Renovierung eines Zimmers in Bauernhaus von 1890 - Decke und Wände

Hallo,

hier habe ich das Haus schon etwas beschrieben:
http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/vorgehen-bei-renovierung-und-eventuellem-kauf-eines-bauernhauses-von-1890-243670.html

Das Wohnzimmer soll nun renoviert werden. Wir haben ein paar Zimmermänner, die sich auskennen, möchte nun aber doch noch mal hier nachfragen, da ich hier die Expertise vermute.

Es geht darum: Das Haus wurde innen fast überall mit Styropor gedämmt. Diese Dämmung soll weg. Ich habe gelesen, dass ungedämmte Wände bei diesen Häusern, wohl das beste seien.
Daher: Styropor von den Außenwänden weg, Haftgrund drauf und dann Verputzen (-> Welcher Putz?).

Die Decke ist mit Holzpaneelen verkleidet. Darunter ist Tapete auf der Putzdecke mit dem Putzträger (Schilf). Darüber eine Holzdecke, die an die Balken genagelt ist. Dann die Balken und auf den Balken alte Dielen. Keine Schüttung, nur Luft.

So, und hier frage ich mich nun, wie ich am sinnvollsten vorgehe. Die Holzdecke muss runter, schon alleine wegen der Außenwände (es entsteht ein Spalt).

Eine sinnvolle Luftschalldämmung, die auch noch verhältnismäßig günstig ist, werde ich von unten wohl nicht rein bekommen oder?
Daher: Von untern fertig machen und so vorbereiten, dass ich die Decke irgendwann einmal von oben tritt- und luftschalldämmen kann? Wie wäre dann der Aufbau sinnvoll?

Oder doch aufwendiger und von unten mit Holzfaserplatten dämmen (Luftschall), die dann irgendwann von oben noch durch einen Trittschall ergänzt werden, wenn die alten Dielen, die stark vom Wurm zerfressen sind, raus kommen?

Wie würdet ihr vorgehen?

Devise: Gut, günstig und möglichst haltbar, sodass ich mich nicht in einem Jahr über mein Vorgehen ärgere.

Viele Grüße,
Flo

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.02.16

Bauernhaus sanieren


Ohne genaue Infos wird hier kaum jemand ein Sanierungskonzept erstellen können. Und selbst mit sind nur unverbindliche Vorschläge möglich.

Wer sagt, dass solche Häuser nicht gedämmt werden sollen ?
Wenn du dieser Empfehlung folgen willst warum nicht von demjenigen auch Vorschläge zur übrigen Sanierung einholen?

Es ist doch nicht so sinnvoll, Außenwände nicht zu dämmen,
dafür aber die Decke-ist darüber eine bewohnte Etage?
Warum ist euch Luftschalldämmung wichtiger als Wärmedämmung?

Sind deine Zimmerleute bauphysikalisch gebildet und können dir Sanierungskonzepte erstellen, bei dem alle Maßnahmen ineinandergreifen sollten.
Wenn Fenster erneuert werden müssen sollte das natürlich im Zusammenhang mit Putz bzw Innen- und Außensanierung erfolgen-
damit nicht doppelt saniert werden muß.
Dabei Wärmebrücken beachten- sonst gibt's Schimmel.

Wie soll geheizt werden?

Bevor grundlegend saniert wird sollte die Eigentumsfrage bzw Kaufmöglichkeiten geklärt werden.

Ohne durchdachtes Konzept wird das nichts- die Arbeiten können ja trotzdem nach und nach durchgeführt werden.

Bei so einem Objekt mit notwendiger Gesamtsanierung ists wohl sinnvoll, einen Energieausweis zu erstellen und Förderungen zu beantragen- die Zinsen sind so günstig, dass die Sanierung sich schon durch reduzierte Heizkosten rentieren kann.
Außer ihr heizt auf Dauer mit Holz, macht alles selbst und habt nichts dagegen im Winter einen Pullover anzuziehen.

Andreas Teich

Muss es eine Innendämmung sein ?


Warum sollen ungedämmte Wände bei diesen Häusern am besten sein ? Wir haben heute etwas andere Erwartungen wegen Wohnkomfort als unsere Vorfahren.

Kennen sich Zimmerleute wirklich mit der Dämmung von Mauerwerk aus ? Ich hätte da meine Zweifel.

Am besten durchgehend aussen dämmen.

Wenn es eine Innendämmung sein muss - bei Mauerwerk würde ich etwas im Stil von Multipor / Kalziumsilikat vorschlagen.

Wegen dem Luftschall kann man mit Steinwolle oder Holzflex etwas machen. Für den Trittschall könnte man von oben noch einen beschwerten Einschub ergänzen wenn die Dielen ersetzt werden. Bitte keine Wunder erwarten, Holzbalkendecken haben ihre Grenzen.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.02.16

Styropor ist weg...


Styropor ist weg...an einigen Stellen war der Putz lose und wurde entfernt. Der Rest der Wand ist uneben und mit einer Lackartigen Farbe überzogen, auf der nichts hält. Teilweise wurde über diese Farbe mit einem Zementputz verputzt, der auch stellenweise wieder abplatzt (weil da eben nichts drauf hält).

Eine Überlegung ist nun, die gesamte Wand bis auf den alten Kalkputz runterzufräsen, die groben Löcher mit Kalkputz auszubessern und dann mit einem Feinputz die ganze Wand glatt zu ziehen. Am Ende soll mit einer Kalkfarbe gestrichen werden. Strom muss vorher noch neu verlegt werden.

Die andere Alternative wäre, den Putz im ganzen Zimmer runterzuhauen und neu aufzubauen. Ist mir nicht so sympathisch.

Was würdet ihr empfehlen?

Die Decke wird mit Direktabhängern an den Balken abgehängt und doppelt mit Gipskarton beplankt. Die Zwischenräume werden mit Stecoflex ausgelegt.

Ach ja: Wir heizen nur mit Holz. Eventuell bauen wir uns im Sommer einen Lehmgrundofen. Sonst vorerst Kaminofen. Es soll erst mal nur dieses Zimmer renoviert werden. Fenster können jetzt nicht getauscht werden.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 20.02.16

Sanierung Wohngebäude


Zu Ihrer ersten og. Anfrage schrieb am 1.12. Will Pickartz u.a.:

"Die meisten berherzten Sanierer haben einen fatalen Hang, alle Fehler, vor denen man sie warnen möchte, trotzdem selbst zu begehen."

Quod erat demonstrandum
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 20.02.16


Ich verstehe, dass Sie mir und Ihnen wünschten, einen durchdachten und fachlich geplanten Sanierungsplan zu haben. Nun ist es aber so, dass mir das Haus (noch) nicht gehört, weiterhin nur wenig Geld vorhanden ist und das Zimmer einfach als Wohnzimmer genutzt werden soll. Alle anderen Zimmer kämen dann erst, sollte etwas konkreter werden bzgl. Kauf oÄ.
Ich nehme die Anregungen sehr gerne an und behalte sie im Hinterkopf.
Mit meinen 27 Jahren sammle ich Erfahrungen und die Renovierung (Sie würden es so nicht nennen) nutze ich, um zu lernen.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 20.02.16

Zimmer renovieren


Dann lassen Sie das Zimmer so wie es ist.
Den Rest dann wenn alle Voraussetzungen wie Finanzierungskonzept, Eigentumsübergang, Sanierungskonzept, Baugenehmigung, Finanzierung geklärt sind.
Die paaar Monate werden Sie es in dem Zimmer aushalten können, auch ohne Deckendämmung und zusätzlichen Schallschutz.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 21.02.16


Eigentlich wäre mir momentan nur das hier wichtig:
"Eine Überlegung ist nun, die gesamte Wand bis auf den alten Kalkputz runterzufräsen, die groben Löcher mit Kalkputz auszubessern und dann mit einem Feinputz die ganze Wand glatt zu ziehen. Am Ende soll mit einer Kalkfarbe gestrichen werden. Strom muss vorher noch neu verlegt werden.

Die andere Alternative wäre, den Putz im ganzen Zimmer runterzuhauen und neu aufzubauen. Ist mir nicht so sympathisch."

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.02.16

Build nice, or build twice...


Wenn mittelfristig eine Aussendämmung kommt:

Leichtgrundputz
Feinputz
Kalkfarbe

Wenn das nicht möglich ist:

Leichtgrundputz zum Ausgleich
Multipor 6 bis 8 cm
Netzeinbettung / deckputz entsprechend Multipor
Kalkfarbe

Die gute Nachricht bei Multipor ist dass das Zeug sehr leicht mit einem Fuchsschwanz zuzuschneiden ist. Die schlechte Nachricht, Bilder oder andere Sachen aufhängen ist schwierig...

Leibungsdämmung nicht vergessen, eigentlich sollte man erst das Fenster ersetzen.

Für die Elektroschlitze empfehle ich dringend eine Schlitzfräse mit zwei Diamantblättern, die normalen Fräsen der Elektriker produzieren zu viel Landschaden. Auch zum Löcher senken sind Dosensenker mit Diamantbesatz viel präziser und wandschonender.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.02.16


Gedämmt wird mittelfristig von Außen.

Und die alten Farbreste und Verspachtelungen etc. egalisiere ich vorher am besten mit einer Sanierfräse? Da der Untergrund zwar hält, aber recht sandig ist: Muss ich den irgendwie primern bevor da ein Feinputz drüber kommt.

Und welchen Feinputz würdest du empfehlen?

Vielen Dank für die Antwort.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.02.16

Deckputz


Ich habe die Verputzerei nicht selber gemacht, da sollten noch andere ihre Meinung beitragen.

Wir haben einen sehr feinen Kalkspachtel (Granol 305), gibt eine sehr schöne Struktur, aber nichts zum selbermachen und eher empfindlich.

Sanierfräse funktioniert gut, ist aber eine ziemliche Arbeit. Hier spreche ich aus eigener Erfahrung...

Ein Haftgrund scheint mir bei einer sandenden Unterlage sinnvoll.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.02.16

Decke-Bilder aus der Bilddatenbank: