Umgebindehaus - Hausschwamm / verdeckte Schäden?

Hallo,

ich bin neu hier und hoffe, ich kann mein Anliegen deutlich genug formulieren.

Wir stehen vor der Entscheidung, im Raum Bautzen ein Umgebindehaus (Bj. 1860) zu erwerben. Allerdings beunruhigt uns die Frage, ob ein Befall durch Hausschwamm usw. vorliegt. Wir waren bereits mit einem Gutachter vor Ort, der den Zustand des Objektes als insgesamt gut eingeschätzt hat.

Zum Haus:

1. Die Blockstube wurde (vermutlich in den 60ern) von außen mit Ziegeln und Putz verkleidet (Wand sieht von außen sehr feucht aus. Wir würden die Blockstube natürlich wieder freilegen, können ja nun aber noch nicht abschätzen, was unter der Verkleidung ist. Im darunterliegenden kleinen Gewölbekeller hat der Gutachter an der Treppenverkleidung (Treppe ins Obergeschoss) einen möglicherweise beginnenden Schwammbefall festgestellt. Nun überlegen wir, ob wir ein weiteres Gutachten erstellen lassen sollen, aber das sagt uns ja nicht, inwieweit z. B. die Blockstube befallen sein könnte.

2. Der momentane Besitzer hat die Küche und das darüberliegende Badezimmer komplett gefliest! Auch hier besteht ja die Gefahr einer, für uns als potentielle Käufer unsichtbaren, Schädigung durch Pilz- oder Schwammbefall.

Wir würden das Haus gern erwerben, machen uns aber sehr große Sorgen wegen der möglicherweise auf uns zukommenden Kosten bei der Sanierung und Entdeckung der versteckten Mängel. Wir sind naturgemäß in Sachen Hauserwerb sehr unerfahren und wären für einen Rat sehr dankbar.
... nicht immer vom Schlimmsten ausgehen!
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| 26.01.11


Dann sollten Sie unbedingt einen Sachverständigen für Holzschutz hinzuziehen.



Grüße aus Schönebeck


anonymus | 26.01.11

Hinzu kommt...


Hinzu kommt...Das Haus ist seit ca. 5 Jahren unbewohnt und wurde deshalb kaum beheizt. Wir haben nun in diesem Forum gelesen, was das mit einem solchen (oder eigentlich jedem) Haus anrichten kann und sind momentan einigermaßen verängstigt, was da auf uns lauert.

Ich lade hier mal ein Bild vom Befall an der Treppenverkleidung im Keller hoch. Ich weiß ja, daß das mit der Ferndiagnose so eine Sache ist, aber...

Die befallene Stelle ist ca. 30 cm im Durchmesser groß. Bereits zwei Fachleute haben uns gesagt, daß nach Entfernung der Verkleidung und ggf. Erneuerung der Treppe mit großer Wahrscheinlichkeit das Problem gelöst ist, aber uns, oder besser gesagt mir, wollen diverse Schreckensszenarien nicht aus dem Kopf gehen.
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| 26.01.11


Hallo,

wenn das die einzige befallene Stelle sein sollte baut man sie eben großräumig aus.
Aber den Unterschied zwischen abrissreif und brauchbar kann nur der Sachverständige beurteilen.
Sollte der sich rauswinden: Finger weg.
Es ist aber schade um jedes einzelne Umgebindehaus.

Grüße
Neue Nutzungen für alte Gebäude
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Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 26.01.11

Danke...


... für die schnelle Antwort. Der Zustand wurde vom Sachverständigen als insgesamt recht gut eingeschätzt (und er ist wirklich in jeden Winkel gekrochen).

Vermutlich habe ich mich einfach nur zu intensiv mit dem Thema beschäftigt und bin ein wenig zu sensibel und ängstlich geworden. Wir sind jetzt schon ziemlich verliebt in das Haus und daher auch wohl meine Angst vor dem theoretischen Scherbenhaufen. Ich werde erst einmal versuchen, mich wieder etwas zu beruhigen...
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| 26.01.11


Hat der Sachverständige sich zum Pilz selbst geäußert?

Ich meine es könnte sich hier um den Braunen Kellerschwamm handeln.

Da sollten Sie aber auf Nummer sicher gehen, es liegen finanzielle Welten bei der Bekämpfung eines Haus- und eines Kellerschwamm.

Grüße aus Schönebeck


anonymus | 26.01.11

Er meinte,


es könne ein Hausschwamm im Anfangsstadium sein, das müsse gegebenenfalls noch einmal untersucht werden.

Es ging ja um eine Gesamtbeurteilung des Hauses und wir waren zu diesem Zeitpunkt mit derlei Gewächsen noch gar nicht in Berührung gekommen. Seine Aussage, eine Entfernung der Verkleidung werde das Problem lösen, reichte uns aus.

Die Stelle ist ja wirklich nicht sehr groß. Nun habe ich mich aber belesen und erfahren, daß hinter der Verkleidung durchaus der eigentliche und viel größere Übeltäter sitzen und womöglich seine Wurzeln schon sonstwohin ausgebreitet haben könnte. Vielleicht übertreibe ich ja maßlos, aber vermutlich wäre es, v.a. für meine Nerven, das beste, die Sache noch einmal gründlich begutachten zu lassen.
... nicht immer vom Schlimmsten ausgehen!
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| 26.01.11


Was wir außen sehen sieht innen meist ganz anders aus.

Wie gesagt, holen Sie sich einen sachkundigen für Holzschutz ran.
Das Forum hier ist mit derartigen Leuten recht gut bestückt.

[pubimg 22059]
[pubimg 21825]


anonymus | 26.01.11


PS.
Wenn Sie die beiden Fotos genau angucken sehen Sie sogar wie rum das Schwellholz, besser der Rest, mal drin lag


anonymus | 26.01.11

Mich wundert...


...daß das Thema "Hausschwamm" von Euerem "Untersucher" nicht vertieft wurde.

Stimmt der Eigentümer zu, daß die bewusste Treppenverkleidung entfernt wird? Das wäre sicherlich hilfreich.

Für eine fundierte Begutachtung empfehle ich Euch:

http://www.baubiologie-heine.de/

Matthias ist ein "Urgestein" in Sachen Holzschutz, und er hat den Blick für das Notwendige. Im übrigen gibt es eine recht aktive Truppe von Firmen im Raum Bautzen-Dresden, die sich auf die Erhaltung historischer Bausubstanz und deren nachhaltige Sanierung spezialisiert haben. Wollt Ihr eine Einladung zur "HAUS 2011" Ende Februar in Dresden? Da könnte man sich "beschnuppern".

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 27.01.11

Wir werden


den Eigentümer danach fragen, glaube es aber nicht. Das Beste wäre es natürlich...

Mit Herrn Heine waren wir vor Ort (super, kann ich auch nur empfehlen!), er hat sich das Haus ja sehr gründlich angesehen und den Schaden an der Holzverkleidung wie beschrieben beurteilt (genauer: Wärmeunterschied Keller-Haus und daraus result. Kondenswasser und Schwamm). Seine Einschätzung wirkte überaus kompetent, ich traue seinem Urteil und möchte es gar nicht in Frage stellen. Wie gesagt, habe ich mich im Internet belesen (vermutlich zu viel) und bin ängstlich geworden, was einen möglichen verdeckten Schaden angeht, den ja keiner sehen kann (z.B. hinter der Ziegelwand). Ich habe mich aber schon wieder etwas beruhigt... es ist halt alles ganz neu für mich.

Über eine Einladung zur Haus 2011 würden wir uns sehr freuen. Zwei Fachleute aus dem Umkreis haben sich das Haus auch schon mit uns zusammen angeschaut und uns Sanierungsvorschläge gemacht.
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| 27.01.11

Wie klein ...


...ist doch die Welt (oder zumindest Sachsen :-)

Ich schicke Euch eine Einladung.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 27.01.11

aber wohin?


mailt mir doch bitte Euere Postadresse.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 27.01.11

Team


Wer war da bereits mit vor Ort?
Mit Matthias Heine bin ich auch schon lange in Verbindung und wir haben schon interessante Objekte gemeinsam bearbeitet.

Die Einladung zur HAUS 2011 kann da nur noch ein weiteres positives Pfund zu Ihrem Vorhaben sein.

Bis dahin also,

Udo Mühle
LEHM - natur am bau
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LehmHandWerk Udo Mühle | | 28.01.11

Frostschäden


Hallo zusammen,
Sie haben geschrieben das das F.W.-Haus 5 Jahre nicht beheizt wurde.Da können auch noch Schäden vorhanden sein,wenn z.B.die feuchten Wände Frost bekommen und durchfrieren ist das Mauerwerk auch futsch und muß erneuert werden.
Alles genau nachschauen.
Gruß Karl-Heinz


Karl-Heinz Essig | 01.07.11

Schwamm-Bilder aus der Bilddatenbank: