Dispersionssilikat auf Luftkalkputz

Hallo zusammen,

im letzten Jahr haben wir unser Haus mit Luftkalkmörtel von Solubel Verputzen lassen. Anschließend habe ich das Ganze mit Sumpfkalk Kaseinfarbe ebenfalls von Solubel gestrichen.

Der Anstrich ging im Nachhinein betrachtet in die Hose. Er kreidet so stark, dass nach einem Regen auf dem dunklen Sockel darunter weiße Striemen entstehen.
Scheint also warum nun auch immer aufgebrannt zu sein. Bei der Menge Wasser, die ich vorher über die Wände hab laufen lassen ist es mir zwar ein Rätsel warum, aber so ist es jetzt nunmal.

Auch der Tipp von Herrn Böttcher, dass die Farbe in jedem Fall für die Wetterseite ungeeignet ist, hat sich bewahrheitet. Hier ist die Farbe nicht aufgebrannt, aber nach einem Winter nun ziemlich unansehnlich. Danke nochmals für den Tipp, Herr Böttcher, auch wenn ich nun anstatt auf Sie zu hören, fühlen musste!

So, genug geheult. :-)

Den Sockel habe ich mit anthrazit abgetönter Herbol Herbosilit Aussensilikatfarbe gestrichen. Sieht super aus und hält.

Mein Plan ist jetzt, die aufgebrannte Sumpfkalk-Kaseinfarbe per Hochdruckreiniger herunter zu spülen. Das funktioniert ganz gut. Habs an einer Stelle probiert und man sieht genau, welche Bereiche aufgebrannt, und welche gut abgebunden sind. Anschließend würde ich gerne alles mit dem Dispersionssilikat streichen.

Ich hätte jetzt gerne gewusst, was die Fachleute unter Ihnen davon halten? Es heißt ja, dass unter der Dispersion aufgrund mangelndem CO2-Austauschs mit der Luft der Kalkputz mürbe wird. Das möchte ich natürlich keinesfalls.

Kennt jemand von Ihnen die genannte Farbe und kann etwas zum Dispersionsanteil sagen bzw. einschätzen wie bedenklich der Anteil nun praktisch wirklich ist?

Für Tipps, Warnungen und andere Ideen schon jetzt herzlichen Dank!

Viele Grüße
Patrick

PS: Dies ist das Produktblatt von Herbol: http://www.herbol.de/produkte/tm/HerbosilitAussensilikat_0311.pdf

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.07.13

Und nicht...


die Reinsilikatvariante? Rezept bei KREMER.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 05.07.13


Hallo Thomas,

Reinsilikat hatte ich auch in Betracht gezogen. Beim googlen liest man hier und da jedoch, dass sie so hart wird, dass der Putz zu Rissen neigen soll.
Ist das praktisch wirklich so? Eigentlich sagt man ja beim Wandaufbau immer von innen nach außen weicher werdende Materialien verwenden.

Dispersionssilikat soll weniger offenporig, jedoch
insgesamt durch die Dispersion spannungsärmer sein während Reinsilikat härter und offenporig sein soll. Welches Problem ist das Größere?

Gruß
Patrick

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.07.13

Reinilikat


Wo liest man das denn?
Die Quelle interessiert mich.
Dann bin ich sehr erstaunt das "auf Grund mangelndem CO²-Austausch mit der Luft" ein (erhärteter) Kalkputz mürbe wird.
Wo stand denn das nun wieder?
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 05.07.13

Wie jeder Baustoff...


hat auch das Reinsilikat seine Anwendungsvorschriften - und braucht ein wenig Erfahrung. Falsch verarbeitet kann tatsächlich eine Verschalung bis hin zu Putzablösungen erfolgen.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 05.07.13


www.konrad-fischer-Info.de/26bau09.htm

Wie ist Ihre Einschätzung hierzu?

Eigentlich finde ich den Text Recht schlüssig, die verbalen Entgleisungen mal ignoriert. Der Verkieselungseffekt ist doch im Endeffekt ein verhärten der Oberfläche, oder?

Sollte ich auf dem Holzweg sein, bitte ich um Nachsicht. :-)

Gruß
Patrick

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.07.13


Gibt es eine Verarbeitungsanleitung, die Sie empfehlen können im Netz, oder können Sie essentielle Dinge mit ein paar Worten erklären?

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.07.13


Herr Böttcher, auch die These, dass der Kalk unter Dispersionen kein co2 zum Karbonatisieren bekommt stammt von genannter Webseite. Aber hierfür gibt es denke ich auch genug Parallelreferenzen. Oder stören Sie sich daran, dass ich leichtsinniger Weise von einem Austausch sprach? Hier bitte ich um Ihr Nachsehen. ;-)

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.07.13

Silikatfarbe


Lassen wir das mit Herrn Fischer.
1. Reiner Luftkalkputz (wo gibt es so was noch) wird normalerweise erst dann gestrichen (außer frescal mit Kalkfarbe) wenn der Putz VOLLSTÄNDIG ABGEBUNDEN ist. Abgebunden = carbonatisiert. Danach braucht er kein CO² mehr zum carbonatisieren. Er wird auch nicht mürbe wenn er kein CO² mehr bekommt.
Bei dem Produkt von Solubel handelt es sich, je nach Art der Nachbehandlung, entweder um einen Luftkalk- oder um einen hydraulischen Kalkputz. Wie geht das? Das was so verschämt von Solubel mit "milden Hydraulefaktoren" bezeichnet wird sind Ziegelmehle die dem Kalk zugesetzt werden. Bei dünnlagigen Putzaufträgen ohne Sinterhaut im richtigen Feuchtebereich carbonatisiert der Putz als Luftkalkputz. Bei dicken Putzlagen, hoher Feuchte und geschlossener Oberfläche hat der Kalk genug Zeit, mit dem Ziegelmehl hydraulisch (zementär würde Herr Fischer sagen) abzubinden.
2. Reinsilikatfarben bilden keinen Film, sie sind nach dem Aushärten ein integraler Bestandteil des Putzes und diffusionsoffen.
3. Ihre Verarbeitung sollte dem Fachmann überlassen bleiben.
4. Es gibt einkomponentige Silikatfarben für den Außenbereich, die leichter zu handhaben sind und einen Putz nicht "erwürgen" wie Herr Fischer es behauptet.

Zu den Putzrissen:
Auch hier gilt das richtig gearbeitet werden muß. Abplatzungen von Silikatfarben können auf zu weichem Untergrund bei ungenügender Untergrundvorbereitung eintreten. Farbe ist nun mal nicht dazu da, morschen Putz zu retten.
Da Sie einen neuen Außenputz haben sollte der, richtige Verarbeitung vorausgesetzt, einen tragfähigen Untergrund für eine Silikatfarbe darstellen.

viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 05.07.13

Putz-Bilder aus der Bilddatenbank: