Schweizer Holzbau

Hallo in die Runde,

ein Bekannter von mir hat sich vor ein paar Monaten für den Kauf eines Holzhauses im Kanton Zürich entschieden (Keller massiv). Das Gebäude stammt aus den 1920ern und ist vom äußerlichen Erscheinungsbild den Walliser Strickbauten nachempfunden. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch nicht um eine Blockbohlenkonstruktion sondern um eine Ständer- oder Rahmenbauweise (war bei Kauf bekannt).

Der Bekannte ist recht bodenständig eingestellt und möchte das Gebäude eigentlich weitestgehend in seiner Optik - Außen wie Innen erhalten. Allerdings macht sich der spartanische Wandaufbau ... (von A. nach I. ... ca. 36mm Blockbohle, 14cm Hohlschicht, 16mm Schalung darauf Kalk-Gibsputz mit Strohmatten armiert, im unteren Teil der Wand Täferung) ... im Winter doch deutlich bemerkbar. Nun sucht er nach einer gangbaren Lösung.

Die bisherigen Angebote, haben dabei ausschließlich die Einbringung einer Kerndämmung von Außen oder Innen vorgeschlagen. Bei den Innenlösungen sollte mit einer einzigen Ausnahme stets die Innenwand zunächst vollständig entfernt werden. Der freilich nicht ganz zu unterschätzende Punkt der in diesem Fall wahrscheinlich fehlenden äußeren Schlagregendichtheit war hierfür nur in einem Fall ausschlaggebend gewesen.

Das Gebäude weißt einen sehr großen Dachüberstand auf. Die Verwitterungsspuren an der Fassade (letzter Anstrich vor 30+ Jahren) lassen eine nur sehr geringe Schlagregenbelastung vermuten (windgeschützter Standort durch umliegende Bebauung). Somit scheint der Aufwand zur Entfernung des inneren Wandaufbaus anbetrachts evl. möglicher Einblaslösungen doch eher übertrieben. Zudem wurde wohl auch zum Thema innere Abdichtung bisher wenig bis garnichts geliefert.

... Deshalb meine Frage in die Runde. Hat hier jemand Erfahrung mit der substanzgerechten = erhaltenden Sanierung "traditioneller" Schweizer Holzbauten, bzw. kennt jemand einen versierten Handwerker oder Planer mit entsprechender Erfahrung in der Nähe von Rüti (CH)?

Viele Grüße,
Alt ist relativ!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 08.11.12

Ehrliche Antwort


...gibt es diesbezüglich bei
martin hoffmann (Reinach/ AG)
rolfhoffmann@bluewin.ch
oder
bei Ambrosius J.R. Widmer, Sarnen
a.widmer@bluewin.ch
andere Antworten gibt es auch bei vielen anderen
guten Instikt wünscht
mo


michael ochsler | 08.11.12


Hallo Michael,

vielen Dank Dir für die beiden Kontakte. ... Nach dem was ich über das Netz herausfinden konnte, wäre da mein Bekannter vermutlich wirklich in sehr guten Händen. Jedoch befürchte ich ein wenig, daß die beiden Herren ziemlich gefragt sein werden, und evl. für so "normale" Bauten wie jenes meines Bekannten, keine Zeit haben werden. ... Nun wie auch immer! Ich geb das erstmal so weiter.

Danke + Gruß aus Berlin.
Alt ist relativ!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 09.11.12


Wirklich traditionell ist das nicht. Eher ein Pseudo-Blockbau im Chaletstil, war mal in Mode.
Das bedeutet nicht, dass das Haus wertlos oder hässlich sein muss.
Dämmtechnisch sollte es möglich sein, durch Einblasen von diffusionsoffenem Dämmstoff (auf Zellulose- oder Sägemehlbasis) die Dämmung zu verbessern, zumal wenn da vorher nur Luft war. Das würde ich aber über einen holzbauversierten Architekten angehen. Dafür spricht auch, dass eine Firma aus naheliegenden Gründen das empfiehlt, was sie auch montiert, und nicht andere Systeme, die möglicherweise besser wären.
Im ganzen Alpenvorland war es üblich, Holzbauten mit Schindeln oder Schiefer gegen Schlagregen zu schützen. Ob Schlagregen bei Ihrem Bau ein Problem ist, kann ein Holzbaufachmann anhand des Verwitterungsbildes der Schalung erkennen.
Wichtig ist sicher, dass die Räume mit hohem Feuchtigkeitsanfall (Bad, Küche) aktiv entlüftet werden können.
Ich bin verantwortlich für das, was ich schreibe! Nicht für das, was Du verstehst!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 13.11.12