Sanierung Holzbalkendecke

Sanierung HolzbalkendeckeHallo,

ich habe leider auch wieder einmal eine Frage zu Holzbalkendeckensanierung, wie auch schon viele vor mir. Ich habe zwar schon viel darüber gelesen, aber die eine richtige Lösung für mich ist mir leider noch nicht klar. Prinzipiell soll alles einfach steifer und leiser werden. Auf den Bildern sieht man die geöffnete Decke und den Teils geöffneten Boden. In einem Zimmer mit einfacher Dämmwolle gefüllt, im anderen mit etwas Kies.

Hier mal die Daten:
Wenn die Balken im Boden gleich dimensioniert sind wie in der Decke zum Dachboden, dann sind diese ca. 16cm dick und 12cm breit. Ich glaube die 16cm auch messend zu können wenn ich einen Meterstab an dem Fehlboden vorbei durchstecke. Zwischen den Balken ist eine Lücke von ca. 70cm.
In einem Zimmer liegt auf dem Fehlboden Dämmwolle und in dem anderem liegt Kies darauf.

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Es wäre schön auf dem Balken nicht mehr als 5.5cm Bodenaufbau drauf zu packen. Besser wären sogar 4.5cm, dann komme ich gut an den Bodenaufbau am Flur ran, ohne da viel machen zu müssen.

Ich bin mir zudem nicht siecher wie viel Gewicht ich in die Decke einbringen soll, oder kann. Mein Statiker sagt, dass ich nicht mehr als bereits vorhanden einbringen soll. Sicher ist sicher.

Soll ich mit Gewicht arbeiten oder reichen Trittschalldämmungen? Was haltet ihr von Hanf als Füllung und Matte zwischen Balken und Dielen/OSB? Soll man lieber gleich Dielen nehmen, oder erste eine OSB Platte und dann Parkett?

Schon mal vielen Dank für jede Hilfe!

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| 14.10.16

Ihr Statiker


könnte das auch ausrechnen und Ihnen eine konkrete Antwort geben. Zur Trittschalldämmung ist Masse zielführend. Der Kies wäre ja schon mal ein guter Anhaltspunkt, notfalls einen qm rausnehmen und wiegen. Wie sind denn die jeweiligen Räume unten/oben genutzt, gedämmt? Hinweise zum Bodenaufbau auf Holzbalken finden Sie auf Georg Böttchers Homepage.
Leben ist das was passiert, während Du eifrig dabei bist andere Pläne zu machen. (J. Lennon)
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| 14.10.16

Deckenaufbau


Diese Decke wurde in den letzten Jahren bereits saniert. Was Sie machen können ist den Trockenestrich herunterzunehmen und gegen einen neuen, trittschallentkoppelten Trockenestrich auszutauschen.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 15.10.16

Hallo,


schon mal Danke für die Hinweise.

Das was so aussieht wie Trockenestrich ist eine 1.8cm dicke Pressspanplatte. Die Würde ich austauschen. Außerdem waren die angeschraubt und damit nicht wirklich schallhämmend.
Den Kies werde ich morgen mal für eine kleine Fläche wiegen.

Genutzt werden beide Räume als Schlaf- bzw. Kinderzimmer. Darunter liegt der Wohnbereich. Daher liegt mir viel daran etwas Schalldämmung rein zu bringen, damit ich meinen Mittagsschlaf nicht mit Teeny Musik verbringen muss :)

Im Wohnbereich darunter waren die Decke teils mit Styropor, teils mit Dämmwolle gedämmt. Beim Sanieren ersetzen wir die Deckenverkleidung im Wohnbereich mit Rigipsplatten. Die Raumhöhe im Wohnbereich ist aber schon relativ gering, daher würden wir die Decke nur ungern stark abhängen.

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| 15.10.16

Deckenaufbau


http://www.fermacell.de/gipsfaser_estrich_hf.php

Die Decke von unten entweder mit Direktabhängern oder mit Hutprofilen abhängen. Vergessen Sie die Randprofile nicht.
Die Füllungen drinlassen, ev. mit Mineralwolle ergänzen (Trommeleffekt verhindern).
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 15.10.16

Decke


Hallo,

aus eigener Erfahrung würde ich gerne folgende Info beisteuern,

wir haben vor zwei Jahren unsere Wohnzimmerdecke erneuert. Ich wollte auch etwas für den Trittschall bzw. Körperschall tun.

Ausgangsbasis waren die Deckenbalken welche mit Rauspund belegt waren, dazwischen befand sich Glaswolle (180mm).Ein Aufbau von oben war mangels Deckenhöhe nicht möglich. Wir haben die Decke unten mit Direkt-Abhängern abgehängt und Regips angeschraubt.
Das hat die ganze Sache eigentlich noch schlimmer gemacht. Also wenn Gipskartondecke dann nur mit Federschienen (ging bei uns nicht da Höhenunterschiede der Balken enorm). Wir hören jeden Schritt sogar Gespräche sind zu erahnen.


Gruß

Dominik


D. Koch | 19.10.16

Einschubdecke


Spätestens jetzt wissen Sie warum die Decke einen Einschub hatte: um eine schwere Schüttung aufzunehmen. Luftschall kann man nur durch Masse dämpfen, Schwingungen ebenso.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 19.10.16

Mein Ansatz...


Endlich habe ich es mal geschafft mich wieder um den Boden zu kümmern. Ich habe die Schüttung aus Kies im rechten Zimmer gewogen und bin auf ca. 60kg/m2 gekommen. Jetzt wäre mein Ansatz den linken Raum auch wieder auf diesen Stand zurück zu bauen, da in dem linken Raum ja die Schüttung entfernt wurde und Dämmwolle verbaut ist.
Dann entferne ich in beiden Räumen die alten Pressspanplatten bzw. den Rauspund und verlege OSB Platten. Darauf kommen 25-30mm Trittschallplatten aus Steinwolle. Darauf wohl wieder dünnere OSB und dann Fertigparkett o.Ä..

Klingt das vernünftig?

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| 25.10.16

Fußbodenaufbau


Klingt das vernünftig?
NEIN.
Das ist ein nach Gefühl zusammengewurstelter Aufbau von dem Sie glauben er könnte funktionieren.

Warum wollen Sie keinen in der Praxis erprobten, billigeren und einfacher zu montierenden Aufbau?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.10.16

Fermacell Aufbau


Hallo Herr Böttcher,

bei dem Fermacell System bin ich mir nicht sicher. Kann ich die Gipsfaser Estrich-Elemente direkt auf den Rauspund bzw. eine OSB Platte aufbringen wenn ich die Elemente verklebe und nicht mit dem Untergrund verschraube? In den Videos und Unterlagen wird ein solcher Fall nicht gezeigt, weshalb ich vermute, dass das nicht funktionieren würde.

Ein Gipsfaser Estrich-Element (27,3kg/m2) in Verbindung mit einer Wabenschüttung (70 - 115 kg/m2) hört sich für mich sehr schwer an. Das wären mindestens 61% mehr Gewicht pro m2 als bisher verbaut. Das klingt für mich vielleicht sogar zu viel. Macht es Ihrer Meinung Sinn mit nur 60kg/m2 einen Bodenaufbau zu gestallten oder schafft man damit keine zufriedenstellende Schalldämmung?

Sie schrieben außerdem zuvor: "[..]Die Füllungen drinlassen, ev. mit Mineralwolle ergänzen (Trommeleffekt verhindern).[..]"
Meinten sie dabei die Schüttung, die man von unten noch mit Mineralwolle ergänzen soll?

Vielen Dank schon mal für die Informationen.

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| 26.10.16

Deckenaufbau


1. Es gibt noch weitere Trockenestrichsysteme.
2. Was macht Sie so sicher das Ihr System das bessere ist?
3. MASSE gehört in - oder auf! eine Holzbalkendecke. Dafür ist sie ausgelegt und bemessen, egal wie alt sie ist. Holzbalkendecken wurden mit Verkehrslasten zwischen 2 und 3 kN bemessen, die Eigenmasse inkl. Schüttung zwischen 1,5 bis 3 kN.
4. Die Trockenestrichelemente bilden einen schwimmenden Estrich der Trittschallgeräusche und Luftschall recht gut dämpft, wenn er entkoppelt! verlegt wird.
Wozu alles abreißen?
Ich weiß nicht wie die gesamte Decke aussieht. Auf dem ersten Foto ist ein Deckenfeld mit sauber abgesenkten Dielen zu sehen. Wieso nicht den Estrich darauf statt der Pressspanplatte verlegen? Sie können sich den ganzen anderen Zauber (außer einem Rieselschutz) dann sparen. Ihre Rechnereien auch. Die eine Decke mit Kies, die andere eben ohne. Wozu haben Sie einen Statiker? Wenn der meint die Decke mit dem Kies ist unterbemessen soll er einen Nachweis führen.
Schalldämmung funktioniert übrigens nicht so simpel. Dazu gehört eine ganze Menge mehr.
Was für Wabenschüttung? Kenne ich nicht, davon habe ich nichts geschrieben.
Trommeleffekt verhindern heißt Hohlräume auffüllen. Oben.
Bei einer Unterhangdecke steht der Aufbau ebenfalls bei den Markenherstellern in den Unterlagen drin.

Noch eins zum Schluß:
Nehmen Sie geprüfte, bewährte Systeme, es gibt sie für so ziemlich alle denkbaren Fälle. Wählen Sie das richtige aus, und HALTEN SIE SICH DARAN! Keine eigenwilligen Änderungen bei Aufbau und Material. So was können sich nur Profis leisten denn die wissen was sie tun.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.10.16

Balken-Bilder aus der Bilddatenbank: