Holzbalken für OSB Fußboden ausgleichen

Hallo,

meine Fragen kommen weiter unten.
Ich möchte 25mm OSB-Platten 2500x675mm geschliffen als fertig (sichtbarer) Fußboden verlegen.
Baufbau zum Verständnis:

Haus Baujahr 1925 Kalksandstein
Decke 1. OG, 175mm Holzbalken, Abstand Mitte Mitte von 700-850mm, Spannweite 3,8m ,eingenageltes Gefach mit ca. 70mm Schutt-Lehm-Mischung, alte Dielung entfernt.

Ich möchte die Höhenunterschiede der Holzbalken ausgleichen und darauf die OSB Platten verschrauben. (Das es keinen Trittschallschutz gibt nehme ich in Kauf.)

1. Womit und wie gleiche ich die Balken am besten aus? Ich dachte an unterschiedlich dicke Spannplattenreste, Hartfasserplattenstreifen 3mm und Linoleumstreifen 1,2mm.
immer auf 170x170mm geschnitten und übereinander gestapelt.

2. Wieviel "Türmchen" muß ich bauen? Die Platten sind 675mm breit, ich dachte einen in der Mitte und je einen unter der Fuge zur nächsten Platte. Das ergibt ca. 170mm Luft, wo die Platte nicht aufliegt. Funktioniert das so? Oder muß ich mehr unterfüttern? Das währe sehr aufwendig, da auch die Balken in sich zum Teil 5mm krumm sind.

3. Darf ich (muß ich) auch dort verschrauben wo nichts unterliegt? siehe Frage 2

4. Wie tief muß der Schraubenkopf versenkt sein, damit man diesen gut verspachteln kann?

5. Was würdet Ihr als Oberfläche (Kinderzimmer)empfehlen Hartwachs oder Öl? Welches Produkt?

Vielen Dank im Voraus
Gruß Stefan S. aus Tangermünde an der Elbe
selbst gemacht ists´oft genauer
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.03.11

Ausgleich ...


Hallo Stefan,

... wie war denn der Höhenausgleich vorher gelöst?

Mein OSB-Boden ist gerade fertig geworden. ... Das mit dem Türmchen bauen ist zwar eine schöne Sache, aber eher was zum Verzweifeln (wärend der Arbeit und auch vom Ergebnis)! Nimm einfach ein paar Dachlatten oder derlei. Schneid Sie dir auf die richtige Stärke und wenn Du gut bist, bekommst Du die sogar keilig hin. Wenn nicht schneid dir mehrer dünne Streifen von 2 bis 3mm und staple Dir die dann entsprechend der vorhandenen Neigung über die gesamte Balkenlänge zurecht. Geht A schneller und das Ergebnis ist mit Sicherheit besser als mit einzelnen Stapeln. Wenn durch die Abtreppung mal 10 bis 20 cm eine kleine Delle im Verlauf der Ausgleichslattung entsteht, ist das hinterher nicht wirklich schlimm (Gleicht sich über die OSB aus).

Die Breite der Ausgleichslattung muß dabei nicht die volle Breite des Balkens haben. 2, 3 cm reichen im Prinzip. Die 25er OSB die Du nehmen willst sind steif genug, daß Du auch neben der Lattung verschrauben kannst. ... Verleimen wirst Du sie ja sicher auch!? Also nicht zu viel Arbeit machen!

Wenn Du die Schrauben tief versenken willst um sie durch Spachteln unsichtbar zu machen würde ich Vorsenken. 4 bis 5 mm würde ich da schon rein gehen wenn Du spachteln willst, aber hab damit noch keine wirkliche Erfahrung!

In Bezug auf die Behandlung würde ich persönlich zu Wachs tendieren, da besserer Schutz als reines Öl (gerade bei Kindern). Außderm dunkeln die Platten bei Öl in mienen Augen schneller nach als bei Wachs. Ist aber am Ende Deine Entscheidung. Produkte gibt es derleih viele. Welche Ansprüche hast Du (ÖKO, Sparfuchs, ...)?

Gruß,
Stephan
Alt ist relativ!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 22.03.11

Ausgleich ...


Ergänzung zu Stephans Antwort:
FALLS Du 2 cm Höhe verschenken kannst, würde ich überall eine Tragleiste von ca 3 bis 4 cm Breite und ca 2 cm Höhe auflegen mit TIEF versenkten Schrauben. Im Anstand von ca 15 bis 20 cm unterklotzen mit zwei flachen Keilen oder Plättchenstapeln wie Du beschrieben hattest. Die versenkten Schrauben sehr fest anziehen. Dann mit Richtscheit die Oberkante nachrichten: Hobeln, abschleifen bzw. Schrauben lockern und nachkeilen. Nach Möglichkeit KEINE Senken tiefer oder Kuppen höher als einen halben Millimeter belassen, bevor die OSB-Platte draufkommt.
Ich rate zu sichtbarer Verschraubung mit dicken gelb verzinkten Torx-Schrauben mit langem Gewinde bis zum Kopf, viertelmillimetergenau vorgesenkt. Wichtig ist, daß ein schwerer Junge am Schraubenloch auf der Platte steht, wenn die Schraube aus der OSB-Platte in das Lagerholz eindringt, weil die Lastabtragung nicht allein durch das Auflager, sondern auch durch das lange Gewinde erfolgt. Dies verhindert Beben der Platte und Quietschen am Glatthals!
Spachtelung der versenkten Schraubenköpfe macht viel Arbeit und versteckt die Befestigung trotzdem nicht wirklich. Und wenn die Platte sich senkt, stößt der Schraubenkopf den Spachtelpfropfen ab. Um das zu vermeiden, kann man auch die Schraubenköpfe sichtbar belassen, und man behält sogar die Möglichkeit nachzuschrauben.
Auf jeden Fall solltest Du ein solches Muster bauen und Deiner besseren Hälfte und den Kindern zur Begutachtung vorlegen.
Bei 25 mm dicken OSB-Platten könnte man auch kopflose Stockschrauben M8 mit Torx-Ansatz verwenden, bei denen sich die Last ALLEIN über das Gewinde abträgt. Hierzu solltest Du Dich in einem guten Schraubenladen umschauen! Für 8-mm-Schrauben müßte mit 6 oder 6,5 mm ø vorbohren ohne Senkung, vielleicht sogar ein Stück weit in den Balken hinein – mußt Du alles ausprobieren, um mit Deinem Werkzeug und Deinen Vorbedingungen (Balken aus Eiche? Nadelholz? Kosten der Spezialschrauben?) das beste Ergebnis zu erzielen.
Viel Glück wünscht Markwart.


Markwart Lindenthal | 22.03.11

Berichtigung


Schade, ich fand keine Berichtiigungsfunktion für schon abgeschickten Text.
Sonst hätte ich gleich zu Anfang das Wort "Anstand" (den hast Du ja selbst) durch "Abstand" ersetzen und weiter hinten, beim Vorbohren das "müßte" Streichen wollen.
Nun kann ich auch noch ergänzen, daß man die 2 cm hohe Latte natürlich nicht unbedingt flächendeckend braucht. An einzelnen Hochstellen kann man sie ja auch weglassen oder dünner schneiden! Und vereinzelte Buckel kann man natürlich bis 5 mm auch von den Balken abschlagen, Abschleifen oder abhobeln – man muß immer abwägen zwischen Arbeitsaufwand und dauerndem Nutzen.


Markwart Lindenthal | 22.03.11


Hallo Markwart,
Hallo Stephan,

vielen Dank für die schnellen und ausführlichen Antworten.
Die 2cm für eine Tragleiste habe ich an den wenigtsen Stellen, dort werde ich es aber so machen. Für die flachen Stellen werde ich alle per Zentimeter die Höhe messen und eine 4cm Holzleiste entsprechend sägen und vorhobeln. Dann diese aufschrauben (gut versenkt) und nachhobeln bis es genau passt. So vergrößert sich zwar die Spannweite der Platten, aber ich hoffe der Fußboden federt nicht. (Nicht mehr als Holzbalken sowieso federn.)

@Stephan
Es gab praktisch keinen Höhenausgleich. Die Frage mit der Oberflächenbehandlung werde ich vor mir herschieben, vielleicht auch eine Firma machen lassen. Die können mich nochmal beraten und an einem Reststück testen.


@Markwart
Sichtbare Schraubenköpfe kann ich nicht durchsetzen. "Und wenn die Platte sich senkt, stößt der Schraubenkopf den Spachtelpfropfen ab." Die Gefahr sehe ich auch so, vielleicht 2mm runden Schaumstoff oder Watte vor dem Spachteln auf den Schraubenkopf legen? Mit Stockschrauben M8 experimentieren möchte ich lieber nicht. Aber was hälst Du von Spax Rahmenanker ABC RA Schrauben (kleiner Kopf) oder von Fensterbauschrauben mit Zylinderkopf 7,5mm (ohne Kopf)? Die sind doch auch nicht schlecht oder? Ergibt eine kleine Spachtelstelle.

Gruß Stefan S. aus Tangermünde an der Elbe
selbst gemacht ists´oft genauer
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 23.03.11

Moin Stefan,


sowas ähnliches war damals auch mein Plan....das wird nur endloses Gepuhle, aber nicht wirklich gerade.

Besser ist das halbe Baudielen seitlich an die Balken anzulaschen, mit 5mm Weichholzstreifen drauf wär dann auch ein wenig Trittschalldämpfung möglich.

Dann kannst du auch mit ner Richtlatte vorher prüfen, ob's wirklich gerade ist.

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.03.11

Upps, doppelt....


.....
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.03.11

...


Hallo Stefan,

wenn Du die Behandlung des Bodens noch aufschieben willst, kann ich Dir nur den Tip geben, pass auf wegen möglicher Fußabdrücke auf den OSB. Hier im Forum wirst Du einiges zum Thema Oberflächenbehandlung finden. Bemüh mal die Suchfunktion!

Auch kannst Du hier nochmal wegen der Schraubenfrage schauen. Hab ja eigentlich schon auf die Diskussion Teil- oder Vollgemwinde gewartet ( ... Irgendwie ist noch keiner drauf angesprungen)! ... Ich würd ja Teilgewinde nehmen, da Du die Platten sonst ohne den "schweren Jungen" in der Regel nicht sauber angezogen bekommst. Zu den SPAX gibt es auch kostengünstigere Alternativen. Schau Dich mal in den Fachmärkten (! ... nicht Baumärkte) um.

Das Herausdrücken der Verspachtelungen ist freilich ein Problem, was man auch bei den Dielen von früher hatte. Da Du aber mit Schrauben arbeitest, die lang genug, und sauber angezogen sein sollten, sehe ich das erstmal weniger kritisch als bei Nägeln. ... Klar, passieren kanns trotzdem! ... Jeh nach dem, wie stark die Bewegungen in der Decke sind. Eine Entkopplung mittels elastichen Puffer zwischen Schraubenkopf und Spachtel wäre freilich ne Lösung. Wird aber wohl eher eine Fummelarbeit. Hebs Dir auf für die Schrauben, die am Ende wirklich durchdrücken! Wichtiger für das Halten der Verspachtelung wäre in meinen Augen die Art der Verfüllung (Schrumpfung der Spachtelmasse) und die zur Verfügung stehende Kontaktfläche (möglichst groß).

Gruß aus Berlin
Alt ist relativ!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.03.11

OSB mit Naturöl behandeln....


OSB ist ja recht weich und grobporig.

Wir verwenden wür einen Oberflächenschutz das Parkettöl - Fußbodenöl für die Sättigung der Holzfaser. Anschließend wird noch das Finish-Öl aufpoliert. Dieses Öl füllt die Poren mit Naturharzen. Diese Oberfläche ist widerstandsfähiger als die Behandlung mit Wachs.

Näheres habe ich unter

http://natural-farben.de/aktuell/2010-10/osb-platten-behandeln-oelen/

beschrieben.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de
lehm lassn und lehm - Naturfarben und Baubiologie
Mitglied der Fachwerk.de Community
Natural Naturfarben Shop | | 26.03.11


Hallo,

mit dem Ausgleich der Balken habe ich angefangen, ganz klassisch, Holzleisen (60mm Breit wo es eine Fuge gibt und 40mm wo es keine Fuge geben wird) mit versenkten Schrauben auf die Balken geschraubt und solagen abgehobelt bis die richtige Höhe erreicht ist. Gemessen habe ich mit Lasernivelliergerät, Zollstock und eien einen neben der Leiste gespannten Bindfaden.
Im welchen Abstand muss ich die Platten auf die Balken schrauben? Und wie weit von Platterand entfernt darf ich schrauben? Laut Datenblatt ">5dn (dn = Nenndurchmesser der Verbindungsmittel)" also bei einer 6mm Schraube 30mm vom Rand. Ist das so Richtig?

Gruß Stefan S. aus Tangermünde an der Elbe
selbst gemacht ists´oft genauer
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.03.11

Moin Stefan,


beim Schrauben zu dicht am Plattenrand besteht die Gefahr die Nut etwas zusammenzuziehen = nächste Platte geht nicht mehr bündig rein. Diese Schrauben erst reindrehen wenn die nächste Platte liegt. Bei 30mm Abstand wirst du da allerdings kein Problem haben.

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 28.03.11