Silikon und Zement in Fachwerkaußenwand

Hallo alle zusammen,
ich stehe gerade vor ein paar Schwierigkeiten und hoffe, dass Ihr mir weiterhelfen könnt. Ich habe ein 200 Jahre altes Fachwerkhaus erworben. Die Konstruktion wirkt erstmal noch gut in Schuß. Dennoch hat der Vorbesitzer ziemlich viel Unsinn gemacht. Das Gefach hat er noch mit Lehmstein ausgemauert. Doch dann sind die Gefache von Außen mit Kalkzement verputzt und die Fugen mit Silikon abgedichtet.
Ich weiß schon, dass das schlecht ist, da nicht atmungsaktiv uns so, hab aber nicht genug Geld um das ganze Haus auf einen Schlag zu sanieren.
Seit Ihr der Meinung, dass ich alles sofort entfernen muss, damit die Konstruktion nicht schimmelt? Was mache ich mit den großen Spalten, die sowohl zwischen dem Holz, als auch zwischen Holz und Gefach entstehen? Habt Ihr nen Tipp womit ich das Gefach neu verputze, bzw erstmal den Kalkzement wegbekomme?
Vielen Dank und beste Grüße
Christian

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.06.13

Sichtfachwerk


Wie sieht denn der Putz insgeamt aus?
Gibt es Abplatzungen, Absandungen, Risse?
Steht der Putz in Schalen vor dem Mauerwerk?
Wie sehen die Fugen ohne das Silikon aus?
Wurden die Fugen schon einmal mit Mörtel nachgebessert?
Gibt es am Holz bzw. Putz braune Ablaufspuren,also Wasserfahnen aus baunem Wasser die bei Regen aus den Fugen laufen?

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 14.06.13

Sünden - Teil 1 bis …


Hallo

nach dem Bild zu urteilen und den Erläuterungen … würde ich wie folgt vorgehen …

1. würde ich das Silicon alles rausholen … da reicht eine lange Leiter ein Schraubenzieher oder ähnliches …

Wenn dann irgend wann mal ein Gerüst steht würde ich die Farbe analysieren … entfernen und evtl ersetzen …

In dem Zuge auch den KZ Putz entfernen und mit Kalk neu aufbauen …

allerdings würde ich VOR der ganzen Bearbeiterei mal alle sichtbaren Schäden auflisten, bei möglichen Schäden mal nachschauen … und mir ein Sanierungskonzept erstellen lassen oder selber stricken …

ich stosse mich halt an den Worten: … wirkt … in Schuß … Unsinn … atmungsaktiv Geld schimmelt …

Wenn alles klar ist … dann lohnt es sich das Ganze Schritt für Schritt zu bearbeiten … da macht man keine (oder wenige) Fehler … und kann die Zeit etwas dehnen … und man kann besser planen … 

Gutes Gelingen

Florian Kurz

P.S.
Bei Bedarf Mail … -> Angebot
langlebig - nachhaltig - einfach
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Architekturbüro slow-house | | 14.06.13


Hallo Herr Böttcher,
Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Bis auf wenige Stellen ist der Putz in sehr gutem Zustand. Ich hefte ein Foto der Ausnahme dran.
Ein Großteil des Putzes ist bündig mit den Holzbalken, einige Gefache wirken wie im Nachhinein nachgearbeitet. Sie sitzen ca. 2 vor den Balken. Die Fugen ohne das Silikon sind ca 0,5-1 cm breite Spalten. Dabei handelt es sich aber ca. um ein drittel der Gefache. Bei den anderenschließt der Putz direkt am Balken ab. Nachbesserungen mit Mörtel sind nicht zu erkennen. Dafür umsomehr Silikon. An wenigen Stellen sogar in den Holzbalken.Ablaufspuren sind nicht zu erkennen.
Viele Grüße
Christian Bauer

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.06.13

Fachwerksanierung


Das bestärkt meine Annahme das es wohl nicht allein am Putz bzw. dem Bindemittel liegt. Hier sollte ein Fachmann sich die Sache ansehen und eine Bestandsaufnahme der Schäden machen.
Ich denke da werden eine Menge Ursachen aufeinander treffen. Bei Ihrem letzte Foto z.B. vermute ich spontan einen Zusammenhang zwischen dem Zustand und der Einbausituation des Fensters mit den Schäden. Dazu kommt der Zustand der Schwelle und der Übergang Putz zum Holz.
Eine alleinseligmachende Universallösung kann ich Ihnen also nicht anbieten.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 14.06.13


Hallo Herr Böttcher und Herr Kurz, hallo Mitlesende,
vielen Dank erstmal für Ihre Antworten.
Mir ist schon bewußt dass hier mehr im Argen ist, als nur die von mir thematisierten Spalten. z.B. der Wandaufbau mit Kalkzement außen, Zemten innen und Gipskartonwand. Dennoch möchte ich erstmal von ihrem freundlichen Angebot einer Fachplanerberatung Abstand nehmen, denn es ist ja mein Ziel mir dieses Wissen in Gesprächen selber anzueigenen.
Von daher frage ich nochmal in die Runde, wie seit Ihr mit den größeren Spalten zwischen den Balken und zwischen Balken und Gefach umgegangen? Hat jemand schon Erfahrungen mit Kalkzement am Lehmgefach gemacht?
Liebe Grüße
Christian Bauer

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 18.06.13

Fachwerksanierung


Sie wollen sich das nötige Wissen also in Gesprächen selber aneignen.
Ich wünsche Ihnen kopfschüttelnd viel Erfolg dabei.
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 18.06.13

Silikon-Bilder aus der Bilddatenbank: