Fachwerk.de - WDVS verputztes Fachwerk

Liebe Forumsmitglieder,

wir haben nun die Angebote für ein WDVS für unser komplett verputztes Fachwerkhaus (BJ 1877) bekommen und müssen nun entscheiden ob Steinwolle oder Holzfaser.
Hier die Ausgangsituation:
Die Ausfachungen sind original und bestehen aus alten Bimssteinen oder Bruchsandstein und etwas Ziegel mit Kalkmörtel (Stärke ca. 16cm). Balken & Schwellen sind in Ordnung, bzw. 2 kleine Stellen (ehemals Bad) vom Zimmermann gerichtet worden.
Der alte Aussenputz ist ca.4 cm Kalkputz (noch gut haftend) und wurde in den 50er Jahren wohl mit einer dünnen harten Zementschicht (knapp 1cm) verstärkt. Der Innenputz ist durchgehend ca. 4cm Kalkputz.
Zur Auswahl steht nun entweder ein WDVS von 14 cm mit Steinwolle und mineralischen Oberputz (Keim bzw. Marmorit)
oder entsprechend 16 cm Holzfaser (Diffutherm mit Keim bzw. Marmorit). Wir hätten eher zu Holzfaser tendiert,die Preisdifferenz beträgt aber leider ca. 7000€, und alles andere ist auch nicht billiger geworden. Sowohl von Architekt als auch Handwerk wurde Steinwolle als unproblematisch für verputztes Fachwerk empfohlen und ist hier auch üblich in ähnlichen Situationen zu verwenden (z.B. Umweltzentrum Tübingen)
Gibt es nun ein hartes Argument gegen Steinwolle die 7000€ Mehrkosten rechtfertigen?
Ebenso heiss diskutiert wird, ob die "Zementhaut" abgeschlagen werden muss oder nicht...
Ortsbegehung mit den potentiellen Ausführenden ist am Donnerstag und ich möchte mich nun mit entsprechenden pro&contra vorbereiten...

Vielen Dank für Euren Input

Djamila
keine Ahnung
Mitglied der Fachwerk.de Community()
djamila | 04.11.09

Hallo,

ich kann mir diese Preisdifferenzen nur so erklären, dass der Verarbeiter ungerne Holzweichfaser verarbeitet, aus Gründen, die er nur selber kennt. In den Einkaufspreisen ist solch ein Unterschied nicht begründet.

Es gibt m.W. aber keine harten Fakten, die gegen Steinwolle sprechen. Allerdings bliebe man bei Holzweichfaser in einem Material, eben Holz.

Der Zementverputz liegt nach Dämmung bauphysikalisch an unbedenklicher (warmer) Stelle, von daher sehe ich auch keinen grund, ihn abzuschlagen. Ökologische Aspekte, er würde Deponieraum beanspruchen, sprechen für das belassen.

Grüße vom Niederrhein
Neue Nutzungen für alte Gebäude
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | D.B. | 04.11.09
WDSV Steinwolle oder Holzfaser
Vielen Dank für Ihre Antwort,

leider hatten alle 7 erhaltenen Angebote ungefähr diese Differenz...natürlich gab es aber auch eine ordentliche Spannbreite innerhalb der Steinwolle-Angebote...

Mit freundlichen Grüßen,

Djamila
keine Ahnung
Mitglied der Fachwerk.de Community()
djamila | 04.11.09
Sparen ohne Sinn und Zweck
Hallo

Warum den Dämmen?
Das ist das selbe wie: Schweinegrippeimpfung!

Immer vor dem Handeln und vor dem Vertragunterschreiben: Nachdenken, Abwägen, Alle Seiten betrachten!

Als Honorar hätte ich gerne die Hälfte der Differenz!

Danke

FK
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Architekturbüro slow-house | Dipl.-Ing. (FH) Florian Kurz | 04.11.09
Entscheidung
Sehr geehrter Herr Kurz,

die Entscheidung für eine Dämmung ist nach reiflicher Abwägung, Diskussion & Information und diversen Mieterfahrung in ungedämmten, falsch gedämmten und korrekt gedämmten Wohnungen bereits gefallen.

Noch unentschieden ist in Anbetracht der derzeit vorliegenden Angebote und Gesamtsanierungskosten
Holzfaser-WDVS oder Steinwolle-WDVS ?

Wir sind offen für weitere Argumente..

Danke,

Djamila
keine Ahnung
Mitglied der Fachwerk.de Community()
djamila | 05.11.09

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