Schwelle tauschen und unterfüttern

Ich habe gerade einen Fachmann da, der die Bodenschwelle unserer Fachwerk-Scheune an einer Hausseite komplett wechselt und die 4 Ständer unten bis zu 1 m Höhe auswechselt und einzapft. (Da stand eine Betonmauer vor der Fachwerkwand, wodurch dahinter alles verfault ist. Wir haben die Mauer weggerissen.)
Er möchte wie es aktuell üblich ist, zwischen Sandsteinfundament und Schwelle Dachpappe einbringen und darunter mit Quellmörtel ausfüttern (Wird teilweise eine Fuge von bis 0,5 bis 1 cm geben können.) Zudem empfielt er das Sandsteinfundament mit Trassmörtel zu verfugen.
Da ich nun als Laie gelernt habe, dass Zement nichts am Holz und Sandstein zu suchen hat, bin ich skeptisch. Entsprechende Schäden habe ich bereits gesehen und hätte gern eine andere Lösung. Natürlich soll es trotzdem praktikabel und sicher sein.
Ich würde gern mit Kalkmörtel unterfüttern und verfugen. Wie haben die das früher gemacht ohne Quellmörtel und Dachpappe? Spiel das statisch wirklich eine Rolle, ob Quellmörtel darunter ist? Liegt die Schwelle ohne Quellmörtel nur punktuell auf der Sandsteinmauer?
Bitte keine Grundsatzdiskussion. (;
Geht das mit meiner Wunsch-Alternative?

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| 17.07.17

Grundschwelle


Man nahm keine Dachpappe und keinen Quellmörtel.
Die Schwelle wurde direkt auf die Mauer gelegt; die obere Steinlage wurde möglichst exakt ausgerichtet. Die Schwelle stand etwas vor um eine Abtropfkante für herablaufendes Regenwasser zu bilden. Die Stoßfugen wurden mit etwas Neigung nach außen leicht eingekehlt. Dafür wurde wenn machbar und vorhanden hydraulischer Mörtel genommen- "zementäre Pampen" halt. Eine kapillare Lagerfuge zwischen Holz und Stein wurde so möglichst vermieden.
Manchmal wurde mit Hartholzbrettchen unter den Knoten nachgeholfen wenn die Maueroberfläche zu uneben war. So konnte besser ausgerichtet werden. Größere Lücken wurden mit Mörtel unterstopft.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 17.07.17

Schwelle unterfüttern


Danke Hr. Böttcher.
Ich denke, ich wage es mit Kalkmörtel und beobachte genau.
Man könnte ja auch im Nachhinein noch mit Zement nachlegen, wenn sich tatsächlich etwas bewegt.

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| 17.07.17

Grundschwelle


GrundschwelleFrühere Kalkmörtel waren alle mehr oder weniger hydraulisch, außer reiner Sumpfkalkmörtel. Den hat aber niemand für solche Zwecke genommen.
Also keine Angst vor etwas Zement bzw. Kalkzementmörtel.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 17.07.17

Mörtel unter Schwelle


Spielt es statisch eine Rolle, ob Quellmörtel oder Kalkmörtel eingebaut wird?

Wir haben noch Weißkalkhydrat da. Ich würde den einfach selbst anrühren.

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| 17.07.17

Grundschwelle


GrundschwelleRechts und links ein Brett an die Wand und dann die Unebenheiten mit einem Kalkzementmörtel auffüllen.
Den aus Weißkalkhydrat, scharfen, gewaschenen Sand 0-4 und Zement im Verhältnis 2:8:1 selber mischen. Die Oberfläche grob aber waagerecht abreiben. Stinknormalen Portlandzement nehmen, es gehen auch alle anderen der Gruppen CEM II bis V. Festigkeit 32,5 nehmen, keinen wo nach der Zahl ein großes R steht.
Vergessen Sie endlich den Quellmörtel.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 17.07.17

Grundschwelle


GrundschwelleHier ein Bild wie man es nicht machen sollte, egal ob Schweißbahn oder Walzblei.
Der Name Quellmörtel ist für Laien irreführend. Es geht um hochfeste, speziell modifizierte Zementmörtel zum Unterstopfen und Vergießen von Stahlbau- und Betonteilen. Das Quellmaß ist, auf Ihre Anwendung bezogen, völlig unerheblich. Diese Wirkung wird mit Nachteilen in der Beständigkeit, bezogen auf Ihre Anwendung, erkauft.
Dafür sind sie richtig teuer.
Zur Statik:
Senkrechte Lasten werden hauptsächlich im Bereich der Knoten übertragen, also da wo die senkrechten Stiele und die Bügen in die Grundschwelle eingreifen. Statisch gesehen sind das Gelenke denn die Schwelle ist hier im Querschnitt geschwächt. Hier sollte die Grundschwelle ordentlich aufliegen. Ich habe das von den Hartholzbrettchen nicht umsonst geschrieben. Dazwischen geht es nur darum das Winddichtigkeit hergestellt wird und eindringendes Wasser kapillar möglichst schnell verteilt/ausgeleitet wird. Daher ist die Mörtelsieblinie viel wichtiger als die Frage ob und welcher Zement da drin ist.
Deshalb wundert mich Ihre Neigung nach einem knallharten, bedingt silikatresistenten Zementmörtel der wirklich nur für den zugelassenen Verwendungszweck geeignet ist.
Glauben Sie wirklich das ein Quellmaß von etwa 0,04 mm Auswirkungen auf die Auflagerung einer Schwelle hätte?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 17.07.17

Dank


Vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen.
Leider möchte unser Fachmann nicht, dass wir die Oberseite der Fundemantmauer vor dem Einsetzen der Schwelle mit Mörtel abziehen, da er sonst zu wenig Platz zum Einbau hat. Wir sollen den Spalt nach dem Einsetzen, vor dem Ablassen der Baustützen mit Mörtel ausstopfen.
Quellmörtel hätte ich auch nicht genommen, war die Empfehlung des ausführenden Fachmanns. Zudem möchte er die Mauerfugen mit TrassKalkMörtel ausfugen. Ich werde jetzt für die Fugen und unter der Schwelle den von Herrn Böttcher beschriebenen Kalkzementmörtel nehmen.
Ob zusätzlich noch die Hartholzplatten unter den Ständern muss ich noch ausdiskutieren.
Ich hoffe der Zementanteil wird dem Holz nicht schaden. Ich habe schon wieder eine Stelle entdeckt, wo das Kernholz eines Ständers im unteren Bereich, der auf einem Betonlager stand, rott ist.
Vielen Dank.

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| 18.07.17

Ja keine Dachpappe....


Kokosfaserstreifen unter Fachwerkhölzer...sondern auf Kokosfaserstreifen legen.
Entkoppelt thermisch und wirkt belüftend für die Schwelle und ist dazu noch verrottungsfest.
Bei Unebenheiten unterkeilen und unter die Kokosfaserstreifen kann man dann mit jedwedem Material kraftableitend arbeiten und werkeln.
LEHM - natur am bau
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LehmHandWerk Udo Mühle | | 18.07.17

Grundschwelle


GrundschwelleManchmal muß man unterfüttern wenn die Situation es erfordert. Ob das bei Ihnen so ist wage ich zu bezweifeln.
Das Argument vom Zimmerer kann ich nicht nachvollziehen.
Können Sie ein Foto von der Sockelmauer einstellen?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 18.07.17

Zement und Holz


Zement und HolzZement an sich ist kein "Feind" von Holz, beide vertragen sich chemisch sehr gut. Probleme gibt es nur wenn in konstruktiver Hinsicht Fehler gemacht werden. Das liegt dann nicht am Bindemittel sondern an dem Blähschaf das Materialien falsch kombiniert hat.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 18.07.17

Unterbau Schwelle


Kokosfaserstreifen habe ich noch da, haben wir als Trittschall unter den neuen Dielen, ist aber nur 10 mm stark. So richtig kann ich keinen Sinn in der Verwendung davon für diesen Zweck erkennen. Was bedeutet hier thermisch entkoppelt? Ja, vielleicht trocknet der untere Bereich der Schwelle besser ab durch den Kokosstreifen. Ich stelle mir den Einbau auch schwierig vor, da wir erst die Schwelle einbauen müssen und dann die Fuge darunter mit Mörtel auswerfen. Selbst wenn wir den Kokosstreifen an die Schwelle tackern, stört der faserige Streifen beim verfugen.
Ich habe nur gewaschenen Brechsand in der Körnung 0-2 bekommen, 0-4 war hier nirgends erhältlich. Ich hoffe, der tut es auch.

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| 19.07.17

Unterfütterung


Ich sehe darin keinen großen Probhlemaufwand.
Man kann es ganz einfach unterstochern und mit kleinen Natursteinzwickern zusätzlich unterkeilen.
Es ist eine Entkopplung gegen Feuchtigkeit und gleichzeitig eine Belüftungsebene für die Konstruktionshölzer.
Die Dinge bitte ganz einfachz nicht verkomplizieren.
LEHM - natur am bau
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LehmHandWerk Udo Mühle | | 22.07.17

Schwelle-Bilder aus der Bilddatenbank: