Fachwerk.de - Salz, Wand, Keller, Feuchtigkeit, Salzausblühung
Es geht um einen Kelleraum eines fast hundertjährigen Hauses: An einer Innenwand, die an das Nachbarhaus angrenzt, bröckelt im unteren Bereich der Putz ab, teilweise sind bereits die Ziegelsteine zu sehen. Aus deren Fugen rieselt der Mörtel. Auch sind geringfügig Salzausblühungen (wie Watte) erkennbar. Die Wand ist auch fühlbar feucht, allerdings läuft kein Wasser herunter. Der Boden ist trocken.
Der Kelleraum gehörte zu einer Mietwohnung und wurde vom Mieter ca. 13 Jahre als Abstellraum genutzt. Leider müllte dieser den Keller komplett zu. Es gibt zwei kleine Fenster, die aber nie geöffnet wurden. Konsequent gelüftet wurde der Kelleraum auch nie. Eine Heizung gibt es nicht.
Ende September habe ich dort eine Luftfeuchtigkeit von ca. 71% bei einer Raumtemperatur von 18C gemessen. Nach dem Lüften geht die Luftfeuchtigkeit deutlich herunter.
Meine Frage: Kann die Existenz der Salzausblühung auf Kondensatfeuchtigkeit zurückzuführen sein oder ist das ein eindeutiges Zeichen, dass es sich um aufsteigende Mauerfeuchtigkeit handelt?
Viele Grüße
Eine Salzausblühung...
...hat mit Kondenswasser nichts zu tun.
Aufsteigende Feuchte ist bei Häusern der Jahrhundertwende keine Seltenheit.
Grüße
Thomas
...hat mit Kondenswasser nichts zu tun.
Aufsteigende Feuchte ist bei Häusern der Jahrhundertwende keine Seltenheit.
Grüße
Thomas
Salzausblühung
Nur noch als Ergänzung zur Antwort von Hr. Böhme: Sollte zusätzlich zur aufsteigenden Feuchte Kondenswasser anfallen, was in den meisten Fällen so ist, vergrößert sich des Schadensbild um ein vielfaches.
mfG A. Hoppe
Nur noch als Ergänzung zur Antwort von Hr. Böhme: Sollte zusätzlich zur aufsteigenden Feuchte Kondenswasser anfallen, was in den meisten Fällen so ist, vergrößert sich des Schadensbild um ein vielfaches.
mfG A. Hoppe
Mauersalze und Mauerfeuchte - wir reden nicht nur darüber
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Bau-Reparaturen und Bautenschutz Hoppe | Andreas Hoppe | 03.12.11
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Bau-Reparaturen und Bautenschutz Hoppe | Andreas Hoppe | 03.12.11
Salz und Feuchtigkeit bedingen sich gegenseitig.
Reines kondensiertes Wasser heutiger Zeiten enthält allerdings keinen nennenswerten Salzanteil. Weil hier bald wahrscheinlich der Rat zu einer Vertikalsperre aufkommen wird, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber, dass der Grund für den Salzgehalt der Wand wohl eher in der bewegten hundertjährigen Geschichte des Hauses zu suchen sein wird. Damals fuhren draußen Pferdefuhrwerke statt Autos, später kam von Außen Streusalz hinzu. Innen war früher in bestimmten Notzeiten Tierhaltung sehr verbreitet, auch Menschen, die auf dichtem Raum zusammenleben, dünsten aus. Wer weiß, was sonst noch alles dort gelagert wurde.
Seriöse Methoden der Wandentsalzung setzen eine Salzanalyse vor alles Weitere, ansonsten ist trocknen/lüften schon der richtige Weg. Salzausblühungen sorgfältig entfernen und entsorgen als flankierende Maßnahme. Bevor man leichtgläubig umfangreiche Maßnahmen, empfohlen von den Experten, die daran verdienen, durchführt, sollte man den Begriff Opferputz bei Google eintippen und ihn nicht mit dem Begriff Sanierputz verwechseln.
Und natürlich mal einen Blick in den angrenzenden Keller des Nachbarhauses werfen, vielleicht sieht es da ja noch schlimmer aus…
Reines kondensiertes Wasser heutiger Zeiten enthält allerdings keinen nennenswerten Salzanteil. Weil hier bald wahrscheinlich der Rat zu einer Vertikalsperre aufkommen wird, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber, dass der Grund für den Salzgehalt der Wand wohl eher in der bewegten hundertjährigen Geschichte des Hauses zu suchen sein wird. Damals fuhren draußen Pferdefuhrwerke statt Autos, später kam von Außen Streusalz hinzu. Innen war früher in bestimmten Notzeiten Tierhaltung sehr verbreitet, auch Menschen, die auf dichtem Raum zusammenleben, dünsten aus. Wer weiß, was sonst noch alles dort gelagert wurde.
Seriöse Methoden der Wandentsalzung setzen eine Salzanalyse vor alles Weitere, ansonsten ist trocknen/lüften schon der richtige Weg. Salzausblühungen sorgfältig entfernen und entsorgen als flankierende Maßnahme. Bevor man leichtgläubig umfangreiche Maßnahmen, empfohlen von den Experten, die daran verdienen, durchführt, sollte man den Begriff Opferputz bei Google eintippen und ihn nicht mit dem Begriff Sanierputz verwechseln.
Und natürlich mal einen Blick in den angrenzenden Keller des Nachbarhauses werfen, vielleicht sieht es da ja noch schlimmer aus…
Das Neue ist selten das Gute, weil das Gute nur kurze Zeit das Neue ist.
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Christian Bisping | 03.12.11
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Christian Bisping | 03.12.11
Ich würde...
abklären, ob es externe Feuchtequellen gibt (defektes Fallrohr, Wasser- oder Abwasserrohr); auch im Nachbarkeller. Moderat lüften. Die Notwendigkeit für eine Horizontalsperre gibt es nur selten.
Das stimmt zu 100% nicht: "Salz und Feuchtigkeit BEDINGEN sich gegenseitig."
Es gibt sowohl nasse Wände ohne Salzbelastung, als auch früher versalzte Wände ohne aktuelles Feuchteproblem.
Grüße
Thomas
abklären, ob es externe Feuchtequellen gibt (defektes Fallrohr, Wasser- oder Abwasserrohr); auch im Nachbarkeller. Moderat lüften. Die Notwendigkeit für eine Horizontalsperre gibt es nur selten.
Das stimmt zu 100% nicht: "Salz und Feuchtigkeit BEDINGEN sich gegenseitig."
Es gibt sowohl nasse Wände ohne Salzbelastung, als auch früher versalzte Wände ohne aktuelles Feuchteproblem.
Grüße
Thomas
Moin Frau Müller,
du kannst die entsprechenden stellen auch mit einem Heizlüfter trocknen, ablüften und dann gucken, wie schnell es wieder feucht wird.
Da es ein Keller ist, würde ich die Wand erstmal unverputzt lassen, bis geklärt ist, ob sie wieder "nachfeuchtet".
Gruss, Boris
du kannst die entsprechenden stellen auch mit einem Heizlüfter trocknen, ablüften und dann gucken, wie schnell es wieder feucht wird.
Da es ein Keller ist, würde ich die Wand erstmal unverputzt lassen, bis geklärt ist, ob sie wieder "nachfeuchtet".
Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
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Boris Webler | 03.12.11
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Boris Webler | 03.12.11
Naja…
… direkt widersprechen möchte ich zwar nicht, aber:
Der Spruch "Salz zieht Wasser" hat durchaus seine Berechtigung. Man stelle einfach mal einen flachen Teller mit Salz in einen durchschnittlichen Altbau-Kellerraum: Das Salz wird feucht. Nach dem Prinzip funktionieren doch auch Billig-Schrankentfeuchter aus dem Baumarkt. Steckt das Salz nun in er Wand, gilt Ähnliches. Auch wenn der Keller durch aktive Maßnahmen ausgetrocknet wurde und die versalzte Wand Trocken geworden ist. Sobald wieder Feuchte Luft nachströmt, werden die versalzten Stellen wieder nass. Wand- und Putzschäden entstehen durch den Ausdehnungswechsel zwischen trocken und feucht. Es wird teilweise sogar empfohlen, salzige Wände hinter Folie gleichmäßig nass zu halten, weil sie durch Austrocknung und ggf. späterer erneuter Nässe anfangen zu zerbröseln. Ob diese Systeme aber wirklich halten, was sie versprechen, muss sich erst noch herausstellen.
Umgekehrt kann sich bei Wänden, die, woher auch immer regelmäßig nass waren, das Salz bei der Verdunstung an der Wandoberfläche bilden, also "Totes-Meer-Effekt" oder, je nachdem was früher mal für ein Mörtel bzw. Putz benutzt wurde, auswaschen und Außen absetzen. Ist aber sicherlich auch vom PH-Wert abhängig. Ich habe mal in einem Haus gewohnt, unter dem ein kleiner Bergbach her floss. Es gab dort im Keller sogar eine Wasserentnahmeklappe aus früheren Zeiten. Bei Hochwasser hatte der Bach direkten Kontakt mit der Bodenplatte des Hauses (man musste dann die Metallklappe zur Wasserentnahme fest verriegeln, sonst wäre sie vom Wasser hochgedrückt worden). Trotzdem war der gesamte Keller des Gebäudes "gesund", also keine Salzausblühungen, kein bröckelnder Putz.
… direkt widersprechen möchte ich zwar nicht, aber:
Der Spruch "Salz zieht Wasser" hat durchaus seine Berechtigung. Man stelle einfach mal einen flachen Teller mit Salz in einen durchschnittlichen Altbau-Kellerraum: Das Salz wird feucht. Nach dem Prinzip funktionieren doch auch Billig-Schrankentfeuchter aus dem Baumarkt. Steckt das Salz nun in er Wand, gilt Ähnliches. Auch wenn der Keller durch aktive Maßnahmen ausgetrocknet wurde und die versalzte Wand Trocken geworden ist. Sobald wieder Feuchte Luft nachströmt, werden die versalzten Stellen wieder nass. Wand- und Putzschäden entstehen durch den Ausdehnungswechsel zwischen trocken und feucht. Es wird teilweise sogar empfohlen, salzige Wände hinter Folie gleichmäßig nass zu halten, weil sie durch Austrocknung und ggf. späterer erneuter Nässe anfangen zu zerbröseln. Ob diese Systeme aber wirklich halten, was sie versprechen, muss sich erst noch herausstellen.
Umgekehrt kann sich bei Wänden, die, woher auch immer regelmäßig nass waren, das Salz bei der Verdunstung an der Wandoberfläche bilden, also "Totes-Meer-Effekt" oder, je nachdem was früher mal für ein Mörtel bzw. Putz benutzt wurde, auswaschen und Außen absetzen. Ist aber sicherlich auch vom PH-Wert abhängig. Ich habe mal in einem Haus gewohnt, unter dem ein kleiner Bergbach her floss. Es gab dort im Keller sogar eine Wasserentnahmeklappe aus früheren Zeiten. Bei Hochwasser hatte der Bach direkten Kontakt mit der Bodenplatte des Hauses (man musste dann die Metallklappe zur Wasserentnahme fest verriegeln, sonst wäre sie vom Wasser hochgedrückt worden). Trotzdem war der gesamte Keller des Gebäudes "gesund", also keine Salzausblühungen, kein bröckelnder Putz.
Das Neue ist selten das Gute, weil das Gute nur kurze Zeit das Neue ist.
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Christian Bisping | 03.12.11
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Christian Bisping | 03.12.11