Sandstein hydrophobierung alternative

hallo zusammen,

wir bauen uns ein ca. 400 jahre altes Gebäude aus.
wir haben im erdgesschoss 80cm dicke sandsteinwände.
in 2 Räumen lassen wir teile davon sichtbar.
eine Große Wand im Schlafzimmer und ein paar steine im bad.
ordentlich verfugt ist schon alles. sieht auch sehr schön aus.
problem ist, der Stein rieselt natürlich jedes mal wenn man ihn berührt. gerade im schlafzimmer, wo ein Bett an der wand steht, ist das eher ungünstig.
unser steinmetz/maurer meinte einfach hydrophobieren.
ich bin da skeptisch. besonders nach dem lesen von der Meinung von konrad fischer zum thema hydrophobierung.
zumahl hydrophobierung auch eher für fasaden gedacht ist.
gibt es eine gute, gerne natürliche Alternative, welche die Oberfläche des Steins etwas bindet, damit dieser nicht so rieselt.?

vielen dank,
felix
Glück
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.09.16

Sandstein


Zuerst sollten Sie die Frage beantworten WARUM der Sandstein rieselt. Die Ursache dafür muß abgestellt werden, das können z.B. Fäkalsalze wie Nitrate sein die infolge der Nutzung eingelagert wurden. Die müssen zuerst entfernt werden, eine aufwändige und schwierige Sache. Wenn die Ursache abgestellt ist müssen die Folgen beseitigt werden. Dazu kann es schon reichen das alles Lose abgekehrt bzw. abgespitzt wird- etwas das man vor dem Verfugen macht.
Eine oberflächliche Verfestigung kann dazu führen das ganze Schalen des Steines abgelöst werden, deshalb Vorsicht mit solchen Mitteln im Selbstversuch.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 06.09.16

danke für diese sehr hilfreiche antwort.


Die Sandsteinwände stehen direkt auf dem erdboden. sprich es gibt keine wirkliche Trennung zum Erdreich, und Nein, eine solche werden wir auch nicht einbringen, da der Aufwand gigantisch ist.
Uns ist bewusst, das es immer aufsteigende Feuchtichkeit gibt.

Die Sandsteine hier aus der Region sind nicht die festesten. sind zum teil recht weich, deshalb rieseln sie auch bei mechanischer einwirkung (anfassen, anlehnen etc).

Ich habe mir folgenden Artikel durch gelesen http://www.konrad-fischer-info.de/29bau04.htm
kann ich weiter empfehlen.
Und Nein, ich möchte keine solchen Mittel im Selbstversuch verwenden.
Deshalb frage ich ja auch nach einer Alternative...

danke
Glück
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.09.16

Sandsteinsanierung


Auf die bekannte Methode ein paar unter Fachleuten allgemein bekannte Sachen aus der Fachliteratur abzuschreiben und die Essenz daraus nach der Methode zu präsentieren alle sind doof nur der Fischer ist schlau und weiß alles kann man getrost verzichten. Die eigentlichen Quellen finden Sie auch im Internet, ohne Polemik und der Verkündung alleinseligmachender Katechismen.
Ihnen nützt dieses Elaborat jedenfalls nix.
Das mit der berüchtigten "aufsteigenden Feuchte" (die es übrigens nach Fischer`scher Lesart gar nicht gibt) sollten Sie nicht überbewerten. Sandsteine haben je nach Art und Herkunft ein viel kleineres kapillares Leitvermögen als Ziegel. Es kommt ganz auf die Herkunft an. Beispiel: In meinen Unterlagen habe ich eine kapillare Wasseraufnahme von ca. 7 M% für Schilf- und Lettenkohlensandsteine aus Thüringen gefunden, Kyffhäuser Sandsteine (Oberkarbon) liegen zwischen ca. 3,5 M% und 4,6 M%, wobei die tatsächlichen Porenräume davon zum Teil heftig abweichen können. Ähnlich ist es mit den anderen Kennwerten. Zum Vergleich: Der klassische Backstein liegt so um die 20 M%.
Mit einigen einfachen Versuchen und Probenentnahmen kann man ein paar wichtige Kenndaten wie kapillare Wasseraufnahmefähigkeit und Salzgehalt feststellen; darauf aufbauend Sanierungsmaßnahmen planen.
Rein vom Gefühl her glaube ich das bei Ihnen, falls es Innenwände sind, Kapillarität in Form von aufsteigender/eindringender Feuchte keine Rolle spielt; ich vermute Kondensateintrag und daraus folgend Salztransport. Haben Sie Fotos von den betreffenden Wänden?
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 06.09.16