Sanierung unseres alten Kuhstalls mit Kreuzgewölbe

Hallo,
nun sind wir bei unserer Renovierung endlich bei der letzten Aktion - dem Kuhstall angekommen.
Das Haus wurde ca. 1823 erbaut und hat einen Kuhstall mit Kreuzgewölbedecke. Seit ca. 20 Jahren wurden dort keine Kühe und Pferde mehr gehalten - nur ein paar Kaninchen. Bisher ist der Kuhstall noch im völligen Rohzustand., d.h. keine Bodenplatte - reine Erde, die Wände waren wohl mal mit Kalk verputzt, aber es bröckelt überall, wenn man nur mit dem Finger dran kratzt. Insgesamt ist das Raumklima eher feucht, da auch noch ein Fenster fehlt.
Nun möchten wir diesen Raum gerne als Wohnraum nutzbar machen. Sind nur völlig ratlos wie wir da herangehen sollen.

Unsere Gedanken wären folgende:
1) Bodenplatte aus Beton einziehen und mit Schweißbahnen abdichten, Isolieren und Fußbodenheizung in den Estrich verlegen. Alten Putz abschlagen bzw. kratzen und Sanierputz auftragen und mit Kalkfarbe streichen.

2) Vorgehen wie bei 1) nur statt dem Sanierputz einen reinen Kalkputz verwenden.

Die Frage ist nun:
Muss man die Wände wegen der früheren Tierhaltung noch gesondert behandeln?
Ist ein Sanierputz wirklich für solche Zwecke geeignet?

Wie gesagt dieser Raum soll im nächsten Jahr als Wohnraum genutzt werden und da sollte nicht gleich der Putz wieder von der Decke fallen.

Über Tipps und ERfahrungen würde ich mich sehr freuen :-)

EInen schönen ABend noch
ANja
Kleine Schritte auf einem langen Weg
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 23.05.11

Kuhstall


Hallo Anja,
ob ein Sanierputzsystem erforderlich ist hängt von der Salzbelastung der Wände ab.
Lassen Sie erst einmal eine Salzanalyse durchführen. Dann kann man entscheiden ob bzw.welches Sanierputzsystem zum Einsatz kommt oder ob ein Kalkputz ausreicht.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 24.05.11

Sanierputz


Hallo

erst mal muss die "Sch...." raus aus der Wand.

Es gibt mehrere Arten von "Sanierputz"-Systemen:
- die Erste sperrt die Wand ab und die Salze etc. bleiben eingesperrt in der Wand
- die Zweite "saugt" die Kontamination aus der Wand und dient als "Opferputz" der dann wieder weg muss und ein Neuer dran
- die 3 Variante saugt die Salze auf und behält diese in sich und verspricht: das war's

Für Nr. 1 und 3 gibts mehrere Anbieter mit Zertifikat von A + B, sind relativ teuer und kommen auch irgend wann von der Wand
Bei Nr. 2 kann man sich die billigste Variante: Kalkputz selbst zusammen schütten oder Lehmputz nehmen.

Das Runterkomm-Verhalten ist natürlich abhängig von der Menge der Salze, die im Mauerwerk noch drinnen sind.
Wenn nur noch wenig drin ist lang auch ein normaler Luftkalk-Mörtel und es kommen keine Schäden mehr raus.

Der Boden innen und Aussen sollte mal prophylaktisch mal ausgetauscht werden um Altlasten ausschliessen zu können.

Von der Bodenplatte und der FBH würde ich auch abraten.

An Sonsten:

gutes Gelingen

FK
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro slow-house | | 24.05.11

Noch mehr Fragen


Danke erstmal für die Antworten!

Also wenn ich das richtig verstehe sollten wir erst mal die Salzbelastung von einem Fachmann testen lassen. Davon ist dann abhängig welchen Putz wir verwenden. Aber muss man selbst bei einem Sanierputz davon ausgehen, dass dieser nach einer gewissen Zeit (wie lange?) von der Wand kommt?

Noch eine Frage zum Beitrag von FK
Wieso ist von einer Betonplatte mit Fußbodenheizung abzuraten? Wie sollte man sonst einen Boden auf reiner Erde aufbauen, damit dieser danach bewohnbar ist?

Fragende Grüße
Anja
Kleine Schritte auf einem langen Weg
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.05.11

Fragen über Fragen


Hallo

"Aller Anfang ist leicht" sagte Goethe!

Das "wie lange bleibt ein Putz an der Wand?" kann man erst sagen, wenn man die Quantität der Salzbelastung kennt.
Der Fachmann sagt welche Salze da sind - kann aber meist wenig über die Menge sagen.
Und wenn das ein Kuhstall war, ist das meist klar, was da ist - aber nie : WIE VIEL!
Das ist wie Lotto spielen und hängt von vielen Parametern ab: Wie lange Eintrag; wie lange schon Leerstand und Ausblühungen; welche Materialien sind verwendet; Ist schon mal "saniert" worden, etc.....

Beim Boden würde es Ziegelplatten geben oder Holzbretter mit unterschiedlichsten Aufbauten.
Bei einer sinnvollen Heizung hierfür gäbe es ebenso unterschiedliche Lösungen.

Diese Sachen hängen alle von den örtlichen Gegebenheiten ab und sind schlecht per WWW zu klären wenn man's vernünftig und nachhaltig erledigen möchte.

FK
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro slow-house | | 24.05.11