Schimmelbildung Haus um 1901 nach Sanierung

ich habe in einem Raum das Problem das sich in einer Ecke Schimmel bildet.
Das Haus ist BJ. 1901 und folgt aufgebaut:
-Lehmboden
-Bruchsteinfundament, nur gelegt nicht gemörtelt
-Dann Sockel, ca. 60 cm hoch, davon 15-20 cm im Erdreich, von aussen verputzt, innen nicht
- Horizontalsperre, alte Dachpappe, guckt teilweise kaum nach aussen heraus
- 36 er Ziegelmauerwerk, aussen und innen mit Zementputz zw. 20-30 mm
Der ehemalige Boden (Dielen auf Balken in Sandbett) wurde entfernt, 25 cm tief ausgebuddelt und neuer Aufbau.
- Folie
- 25cm WU Beton
- Katja Dichtbahn
- 10 cm Styropor
- 3 cm Styropor,Alu-kaschiert mit Fußbodenheizung
- 7-10 cm Estrich
- Trittschalldämmung
- Vinylboden

in dem besagten Raum fühlt sich die Wand innen nass und eiskalt an. ich bekomm bei gleicher Heizleistung diesen Raum auch nie so warm wie die anderen Zimmer. Es fühlt sich auch immer so an als wenn es zieht. obwohl nichts offen ist. ich habe von aussen mal etwas freigegraben sowie etwas Putz weggenommen und folgendes vorliegen.
Sockelmauerwerk ist leicht feucht bis zur Horizontalsperre, gemessen ca 20 %. Oberhalb der Horizontalsperre hab ich 8% gemessen. Innen habe ich (kann ja nur oberhalb der Hör-sperre messen) habe ich zw. 12-22 %. Das ganze verstehe ich nicht wirklich.....
insgesamt habe ich eine Raumfeuchte von 40-50% in allen Räumen. Stelle ich das besagte Messgerät in die Schimmelecke wandert der Wert teils auf 55-65%.
Wo soll ich anfangen zu suchen?
ziele sind machbar
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| 16.01.17

Wärmebrücke


Bei Google oder hier im Forum unter dem Begriff "Wärmebrücke".
So etwas passiert wenn ein Teil der Wände etwas kühler sind als der Rest; ein halbes oder ein Grad Kelvin reichen da schon. Wenn dazu noch die entsprechende Luftfeuchte kommt bildet sich Kondenswasser auf der Oberfläche.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 16.01.17

Bin heute


mal wieder im "Schlaumeiermodus". Die Einheit Kelvin wird nicht in Grad angegeben. Duck und weg


Methusalem | 16.01.17

Bodenaufbau Wärmebrücken Schimmelverhinderung


der Bodenaufbau hätte wesentlich einfacher ausgeführt werden können.

Bei Gebäude-Außenecken handelt es sich um zweidimensionale Wärmebrücken, bei denen die Außenwand im Bereich der Ecke in voller Mauerstärke Wärme abführen kann- gleichzeitig ist der innenliegende wärmeaufnehmende Bereich sehr klein, sodass in den Ecken die Wandtemperatur absinkt und dies zu Taupunktunterschreitung, Kondenswasserausfall und in der Folge zu Schimmel führt.

Abhilfe ist durch Dämmung (und notfalls Erwärmung) möglich.

Sorptionsfähige Wandoberflächen ohne Tapeten und organische Bestandteile sind günstig, um Schimmel zu verhindern/zu minimieren und als Wandfarben Kalk- oder noch besser Silikatfarben verwenden, die aufgrund der Alkalität wesentlich länger Schimmel verhindern können.

Andreas Teich

Danke


Dankeich möchte mich erstmal recht herzlich bedanken.
Der Kommentar ..... Grad.....Kelvin hätte gespart werden können da er zwar klugscheißerisch richtig ist aber hier, wo es sich nicht um studiumsrelevante Fragen und Berechnungen handelt, völlig fehl platziert ist. Führt wohl eher zu einem Ergebnis das Leute wie ich am Ende gar keine Infos mehr erhalten weil diejenigen die sich gut auskennen gar kein Bock mehr haben zu antworten!

Das mit der Wärmebrücke leuchtet insofern ein da es eine Stelle ist die zwar nicht bedeckt ist aber im Aussenbereich der Sitz teilweise abgebröckelt ist und auch der Sockel beschädigt ist. Dadurch vermutlich noch mehr Temperaturdelta zw. Wand aussen und innen (Taupunktverschiebung)
Ich werde im Frühjahr somit den Putz reparieren, Sockel vertikal abdichten, Perimeterdämmung sowie die Fassade mit Mineraldämmung dämmen.

Es beruhigt mich sehr an dieser Stelle das es nichts schlimmeres ist und ich nicht von Grund auf neu ....beginnen muss. Eher weiter und weiter. Vielen Dank nochmal. Aber jetzt erst mal das Dach für den Junior ausbauen.
:-)
ziele sind machbar
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 17.01.17

Danke


Dankeich möchte mich erstmal recht herzlich bedanken.
Der Kommentar ..... Grad.....Kelvin hätte gespart werden können da er zwar klugscheißerisch richtig ist aber hier, wo es sich nicht um studiumsrelevante Fragen und Berechnungen handelt, völlig fehl platziert ist. Führt wohl eher zu einem Ergebnis das Leute wie ich am Ende gar keine Infos mehr erhalten weil diejenigen die sich gut auskennen gar kein Bock mehr haben zu antworten!

Das mit der Wärmebrücke leuchtet insofern ein da es eine Stelle ist die zwar nicht bedeckt ist aber im Aussenbereich der Sitz teilweise abgebröckelt ist und auch der Sockel beschädigt ist. Dadurch vermutlich noch mehr Temperaturdelta zw. Wand aussen und innen (Taupunktverschiebung)
Ich werde im Frühjahr somit den Putz reparieren, Sockel vertikal abdichten, Perimeterdämmung sowie die Fassade mit Mineraldämmung dämmen.

Es beruhigt mich sehr an dieser Stelle das es nichts schlimmeres ist und ich nicht von Grund auf neu ....beginnen muss. Eher weiter und weiter. Vielen Dank nochmal. Aber jetzt erst mal das Dach für den Junior ausbauen.
:-)
ziele sind machbar
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| 17.01.17

Wärmebrücke


Ich bin froh über solche "klugscheißerischen" Kommentare wenn ich Fehler mache. So lerne ich dazu.
Insofern war das nicht für Sie gedacht.

Falls die Skizze stimmt ist die Ursache für die Schimmelbildung jetzt klarer:
Der kleine Absatz in Höhe des Estrichs an der Außenmauer. Hier dringt Wasser in die Wandfuge ein.
Höhere Wandfeuchte-höhere Wärmeleitung- mehr Kondensatausfall.
Da kann sich was zusätzlich zur geometrischen Wärmebrücke aufschaukeln. Das passiert vor allem in der Übergangszeit wenn die Fußbodenheizung noch nicht läuft.
In schwülen Sommern bei kurzzeitiger Wetteränderung finde ich oft solche verschimmelten Bereiche.

Jetzt möchte ich zur Abwechslung auch mal klugscheißen:
Der Fußbodenaufbau ist, was Geld und Materialeinsatz betrifft, suboptimal.
Statt "WU- Beton" (was er garantiert nicht ist und braucht), also Stahlbeton, hätte auch eine Sauberkeitsschicht von ca. 5 cm unbewehrter Allerweltsbeton gereicht.
Ob 13 cm Styropor das zulässige Maß der Zusammendrückbarkeit einhalten ist zweifelhaft. Klugscheißerisch gesehen hätte ein Anteil von Styrodur hineingehört um dieses Maß zu sichern.
Dann ist die Dicke des Estrichs mit 9-13 cm für mich nicht nachvollziehbar. Das bedeutet er wurde im Gefälle eingebaut?
Die Dicke ist für einen Estrich ebenfalls außerhalb der Norm. Estriche gibt es nur bis zu einer Nenndicke von 75 m. Die sind nur erforderlich wenn Einzellasten bis 4 KN und Flächenlasten von 5 KN/m² eingetragen werden. So etwas taucht in Wohnungen nicht auf, ob mit oder ohne Gefälle.
Für normale Wohnnutzung reicht eine Estrichdicke von 45 mm.
Beide Werte beziehen sich auf Zementestrich Klasse F4 und Bauart B .
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 17.01.17

Sorry Stefan


ich wollte die Stimmung nicht vermiesen!


Methusalem | 17.01.17

ist wohl Styropor


Hallo,

der WU Beton ist laut meiner Bestellung und Rechnung schon WU Beton.
Was die Dicke und den Aufbau angeht hatte das leider was mit den Deckenhöhen und Endfußbodenhöhe zu tun sowie der Tatsache das WU Beton erst ab einer Stärke von 20 cm auch wu ist. Leider sind zwischen den gesamten Räumen ein fertiger Flur gewesen so dass beim navigieren ein Fehler auftrat. Deshalb musste der Estrich in einem Raum etwas dicker werden. ansonsten sind es 6 cm Estrich. vorgäbe durch Heizungsbauer waren min. 5-8 cm.
am Ende werde ich ihre Ratschläge gerne im Frühjahr umsetzen und mich (hoffentlich) im nächsten Winter an trockenen Wänden erfreuen.
Achse Styropor war für mich nur nen Oberbegriff. ist schon das was für nen Bodenaufbau benutz werden soll, verlegt in 2 Lagen versetzt je 5 cm Stärke.
also Styrodur, sorry
Vielen herzlichen Dank für die netten Antworten und der Hilfe
Mit freundlichen Grüßen

Stefan
ziele sind machbar
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| 17.01.17

WU Beton


Den Fehler mit WU- Beton machen nicht nur Sie sondern viele Selbstbauer.
WU ist keine Bezeichnung einer Betonsorte. Alle Betone ab einer bestimmten Qualitätsstufe sind GEEIGNET um WU- Beton herzustellen. Es geht um bestimmte Sieblinien des Zuschlags, Mindestzementgehalt und den einzuhaltenden Wasserzementwert. Wenn diese Kriterien erfüllt sind kann man damit WU- Beton herstellen. Zum WU Beton gehören noch eine spezielle Planung des Bauteils mit Bewehrung, Rissweitenbeschränkung, geometrischer Ausführung. Dann die Herstellung an sich.
Planung- Material-Ausführung. Diese drei Faktoren bestimmen zum Schluß ob das Bauteil die Kriterien von WU- Beton erfüllt, also Beton mit hohem Wassereindringwiderstand. Den gibt es übrigens noch in zwei Klassen.
Betonwerke Verkaufen jemanden der was von WU erzählt gerne höherwertigen weil teureren Beton als den popeligen Regelbeton C 25/30 F3. Der ist zwar für die meisten Aufgaben im Heimwerkerbereich schon überbemessen aber eben billiger als die besseren Sorten.
In Ihrem Fall war "WU"- Beton völlig überflüssig da unnötig.
Der wird dann eingesetzt wenn es um hydrostatischen Druck geht, also Bauwerke im Grund- oder Stauwasser (weiße Wanne).
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 17.01.17

Hier gibt es noch Schwachstellen...


.. denn wie wird diese Ecke ausreichend warm?
Welche Heizungsart ist hier vorgesehen?
Wie soll der Raum genutzt werden?
Wer hat denn die Feuchte und mit was gemessen?
In welcher Höhe wurde die Temperatur aber auch die Feuchte gemessen?
Alles gegen feuchte Wände und Keller
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| 17.01.17

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