Sanierung einer Holzbalkendecke im Siedlungshaus (Teil 2)

Hallo,

ich hatte das Thema bereits im Juni angesprochen, allerdings kann ich in dem Beitrag nicht mehr antworten: http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/sanierung-einer-holzbalkendecke-im-siedlungshaus-251036.html

Deshalb nochmal hier neu, da das Thema nun näher rückt und hoffentlich im Winter angegangen werden kann. Die Situation stellt sich jetzt wie folgt dar:
Sanierung eines 50er Jahre Siedlungshaus mit 1,5 Stockwerken und Holzbalkendecke. Der Fußbodenaufbau sieht momentan so aus:
* Oben auf den Balken sind teilweise Dielen
* Holzbalken mit ca. 14-16 cm, lichter Abstand ca. 70 cm, Länge knapp 8 m, Ecken abgerundet, mittig auf Stahlträger aufgelegt
* Fehlboden zwischen den Balken: auf Dachlatten, die zwischen die Balken genagelt sind, liegen Schwartenbretter. Darauf eine Papierschicht als Rieselschutz (die leider das zeitliche gesegnet hat). Darauf eine Schicht gebrannter Sand und Beton.

Änderungen zum Juni:
* Die Unterdecke wurde komplett entfernt. Die Deckenbalken und der Fehlboden liegen nun von unten frei. Wenn der Rest erledigt ist, soll die Decke unten abgehangen werden.
* Die Füllung im Fehlboden soll entfernt werden, damit das Rieseln ein Ende hat. Im Zuge dessen würde ich auch die Schwartenbretter, die momentan den Fehlboden bilden, durch OSB oder Rauspund ersetzen. Ist es sinnvoll, die alte Schüttung danach wieder einzubringen oder sollte etwas neues genutzt werden (z.B. eine nicht zu leichte Bims-Schüttung eventuell in Kombination mit Gehwegplatten)?

Möglichkeiten:
1. Zur Aussteifung wollte ich ursprünglich flächig auf der Oberseite der Balken OSB-Platten (25-30 mm oder 2x 15 mm) verlegen. Niveauausgleich mit untergelegten Holzbrettchen. Den Fehlboden erneuern mit 15 mm OSB oder Rauspung und wieder verfüllen. Das wäre prinzipiell der gleiche Aufbau wie bisher auch. Mehr Aufbauhöhe über den Balken habe ich auch nicht zur Verfügung.
2. Fehlboden komplett entfernen (inklusive Dachlatten), beidseitig an die Balken neue Bohlen schrauben und damit den Niveauausgleich und eine Verstärkung der Balken erreichen. Den Fehlboden erneuern mit 15 mm OSB oder Rauspung und wieder verfüllen. Obendrauf wieder OSB verschrauben. Oder schwimmend Verlegen mit Trittschalldämmung? Allerdings die Aufbauhöhe...
3. Fehlboden komplett entfernen (inklusive Dachlatten), beidseitig an die Balken neue Kanthölzer (60x80) schrauben. Darauf OSB-Platten 25 mm als tragende Schicht. Mit neuer Schüttung bis 1 cm über die Balken auffüllen. Trockenestrich/OSB schwimmend verlegen.

Danke und Grüße

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.11.16

Nummer 4...


Wenn die Aufbauhöhe knapp ist:

Fehlboden entfernen. Bohlen mit dem Laser nivelliert anschrauben, so dass die Oberkante 25 mm OSB dem höchsten Punkt der Balken entspricht. OSB für Fehlboden von unten anschrauben (ist ja jetzt offen), Schüttung nach Belieben.

Auf die Balken Ausgleichsschüttung (liegen je nach Krümmung etwas tiefer als OSB), dann Trockenestrich mit Trittschalldämmung verlegen.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.11.16

Nummer 4


Das wäre eine Kombination aus Idee 2 und 3. Gefällt mir aber auf jeden Fall besser als Idee 3.
Durch die seitlich angebrachten Bohlen sollte sich ja auch eine Ertüchtigung der alten, minimal dimensionierten Holzbalken erreichen lassen. Lediglich die saubere Montage an den nicht maßhaltigen Deckenbalken könnte problematisch werden.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.11.16

Holzbalkendecke sanieren


Nur wegen Rieseln die komplette Füllung herausnehmen ist viel zu aufwendig. Diese bewirkt Schalldämmung, Brand-und Hitzeschutz und steift aus.
OSB- oder Gipsfaserplatten direkt darunter geschraubt beendet das Rieseln genau so zuverlässig.
Ggf kann statt der seitlichen Holzleisten ein Metallwinkel verschraubt werden.
Kann die Konstruktion oberseitig zur Verstärkung nicht erhöht werden
-sofern diese überhaupt notwendig ist- kann zB längs unter jeden Balken ein zusätzlicher Balken verschraubt werden zur Erhöhung der Tragfähigkeit.
Niveau oben ausgleichen je nach Nutzung, Bodenbelag und Ansprüchen.

Verbesserung der Aussteifung ist nur bei Schäden notwendig, die Mängel vermuten lassen (in Italien sicher sinnvoll- bei meinem 100 Jahre alten Haus gabs vor Jahren auch bei Erdbeben mit 5,6 Stärke in 100 km Entfernung vom Epizentrum keinerlei Schäden bei früher üblichen Deckenaufbauten)

Andreas Teich

Aussteifung


Eine Aussteifung ist sicher nicht unbedingt notwendig, aber meiner Meinung nach schon erstrebenswert. Das Haus ist Anfang der 50er gebaut und die Holzbalken der Decke sind ebenso wie die Dachsparren minimal dimensioniert. Es wurde eben verbaut, was verfügbar war und das war nicht viel.
Seit die unterseitige Deckenverkleidung (Schwartenbretter vernagelt, Schilfmatten, Putz) entfernt wurde, neigt die Decke stärker zum Schwingen. Das würde ich einerseits auf die nun fehlende, aussteifende Wirkung der Schwartenbretter und andererseits auf das nun fehlende Gewicht zurückführen.
Das Gewicht lässt sich durch eine neue Unterdecke aus Gipskarton wieder herstellen, die Aussteifung aber nicht.
Unterseitig Balken anschrauben geht nicht, da das zu Lasten der Deckenhöhe im EG geht.
Deswegen (und aus Kostengründen) war auch Variante 1 angedacht: zwei Lagen 15 mm OSB oberseitig miteinander verklebt und mit Konstruktionsschrauben an die Balken geschraubt als aussteifende Platte.

Thema Trittschall: Interessant ist der ja eigentlich nur im Kinderzimmer. Da würde ich auch eine 3 cm Stufe ins Zimmer hinnehmen. Da könnte dann z.B. noch ein Trockenestrich mit unterseitig aufgebrachter 1 cm dicker Trittschalldämmung zusätzlich aufgelegt werden.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 07.11.16

Balken-Bilder aus der Bilddatenbank: