Bei Neubau Ausdünstung von Holzschutzmittel mindern

Wir bauen ein neues Haus. Leider wurde ich zu spät aufmerksam auf die chemische Gefahr von Holzschutzmittel in tragenden Elementen. Diese wurden bereits mit einem Holzschutzmittel behandelt (Inhaltsstoffe: Quaternäre Ammoniumverbindungen, Octhilinone, Cypermethrin, Proplenglykol, Isopropanol, Solventnaphta, Kupfernitrat). Der Dachstock wird in ein paar Wochen ausgebaut und als Schlaf- und Kinderzimmer verwendet. Es handelt sich um ein minergie Haus, zwischen den Balken wird mit 220 mm isoloiert und mit einer Polyethylen Dampfsperre abgeschlossen. Anschliessed kommt eine Holzdecke drauf. Im Moment sind nur die Balken verbaut.

Ich möchte die Ausdünstungen der Balken so weit wie möglich mindern. 1) Dies geschieht wahrscheinlich schon mit der Dampfsperre, ist das richtig?
Zusätzlich möchte ich noch einen Schellack auf die Sparren auftragen, um so die Ausdünstung zu mindern. 2) Ich habe gelesen dass Schellack von Lösungsmittel angegriffen wird (in unserem Fall wahrscheinlich von Solventnaphta). Ist das richtig, was heisst das genau?
3)Kann das Holz welches erst kürzlich verbaut wurde mit Schellack bestrichen werden (Feuchtigkeit)? 4)Wie steht es mit den Temperaturen, ich habe gelesen dass unter 18C der Lack weißlich auftrocknet. Wichtig ist für uns das er dicht ist, nicht schön? Kann er auch bei einer Temperatur um 5C bepinselt werden?
5) Welcher Schellack ist geeignet?
6) Ist der Schellack eine gute Idee? Was muss ich sonst noch beachten?
Vielen Dank für Euere Hilfe
Pat
Gesund mit Holz
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.12.08

Ja was nun?


Was nun mit Holzschutzmitteln?
Einstreichen, behandeln, nicht verwenden oder was?

Grüße Udo
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 04.12.08

Nun hat sich ja die Frage kongretisiert!


Da muß ich nun sagen: Sorry!

Nächtlicher Gruß
Udo
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 05.12.08

Nicht Dampsperre sondern Dampfbremse


Es handelt sich nicht um eine Dampfsperre sondern Dampfbremese die eingebaut wird.
Gesund mit Holz
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.12.08

Moin,


das ist mal wieder so ne Frage. Ich weiss echt nicht was sich manche denken, erst mal Kopfgedanken machen was man haben möchte,DIN lesen und dann entscheiden.
sinnvolles Bauen
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.12.08

Eine wirkliche Notwendigkeit...


...für's zusätzliche Absperren sehe ich nicht.

Sie können aber, wenn Sie das wünschen, einen Sperrgrund auf Schellackbasis verwenden. Daß er von Lösemitteln des Holzschutzes angegriffen wird, ist nicht zu erwarten, die sind schon verflogen. Die Mindesttemperaturen sollen eingehalten werden. Eine Holzfeuchte unter 15% ist sinnvoll.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 05.12.08

Schellack kann Audünstungen nicht verhindern....


allenfals die Ausdünstung verzögern - aber es wird ausdünsten. In diesem Aufwand sehe ich keinen Sinn.

Die Dampfbremse mag ein wenig helfen - im Sommer geht der Weg jedoch nach Innen.

Entweder Ihr könnt Euch für das imprägnierte Holz entscheiden, oder aber Ihr laßt es entsorgen.

Die Gefahrstoffe würde ich mir nochmal genauer anschauen.
Wobei ich bei dem Solventnaphta die geringeren Probleme sehe. Quaternäre Ammoniumverbindungen, Octhilinone und Cypermethrin sind die heißen Kanditaten.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de
lehm lassn und lehm - Naturfarben und Baubiologie
Mitglied der Fachwerk.de Community
Natural Naturfarben Shop | | 05.12.08

@ Frank


Schellack maskiert Schadstoffe, in dieser Funktion wird er seit längerem eingesetzt.

Sicherlich wird es nicht 100%ig dicht, aber was ist schon vollkommen? eine Reduzierung um Kommastellen sollte hinreichen, falls überhaupt etwas getan werden muß.

"Entweder Ihr könnt Euch für das imprägnierte Holz entscheiden, oder aber Ihr laßt es entsorgen."

Die Laube steht schon. Werden Nadelholzteile verkleidet, ist Holzschutz in Deutschland vorgeschrieben (ich weiß nicht genau, ob bei reinem Farbkernholz auch, aber das steht hier ja nicht zur Debatte).

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 05.12.08

ich seh das auch so wie frank,schellack kann ein ausdiffundieren höchstens verzögern,nicht jedoch verhindern.


da es sich hier bei schellack um einen halbdurchlässigen film handelt,wird ein absperr-effekt nur bedingt erreicht werden..ich würde mich an der DIN orientieren,falls diese nichts erschöpfendes dazu aussagt,beim Hersteller anfragen ob,---und wenn eine absperrung erforderlich ist,--womit.........grüsse


anonymus | 05.12.08

Dann referiere doch mit Sachverstand...


...aus der DIN, lieber Blacki. Sicherlich kannst Du Deine Vermutungen auch mit Fakten untermauern.

Immer neugierig

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 05.12.08

Schellack und verhindern...


das Problem sehe ich auch an den Balken selbst. Die arbeiten doch und reißen noch auf. Spätestens dann bekommt die "Maske" Löcher...

Sind solche fungizide und pestizide Mittel bei allseits umbauten Teilen (Winddichtung, Luftdichtung, Dämmmaterial) überhaupt nötig?

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de
lehm lassn und lehm - Naturfarben und Baubiologie
Mitglied der Fachwerk.de Community
Natural Naturfarben Shop | | 05.12.08

Also,


wir halten fest:

schwarzmeier maler-u.lackierermst Sachverständiger versteht nach eigenen Aussagen nichts von Holzschutz.

Ich habe nie irgendeine Allwissenheit, Oberhoheit etc. für mich reklamiert. Was ich hier schreibe, sind mein Wissen und meine Erfahrungen.

@ Frank

So hier überhaupt etwas getan werden muß, kann das Ziel nur eine Reduzierung sein. Natürlich bekommt Holz Risse. Die diversen Mittelchen sind auch ganz überwiegend an der Oberfläche, kaum im Kern.

Umbautes Holz, nicht mehr zugänglich halt, ist zu schützen. Soweit die Vorschrift in Deutschland. Vermutlich wird genau der dampfdichte Verbau, den ich eher kritisch sehe, einen Holzschutz bedingen. Das Holz wird nass eingebaut, schnell verkleidet. Ist die Dampfbremse irgendwo defekt (nichts hält ewig), kann es zu Kondensatablagerungen kommen, die nur verzögert abgegeben werden können...

Besser wäre es ohne Zweifel, rein auf konstruktiven Holzschutz zu setzen und Verkleidungen von Traghölzern zu vermeiden.

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 05.12.08

ist ja gut,wenn man sich gleich betroffen fühlt,ohne genannt zu sein.




anonymus | 05.12.08

100%ig?


Wird es jeh ein 100% geben?
Wird es jeh die Losung schlecht hin geben?
Wird es irgend wann ein Non plus ultra geben?

Ich denke, dass die Dinge bereits im Vorfeld einer wesentlich gründlicheren Betrachtung und Analyse bedurften.
Doch da scheint bei Pat bereits das Kind in den Brunnen gefallen zu sein.
Wer hat Dich betreut bzw. beraten?
Architekt, Baufirma, Zimmerei, Holzhaushersteller etc.?
Warum gelangte denn überhaupt derartig "kontaminiertes" Holz auf Deine Baustelle?
Lt. Gesetzmäßigkeiten bedarf Bauholz bei einem entsprechenden konstruktiven Holzschutz keiner weiteren Imprägniereung!

Eine gut eingebaute Winddichtungsebene aus Baupapieren (z.B. pro clima) mit einer guten Wärmedämmung z.B. aus Hanf oder auch Zellulose bringt zwar keine grundlegende Verbesserung dieser schadstoffbindung, aber innenseitig sollte mit weiteren guten handwerklichen detailausbildungen eine gute Reduzierung der gesamtproblematik erreicht werden können.
So ist ein Ausbau mit Lehmbaustoffen und auch Fermacell gut denkbar und als Unterstützung mit einer kontrollierten Lüftungsanlage können da bereits sehr gute Ergebnisse erreicht werden.
Doch wie bereits gesagt: 100% ist illusorisch!!
Es gibt z.B. Schafwolldämmung, die gut Formaldehyde wegspeichern kann, doch der Einbau und die konstruktiven Lösungen sind dann eher preislich undiskutabel. Man müßte da eine vor- und dahinterliegende Luftstreichebene schaffen, damit die Schadstoffe abmassiert werden können. Irrsinnig!!

Weitere Alternative wäre der neue Innenwandanstrich von AURO: "Frischeweiß Nr.328"
(Frische Luft läßt sich streichen! Die erste konsequent natürliche Wandfarbe mit photokatalytischer Wirkung: Die spezielle Rohstoffkombination wirkt als Katalysator, der mit Hilfe des Lichtes Gerüche und Schadstoffe aus der Luft in neutrale Stoffe aufspaltet.).

http://www.auro.de/downloads/tm_de/TM328.pdf

Vielleicht kann auch eine Kontaktaufnahme zu Naturbaudirekt aufgenommen werden, denn da sind einige gute Baubiologen aussagerkräftig über Verarbeitungstechniken zu finden.
Oder eben über das Institut für Baubiologie:
http://www.baubiologie.de/site/home.php

@ blacki
Nadelstichelein scheinen doch schon ein ganz spezielles Hobby zu sein!
Erst kürzlich gab's die Zeigefingerreformante, doch es wird immer munter weiter gezüngelt.

Warum kann man nicht mit fachlichen Zwiegespächen (ähnlich Kreuzverhören!) die Dinge ausreiten?
Da merkt man doch viel eher, ob Sachverstand oder Flachverstand am Werke ist.


Grüße in die Runde
Udo Mühle
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 05.12.08

Geschichtslos unter der Gürtellinie...


@blacki

wer die Geschichte kennt, weiß auch wer mit Gröfaz wirklich gemeint war. Diese Bezeichnung in irgend einer Form direkt oder indirekt mit Nutzern dieses Forums zu verbinden, ist für mich geschichtslos und deutlich unter der Gürtellinie.

Deshalb von mir ein Eintrag, dass diese Anmerkung nicht den Forumsregeln entspricht.

Grüße

Frank
lehm lassn und lehm - Naturfarben und Baubiologie
Mitglied der Fachwerk.de Community
Natural Naturfarben Shop | | 05.12.08

Schafwolle als Dämmung


@Udo

Du nennst Schafwolle als Möglichkeit der Bindung von Formaldeyde, daß dies aber aus Preisgründen auszuschließen sei.

Schafwolle ist für mich nicht nur preislich fraglich. Ich habe wenigstens schon zwei Bauten betreut, die mit Schafwolle gedämmt, heillos mit mit Motten oder Teppichkäfern befallen waren.

Die Dämmung zieht die Viecher förmlich an. Selbst wenn die Dämmung mit Mitin o.a. Giften ausgerüstet ist, im Teppich, im Kleiderschrank gehts dann rund.

Über die Bindung von Formaldeyden gibt es einen Versuchsbericht - ob die Schafwolle deshalb auch andere abspaltende Stoffe bindet bleibt noch dahingestellt.

Grüße

frank
lehm lassn und lehm - Naturfarben und Baubiologie
Mitglied der Fachwerk.de Community
Natural Naturfarben Shop | | 05.12.08

@ Frank Lipfert


Du hast ja recht!

Es wird immer Vor- und auch Nachteile geben!
Die Abwägung der Dinge gegenseitig ist hier wichtig.

Grüße aus der Mottenkiste,
Udo
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 05.12.08

@Thomas+Blacki - Schade, ich dachte es wäre verstanden worden


Wenn wenigstens einer von euch beiden mit diesem Nachtreten aufhören würde. Ich habe euch jetzt beide zwei Tage für das Forum gesperrt. Macht euch ein schönes Wochenende. Ich mag das nicht mehr lesen.

Hartmut
Alles unter Dach und Fach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Fachwerk.de | | 05.12.08

Zurück zum Thema:


Wer sich so einen Minergiestreich ausgedacht hat, ist noch offen. Der ö.b.u.v. Sachverständige Dipl.-Phys. Bolle aus Bremen empfiehlt Planern zu solchen Konstruktionen gleich den Hinweis mit abzuliefern, daß es sich bei derartigen Wand- und Deckenkonstruktionen um Wartungsebenen handelt, ebenso wie die Silikonfuge rund um die Duschtasse. Grund: Das Zeugs wird nie dicht, und irgendwann ist die Füllung scheußlich naß. Das zeigen die Schadensfälle landauf und -ab.

Zur Minderung der in solchen Häusern typischen Schadstoffkonstruktionen in der Raumluft - das wichtigste Lebensmittel nebenbei bemerkt - empfehle ich ausreichende stetige Frischluftzufuhr. Von wegen Blower-door-Dichtheit also. Auch ein Kalkmörtel mit Kalktünche könnte helfen, die Ausgasung der Wand- und Deckenbereiche zu mindern. Es geht um die Gesundheit, wir sind ja nicht auf die Welt gekommen um zu sparen, sondern um zu leben.

Also: Lippendichtungen an den Fensterstürzen raus, das würde schon etwas helfen. Die Ansammlung von Kondensat, Keimen und Schadstoffen in den Abluftöffnungen von Ventilationsleitungen/Lüftungsrohren sollte inzwischen ja hinreichend bekannt sein.

Schönes Wochenende

Konrad Fischer
Erhaltende Instandsetzung
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architektur- & Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Architekt | | 05.12.08


Eigentlich ist nicht mit einem Ausgasen zu rechnen.

Wann wurde das Gebäude errichtet?
Octhilinon ist seit September 2006 für die Verwendung im Holzschutz zurückgezogen.

Viele Grüße,
Philipp Kawalek

p.s.:
CAS# : 26530-20-1
Name : 2-Octyl-2H-isothiazol-3-on

Biocidal Products Directive (Directive 98/8/EC) Information:
Product Type# : 8 (Wood preservatives)
To be phased out by : 01/09/2006
Decision Reference : Commission Regulation (EC) 1048/2005

Classification and Labelling Information:


Annex I Index# : 613-112-00-5
Substance Name
in Annex 1 : + 2-Octyl-2H-isothiazol-3-on
Note : Not available
ATP : Inserted Updated
24 29

Classification : T; R23/24 - Xn; R22 - C; R34 - R43 - N; R50-53
Risk Phrases : + R22 : Gesundheitsschädlich beim Verschlucken.
: + R23/24 : Giftig beim Einatmen und bei Berührung mit der Haut.
: + R34 : Verursacht Verätzungen.
: + R43 : Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
: + R50/53 : Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.
Safety Phrases : + S1/2 : Unter Verschluss und für Kinder unzugänglich aufbewahren.
: + S26 : Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
: + S36/37/39 : Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen.
: + S45 : Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt zuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen).
: + S60 : Dieses Produkt und sein Behälter sind als gefährlicher Abfall zu entsorgen.
: + S61 : Freisetzung in die Umwelt vermeiden. Besondere Anweisungen einholen/Sicherheitsdatenblatt zu Rate ziehen.
Damit meine Kinder noch etwas davon haben werden.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 05.12.08

@ Philipp K.


SchutzmaßnahmenIch habe Angst!!!!!

Leicht ironischer Gruß
Udo
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 05.12.08


Hartmut son Türsteherjob is nich ohne!
Hier haben sich marziaische Tattoos(vorzugsweise im Gesicht)und oberarme wie anderer Leuts Oberschenkel als hilfreich erwiesen. Abschreckung durch selbstverstümmelung, quasi. Kann Dir Hilfe bei den Tattoos anbieten. Wäre in Deinem Fall kostenlos, eben ein Freundschaftsdienst!?

gruß jens
Der Mensch hat freien Willen , das heißt, er kann einwilligen ins Notwendige.
Mitglied der Fachwerk.de Community
Bauwerksanierung-PAAS | | 05.12.08

Vielen Dank für Eure Hilfe!


Wenn ich also zusammen fasse, kann Schellack einen gewissen Schutz leisten, die Frage ist wie lange? Die andere Frage ist muss/soll etwas getan werden? Ich habe nochmals ausgiebig gegogel und folgendes zu den Inhaltsstoffen gefunden:
-Quaternäre Ammoniumverbindungen gelten als vergleichsweise wenig humantoxisch. Sorge bereitet allerdings die aquatische Toxizität (gefunden im ökologischem Baustoff Lexikon)
-Cypermethrin gehört zu den Pyrethroide (Nervengift) welche aus dem Holz diffundieren. Schwerflüchtig und schwer abbaubare Stoffe.
-Octhilinone (oder Octylisothiazolinon, 2-Octyl-2H-isothiazol-3-on) kann Allergien auslösen, wenig flüchtig. Sehr giftig für Wasserorganismen. Scheint nicht mehr erlaubt zu sein in der EG seit 2006. In der Schweiz aber schon.

Mit diesen Inhaltsstoffen scheint mir eine gewisse Ausdünstung gegeben. Wie gefährlich die ist, wird kaum jemand mit Sicherheit beantworten können. Der Hersteller sieht keinen Grund für eine Absperrung. Das Produkt ist ja in der Schweiz gesetzlich bewilligt und wird oft angewendet.
Im Innenraum wird eine Konfortlüftungsanlage eingebaut, die die Schadstoffekonzentration unteranderem reduziert.
Ein nicht ausbauen des Dachstocks ist nicht möglich. Die Nutzfläche wäre dann viel zu klein (-50%).
Kennt Ihr noch andere Möglichkeiten die Innenluft des Raumes unter den Dachbalken von den Dachbalken so weit wie möglich zu trennen neben der Dampfbremse und Schellack ? Es gibt ja noch die Holzdecke, könnte man die evtl. abdichten?
Vielen Dank
Pat
Gesund mit Holz
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 06.12.08

Komplexität der Beratung


Trockenausbau mit LehmbauplattenAus unserer Sicht und der Sicht der hier zusammengekommenen Informationen (ob gute oder auch weniger gute!), wäre ein sinnvoller Tipp, sich vertrauensvoll an das:
* Institut für Baubiologie + Oekologie Neubeuern
* Holzham 25
* D-83115 Neubeuern

* Fon +49 (0) 8035 2039
* Fax +49 (0) 8035 8164
* institut @ baubiologie.de
* http://www.baubiologie.de/site/home.php
zu wenden.
Hier findet man eigentlich die Komplexität und Kompetenz und die werden Dir auch sicherlich geeignete Wege und Lösungen aufzeigen können.
Dazu habe ich gleich noch einmal nachgegoogelt und für die Schweiz folgendes gefunden:
http://www.emvu.ch/

Kurze bauliche Information noch abschließend dazu.
Wenn man die Oberflächen mit Lehmbaustoffen (Lehmtrockenbauplatten und passenden Feinputzen) oder auch Fermacell und Lehmfeinputzbeschichtungen versieht, wird man zur bereits geplanten "Konfortlüftungsanlage" eine enorme Verbesserung der Situation erreichen können.

Doch noch einmal die Frage:
Wie konnte es zu dieser Situation überhaupt erst kommen?
Wo sind die Fehler generell zu suchen?

Grüße zum Nikolaustag,
Udo Mühle
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 06.12.08

Über die Empfehlung vom Udo


hinaus, wäre es aus meiner Sicht gut die rechtliche Situation zu klären, da ja in diesem Zusammenhang auch Kosten entstehen.
In Deutschland teilt die DIN 68800 die Bauteile in Gefährdungsklassen auf und verweist darauf, dass in jedem Falle der konstruktive Holzschutz bei Planung und Ausführung bedacht werden muss. Wenn ich dies tue, ist der Dachstuhl eines Wohnhauses immer in der Gefährdungsklasse null das heißt kein chemischer Holzschutz erforderlich. Für mich bedeutet dies im Umkehrschluss das Verbot von chemischem Holzschutzmitteln im Wohnungsbau (in Deutschland und ohne das ich eine Aussage darüber treffen kann, wie ein Richter das sehen würde). Darüber hinaus bleibt die Frage, was wurde ausgeschrieben und was wurde geliefert.
Der Weg ist das Ziel
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 06.12.08


@Udo Ah, ich glaube jetzt hab ich es kapiert was Du meinst mit den Lehmtrockenbauplatten + Feinputz. Ich hätte zwar optisch eine Holzdecke leicht vorgezogen, aber Deine Lösung ist sicher ein sehr guter Weg die Schadstoffemissionen inm Wohnraum zu mindern.
Die Sparen werden also gedämmt, dann kommt die Dampfbremse auf die Sparen und anschliessend die Lehmtrockenbauplatten + Feinputz.
Frage: Die Dampfbremse sollte doch nicht verlöchter werden durch die Fixation der Lehmtrockenbauplatten? Bringt dieser Aufbau ein Problem bei Badezimmer (Feuchte) und bekommt der Lehm Risse wenn das Holz sich dehnt? Was für ein Produkt empfiehlst Du?
Vielen Dank auch für die web Adresse, werde sicher mal da Rat einholen!

@Fred
Ausgeschrieben war Dachstock vorbeugend behandelt mit Insektenschutz. Da ich über diese Problematik nichts wusste, wurde ich erst alarmiert als ich damal rum googelte. Hier in der Westschweiz ist das auch kein Thema. Hast Du einen guten Link wie man ein nichtbelüftetes, gut isoliertes Dach bauen sollte ohne Holzschutz?
Gesund mit Holz
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 07.12.08

Infos gibt es


Beim Informationsdienst Holz: http://www.informationsdienst-holz.de/html/f_page.phtml?p1=1228725121a439881795&p3=36889, Reihe 3, Teil Folge 1+2, kostenlos als Download. Dies alles bezieht sich natürlich auf die rechtliche Situation in Deutschland.
Ich schleiße mich dem Udo an: Anfrage an den IBN (www.baubiologie.de) bzgl. der genannten Inhaltsstoffe und bzgl. Adressen für eine Beratung in der Schweiz.
Leider sieht es jetzt ja wohl so aus, dass der Dachstuhl tatsächlich so geliefert wurde wie er bestellt war.
Den Vorschlag für den weiteren Aufbau von Udo finde ich gut, aber bitte beim Einsatz von Lehm in der Dachschräge vorher den Statiker befragen.
Der Weg ist das Ziel
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro + baubiologische Beratungsstelle IBN | | 08.12.08

Bitte keine Ferndiagnosen


Hallo Leute,
ich schreibe nur, weil mich der Udo so innigst bittet.
Solche endlosen Diskussionen bringen in der Regel nichts.
Hütet Euch vor Ferndiagnosen, vor Ort sieht die Sache dann sowieso anders aus. Das muss sich einer ansehen, der was davon versteht.
Es kann unter Umständen einfache konstruktive Lösungen geben, wie z.B. den Dachstuhl nach aussen luftumspült zu lassen und eine innenliegende gedämmte Hülle einzubauen.
Versucht nicht die eine Sache mit der anderen zu heilen, vergesst Maskierungen auf Holz und Zwangsbelüftungen von Räumen, wie lange soll das funktionieren?
Wie wärs mit der Ursachenbeseitigung, und zwar Entfernung des Kampfstoffes und wie heißt der überhaupt? Holzschutzmittel haben eine sehr geringe Eindringtiefe, da kann auch eine mechanische Entfernung mittels Sanierungsfräse und Absaugung in Frage kommen oder auch ein Waschverfahren mit Unterdruck.
Entschuldigt, aber ich mache als Sachverständiger schon aus haftunsrechtlichen Gründen keine Diagnosen und Sanierungskonzepte aus der Ferne.
Gruss Mathias
www.baubiologie-heine.de
Der Mensch muss im Mittelpunkt des Bauens stehen und nicht technische und wirtschaftliche Belange
Mitglied der Fachwerk.de Community
Sachverständiger, Holzschutz und Baubiologie | | 08.12.08

@ Pat


Natürlich hast Du recht, dass die Winddichtungsebene nicht zerlöchert werden darf.
Deshalb stets eine Kreuzlattung. Die Längslatte drückt ja das Baupapier extra noch an die Konstruktion und die Querlattung (Sparschalung) trägt die Beplankung (Lehmbauplatte).
In Feuchträumen in keinster Weise bisher Probleme.
Der Lehm entzieht dem Holz stets Feuchte und man erreicht damit ein gutes Holzfeuchtegleichgewicht.

Grüße in die Schweiz
Udo
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 08.12.08