussionsoffen, winddicht und baubiologisch durchdacht ausgebildet werden.
Also homogen miteinander verbundene (verklebte) Wandschalen (Lehmbaustoffe, Naturdämmsysteme) sind da meistens unumgänglich.
Zum einen ergeben sich dann auch automatisch konstruktive Holzschutzmaßnahmen (bei Einsatz von Lehm auf und mit Holz) und zum anderen auch bauklimatische verbesserte Eigenschaften.
Natürlich ist dies für Sie nun nicht gerade ein positives Ergebnis, doch die ersten Ergebnisse haben Sie ja bereits selbst erkannt.


Fachliche Grüße aus der Oberlausitz
Udo Mühle
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 10.05.06


das klingt hart, aber Zehntausende Fachwerkbesitzer in den alten Bundesländern haben leider die gleichen Erfahrungen sammeln müssen. Und das verrückte ist, es wird heute immer noch gemacht. Und es gibt immer noch viele Planer, bei denen leider immer noch kein Umdenken eingetreten ist. In Deutschland wird es zwar weniger, dafür ist für diese Produkte jetzt toller Absatz in Tschechien, Polen usw. Alles andere steht schon zuvor, dem ich mich nur anschließe. Nehmen Sie einen wirklich guten Planer mit ins Boot und beraten Sie gemeinsam den weiteren Weg. Der Planer muss natürlich was von Fachwerk, Holzbau und Statik verstehen. Mit gezielten Fangfragen bekomme ich dies in einer Diskussion schnell heraus.

Viele grüße
Michael Reisinger
bewusst anders - Planen, Bauen, Leben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Planungsbüro für gesundes Bauen | | 17.05.06

Styropor ist keine Sperrschicht


@Florian Kurz: ich glaube, da haben Sie was nicht richtig verstanden, man sollte da schon genauer werden:
Styropor ist keine "Sperrschicht" sondern (man ist versucht zu sagen in diesem Falle "leider"), sonder wunderbar diffusionsoffen, eine Eigenschaft die sonst ja immer gewünscht wird! Ärglich ist bloss, das Styropor nicht kapillaraktiv ist, dann gäbe es auch die beschriebenene Probleme nicht.

Den Nachrednern ist im Übrigen voll beizupflichten.


kgestner | 27.05.06

Probleme Wärmedämmung mit Styropor


Hallo Ingo Elsner,
wie lange schwimmt Styropor,...?
Grüße
Mladen
gesund bauen
Mitglied der Fachwerk.de Community
Mladen Klepac | | 27.05.06

Schwamm


Hallo Herr Elsner,

Sie schreiben, dass das Holz schon teilweise zerstört seien. sie sollten unbedingt jemanden hinzuziehen, der die Balken auf holzzerstörende Pilze, sprich Schwamm, untersucht und Ihnen dann auch zu den erforderlichen Sanierungsmaßnahmen etwas sagt.
Altbauten qualitätvoll sanieren
Mitglied der Fachwerk.de Community
Vetter Stasch Unternehmen Bau GmbH | | 28.05.06

Styropor-Bilder aus der Bilddatenbank: