Natur Schieferdach mit Kautschuk Farbe überstreichen.

Natur Schieferdach mit Kautschuk Farbe überstreichen.Hallo,

bin gerade dabei ein 1000 Qm riesen großes Schiefer Dach zu überstreichen. In diesem Forum und auch in vielen anderen wurden oftmals Fragen in diesem Zusammenhang gestellt. Leider gibt es sehr wenige Erfahrungsberichte (ich habe zumindest bundesweit noch keine gefunden).

Zur Anwendung kommt eine Kautschuk Farbe im drei Schicht Verfahren.

Vielleicht gibt es doch jemand der sowas schon mal gemacht hat und es kommt zum Erfahrungsaustausch.

Gerne beantworte ich auch Fragen.

Wer sich für sowas interessiert:

Das Experiment hält zumindest innerhalb von Zwei Jahren. Über längere Zeiträume kann ich leider nicht berichten da ich selber erst vor zwei Jahren angefangen habe.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 23.06.17

Warum


überstreicht man ein Naturschieferdach mit Kautschukfarbe???
Krumm und schief hat was
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 23.06.17

Moin,


Zum fachgerechten Aufbringen einer Beschichtung, ist sie such noch so sinnfrei, gehört die Arbeitssicherheit. Diese Baustelle gehört stillgelegt.
sinnvolles Bauen
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.06.17


Ich gehe mal davon aus man versucht so einer brüchigen und sanierungsbedürftigen Schiefereindeckung ein paar Jahre mehr Lebensdauer abzuringen. So war es zumindest bei einem Bau den ich kenne. Ich sehe den Sinn dahinter nicht wirklich und es sieht auch scheußlich aus. Ungefähr so wie Schuhe, die mit Klebeband repariert werden.

Das Problem bei dem Bau in meiner Nähe war das Warmdach. Der Bauherr hat nach seiner Streichaktion das Dachgeschoss ausgebaut und auch wenn sein Dach über alles betrachtet dichter war als vorher hat er mit der Farbe ungewollt ein paar schöne Kanäle fabriziert durch die das Wasser immer an den selben Punkten ungehindert in die Dämmung gelaufen ist. An dem gestrichenen Kunstwerk wollte sich natürlich kein Dachdecker mehr die Finger verbrennen und daher hat er am Ende den Anstrich gemacht, neu eindecken lassen und zwei mal gedämmt bzw. ausgebaut. Außerdem war sein Altschiefer mit dem Anstrich Sondermüll und damit recht teuer in der Entsorgung. Aber das mag ja bei Kautschuk anders sein.

Die altbekannte Moral von der Geschichte? Pfennigfuchsen funktioniert beim Bau nur äußerst selten.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.06.17

Kommentare


KommentareEigentlich war ich eher an einen Erfahrungsaustausch interessiert. Das bedeutet das Personen die Erfahrung haben oder Erfahren möchten (Hören-Sagen ist damit nicht gemeint) sich äußern.

Schön das es Leute gibt die die Interessen von gewissen Herstellern, Handwerkern usw...vertreten.

Was ist den in diesem Verfahren so sinnlos ?
Kautschuk Farben haben eine Lebenserwartung von rund 25 Jahren. Das ist natürlich nicht viel aber man kommt mit weniger als 4.- pro Qm weg. Das ist ungefähr 10 mal so günstig wie die Eindeckung eines Naturschieferdach.

Bei mir ist alles Dicht und die Schiefer fliegen durch verrostete Nägel auch nicht mehr weg.

Wen die ganze Fläche einheitlich Schwarz ist, dann sieht es genauso aus wie ein nagelneues Schiefer Dach. Da kann doch keiner herkommen und sagen das es "Scheußlich" aussieht.

Hier noch ein paar nützliches Bilder:
Vielleicht erklärt sich da jemand wie sich durch diese Anwendungen, die angeblichen Kanäle fabrizieren...

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.06.17


Ich habe doch Erfahrungen ausgetauscht oder sehe ich das falsch? Und auf fachlich richtig ausgeführte Dacheindeckungen zu vertrauen bedeutet nicht die Interessen von irgendwem zu vertreten. Wenn du mir erzählst, dass du jeden morgen Rasierklingen pinkelst und das ganz günstig mit Cranberrysaft behandelst, empfehle ich dir auch stattdessen den Besuch beim Schulmediziner. Ich vertrete aber in beiden Fällen wenn überhaupt deine Interessen.

Dein zweites Bild zeigt keine Schiefereindeckung und damit ist das auch ein ganz anderes Thema. Bei dem Haus von dem ich geredet habe, wurden Stellen an denen drei oder noch mehr Steine gefehlt haben im Prinzip mit der Maurerkelle zentimeterdick zugepampt. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, macht dein Dach auf dem Bild nicht unbedingt den Eindruck in einem besseren Zustand zu sein. Du schreibst ja selbst von wegfliegenden Steinen.

Das Dach mag zwar kurzfristig dicht werden und dir gefallen. Aber wie "nagelneuer Schiefer" sieht die schwarze Pampe beim besten Willen nicht aus und es wird auch keine 25 Jahre halten. Außerdem ist deine Baustelle so absolut lebensgefährlich. Da das Verfahren darüber hinaus wegen dem mangelhaften Untergrund Murks ist und anscheinend kein Denkmalschutz besteht, hätte ich mir an deiner Stelle einfach mal zweckmäßigere und erschwinglichere Aufbauten angeschaut.

Aber das willst du ja nicht hören. Von daher: Sieht hammermäßig aus. Es ist erstklassige Arbeit und das alles für nur 4 Euro pro qm. Wer braucht da noch Moselschiefer in altdeutscher Deckung mit scharfem Hieb? Die ganze Burg Eltz hätte so saniert werden sollen anstatt Millionen für Schiefer auszugeben. Außerdem sollte die BG Bau einen Artikel in der Mitgliederzeitschrift über diese mustergültig abgesicherte Baustelle veröffentlichen. So zeigt man es den Abzocker-Dachdeckern. Weiter so!

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.06.17

Kommentare


KommentareWer mit Gerüsten aus den 90er gearbeitet hat kann sich kaum an die Eu Teile gewöhnen, zumindest ist das bei mir der Fall. Darüber hinaus ist das abgebildete Gerüst teilweise 1.50 Breit und bietet daher viele Vorteile. Sowas hast wohl nicht gecheckt bevor du so intensiv auf deine Tastatur herumtippst. Eine Lebensgefahr ist schon mal ausgeschlossen wen man an einem Sicherheitsgurt hängt. Aber du siehst nur ein Gerüst, nicht den Umgang.

Jetzt zum nächsten Geschwätz... die Farbe die ich benutze haftet auf Naturschiefer, so ist es vom Hersteller spezifiziert und es liegen Erfahrungsberichte vor. Siehe Bild. Siehe Homepage vom Hersteller. Du musst wirklich naiv sein wen du Glaubst das sich jemand auf ein solches Verfahren einlässt ohne die Empfehlung des Herstellers...

Vom Denkmalschutz hast du nicht so viel Ahnung, Hauptsache den alles besser Wisser spielen.

Wen ich mich für Naturschiefer interessiere würde ich bestimmt nicht da einkaufen wo die Fördergelder oftmals hingesteuert werden. Sondern diese hier beziehen für 7.- auf den Quadratmeter (+ 2.- pro Qm für den bundesweiten Versand). Aber du, so schlau wie du bist, findest bestimmt bessere.
https://www.alcupi.com/pizarra-para-tejados/116-tejas-de-pizarra-32x22.html#.WVKy9JLyhdg

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.06.17


Kann ich aus der Aussage "vom Denkmalschutz hast du nicht so viel Ahnung" schließen, dass dein Haus mit der Pampe unter Schutz steht? Wenn ja, willst du mir wahrscheinlich gleich noch erzählen dass die Aktion genehmigt ist und die dir noch zu dieser tollen Idee und der gelungenen Ausführung gratuliert haben.

Ach egal. Ich bin raus hier.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.06.17

Moin,


Werter Picasso oder sollte man lieber Troll sagen.
Man merkt deutlich das Du vom Fach bist. Ein wahrer Bauheld.
Hau rein
sinnvolles Bauen
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.06.17

Kommentare


Denkmalschutz ist ein sehr umfangreiches Thema. In jedem Bundesland funktioniert es komplett anders. Auf der einen Seite können die Beamten extrem pingelig handeln und einem das Bauen so richtig erschweren. Wen man Glück hat interessieren die sich überhaupt nicht für die Baustelle.
In manschen Bundesländer enstehen Situationen, (Machenschaften währe eigentlich der richtige Ausdruck) im Zusammenhang mit Fördergelder, die dazu führen das die obere Denkmalschutzbehörde den Abriss von richtig schönen und erhaltenswerte Objekte genehmigt. Weiter möchte ich nicht reden, den jetzt geht es schon wider um Politik.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.06.17

Kommentare


Netter geselliger Forum. Hätte mich schon früher anschließen müssen.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.06.17


"Wen man Glück hat interessieren die sich überhaupt nicht für die Baustelle."

Ich fasse das mal als ja auf. Es ist schon interessant, dass du anscheinend ohne Genehmigung an einem Denkmal rumpfuschst und dich gleichzeitig über den genehmigten Abriss von erhaltenswerter Substanz und "Machenschaften mit Fördergeldern" aufregst.

Warum hat bzw. behält man denn ein denkmalgeschütztes Haus mit 1000 qm Dachfläche, wenn man sich den Unterhalt hinten und vorne nicht leisten kann? Das wäre der richtige Ansatzpunkt für dich.

So und jetzt ist hier wirklich Schluss für mich.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.06.17

Warum


WarumWarum Streicht man Naturschiefer??? Waren hier die Dachhaie vorher da und haben Ihre Werbung dagelassen.
Aus Erfahrung kann ich sagen das es auf Dauer nach hinten losgeht. Habe schon unzählige Dächer wieder von Farbe befreit da diese auf Dauer nicht hält. Von Blasenbildung bis Abscherblung alles dabei. Wie der Name schon sagt .. Natur Schiefer sollte so bleiben. Will man ihn dunkler haben kann man diesen auch Farbvertiefend einstellen.
Fachwerksanierung vom Profi
Mitglied der Fachwerk.de Community
Schneider/Fachwerkrestaurator | | 30.06.17

Warnug


WarnugSowohl auf Messen als auch an Haustüren werben Firmen verstärkt damit, alte Dächer mittels Dampf- oder Wasserdruck von Dreck, Moosen und Flechten zu reinigen und durch eine Acryl- Beschichtung oder Versiegelung dauerhaft zu schützen. Was halten Sie davon?

Handwerkerfachfirmen und Industrieverbände raten dringend von den Angeboten mehr oder weniger seriöser Reinigungsfirmen zur nachträglichen Beschichtung der Dachziegeln ab.

Bei der Reinigung wird nur die sichtbare Oberfläche sauber. Verfalzungen und Überdeckungen bleiben unberücksichtigt. Eine umfassende wirksame Reinigung würde die aufwendige Umdeckung des Daches unter Freilegung der einzelnen Ziegeln erfordern.
Die Beschichtung wird aufgebracht , indem in der Regel eine wässrige Farbe aufgespritzt oder aufgepinselt wird. Die meisten nachträglichen Beschichtungsmassen werden aus Acrylaten hergestellt. Schon nach 1-2 Jahren sind erfahrungsgemäß im Bereich der Verfalzungen Ablösungen des Farbauftrages sichtbar, Filmrisse lassen Feuchtigkeit eindringen und Bakterien nisten sich überall dort ein, wo Aufplatzungen vorausgegangen sind. Auch die versprochene UV-Beständigkeit sowie ein verbesserter Wärmeschutz ließen sich in der Praxis nicht nachweisen.
Zudem verändern Beschichtungen die keramischen Eigenschaften des Dachziegels nachteilig. Tonziegel verlieren z.B. die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und wieder abzugeben. Abtrocknungsverhalten und Frostbeständigkeit können somit negativ beeinflusst werden.
Durch die Reinigungsvorgänge und die damit verbundene Dachbegehung können Schäden verursacht werden, deren Auswirkungen z.T. erst später festzustellen sind und für die dann niemand verantwortlich gemacht werden kann.
Beschichtungen sind zudem als nicht nachhaltig dauerhaft einzustufen, da sie in der Regel die zugesicherten Gewährleistungsphasen kaum überdauern. Bei den werblichen Versprechungen ist äußerste Skepsis geboten, v.a. auch weil die Arbeiten häufig von nicht mehr greifbaren Drückerkolonnen ausgeführt wurden.
Wenn das Dach beschädigt ist, ist es sinnvoller das Geld in eine Neueindeckung mit jahrzehntelanger Garantie zu investieren.

Wenn zu viel Moos auf dem Dach ist und der Wasserablauf nicht mehr gewährleistet ist kann man solche Dächer auch mit geringen Wasserdruck perfekt reinigen. Hier mal ein Bildbeispiel
Fachwerksanierung vom Profi
Mitglied der Fachwerk.de Community
Schneider/Fachwerkrestaurator | | 30.06.17

Möglichkeiten


Danke für die sachliche Begründung. Werde auf jeden Fall einige Jahre abwahrten bevor ich die andere Seite mache.

In dieser Zeit kann ich ja die Entwicklung der Dachfarbe genau beobachten und daraufhin eine Entscheidung treffen.

Da die andere Dachhälfte mit Ausnahme des Bereiches am First komplett aus Dachlattungen besteht, könnte ich folgende Sanierung vornehmen:

Die Dachschiefer befinden sich zu 95% in einem brauchbaren Zustand. Problematik sind die Nägel welche durchrosten. Rostet der erste komplett durch, so hängt der Schiefer schräg raus. Passiert das gleiche mit dem Zweiten dann Fliegt der Schiefer runter. Um dies zu verhindern werden alle Schiefer auf der Innenseite mit Baukleber bzw. Fliesenkleber verspachtelt. Somit würden die in Eins zusammenhalten und keine dürfte mehr rausfliegen.

Ist diese Idee sinnvoll ?
Was haltet ihr davon ?
Liegen Erfahrungsberichte vor ?

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 01.07.17

zu


deinen Fragen

nein
nichts
nein
sinnvolles Bauen
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 01.07.17

Die Nägel...


sind trotzdem rostig, geschwächt oder gar in Fortfall begriffen.
Die Ziegel sind altergemäß bröselig bis brüchig. Duch jegliche Belastung (Leiter /Abstützen/ Drüberkriechen) gibt es weitere Brüche.
Wo jetzt schon Wasser eindringt, wir's auch in zukunft reinlaufen.

Die Gefahr, von einem abstürzenden Schiefer den Scheitel nachgezogen zu bekommen, wächst. Förderlich dafür ist der sprungschanzenartige Dachwinkel.

Die Farbe kann keine wirkliche Haltewirkung entwickeln, und ist dafür mit Sicherheit auch nicht zugelassen.

Im letzten Herbst hat sich (durch die Glocken der 200m entfernten Kirche!) vom Dach eines Hauses ein Schiefer gelöst und steckte neben meinem Bus im Lehm. Hätte ich da gestanden, würde ich heute nix mehr schreiben.

Meinen Exschwiegervater habe ich vom 130 Jahre alten Schieferdach gescheucht, als er darüber tänzeln und reparieren wollte. Die Quote Loslatschen : Reparieren habe ich auf 3:1 geschätzt.

Ich kann nur raten, Finger weg von dererlei Unsinn. Auch wenn man nicht von der Leiter fliegt, es findet sich keinerlei Nutzen der Aktion.

Merke: Nicht alles, was im Baumarkt steht, taugt etwas.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 02.07.17

Rhetorische Frage


Danke für die Antworten.
Die Frage zum Baukleber und das spachteln der Schiefer im Innenbereich war Rhetorisch. Ich habe einmal bei einem Abriss mitgeholfen. Im Dachbereich waren alle Schiefer komplett zugespachtelt. Der Eigentümer erzählte noch wie sein Vater vor über 30 Jahren die eine Dachhälfte komplett zugespachtelt hatte. Die andere Dachhälfte wurde bereits durch Asbest haltigen Kunstschiefer ersetzt. Das bedeutet das dank eines einfachen Bauklebers und viel Geduld die behandelte Dachhälfte über 30 Jahre länger leben konnte. Die Schiefer befanden sich in einem äußerst veralteten Zustand und konnten weder rausfliegen noch sich komplett auflösen. Der Baukläber hielt alles zusammen. Diese Methode kann auch von einem Leihe vollzogen werden. Hierdurch enstehen kosten von weniger als 1.- € pro Qm. Leider kann man das nur machen wen die Schiefer auf Streben genagelt sind und die Innenseite des Schiefers im Dachstuhl zugänglich ist. Bei mir ist das leider nur teilweise der Fall. Es ist sicherlich das richtigste, sinnvollste und besser aussehende ein Dach naturgetreu neu Einzudecken. Dennoch sollten alternative Reparaturmethoden aus früheren Zeiten oder die Modernen nicht grundsätzlich verneint werden.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.07.17

Also


ich finde es total gut wie du dich für den Denkmalschutz einsetzt, du wirst das Ding retten.
Und wenn du noch Farbe für irgendwas brauchst, wir haben da noch so einiges aus einer ehemaligen PGH (Maler) liegen.

Mitglied der Fachwerk.de Community
BAUST Bau & Sanierung Struve | | 04.07.17

überstreichen-Bilder aus der Bilddatenbank: