Steico Innendämmung




Hallo in die Runde, wir sanieren gerade eine Remise und wollen Innen auf ein 24 Mauerwerk mit Ausgleichsschicht
aus Kalk Zementmörtel Steico Internal Platten 60 mm aufkleben.Danach Wandheizung in Lehmputz, Armierung und Feinputz. Nun sind die Armierungskleber von Conluto, Claytec etc.ziemlich teuer. Würde das auch mit dem normalen Lehmputz funktionieren oder einfach Baukleber auf Zementbasis nehmen, kostet ein Drittel. Kann man den Lehmputz "klebriger" machen ? Danke für Eure Hilfe



kein Baukleber



Entweder Lehmkleber oder Lehm.
Bis es den Lehmkleber gab, wurden die Platten doch immer mit normalem Lehmputz an die Wand geklebt.
Mit mindestens zwei Verarbeitern habe ich gesprochen und alle meinten es würde bestens funktionieren und Sie hätten es schon seit langem so gehandhabt.

Der Lehmkleber ist von der Konsistens tatsächlich auch klebriger.
Im vergleich zum normalen Lehmputz verhält er sich ähnlich, wie Fliesenkleber zu Putz und Mauermörtel.

Claytec empfiehlt ja sogar seit einiger Zeit den Kleber auch in Kammspachtelung zusätzlich um die Wandheizung aufzutragen.
Angeblich hält der folgende Putzauftrag so besser.

Für mich klingt das nach einer zusätzlichen Einnahmequelle.

Also Lehmputz anstatt Lehmkleber sollte gehen.
Das dichte Zementzeug als Kleber würde ich nicht nehmen.

Die andere Variante wäre ja noch Kalkputz und der passende Klebemörtel, doch du willst ja Lehm ;)

Kann ein Profi mit vielen m2 Erfahrung vielleicht mal was zum Lehmkleber sagen?
Ich stehe auch noch vor der Frage ob bei der Wandheizung noch zwingend der Kleber auf die Holzfaser gekämmt werden muss, oder ob es keinen Sinn macht .



Lehmklebe und Armierungsmörtel



Hallo MiKe,
habe jetzt etwas mehr input zu dem Thema und gebe es gern weiter. Die einfachste Methode um den Lehmputz zum Lehmkleber aufzuwerten ist die Zugabe von Tonmehl. Ca 3 kg zum 25kg Sack.
Was anderes ist in den teuren Klebemörteln auch nicht drin.
Beim verkleben der Holzweichfaserplatten erst mal die ganze Platte Presspachteln in Joghurtkonsistenz danach fetter mit dem Zahnspachtel und den Untergrund, sofern saugend, vornässen.Nach 2-3 Tagen Dübeln.Sollte Wandheizung draufkommen auch vor der Montage Presspachteln sonst hat man später Haftprobleme zwischen den Rohren.
Noch eine Frage zu wasserführenden Pelletöfen in Verbindung mit Wandheizung, hat da jemand eine Empfehlung? Sind ja grobe Preisunterschiede je nach Hersteller.
Grüße aus Brandenburg



Lehmkleber



Hallo! :-)

Also ich selbst habe Platten schon mit Lehmkleber, Feinputz und Unterputz mit 20mm Stroh geklebt. Inzwischen benutze ich nur noch Lehmkleber.
Ich denke die grundsätzliche Überlegung dazu ist, ob man mehr Zeit oder mehr Geld hat. Mit Lehmkleber lässt's sich meiner Meinung nach am effizientesten arbeiten.
In allen Fällen vorausgesetzt, dass man ein nahezu hundertprozentiges Ergebnis anstrebt, was bei einer Innendämmung sehr ratsam wäre.
Beim Unterputz störten mich gelegentlich Strohklumpen, die im Zahnglätter mitgezogen wurden. Beim Kleben kam es vor, dass Platten ihre Haftung verloren haben und ich neu kleben musste. Das alles hält auf.
Eine andere Sache ist, dass man durch Anpressen der Platten leichte Unebenheiten ausgleichen kann. Wenn die Platte dann nicht richtig klebt, kann sie "zurückfedern" und es entstehen Hohlräume dahinter. Deswegen habe ich in diesem Fall direkt nach dem Kleben gedübelt, um das zu vermeiden. Auch das hält auf.
Mit Feinputz ging das schon wesentlich besser, aber dieses Zurückfedern habe ich auch damit erlebt.
Mit Lehmkleber fühle ich mich auf der sicheren Seite, dass alle Platten einfach so kleben, wie sie es sollen.

Die Variante mit dem Tonmehl wäre eine Option. Da würde ich nur empfehlen, zuvor eine Musterfläche anzulegen. Zuviel Tonmehl würde die Sache eher schlimmer machen.

Zur Zahnspachtelung: stellen wir uns mal den Aufbau ohne Wandheizung vor, Holzfaserplatten und 40-50mm Putz drauf... Auch wenn ich Holzfaserplatten und Lehm einiges zutraue, mein Gefühl sagt mir, dass eine Zahnspachtelung ganz angemessen wäre.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende :-)

Lehmbauer Marc



danke



gute Informationen.
Ich habe die 60er SteicoPlatten mit dem Lehmkleber auf die Lehmausgleichsschicht auch nicht wirklich ohne direktes verdübeln an die Wand bekommen.
Das Mauerwerk war einfach trotz teilweise fast 3cm Ausgleichsputz zu krumm.
Bevor da nachher doch Luftschichten hinter den Platten verbleiben, habe ich direkt verdübelt und das Dübelbild den Wölbungen der Wand angepasst , wo es nötig war.

Ich habe testweise mal mit dem 6mm kamm etwas Kleber und etwas Unterputz auf die Platten gebracht um zu vergleichen was besser hält.
Beides hält gut.
Eher zieht sich die Holzfaser auseinander.
Die Verschraubung der Wandheizungsklipschienen stabilisiert den Gesammtaufbau (hier vermutlich 3cm Lehm um die Rohre) ja auch zusätzlich.
Ich werde das mit dem Lehmputzer nochmal besprechen.
Mal sehen ob er eher zum Kleber oder zu Tonbeigabe für die Kammspachtelung tendiert.

Die "Haftprobleme zwischen den Rohren" beziehen sich also direkt auf die z.B. 10cm Verlegeabstand und die Rohrhintergründe? Weil man den Lehm dort vergleichsweise schlecht hinbekommt?

viele Grüße
micha





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