Fachwerk.de - Sandiges/schwaches Mauerwerk für Lehmputz vorbehandeln ?

Hallo zusammen ...

Der alte Putz ist abgeschlagen, das Ziegel-Mauerwek liegt frei.
Nun soll ein Lehmputz aufgebracht werden, allerdings ist das Mauerwek bzw. der Mörtel ziemlich sandig und macht mir nicht den stabilsten Eindruck.
Wie behandle ich das Mauerwek richtig vor ? Bei Claytec hat man mir empfohlen, etwas zu machen, aber was konkret gemacht werden sollte, dazu sollte ich im Baustoffhandel nachfragen. Bevor mir dort dann evtl. etwas ungeeignetes empfohlen wird, wollte ich hier mal nachfragen, welche Produkte man verwenden kann. Der vorhandenen Mörtel soll gestärkt werden, ohne daß man hinterher Probleme mit dem Lehmputz bekommt, oder sich durch Kunststoff-Grundierung eine Feuchtigkeitssperre einbaut.

Schon jetzt vielen Dank für Eure Hilfe !

Andreas
Wir kriegen unser Faß ohne Boden schon noch in den Griff :-)
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Andreas L. | 27.06.08
Sandende Fugen
Hallo,

Ich würde Nachkalken mit Kalkglätte von z.B. Solubel. Die fehlende Festigkeit kann nämlich auf Auswaschung der calzitischen Bestandteile zurückzuführen sein oder auf Mangel an Bindemittel beim Verarbeiten. In beiden Fällen hilft nachträgliche Zugabe von Bindemitteln.
Allerdings ist sofortiges luftdichtes Schließen mit Lehm dann nicht angesagt. Eventuell müssen Sie die "offene Zeit" sogar durch Proben bestimmen.
Bei größeren Fugentiefen, Unregelmäßigkeiten und Löchern im Verband wäre anschließend sogar eine Verfestigung mit leicht hydraulisch eingestelltem Kalkmörtel sinnvoll, sprich: Verfugung mit dem Fugeisen.
Lieferanten: Gräfix, Solubel, Hessler, Otterbein, wenn es die feinen Adressen sein sollen.
Wülfrather / Rheinkalk dürften aber auch Naturhydraulische Luftkalkmörtel (NHL) im Angebot haben.


Grüße aus der Nachbarschaft
Neue Nutzungen für alte Gebäude
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Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | D.B. | 27.06.08

Hallo Herr Beckmann,

wie immer beim zweiten Durchlesen stelle ich fest, daß ich zu wenig Infos gegeben habe:

Es handelt sich um die Innenseite der Außenmauer. Außen ist vor ein paar Jahren neu verfugt worden, und daher alles ok. Innen war ca. 3 cm Putz drauf, den ich komplett ersetzen will, weil es einfacher ist, den Putz abzuschlagen als die Rückstände vom Fliessenkleber abzumachen, mit dem die Thermotapete angebracht wurde :-)

Das Mauerwerk ist ungefähr 110 Jahre alt.

Größere Fugentiefen gibt es wenig und das "nicht sofortige Luftdichte Schliessen" sollte auch kein Problem sein, da ich genug andere "Baustellen" im Haus habe.

Danke für die Info und Grüße in den Pott

Andreas
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Andreas L. | 27.06.08
Antwort von Solubel
Hallo an alle, die es interessiert.

Ich habe Solubel mal angeschrieben, hier die ausführliche und nachvollziehbare Antwort. Super Service !

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Sie können durch Zugabe von Bindemittel Kalk ihren alten Mörtel wieder verfestigen. Wenn das Mauerwerk eine Innenseite ist kann es keine calzitische Auswaschung sein,denn so ein Vorgang kann nur im Außenbereich stattfinden wo Feuchte wie Regen an den Kalkmörtel direkt einfliesen kann. Im Innenbereich handelt es sich vorwiegend um einen Bindemittelverlust durch wenig Karbonatiesation das ist die langsame ständige Erhöhung der Härte des Putzes und bessere Einbindung des Bindemittels Kalk das kann der Mörtel nur wenn er genügend Wasser bekommen hat.

Eine Festigung können sie nur erreichen mit unseren Produkt Staubkalk, da dieses Produkt hochfein nochmals aufgemahlen wird das es mit Wasser über die Kappillarporen des alten Mörtel in diesen mit eindringen kann und
sich im Putzgefüge dann anbindet. Eine Kalkglätte kann dieses nicht da die Partikelgrößen zu groß sind und nur oben aufliegen.Das Produkt Staubkalk enthält keinerlei künstliche und hydraulische Bestandteile nur hochfeines Bindemittel,bei der Verarbeitung müssten sie die Wand sehr gut vornässen und im nassen Zustand diese Suspension einstreichen nach einen Tag Standzeit können sie ihren Lehmputz darüber Arbeiten.

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Gruß

Andreas L.
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Andreas L. | 01.07.08
Putz
Der Putzgrund sollte vor Beginn der Putzarbeiten u.a. ausreichend fest sein. Absandende Teile müssen abgekehrt oder anderweitig entfernt werden.
Die Ziegeloberflächen sollten einen ausreichenden Haftgrund darstellen.
Den Fugenmörtel im oberflächennahen Bereich zu verfestigen, halte ich nicht für erforderlich, ebenso das Aufbringen eines besonderen Haftmörtels zur Untergrundvorbehandlung. Das ist nur bei sehr festen, wenig saugenden Untergründen wie Klinker oder bei inhomogenen Mauerwerk aus verschiedenen Materialien erforderlich. In diesem Falls sollte ein dünnflüssiger Vorspritzmörtel vorzugsweise als Zement- oder Kalkzementputz aufgetragen werden.
Ansonsten sind die allgemeinen Putzregeln nach DIN 18550 zu beachten.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | Georg Böttcher | 02.07.08

den Äußerungen von Solubel ist nicht zuzufügen, man(n) hätte es nicht besser beschreiben können. Sie werden es nicht bereuen und den richtigen Weg beschreiten. Und auch über den Lehmputz wird die Freude groß sein. Welchen wollen sie verwenden?

viele Grüße aus Radebeul
Michael Reisinger
bewusst anders - Planen, Bauen, Leben
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Planungsbüro für gesundes Bauen | Michael Reisinger | 08.07.08
Staubkalk
Ein ähnliches Problem hatten wir an einen Bauvorhaben.
Nach der Reingung des Untergrundes Fugen gut auskratzen usw,haben wir das Mauerwerk sehr gut angefeuchtet und naß in naß den Staubkalk aufgebracht und den nächsten Tag unseren weiteren Putz-Aufbau mit Erfolg weitergeführt.

Mit freundlichen Grüßen
Torsten Selle
Natürliches Bauen mit Naturbaustoffen,Leinölfarben,Kiefernteeröl,Luftkalk, Lehmbaustoffen in Sachsen
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Lehmbau,Naturbau & Naturbaustoffhandel Selle | Naturbau T. Selle Sachsen | 08.07.08

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