Salzausblühungen Neubau im Keller?

Salzausblühungen Neubau im Keller?Hallo zusammen,

ich bin etwas verzweifelt. Wir haben neu (massiv) gebaut und wohnen seit 1 Jahr im neuen Haus. Das Haus wurde im Expressmodus innerhalb von 6 Monaten fertiggestellt.

Ich habe jetzt seit einem halben Jahr an 2 (Innen-)Wänden im Keller diese Ausblühungen. Eine Wand ist stark befallen, bei der anderen nur im Sockelbereich. Der Keller ist größtenteils auch beheizt, Temperaturen sind dort um die 20° und die Feuchtigkeit ca. 40%.

Ich habe die Wand mit Salpeterentferner aus dem Baumarkt behandelt. Es war dann auch größtenteils wieder gut, aber seit paar Wochen hat sich das wiederholt.

Kann mir jemand helfen? Was ist das? Welche Ursache hat es und wie lann ich es langfristig entfernen? Mein Gipser meint, dass durch die schnelle Fertigstellung Feuchtigkeit in den Wänden sei. Ich solle noch abwarten, bis alles trocken ist und dann saniert er die betroffenen Wände.

Was meint ihr?

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.02.16

Rückfrage


Sind die Kellerwänd aus Beton oder gemauert ?
Wo ist die letzte Sperrschicht ?
Wie waren die Waserstände nach dem Regen im Keller - hat es da bei den möglicherweise vermauerten Steinen eine Abdichtung bis auf Höhe des Estrichs gegeben, damit das überlicherweise nach Regen anstehende Wasser nicht in die Wände eindringen kann. Gibt es eine oder zwei horizontale Abdichtungen in der Wand ? Gegen Ausblühungen hilft am einfachsten ein Abkehren !
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.02.16

Antwort


Antwortdie Innenwände sind gemauert. Was genau ist eine Sperrschicht?

Es waren schon größere Mengen Wasser in diesem Bereich während des Rohbaus. Ich werde gleich noch weitere Bilder und Pläne mit Markierungen hochladen.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.02.16

weitere Bilder


weitere Bilder.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.02.16

Bild


Bild.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.02.16

Was genau ist eine Sperrschicht?


Eine Bitumenbahn o.ä. unter der 1. Lage Ziegelstein oder auf der 1. Lage oder noch besser beides. Auf deinem Foto sehe ich weder noch...


Methusalem | 24.02.16

Wurde die


Wie wurde die Arbeitsfuge zwischen Bodenplatte und Betonaußenwand abgedichtet?


Methusalem | 24.02.16

Gibt


Gibt es überhaupt eine Abdichtung der Bodenplatte gegen Bodenfeuchte?


Methusalem | 24.02.16

zumindest


zumindestdüfte damit die Ursache klar sein. Wenn es dann noch Gipsputz ist :-( einige Ziegelhersteller haben mit Salzausblühungen zu kämpfen. Beosnders wenn der Rohbau absäuft durch fehlende Abdeckung gegen Regen oder eben wie bei Dir scheinbar Pfusch . Hier siehst Du auch die Abdichtung, beim Mauern unter den Wänden ausgeführt und dann in der Fläche angeschweißt. Rettet aber nicht vorm stehenden Wasser während der Bauphase, so sollte sich die Rohbaufirma etwas einfallen lassen (Pumpensumpf oder Abdichtung ca 15 cm hoch)
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.02.16

@Olaf


Was ist das für ein lustiges Detail am Wandkopf? Ziegelflachstürze???


Methusalem | 24.02.16

das


war nicht meine sondern eine Nachbarbaustelle -irgendeine Ausgleichschicht sicherlich ...
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.02.16

liederlich


liederlichBei genauem Hinsehen ist erkennbar, dass unter der Bewehrung der Bodenplatte Noppenbahnen ausgelegt sind. Die sind hierfür nicht geeignet / zugelassen: Angeblich wird hier die Sauberkeitsschicht erspart, und die ist eigentlich nicht einmal so teuer.
Nachdem die Abstandshalter für die untere Matte aufgestellt sind werden die Matten eingebracht. Hierbei und beim Begehen der Matten können Löcher in der Noppenbahn entstehen. Auch verutschen evt. die Abstandhalter, was durch die Noppen zu einer nicht mehr ausreichenden Überdeckung des Betonstahls führen kann.

Bei einer löchrigen Noppenbahn, die ohnehin nicht dicht ist an den Überlappungen kann Wasser an das Bauteil geraten. Bei einer nicht ausreichenden Betonstahlüberdeckung kann der Stahl korrodieren und auf Dauer sein Volumen vergrößern.
Auch fliest im Beton enthaltenes Wasser nach dem Einbringen durch Löcher Überlappungen ab. Das soll nicht sein.

Ich kenne nur eine von Delta die das kann, die hat aber eine andere Farbe .... Vielleicht gibt es da noch andere? => Ran an den Rohbauer und die Richtigkeit bestätigen lassen. Vielleicht bekommen Sie ja noch eine Unternehmererklärung.

Die horizontale Absperrung fehlt unter der Mauerwerkslage. Das ist ein Muss. Gut gemacht kommt nochmal eine über der ersten Mauerwerkslage.

Wenn das was ich da sehe der Blitzschutz sein soll, würde ich das mal durchmessen lassen. Wurde der Boden zuvor verdichtet und die Tragfähigkeit hergestellt?

Die Frage von Methusalem ist nicht ohne. Stell doch bitte nochmal ein Bild von der fertigen Bodenplatte ohne Wände ein. Handelt es sich um Wasserundurchlässigen Beton? Bei Platte und Wänden?

Irgendjemand hat hier nicht wirklich aufgepasst. Hat das jemand überwacht?

Trauriger Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer
Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden. (Mies van der Rohe)
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro Kornmayer | | 25.02.16

Baufeuchte


Die Fotos sagen eine Menge aus.
Die Bodenplatte vor dem Betonieren ist der Horror.
Unmengen von Stahl, ein richtiges Bewehrungsstahllager. Ob die Mindeststahlabstände beim Betonieren hier eingehalten wurden wäre fast ein Wunder.
Noch nie habe ich auf einer Baustelle für ein EFH so viele Einläufe bzw. Steigestränge für Abwasser gesehen. Vor allem nicht IN der Bodenplatte, man legt so etwas darunter oder hängt es an die Kellerdecke. In der Bodenplatte sind das Schwachpunkte im Gefüge, Sollbruchstellen. Dann sehe ich keinerlei Sicherung der Leitungen und des HA- Schachtes gegen Aufschwimmen, nur die obere Bewehrungslage. Die Muffen können sich durch Bewegungen beim Betonieren verschieben und so undicht werden.
Das wäre auch eine der möglichen Schadensursachen für die Feuchteschäden die ich den bereits erwähnten hinzufügen möchte:
Zuerst während der Bauphase vernässt da nicht abgedeckte Ziegel. Die Hohlräume können eine Menge Regenwasser speichern. Ich habe schon erlebt das beim Anbohren ein Wasserstrahl aus der Wand lief.
Dann das mit der Abdichtung. Wahrscheinlich taucht in der Ausschreibung wieder das Wort WU- Beton auf der keiner ist, der jedenfalls bestimmt nicht.
Die aufgehenden Wände sollten wohl ebenfalls betoniert werden, daher vermutlich die Anschlußeisen. Hoffentlich wurden Quellbänder oder Verpressschläuche eingelegt bevor die Wände betoniert wurden.
In den Bauunterlagen der ausführenden Firma sollte es Protokolle für die Abnahme der Bewehrungslage vor dem Betoniergang der Bodenplatte geben, unterschrieben vom Statiker oder Ihrem Baubetreuer/Bauleiter.
Dann die Dokumentation des Betoniervorganges mit Zeitpunkt, Wetter, Liefernachweisen für den Transportbeton und Dokumentation der Nachbehandlung.
Analog für die Wände. Hier gibt es laut WU- Richtlinie ein umfangreiches Procedere das einzuhalten ist.
Reinigung der Aufstandsfläche mit einem scharfen Wasserstrahl von der Sinterschicht. Anschlußmischung, Einhalten der maximalen Fallhöhe und der Mindestabstände usw.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 25.02.16

Sperrschicht


Sperrschichtwobei ich mich mal von einer Baufirma vor Jahren belehren lassen mußte, daß die 2. Sperr-Schicht nicht mehr vorgeschrieben wäre (also beim Fehlen kein Mangel), aber Sinn macht sie auf alle Fälle. Aufgrund der Bilder vom Rohbau und der Lage im Keller tippe ich weiterhin auf stehendes Wasser auf der Bodenplatte - passt auch zum Schadensbild.
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 25.02.16

und


zur Bodenplatte - um die KG-Rohre sehe ich kein Quellband !
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 25.02.16


Welche Folgerungen schließt Du aus den Antworten und wie geht es weiter?
Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden. (Mies van der Rohe)
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro Kornmayer | | 07.03.16

Vorbereitung einer Klage


gegen Bauträger/Baumarktmitarbeiter/Maurer/Bauberater/Nachbar/Das Forum für echte Häuslebauer?
gez.xxx


Aonymous | 07.03.16

Baupfusch


Deine Wandausblühungen scheinen den Bildern nach das kleinste Problem zu sein.
Hast du den kompletten Bauablauf dokumentiert?
Gibt's ein Bautagebuch-Abnahmeprotokolle?
Hast du eine genaue Leistungs- und Baubeschreibung?
Gibt es Bodengutachten/Baugrunduntersuchungen?
Wie erfolgte der Bau der Bodenplatte, der Kellerwände,
die Abdichtung der Wände außen und des Bodens innen?
- die Bodenabdichtung muß an die Wandabdichtung (die hier zu fehlen scheint) angeschlossen werden.

Du solltest in jedem Fall einen Bausachverständigen einschalten, der deine Unterlagen und den Bau begutachtet,
soweit dies anhand von Bildern und Vor-Ort-Untersuchungen möglich ist.
Evt auch zwecks Begutachtung den 'Verband privater Bauherren' befragen.

Andreas Teich

@Herr Teich


Zitat "die Bodenabdichtung muß an die Wandabdichtung (die hier zu fehlen scheint) angeschlossen werden."

Wie soll das gehen bei Betonsohle-Betonwand? Woraus folgern Sie, dass die Wandabdichtung fehlt? Oder wollten Sie auch noch was neues ins Spiel bringen, weil sie den Fred vor 2 Wochen verpasst haben?


Methusalem | 07.03.16

Innenwandabdichtung


Hallo Methusalem@
Danke für den Hinweis

Ich habe den Hinweis auf die Innenwände bezogen,
auf die sich die ursprüngliche Frage bezog.

Ich vermute dass die Mauerköpfe bei Regen nicht abgedeckt wurden und/ oder auch zuviel Mörtel in die Kammern fiel.Bei gleichzeitig fehlender Sperre und mangelnder Trocknung werden die Ausblühungen dadurch begünstigt.

Bei betonierten Außenwänden ist eine solche Abdichtung natürlich nicht möglich

Andreas Teich


Man weiß nicht was vereinbart war.

Wenn Bodenplatte und Keller als WU-Beton ausgeführt werden sollte, gelten andere Anforderungen an die Bewehrung um Rissbreiten zu begrenzen. Dann gehört eben auch ein Fugenblech / -band in jene Bereiche die nicht in einem Zuge vergossen werden – eben auch im Bereich Bodenplatte / aufgehende Wand.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer
Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden. (Mies van der Rohe)
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro Kornmayer | | 08.03.16

hmm


Hallo zusammen,

besten Dank für die umfangreichen und detailierten Ausführungen. Die Situation ist dadurch vereinfacht oder auch erschwert, dass mein Vater der Bauplaner, Bauleiter und der Statiker war. Er war mehrfach täglich auf der Baustelle und hat die Schritte mit dem Capo des Rohbauers geplant und besprochen. Er hat mit Firmen seines Vertrauens (aufgrund vieler gemeinsamer Projekte über viele Jahre) gearbeitet. Daher sind die Protokolle etc. etwas vernachlässigt worden. Daher ist es schwer, jeden Beteiligten hier gleich anzugehen ohne genau zu wissen, woran es liegen könnte.

In der Tat war das Mauerwerk während der Regentage nicht abgedeckt und das Regenwasser hat sich während des Rohbaus meist genau in diesem Bereich angesammelt (hier sind auch die Treppen von den oberen Stockwerken).

Meine Hoffnung ist, dass es aufgrund der kurzen Bauphase (5-6 Monate) Restfeuchtigkeit in den Wänden ist, die sich so auswirken. Das ist die Vermutung von meinem Vater und auch von Olaf gewesen. Der Beton im Keller und auch die Bodenplatte sind WU. Die Rohre in der Bodenplatte waren notwendig, da es sonst mit den Hausanschlüssen (waren leider auf einer anderen Höhe wie angegeben und geplant) nicht gepasst hätte.

Laut meinem Vater gibt es an der untersten Schicht eine Sperrschicht (man sieht sie in den Bilder nur nicht).

Da die Ausblühungen in 1 Jahr nur 2x aufgetreten sind (das letzte mal ist es durch mehrfachen Einsatz von Salpeterentferner weggegangen) denke und hoffe ich, dass es halb so schlimm ist und noch Restfeuchte in den Wänden ist.

Was ist eure Meinung nach diesen Zusatzinfos und was sind eure Handlungsempfehlungen? Jetzt eine Sachverständigen für viel Geld zu beauftragen, damit er auf das selbe Ergebnis kommt (Restfeuchte in den Ziegeln) wäre doof. Daher bin ich sehr dankbar um Euren Input bisher und hoffentlich auch weiterhin :)

DANKE DANKE

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 08.03.16

Ausblühungen


Ausblühungen einfach abkehren.

Wandfeuchtigkeit im betroffenen Bereich messen

Mit welcher Farbe wurde gestrichen?

Wenn zu feucht:
trocknen lassen, Anstrich ggf entfernen.

Sehr Feuchte Bereiche anbohren und überprüfen.

Überprüfen ob tatsächlich unter den Innenwänden eine Feuchtigkeitssperre verlegt wurde und
wie/ob diese an der Abdichtung auf dem Boden angeschlossen wurde.

Andreas Teich

Bodenplatte


In der Bodenplatte ist definitiv zuviel Bewehrungsstahl. Die Rissweitenbeschränkung in einem auf Biegzug belasteten Bauteil ist schon durch die Tragbewehrung gegeben. Bewehrung zur Rissweitenbegrenzung ist in den aufgehenden Mauern wichtig die Zwängungen unterliegen, Tragbewehrung ist dort nur wenig erforderlich.
Die Methode- viel hilft viel- nützt bei WU- Bauteilen nichts, die Bewehrung liegt in vielen Teilen zu eng.
Wenn die festgelegten Mindestabstände nicht eingehalten werden besteht die Gefahr das sich darunter Hohlräume und Nester beim Betonieren bilden.
Das was Sie als "Sperrschicht" bezeichnen soll wohl die Noppenbahn sein. Das ist keine Sperrschicht, nur eine Trennlage.
Das mit der Entwässerung hätte so nicht passieren brauchen und dürfen.
Es ist ein grober Baufehler bzw. -mangel.
Wenn der Vorfluter nicht tief genug liegt dann muß man die Grundleitungen höher legen, auch aus Gründen der Rückstausicherung. Das Höherlegen heißt ÜBER die Bodenplatte und unter der Kellerdecke und/oder an den Kellerwänden entlang; eine übliche Verlegeart.
Das mit der Restbaufeuchte durch eingedrungenen Regen sehe ich auch als Ursache der Ausblühungen. Die bestehen wahrscheinlich aus Calcit; Salpeterentferner nützt da gar nichts.
Auf Grund solcher verwandschaftlichen oder freundschaftlichen Verbindungen sollte man gerade besonders pingelig sein was Kontrollen, Schriftverkehr, vorgeschriebene Handlungen usw. angeht.
Jetzt werden Sie wohl kaum noch eine Minderung für diese nicht mehr abzustellenden Mängel erhalten und wenn zum Preis von ernsthaften Zerwürfnissen.
Man kann nur hoffen das Ihr Beispiel anderen helfen wird nicht die gleichen Fehler zu machen.
Sie können froh sein wenn die feuchten Stellen einmal abgetrocknet sind und der Keller trocken bleibt.
Ich hatte vor ein paar Jahren einen ähnlichen Fall, ein Neubau mit weißer Wanne als Keller. 5 Jahre war alles trocken bis ein besonders nasser Sommer kam. Die ehemalige, mit Kies verfüllte Baugrube lief mit Oberfächen- und Schichtenwasser voll das nicht mehr schnell genug versickern konnte. Das sich kurzzeitig aufstauende Wasser drang durch die Aufstandsfuge zwischen Bodenplatte und Wänden ein. Ursache war die fehlende Verpressung des eingelegten Dichtungsschlauches mit Dichtmittel. Der Auftragnehmer war mittlerweile pleite.
Das eindringende Wasser verteilte sich unter der Dämmung des Estrichs und vernässte die nicht abgedichteten Aufstandsfugen der Innenwände.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 08.03.16

%


%Hallo Herr Teich/Böttcher,

danke für Ihre Antworten. Inzwischen ist der untere Teil der Wand etwas trockener, der "feuchteste" Teil liegt bei 24% (siehe Bild). Vor wenigen Wochen - als ich den Beitrag eröffnet hatte - lag der Wert bei >33% (weiter misst mein Gerät nicht, daher war es schon höher).

Genau an dieser Stelle (am Boden) habe ich eine Luftfeuchtigkeit von 55% bei 21,5°. ich lüfte alle 2 Tage komplett durch, da geht die Feuchtigkeit auf ca. 30% runter.

Die Innenfarbe ist von Caparol.

Reicht es, die Ausblühungen mit einer Wurzelbürste wegzumachen oder soll ich da irgendein Mittel drauf machen? Ab wann lohnt es sich, die Wand anzubohren?

Ich denke und hoffe, dass die Abdichtungen und Abschlüsse mit größter Sorgfalt gemacht wurden (davon gehe ich Stand heute aus), so dass dies nur noch Restfeuchte ist. Bin ich mit dieser Hoffnung auf dem richtigen Weg?

Ich habe die Statikpläne von der Bodenplatte. Hilft es, wenn ich diese hier reinstelle?

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 08.03.16

Kellerabdichtung


Was nützen Pläne wenn man sich nicht daran hält?
Genau das kann man nicht in einem Forum überprüfen.
Ob Sie mit Ihrer Hoffnung auf dem richtigen Weg sind weiß ich nicht.
Das wird die Zeit ergeben.
Wir (Kellerbauer und ich) haben einmal die Dichtheit einer weißen Wanne (und die der Perimeterdämmung) auf unorthodoxem Weg überprüft- die Baugrubenverfüllung über einen C- Schlauch und einen Hydranten unter Wasser gesetzt.
Nachahmung nicht empfohlen da dies nur im Einzelfall funktioniert.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 08.03.16

Ausblühungen


Caparol stellt ja viele Farben her.
Da es sich wohl nicht um eine Mineralfarbe handelt würde es die Austrocknung beschleunigen,
die schadhaften Stellen abzukratzen,
dann gut trocknen lassen.
Erst nach kompletter Trocknung neu streichen.

Mit der Feuchtigkeit werden die Probleme verschwinden-
ich würde keine Mittel verwenden.

Anbohren oder weitere Maßnahmen nur, wenn die Trocknung an einigen Stellen sehr lange dauert.

Grundsättzlich
Besonders bei Kellerabdichtungen, weißen Wannen etc nur geprüfte Systeme/Materialien verwenden mit externer Bauaufsicht/Endkontrolle.
Alle Abdichtungsmaßnahmen möglichst zusätzlich selbst kontrollieren-
zumindest forografisch dokumentieren inkl Fabrikatangabe und Verarbeitung.

Unter Innenwänden die Feuchtigkeitssperre so verlegen,
dass die Bodenabdichtung daran angeschlossen werden kann.

Zusätzlich eine Abdichtung über der ersten Steinschicht verlegen,
damit evt Feuchtigkeitsschäden auf die unterste Lage beschränkt bleiben.

Mauern auch bei Fensteröffnungen müssen täglich bei Arbeitsende abgedeckt werden.

Innenputze aus Kalk-/Kalkzementputzen sind, zumindest im Kellerbereich aufgrund besserer Feuchtebeständigkeit zu empfehlen.

Als Anstrich mineralische Farben verwenden (Silikat-/Kalkfarben)
Gegen Schimmel sind Silikatfarben am besten-wenn vom Untergrund her möglich, Reinsilikatfarben verwenden-zumindest Silikat-Dispersionsfarben, falls ein Gipsputz vorliegt und Kalk- oder Reinsilikatfarben nicht verwendbar sind.
(Dispersionssilikatfarben dürfen bis 5 % organische Bestandteile enthalten-
bei Weißtönen sind es jedoch lt KEIM nur ca 2%. Farbige Töne haben einen höheren Bedarf an organischen Bindemitteln.)
Kalkfarben sind zwar anfänglich sehr alkalisch, dies hält allerdings nicht dauerhaft an.
Lehmputze/-farben sind nicht wasserbeständig- ermöglichen aber gute Austrocknung und sind leicht reversibel.

Andreas Teich

Bauplaner, Bauleiter und der Statiker


Na besten Dank lieber Papa.

Die Platte kann kein WU-Bauteil sein, allein die KG Rohre zwischen den Bewehrungslagen verhindern das.
Welche theoretische Funktion die doppelte Bewehrung der Platte haben soll bleibt ein Rätsel, praktisch hätten man sie so besser weg lassen können.
Auf welch wundersame Weise so ein exaktes Gefälle der Abwasserleitungen von max. 0,5% eingehalten werden soll bleibt auch ein Geheimnis.

Was ist eigentlich ein WU-Bauteil?
WU heißt Wasserundurchlässig und nicht was viele immer denken Wasserdicht.
In eine ordnungsgemäß ausgeführte WU-Konstruktion kann und darf Wasser eindringen, das Wasser darf nur nicht bis zur anderen Seite durch kommen, darum die Begrifflichkeit „undurchlässig“ und eben nicht „dicht“!
Die Eindringtiefe von Wasser in WU-Konstruktionen kann nach Regelwerken bis zu 70 mm betragen, da wird’s unter den Rohren schon eng.
Wenn an Ihrem Objekt der Lastfall „drückendes- bzw. zeitweise aufstauendes Wasser“ anliegt dann verabschieden Sie sich von dem Traum eines trockenen Kellers.
Dann haben sie, im „günstigsten Fall“ eine vom Schacht ausgehende Bewässerungsanlage entlang aller Abwasserrohre.

Mitglied der Fachwerk.de Community
BAUST Bau & Sanierung Struve | | 08.03.16

Nein, ich dreh durch


Herr Teich, sie vergewaltigen dieses Forum einmal mehr als ihre geistige Müllkippe!

"Gegen Schimmel sind Silikatfarben am besten- möglichst Reinsilikatfarben verwenden-zumindest Silikat-dispersionsfarben."

Über derart dumme Äußerungen: " zumindest Silikat-dispersionsfarben " lieber Herr Teich, freut sich die chemische Industrie.

Welchen PH-Wert haben denn Silikatfarben?
Welchen PH-Wert haben Sumpfkalkfarben?
Welchen PH-Wert haben Silikatdispersionsfarben?

Sie schreiben in iher geistigen Umnachtung über Dinge von denen sie nix, aber auch gar nix verstehen.
Befassen sie sich doch erst einmal mit den Sachen über die sie hier so schreiben, in diesem Fall würde ich mit dem Begriff „Dispersion“ anfangen.

Und wenn sie dann noch Zeit haben lege ich ihnen das Buch hier ans Herz.

Mitglied der Fachwerk.de Community
BAUST Bau & Sanierung Struve | | 08.03.16

Ich fasse mal zusammen


-Die Bodenplatte ist selbst nicht undurchlässig oder gar dicht aufgrund der 10 bis 20 "Sollriss-Stellen" durch die KG Rohre
-auf der Bodenplatte ist keine Abdichtung angeordnet, denn auf dem Foto liegen ja sogar schon Installationsleitungen drauf
-ob die Außenwand und die Anschlussfuge zur Bodenplatte abgedichtet ist wissen wir noch nicht
-ob unter den Innenwänden eine Abdichtung ist, darf bezweifelt werden, da sie auf dem Foto nicht zu sehen ist


Methusalem | 08.03.16

Nutzung


In einem WU-Keller der für die „untergeordneter Nutzung“ geplant und gebaut wurde ist eine weitere Abdichtung der Bodenplatte nicht notwendig. Ist der Keller allerdings für die hochwertige Nutzung vorgesehen ist die Abdichtung der Bodenplatte zwingend einzubauen.
Diese Abdichtung hat aber hier nur den Zweck die Wasserdampfdiffusion aus dem Baugrund zu verhindern.
Diesbezüglich gibt es immer wieder Rechtsstreitigkeiten.
Der Klassiker:
Die Bauherren beauftragen eine Hausbaufirma einen Keller untergeordneter Nutzung (natürlich billiger) zu bauen und bauen dann später in Eigenregie dort Wohnräume ein.

Mitglied der Fachwerk.de Community
BAUST Bau & Sanierung Struve | | 08.03.16

Keller-Bilder aus der Bilddatenbank: