Lindan- und PCB-Belastung festgestellt

Ein herzliches Hallo an alle Foristen,

wir haben vor drei Wochen einen alten Kotten in der Nähe von Osnabrück besichtigt. Saniert Anfang der 70er Jahre. Die Deckenbalken und die darüberliegenden Holzbohlen waren damals mit einer dunkelbraunen Farbe gestrichen worden. Beim zweiten Besichtigungstermin (vor zwei Wochen) habe ich eine Farbprobe abgeschabt und in einem Bremer Labor untersuchen lassen. Ergebnis: geringe Lindan- und erhebliche PCB-Belastung.

Nach meiner Probenentnahme hatten es Eigentümerin und Makler plötzlich furchtbar eilig den Kotten zu verkaufen, vorher hieß es immer, dass man alles ganz in Ruhe angehen könne. Der Makler wollte uns Ende vorletzter Woche noch zu einer Hauruck-Aktion überreden, worauf wir uns aber nicht eingelassen haben, schließlich wollten wir erstmal das Ergebnis der Untersuchung abwarten.

Heute habe ich das Untersuchungsergebnis erhalten, beim Makler angerufen und erfahren, dass der Kotten letzten Freitag an einen anderen Interessenten verkauft worden ist. Wir sind nun nicht besonders traurig, diesen Giftschuppen nicht bekommen zu haben, sind aber doch sehr erstaunt über die Vorgehensweise seitens Makler bzw. Eigentümerin.

Es scheint so, als ob Makler und Eigentümerin schon geahnt haben, was bei der Untersuchung herauskommen wird und deshalb alles daran gesetzt haben, dass der Kotten verkauft ist, bevor das Untersuchungsergebnis vorliegt.

Nun fragen wir uns, ob wir den Käufer über dieses Untersuchungsergebnis informieren sollten - und wenn ja, wie wir überhaupt in Erfahrung bringen, wer der Käufer ist.

Irgendwelche Meinungen, Ratschläge, Tipps dazu?

Lieben Gruß

Slim
Wer suchet, der findet
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.09.11

Es muss wohl ...


... "PCP" heißen. Den schriftlichen Untersuchungsbericht bekomme ich aber erst nächste Woche.

Slim
Wer suchet, der findet
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.09.11


"Es scheint so, als ob Makler und Eigentümerin schon geahnt haben, was bei der Untersuchung herauskommen wird"


…oder gar gewusst haben.

Grüße
Oliver Struve


anonymus | 24.09.11

Moin Slim,


kannst ja erstmal nen kurzen Brief dalassen und die "Glücklichen" darauf hinweisen.

M.E. können die nämlich noch vom Kauf zurücktreten, evtl. erstatten sie euch auch die Laborkosten.

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.09.11

Moin Boris,


das Problem ist, dass ich nicht weiß, wer den Kotten gekauft hat. Im Moment wohnt da ja noch die bisherige Eigentümerin. Wie kann ich den Käufer ausfindig machen? Hat jemand eine Idee?

Slim
Wer suchet, der findet
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.09.11

Sobald


die aktuelle Eigentümerin draußen ist Briefchen ans Haus... viel andere Möglichkeiten gibt es wohl nicht, gäbe es nicht einmal in Ländern mit öffentlichen Grundbucheinträgen (denn bis der Eigentümerwechsel dort aufscheint wohnen die neuen Eigentümer schon längst gemütlich dort).
Des woa scho immer so!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.09.11

Kaufvertrag


Moin Slim33

Fragen Sie doch mal bei der Gemeinde.
In der Regel schicken die Notare ein Exemplar des Kaufvertrages zur Gemeinde , um püfen zu lassen ob ein Vorkaufsrecht ausgeübt wird.

viele Grüße
Denkmäler schützen heißt nicht Genuß suchen,sondern Pietät üben (Georg Dehio)
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro | | 24.09.11


Ist eigentlich nicht Dein Bier, aber je nachdem wie der Kaufvertrag lautet kann das schon ein verdeckter Mangel sein.
Wenn Du die Laboranalyseergebnisse dem neuen Besitzer mitteilst, und dieser dann den Kauf rückgängig machen will, könnte Dich der Verkäufer auf Schadenersatz wegen geschäftsschädigendem Verhalten zu belangen versuchen. Diese Klage würde ich angstlos abwarten, denn die durch ein Fachlabor nachgewiesene Belastung ist eine Tatsache, die zu wissen durchaus im Interesse des Besitzers ist.
Ich bin verantwortlich für das, was ich schreibe! Nicht für das, was Du verstehst!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 24.09.11

Hauskauf


Das ist eigentlich ein rechtliches Problem,
Rechtsberatung können nur Anwälte geben.

Trotzdem ein vorsichtiger und unverbindlicher Versuch in Form meiner persönlichen Meinung dazu:
Informieren Sie den Verkäufer und den Makler schriftlich mit Übersendung des Untersuchungsergebnisses (Kopie des Gutachtens).
Damit können sich Verkäufer und Makler nicht mehr auf einen versteckten Mangel und Nichtwissen berufen. Da der Eigentumswechsel sicher noch nicht vollzogen ist, können sich beide denken was der Käufer dazu sagen wird wenn er ebenfalls Kenntnis davon erhält.
Ich denke beide werden dann ihre Schlüsse ziehen.
Wenn nicht dann sicher der Käufer, den Sie auch informieren können.
Ob Sie das machen liegt in Ihrem Ermessen.
Ich würde es tun, denn hier geht es nicht nur um einen wertbeeinflussenden Mangel in einem privaten Rechtsgeschäft mit dem Sie nichts zu schaffen haben; hier kann eine potentielle Gesundheitsgefährdung vorliegen.

Viele Grüße
Immer vorher Gehirn einschalten
Mitglied der Fachwerk.de Community
Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 25.09.11

Georg...


...nimmt mir 'mal wieder die Worte aus dem Munde, besonders wohlgewählt zudem :-)

Grüße

Thomas
Holz schwimmt immer oben
Mitglied der Fachwerk.de Community
Restauratio GmbH | | 25.09.11

Cash in de Täsch is the name of the game


Die urplötzliche "Eile" dürfte wohl daraus resultieren, dass jenes Geschäft unter Dach und Fach gebracht werden sollte, bevor Makler und Eigentümer nachweislich etwas über die Belastung erfahren haben. Da spielt wohl eher der Gedanke mit, dass jenes "Geschäft" nicht rückabgewickelt werden soll.

Da es sich um eine mögliche Gesundheitsgefährdung handelt und nicht nur um ein Geschäft an dem Sie nicht beteiligt sind, würde ich schon versuchen den neuen Eigentümer über die Belastung zu informieren und eben auch (schriftlich) den bisherigen Eigentümer und den Makler mit dem Hinweis, dass eine Kopie des Untersuchungsberichtes an den neuen Eigentümer geht.

Es ist einfach nicht in Ordnung, dass über eine mögliche Gesundheitsgefährdung nicht informiert wird, nur um seinen Profit zu steigern. Leider kommt so etwas öfters vor.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer

Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden. (Mies van der Rohe)
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro Kornmayer | | 26.09.11

Käufer-Bilder aus der Bilddatenbank: