Qualität Lehmausfachung - Austausch Ausfachung

Hallo zusammen,

ich habe ein altes Fachwerkhaus, welches zum größten Teil mit Lehm auf Holzstaken ausgefacht ist. Eigentlich wollte ich den Lehm im Fachwerk belassen und die Wanddicke durch Stampflehm (mit Blähglas) an der Innenseite vergrößern, aber nach dem Freilegen der Fassade (war mit Sauerkrautplatten und Putz verkleidet) kam der Lehm zum Vorschein. Der vorhandene Lehm ist sehr bröselig und mit vielen kleinen und größeren Steinen durchsetzt. Der Lehm sieht teilweise aus als wäre es zum Großteil "Dreck". Eine Lehmbaufirma hat sich die Sache beguckt und ist der Meinung, der Lehm sollte besser aus den Gefachen raus. Zum einen wegen der besseren Wärmedämmung des neuen Stampflehms, aber vorallem, weil die Firma Bedenken hat, dass der Putz an der Außenseite hält. Hat jemand mit einer derartigen Situation Erfahrung und vielleicht einen Tip, ob die Ausfachung raus sollte oder ob man sie drin lassen kann und der Putz irgendwie drauf hält? Da einige Gefache auch mit Steinen ausgemauert wurden (Vollziegel bei versetzten Fenstern), stellt sich mir auch die Frage, ob es nicht ungünstig ist, Gefache mit durchgehenden Stampflehm zu haben (Ersatz für Vollziegel) und Gefache mit alten Lehm + vorgesetztem Stampflehm (schlechtere Wärmedämmung etc.)

Vielen Dank im voraus.


anonymus | 19.12.06

bisher hat noch kein Kunde die Lehmausfachung als Dreck bezeichnet,


Bei meinen Fachwerksanierungen gilt die Grundregel: alles was Lehm ist bleibt drin, lose Teile werden mit Lehmputzüberzug verfestigt.Lockere Ausfachungen werden an den Holzbalken verkeilt.Damit der Außenkalkputz gut haftet,muß die Oberfläche sowieso gut aufgerauht werden. Historische Feldbranntsteine als Ausfachung bleiben bei den von mir betreuten Fachwerkprojekten meist alle drin,da die guten Steine hoch hygroskopisch sind.
Wenn Sie Ihr Haus mit einem Strahlungswärme-Heizsystem beheizen ist die Wärmeisolierung der Außenwände als zweit-bis drittrangig zu betrachten.
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TEX-BIS Naturbaustoffe | | 20.12.06

Ich würde


Ihnen auch empfehlen die intakten Lehmausfachungen zu belassen. Ggf. ist eine kleine Reperatur durchzuführen die immer noch besser als ein Austausch ist.

Wenn die Ausfachung getauscht werden sollte, ist diese an die Wärmedämmung des Holzes angepasst werden. ( Hier gehören z.B. Leichtlehmsteine rein)

Der Putzaufbau sollte dem Untergrund und der Bewitterung angepasst sein. Pauschal lassen sich da schwer Aussagen machen.

Stampflehm der üblicherweise eine Dicht von mehr als 1800 kg/m³ hat passt nicht in die Konstruktion.

Eine Alternative kann hier eine Leichtlehmschale oder leichte putzfähige Dämmplatte sein.

Warum die Wärmedämmung auch bei Strahlungswärme "zweit-bis drittrangig zu betrachten" ist halte ich persönlich für einen totalen Irrglauben.

Grüße
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Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 20.12.06

@Herrn Meuerer: mit Strahlungswärme-Heizsystem meine ich


entweder eine entlang der Außenwände geführte Fußleistenheizung oder grundrißlich zentral plazierte Grundöfen bzw. Lehmgrundöfen. Mir ist bekannt,daß Ihr Wandheizsystem nur in Kombination mit wärmegedämmten Außenwänden funktioniert.
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TEX-BIS Naturbaustoffe | | 20.12.06

@ Auch


Ihr Heizsystem (ohne das ich es genau kenne) funktioniert bestimmt auch mit Dämmung besser.

Oder glauben Sie wirklich das die Behaglichkeit und der Energieverbrauch mit der Dämmung sinkt?
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Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 21.12.06

@Herr Meuer: ich möchte hier nicht alles gesagte nochmal wiederholen:


Seit über 25 Jahren betreue ich erfolgreiche Sanierungen
nach dem Motto: das Haus braucht 1. ein warmes Dach, 2. einen warmen Fuß(boden).Wenn dann noch eine Fußleisten-heizung eingebaut wird ist meist eine zusätzliche Wärmedämmung an den Außenwänden nicht notwendig, da dieses Heizsytem -bei richtiger Auslegung- mit sehr hohen Strahlungswärmeanteilen funktioniert. Es ist auch bekannt,daß schwere Bauteile Strahlungswärme wesentlich besser speichern können als leichte Bauteile. Wir haben im Herbst umfangreihe Dreharbeiten an vielen mit Heizleisten erwärmeten Bauprojekten für 2 neue Filme (lieferbar als DVD im März 2007) durchgeführt. Unsere Bauherren bestätigen diese energiesparenden Sanierungskonzepte. Auf der Startseite unserer homepage www.texbis.de können Sie hierzu einen 5-minütigen Filmtrailer anschauen.
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TEX-BIS Naturbaustoffe | | 21.12.06

@ Herr Schillberg


mein Name ist nicht Meuerer, auch nicht Meuer, schreiben Sie doch bitte ganz einfach MEURER oder auch Meurer!!

Mir ist übrigens auch schon bekannt das schwere Bauteile die Wärme besse speichern als leicht Bauteile!!

Ein Lehmputz der 3 cm dich ist und ein Dicht von 1500 kg/m³ hat und eine Wandheizung umschließt ist ein wunderbarer Massespeicher.

Und noch behaglicher wird es wenn dahinter ein thermische Entkopplung ist.

Ich würde Sie bitte mich mit Ihren "25 jährigen Erfahrungen" zu verschonen. Mich müssen Sie nicht belehren und auch nicht bekehren.
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Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | | 21.12.06

Leichtlehm


Womit will denn die Lehmbaufirma die Gefache auffüllen?
Stampflehm scheint gegenüber Leichtlehm eher die schlechtere Lösung zu sein, vielleicht Leichtlehmplatten?

Alles Gute
Die Alten haben sich schon was dabei gedacht...
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| 21.12.06

Herr Meurer: ich bitte höflich um Entschuldigung,


wenn ich Ihren Namen nicht richtig geschrieben habe.
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TEX-BIS Naturbaustoffe | | 21.12.06


@ Jan F. Schubert

Die Firma will mit Leichtlehm die Gefache ausstampfen. So ein Gemisch aus Lehm, Stroh, Blähglas etc.


anonymus | 28.12.06

Na bitte,


klingt doch nicht schlecht, abhängig von der Wandstärke.
Für spezielle Fragen einfach mal die Lehmbauer hier im Forum kontaktieren.

Alles Gute
Die Alten haben sich schon was dabei gedacht...
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| 28.12.06

Lehm-Bilder aus der Bilddatenbank: