Wärmedämmung Fachwerkhaus

Hallo, vor einigen Jahren kaufte ich ein Fachwerkhaus das in den 60/70er Jahren renoviert und zum Teil mit 30er Hochlochziegeln unterfangen wurde.

Nun möchte ich 2 Zimmer im oberen Stockwerk ausbauen, deren Außenwände von innen mit Gipsplatten mit 3cm Styropor "isoliert" sind. Hinter diesen Wandseiten vermute ich verdecktes Fachwerk, das von außen zum Teil zugeputzt worden ist.

Nun stellt sich mir die Frage, ob ich die Gipsplatten abreissen sollte. Momentan schwebt mir vor, von innen eine einfache Lattung anzubringen und dazwischen Thermohanf ca. 3cm für wenigstens ein bisschen Isolation (da Vollwärmeschutz in ein paar Jahren). Dann darauf eventuell Gipsplatten oder Lehmbauplatten. Das Ganze ohne Dampfsperre.

Den Fußboden im Dachgeschoss möchte ich vorerst provisorisch mit Thermohanfmatten auslegen.

Da ich in einigen Jahren Teil-Vollwärmeschutz von außen plane, das Material ist auch noch fraglich, möchte ich die Renovierung möglichst kostengünstig, ökologisch und zukunftsorientiert angehen.

Kann ich diesen Aufbau ohne Folgeschäden so realisieren?

Zu geplantem Vollwärmeschutz:
Ich liebäugle mit Holzfaserdämmplatten. Das Ganze auch ohne Dampfsperre, damit die Mauer atmen kann.
Nun wurde mir gesagt, wenn der Putz Risse bekommt und sollten es nur kleine Risse sein, würden die Holzfaserdämmplatten unter dem Putz faulen. Ich solle als Vollwärmeschutz Styropor nehmen....


Kerstin | 13.04.07

Fachwerkwand mit Styroporinnendämmung


Hallo
Ich möchte Sie ja nicht entmutigen, aber da haben wir erst im letzten Jahr gesehen, wohin das führen kann!
Das Fachwerkhaus wurde vor 15 Jahren saniert mit der von Ihnen beschriebenen Art und Weise - momentan wird das gesamte Fachwerk deshalb ausgetauscht - das hat sich mittlerweile "verabschiedet".
Durch die Feuchte, die bei dererlei Innendämmmaßnahmen entsteht haben sich Viech und Fäulniss derart verbreitet, dass eigentlich kein Fachwerkholz mehr tragbar ist! Zum weiteren Schadensverursacher waren die Fachwerkhölzer auch mit dichten Farben "beschichtet"!
Ich würde Ihnen raten die Substanz zu überprüfen und dann an die Arbeit zu gehen.
Lösen Sie mal ein paar Platten in den Ecken und untersuchen Sie die Tragkonstruktion wie haltbar die noch ist.
Wenn das Ihnen nicht geheuer ist, fragen Sie einen erfahrenen Zimmermann oder Architekten (z.B. mich) damit Sie klarer sehen können!

Ich hoffe das Beste für Sie

FK
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro slow-house | | 13.04.07

Wärmedämmung


@ FK
meinst Du den Aufbau mit Styropor und Gipsplatten?
@ Kerstin
Mich würde interessieren, wer Dir von den Holzfaserweichplatten abgeraten hat.
Das beschriebene Szenario kann passieren, wenn Du einen Kunststoffputz oder eine "dichte" Farbe nimmst.
Bei einem Kalkputz z.B. dringt die Feuchtigkeit soweit ein, bis der Putz gesättigt ist. Ist die Beregnung beendet, trocknet der Putz schnell wieder ab.
Die kapilare Leitfähigkeit der Materialien verhindert eine Staunässe.
Sollten bei der Styropordämmung in Verbindung mit Kunststoffputzen oder dichten Farben Risse entstehen, kann eindringendes Wasser nicht mehr weg und es entstehen Schäden, wie von FK beschrieben.

Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik
Alte Techniken im neuen Gewand
Mitglied der Fachwerk.de Community
Objektgestaltung-Lehmbau | | 13.04.07

Eine ähnliche Frage...


...gab's doch gerade...



---Forenreferenz-----------
Einerseits -
steht die Praxis über der Theorie, andererseits würde ich die Dämmung trotzdem ändern.

-Du hast nur einen Bereich geöffnet, anderswo können Schäden sein.
-Das Nutzungsverhalten ändert sich. Andere Heizung, andere Fenster...
-Das Raumklima wird sich verbessern, wenn die Wände besser "atmen" können

Als Dämmung vielleicht erst eine Holzweichfaserplatte und dann Lehm?

Grüße

Thomas mehr ...
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Schäden unter Styropor, die die Balken betreffen, sind wahrscheinlich. Sollten Sie noch nicht da sein, könnten sie auch schnell infolge der geplanten Nutzungsänderung entstehen (wärmere Luft, höhere Luftfeuchte, mehr Kondensat...)

Ich würde Gips und Styropor entfernen (und auch keine Gipsplatten mehr verwenden). HW-Platten haben sich bewährt, auch innen.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 13.04.07

Putz-Bilder aus der Bilddatenbank: