Dachstuhl Raehm oder rehm! Wer hat so etwas im Haus?

Hallo,
Suche verzweifelt nach Leuten die mal ein haus umgebaut haben in dessen Obergeschoss ein raehm/rehm läuft.
Problem: im o.g. Ergibt sich ein grosser Innenraum. Allerdings müsste das Licht durch Dachfenster/Gauben kommen. Der Bereich zur Dachschräge wird aber durch einen raehm abgetrennt. Das bedeutet dass man diesen raehm verwinden muss um jeweils Richtung dachschräge zu gelangen. Der raehm stuetzt dass Dach und darf lt. Bauamt höchstens 1x auf jeder Seite geoeffnet werden. Jetzt fehlen uns die Ideen wie man mit dieser Situation eine Wohnung bis ca. 100m2 realisieren soll. Raumaufteilung
usw.
Jemand der diese Probleme mal erfolgreich gelöst hat?
Bin über jeden Rat dankbar
Merengue
Truemmerfrau
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 28.07.11


Fotos wären sehr hilfreich
Der Dachdecker
Mitglied der Fachwerk.de Community
Schildgen | | 28.07.11


Stimmt, aber ich bin zur Zeit mit iPad ausgestattet...darum bin ich auch knapp im Text. Fotos und etwas ausfuerlicheres folgt. Hatte Hoffnung schon vorab die ein oder andere Info zu bekommen, aber danke! Lg merengue
Truemmerfrau
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 28.07.11

Rähm


Der Rähm ist der obere waagerechte Abschlußbalken einer Fachwerkwand. Kann es sein das sie eine Mittelpfette meinen?

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 29.07.11


So, hallo, endlich wieder an einem PC ;-) das geht doch besser als mit ipad.

Ich stelle mich mal kurz vor:
weiblich, ahnungslos aber hochmotiviert.
Wir haben eine Hofstelle in Westfalen/Münsterland gekauft.
Der Baustil ist typisch für die Gegend und es handelt sich nicht um ein Fachwerkhaus. Allerdings sehen wir das 1. Mal so eine Dachkonstruktion (scheint auch typisch zu sein, aber das ist unser erstes so alten Objekt) .
Da ich hier schon länger interessante Beiträge im stillen mitlese habe ich mich dennoch getraut euch/ihnen mein Problem darzulegen.

Jetzt habe ich auch Fotos. Das Problem ist eben dass das Bauamt höchsten eine Türbreite Öffnung des Rehms (Rähms) erlaubt. Wir wissen einfach nicht wie das am Ende gehen kann bzw. aussehen soll.
Truemmerfrau
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.07.11

Rähm/Rehm Foto


Hallo 2. Bild aus einer anderen Perspektive.

lg Merengue
Truemmerfrau
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.07.11

Rähm


Was ist das für ein Mauerwerk da rechts auf dem unteren Foto?
Liegt ein Stück der Mauer auf dem "Rähm" auf?
Wie wurde dieses Gebäude einmal genutzt bzw. zu welchem Zweck wurde es errichtet?

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 30.07.11


Hallo,

rechts sieht man Mauerwerk das auf dem Rähm aufliegt. Hier sind, wenn man die Treppe raufkommt, links und rechts je 1 Zimmer die an der Giebelseite Fenster haben.
Der Rest wurde als Heu und Strohlager genutzt. ( Der Teil den man hauptsächlich auf dem Foto sieht.)
Das ganze ist ein Bauernhaus aus 1893 o. 1898, genau weiss ich das jetzt gar nicht. Die Familie hat damals unten, im vorderen Teil des Hauses gewohnt. Hinten im Stall das Vieh, meist Kühe. Oben waren dann über dem Wohnteil 2 Zimmer die aber vom Stall aus zu erreichen waren.Direkt über dem Vieh war dann Heu und Stroh gelagert.
Nun streben wir eine Wohnung unten und eine oben an. Dabei soll nicht das komplette Gebäude in Wohnraum umgewandelt werden. Lediglich ein etwas größerer Anteil als bisher.
Damals haben für die 2 Zimmer die Giebelfenster als Lichtquelle ausgereicht. Aber wenn man eine ca. 100 m2 Wohnung bauen möchte braucht man als Lichtquelle Dachgauben/fenster die hinter dem Rähm liegen würden. Den mit Treppen zu überwinden wäre möglich, aber was hat man dann für Raum? Passt das überhaupt von der Deckenhöhe usw usw....ich habe mal ein Foto gesehen wo jemand z.B. eine Wanne hinter dem Rähm hatte. Das ist aber die einzige Info die ich zu dem Thema gefunden habe. Und wir möchten nicht einen grossen Raum, sondern schon Küche, Schlafzimmer, Bad usw.
P.S. Die Wand rechts im Bild soll abgetragen werden. Das Dach muss saniert werden, usw. usw.

gruss und danke
Merengue
Truemmerfrau
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 30.07.11

Rähm


Ich kann mit dieser Konstruktion ablolut nichts anfangen. Zuerst habe ich an ein Trockengestell, eine Art Darre gedacht. Die aufgestellte Wand ist ebenfalls völlig rätselhaft. Statisch gesehen kann ich in dieser Konstruktion ebenfalls keinen Sinn erkennen, wenn man mal von der abgesprengten Stuhlsäule links im Vordergrund absieht. Das Tragwerk ist ein Pfettendach mit doppelt stehendem Stuhl, diese Profile sind dafür überflüssig.
Ich habe auf meiner letzten Baustelle eine Art Hängewerk, versteckt in Querwänden, gehabt aber das hier macht einfach keinen Sinn. Vielleicht ergibt sich was wenn man das Geschoss darunter und das gesamte tragende System des Hauses sehen würde.
Ich habe das Gefühl, das das Bauamt genauso im dunkeln tappt.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 30.07.11


seltsame Konstruktion, wo die Ständer auf dem Rähm (was übrigens ein Riegel ist )unterbrochen werden. Wenn genau unter dieser quer-konstruktion eine Tragende Wand ist, könnte die Last von oben anders abgefangen werden, damit wäre der Riegel überflüssig.
Hatten Sie schonmal einen Statiker oder Zimmermann vor Ort?
Der Dachdecker
Mitglied der Fachwerk.de Community
Schildgen | | 30.07.11

Dachgefüge


Hallo Merengue ,

Auch ich kann mit diesem "Gefüge" nichts anfangen.

Holen Sie sich doch einen erfahrenen Zimmermeister aus der Gegend und geben Sie ihm die Aufgabe das Ding (Obergurt? Rähm?
Riegel?) wegzumachen. ;-))

viele Grüße
Denkmäler schützen heißt nicht Genuß suchen,sondern Pietät üben (Georg Dehio)
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro | | 30.07.11


Hallo,
Der Zimmermann war schon da.
Der raehm dient angeblich der Längsaussteifung, wenn ich das richtig verstanden habe.
Wir bekommen nur eine Baugenehmigung weil unser Gebäude als kulturhistorisch bedeutsam eingestuft wurde. Dazu gehört für das Bauamt vor allem die Dachkonstruktion. Daher kann ich mir nicht vorstellen dass die Konstruktion keinen Sinn macht.
Wäre natürlich schön wenn man den raehm entfernen koennte, aber der Mitarbeiter vom Amt scheint solche dachkonstruktionen schon oft gesehen zu haben und meinte das wäre eben so gegeben und da müsse man jetzt mit klarkommen. Eine Erlaubnis zur Öffnung des Raehms wäre schon mehr als wir erwarten dürften.
Meine Frage war urspruenglich dahingehend jemanden zu finden der schon mal so ein Dach ausgebaut hat und Ideen zu bekommen. Wegmachen wuerde ich den raehm auch gerne, aber wenn das Bauamt nicht mitmacht ist das keine Option. Da wir sowieso ein neus Dach bekommen könnte man anders...aber wir dürfen nicht!
Lg merengue
Truemmerfrau
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 31.07.11

Rähm


Das mit der Längsaussteifung ist Quatsch.
Dazu dienen die längsseitigen Kopfbänder an den Mittelpfetten.
Auch das Mauerwerk das in Firstrichtung verläuft kann zur Längsaussteifung herangezogen werden.
Noch was zu der erlaubten Öffnung:
Eine Öffnung des "Rähms" würde diese angebliche Funktion zur Längssaussteifung zerstören, egal ob der Balken 0,1m oder 1m oder 3 m weit aufgeschnitten wird. Auch das ergibt keinen Sinn.
Ohne einen Statiker vor Ort kommen Sie nicht weiter.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 31.07.11

hallo


ich gehe davon aus das es sich hier um eine stuhlwand handelt, die den abschluß der alten darunter liegenden Deele säumt und gleichzeitig die trennung zu den seitenschiffen bildet( viehstallung)! wenn die alten dicken hauptstützen, die unter das Rähm laufen, müßte die Balkenlage der deelendecke auf einer art riegellage, die zwischen den hauptstützen verläuft, aufgesattelt sein. man könnte jetzt unterhalb der balkenlage so eine art zange einzimmern, die von stütze zu stütze reicht oder noch besser einen zugriegel zwischen die beiden hauptstützen einzapfen. der linke auf dem bild zu sehende pfosten, der die Mittelpfette unterstütz bzw trägt, muß durch ein passendes füllholz was auf die balkenlage o. gegebenfalls auf den neuen zuriegel geführt wird abgefangen werden! wie die lasten von der balkenlage oder vom Riegel weiter in die darunter liegende Wand verteilt oder abgeleitet werden, müßte man vor ort prüfen. es sollte auf jedenfall kein größeres problem sein die vorhandene Konstruktion zu trennen und statisch sicher zu erhalten...auch wenn dieses dachgefüge erstmal verwirrend auf uns einwirkt. aber es wäre jetzt schon einmal ein konzept, was man dem Statiker oder zimmerer vor ort vorlegen könnte! aller beste grüße jan-henrik jahns
Bewahre Dein Fachwerkhaus
Mitglied der Fachwerk.de Community
JHJ-Holzbau | | 31.07.11


Hallo,

vielen Dank bis hierher.
Leider verstehe ich den letzen Beitrag nicht, da fehlt mir der technische Sachverstand. ;-)

Es geht in meiner Frage gar nicht darum ob der Rähm Sinn macht oder nicht. Das Bauamt will ihn erhalten wissen.

Wenn jemand natürlich einen Vorschlag hätte wie ich dem Bauamt erkläre dass der Rähm nicht erhalten werden muss nehme diesen Vorschlag dankend an. Aber das geht bei der Frage nicht um technisch/von der Statik her nötig, sondern um den Standpunkt: Die haben damals so gebaut, dass muss erhalten bleiben. Ob die Sinnvoll oder Blödsinnig gebaut haben ist erst mal egal. ( Das muss man alles nicht verstehen, man muss es akzeptieren -soviel habe ich schon gelernt)

Meine Frage ist vielmehr:
Wie kann ich mit so einem Rähm Räume gestalten? Er ist nunmal total im Weg. Da sind wir uns alle einig.
Darum erlaubt das Bauamt eine Öffnung des Rähms auf beiden Seiten. So kann man ohne Treppe auf die andere Seite gelangen. Aber dann hätte ich ja nur einen Tunnel gewonnen. Mir fehlen da Ideen.
Der Zimmermann meinte dass man bei einer Öffnung des Rähms die "tragende" Funktion anders ausgleichen kann. Das wäre technisch alles kein Problem.

Die Mauer die auf den 1. Bildern zu sehen ist steht da nur weil sie eine Zimmerwand darstellt. Wie ich erwähnte sind 2 Zimmer ausgebaut worden, je ein Fenster an der Giebelseite.

Unter dieser Mauer befindet sich im EG tatsächlich auch eine Wand, die wir aber gerne entfernen würden. Wir möchten das EG erst einmal entkernen. Die Mauer liegt aber nicht auf der Mauer usw. Vielmehr liegt auch ein Balken, der widerum auf Stützbalken steht, auf. Zwischen den Balken wurde dann gemauert, wie auch bei Fachwerkhäusern üblich.

Ich hänge jetzt noch mal ein Foto an dass ich aus einer anderne Perspektive gemacht habe.
Es zeigt die Dachkonstruktion über dem Viehstall. Dann kann man vielleicht ein besseren Gesamteindruck gewinnen.
In meinem Rücken würden sich dann die beiden ausgebauten Räume an der anderen Giebelseite befinden.

ich danke allen für die vielen Beiträge bisher und es tut mir leid wenn ich mein Problem technisch nicht gut erklären kann, ich bin eben nicht vom Fach.

lg
Merengue
Truemmerfrau
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 31.07.11

Bild


Ansicht Rähm, links+rechts
Truemmerfrau
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 31.07.11

hallo,


es sollte ja auch nur ein vorschlag sein, den man dann mit den fachleuten vor ort besprechen kann:-).
warum laßt ihr das ding nicht erstmal drin, und bereitet alle maßnamen für einen trennschnitt vor?
Statiker nicht vergessen!
irgendwann ist das ding mal weg....!
gruß jh
Bewahre Dein Fachwerkhaus
Mitglied der Fachwerk.de Community
JHJ-Holzbau | | 31.07.11

Diese Wandkonstruktion


haben wir vor Kurzem grad hinter - also östlich - der Elbe vorgefunden , durchgebundene Ständer der Deelenlängswände .
Dort hatten die Vorväter wenig Hemmung mal ein Teil rauszusägen 8:( .
Der Vorschreiber hat ja angedeutet , was möglich wär , ohne der Sache geneigte Statiker/in und Zimmer/in wird's nix .
zudem :
Für eine ordentliche Nutzbarkeit und Belichtung braucht es hier eine etwas breitere Gaube , wenn zulässig .
100m² mit zwei Einfeldgauben zu belichten wird mindestens schwierig .
Gruß Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
Mitglied der Fachwerk.de Community
Brüggemann + Kube ZiMMEREi | | 31.07.11


Danke.
Ich bin auch für Vorschläge offen, allerdings haben wir eine Baulast unterschrieben dass wir das Dachgefuege erhalten, ich werde auf keinen Fall nachträglich was machen.
Ich habe auch nie davon gesprochen nur 2 Gauben einzubauen. Ich habe 2 Giebelfenster, an jeder Seite sind ca. 3 Gauben erlaubt und evtl Dachflaechenfenster. Gauben sind nur über der Wohnbebauung erlaubt, aber mehr wollen wir auch gar nicht.
Auf dem foto kann ich die raehm situation nicht erkennen bzw. wo da jemand etwas rausgeschnitten haben soll.

Irgendwie gehen die antworten leider alle ein wenig an meinem thema vorbei, aber ich danke dennoch allen die willig sind mir zu helfen.

Viele Gruesse
Merengue
Truemmerfrau
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 31.07.11