Kindergarten in Fachwerkhaus - Brandschutzauflagen

Hallo zusammen! Kann mir jemand sagen, ob es möglich ist einen Kindergarten in einem alten Fachwerkhaus zu betreiben - bzgl. der Brandschutzauflagen? Da ist noch nichts konkret, ich bin aber auf der Suche. Habe zur Zeit ein Objekt, das mich interssiert - hier einige Infos, die viell. helfen, das ganze zu beurteilen:
- eine Gruppe = 20 Kinder
- evtl. 1. OG
- Haus 460 Jahre alt
- Einfachverglasung
- Heizungsart: Ofenheizung, Nachtspeicheröfen
- Haus steht frei (besteht aus zwei Haushälften, wobei die eine als Kita, die andere privat genutzt würde), aber in Ortsmitte
- Dielenboden/ alte Fliesen
- eher kleinere Räume, die nicht alle einen separaten Ausgang haben
- Hinterausgang über Scheune möglich
- (logischerweise) keine Brandschutztüren (alte Kassettentüren innen, Haustür Holz)
- es besteht Denkmalschutz

Ich hoffe, mir kann irgendjemand weiterhelfen??!!
Gruß an alle Fachwerkliebhaber!


Matthias Bechstein | 12.01.15

Brandschutz ist nicht alles...


Hallo,

Brandschutz ist nur eine Komponente, es gibt aber noch viele weitere Vorschriften, und nur alle zusammen betrachtet bringen eine endgültige Antwort. Was hilft es dir, wenn der Brandschutz OK ist, aber z.B. aufgrund der Lage dort keine KiTa genehmigt würde?

Grundsätzlich möglich ist das aber, ich wohne gegenüber von einem Kindergarten in einem denkmalgeschützen Fachwerkhaus. Übers Forum wird dir keiner was genaues sagen können. Du musst zum einen in Erfahrung bringen, ob grundsätzlich dort eine KiTa genehmigt werden kann (bei der Stadt/Gemeinde) und zum anderen von einem Architekten, der sich damit auskennt, eine Übersicht erstellen lassen, was nötig wäre, damit das Haus als KiTa genutzt werden kann (und natürlich auch, was das in etwas kosten würde).

LG,
Tina
Traumhaus gefunden
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 13.01.15

Kindergarten in Fachwerkhaus - Brandschutzauflagen


Hallo Matthias,
da sollte dir eigentlich der vorbeugende Brandschutz deines Kreises/deiner Stadt dazu Auskunft geben können. Brandschutz fällt unter kommunale Selbstverwaltung und die Landesbauordnungen unterscheiden sich und werden auch zum Teil anders ausgelegt.
Brandschutztüren brauchst du meiner Meinung nach nur wenn du verschiedene Brandabschnitte hast. Die Verglasung der außen Fenster wird auch keine Rolle spielen. Beim 1. OG wirst du z.B. einen zweiten Rettungsweg benötigen (z.B. Treppe nach außen ect)oder die Fenster müssen groß genug zum anleitern sein (90 x 120 cm nach hess. Bauordnung (HBO)). Evt. werden auch Rauchmelder ein Thema sein.

Gruß
Heiko
Gut Ding braucht Weile
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 13.01.15

Bevor es in die Details geht:


Sind die kommunalen und deren übergeordneten Behörden überhaupt Willens, die Kita an diesem Standort zu unterstützen?
Wenn das nicht prinzipiell zu 100% gegeben ist -> vergiß es.

Alles steht und fällt mit den kommunalen~ und Kreisbehörden.
Nur wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Andersrum leider nicht.
anders als die anderen
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.01.15

Kindergarten im Fachwerkhaus


Bei uns in Magdeburg-Sudenburg wurde eines der ältesten Fachwerkhäuser zum Kindergarten + Wohnung im Dachgeschoß schonend umgebaut. Dabei mußte unten erst einmal das Fachwerk sehr umfangreich erneuert werden. Der Eingang des Kindergartens liegt jetzt an der Hofseite. Die Wände innen sind alle Lehmputz, teilweise sichtbares Fachwerk. Waschräume haben Tadelakt. Alle Auflagen wurden eingehalten und alle Details immer einvernehmlich mit den Behörden einschl. UDSB abgestimmt.

Planer + Architekt war: Rudolph Koehler, Quedlinburg, q-batur Planen & Bauen GmbH, http://www.denkmalkonzepte.de/
Dazu gibt es auch hier in Fachwerk.de mehrere Einträge, z.B. http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/community/a/showMitglied/1321$.cfm
Es gibt noch viel zu tun, packen wir´s an.
Mitglied der Fachwerk.de Community
Dipl.-Restaurator (akad.) | | 14.01.15