Keller nass - benötige Hilfe

Hallo Zusammen,
ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen. Ich heiße Vanessa und bin 34 Jahre jung. Habe ein altes Haus, welches ca. 1890 gebaut wurde (Lehmbau). Vom Flur aus gelange ich über eine Tür in meinen Gewölbekeller, welcher 3 kleine Fenster besitzt. Der Keller war noch nie trocken. Inwiefern er jedoch in den letzten Jahren verschlechtert hat oder es immer schon so war, vermag ich nicht zu sagen. Habe mich damit früher nie auseinander gesetzt.
Fakt ist jedoch, dass meine Familie und ich immer unten die Fenster offen hatten. Tag und Nacht. Im Winter, wenn starker Frost kam, haben wir die Fenster geschlossen. Mittlerweile ist es so, dass mein Vater wegen dem Keller richtige Panik macht. Er meint sogar, dass die Stahlträger durchbrechen können und meine Küche dann irgendwann mal im Keller liegt.
Wenn ich runter gehe in den Keller um Wasser, Strom und Gas abzulegen kommt mir jedoch kein modderiger Geruch entgegen. Es riecht neutral. Salpeter (hoffe es ist richtig geschrieben)befindet sich an einzelnen Stellen im Keller.
Nun haben wir überlegt ums Haus herum auszuschachten, damit die Feuchtigkeit gemindert wird. Nun habe ich schon viel gelesen und es gibt ja sehr viele verschiedene Meinungen dazu. Einige sagen, nützt nichts, weil Lehm. Andere sagen, der Keller könnte an Stabilität verlieren usw.
Ich habe nun heute mal mit einem Feuchtemesser gemessen. Die Steine weisen ca. 92 Digits auf. Also Nass. Habe bzgl. der Belüftung angefangen die Fenster nunmehr über Tag zu schließen und diese nur am späten Abend bis in den frühen Morgenstunden zu öffnen. Des Weiteren wollte ich mir morgen einen Luftentfeuchter mal reinstellen und schauen wieviel Wasser ich rausgezogen bekomme.
Was kann ich sonst noch machen? Ich habe angst, dass wir ausschachten und das Problem der Feuchtigkeit besteht nach wie vor.
Liebe Grüße
Ich rege mich nicht mehr über andere auf :-)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.06.17


Das ständige offenhalten der Fenster ist schon mal nicht so optimal und führt oft zu Kondensationsproblemen an den Grundmauern (bei Salzbelastung sowieso), dass wird dann vom Bauherren als "aufsteigende" Feuchte gewertet und sonst was veranstaltet.

Gelüftet werden muss wenn der Wasserdampfgehalt der Aussenluft geringer ist.

Hier kann man das nachprüfen.

http://www.pb-schilling.de/baubiologie/luftfeuchte-rechner/

Diese Überwachung kann man auch von automatischen Steuerungen machen lassen.

Das Aufgraben der Grundmauern ist erstmal keine gute Idee.

Ich würde erstmal durch Konditionierung des Kellerklimas die Wandoberflächen "Trockenlegen".

Dann sieht man auch besser was eventuell los ist und kann soweit überhaupt Mängel bestehen gezielt saniert werden.

Alles andere ist blinder Aktionismus.

Die "kapazitive Feuchtemessung" gibt da auch kein hinreichenden Aufschluss.

Zumal die erdberührten Mauern dürfen auch ein gewisses Maß an Feuchtigkeit enthalten, dass ist "gesund".

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 26.06.17

Bestandsanalyse


Das scheint mir in erster Linie ein Problem zu sein, das von falschem Lüften herrührt. Im Sommer wird warmfeuchte Luft in den Keller gelassen. Sie trocknet nicht aus, sondern kondensiert an den kühlen Kellerwänden und sorgt für einen Feuchtenachschub. Gelüftet werden sollte immer nur dann, wenn es draußen kühler ist als im Keller. Im Sommer also gar nicht oder spätabends/nachts.

Ob noch andere Feuchtebelastungen vorliegen z.B. aus nicht vorhandenen oder beschädigten Bauwerksabdichtungen, defekten Fallrohren, Grundleitungen, der topografischen/hydrologischen Situation auf dem Grundstück (Hanglage, drückendes Wasser, Oberflächenwasser, Grundstücksoberflächen mit Neigung zum Haus etc.) lässt sich nur in einem Ortstermin durch einen unabhängigen Gutachter klären.

Die MEssergebnisse mit irgendwelchen Messgeräten aus dem Baumarkt sind nicht relevant. Verwertbare Feuchtemessungen werden nur von Ingenieurbüros nach Voruntersuchungen und mit einem Messkonzept durchgeführt.

Mein Tipp: richtig lüften, ggf. einen Gutachter hinzuziehen, Aktionismus vermeiden (keine spontanen Ausschachtungen, keine wild verlegte Dräinagen, keine Mauerwerkstrockenlegungen etc.), Handeln nur nach Sanierungskonzept eines unabhängigen Planers, keine unkoordinierten Firmenangebote einholen. Nichts tun, was Sie nicht wirklich von den Konsquenzen nachvollziehen und verstehen können.
... den Dingen auf den Grund gehen ...
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pickartz architektur | | 26.06.17


Vielen Dank für die Antworten. Kalt ist es im Keller nicht. Deswegen habe ich nun auch die Fenster zu und werde diese erst am späten Abend öffnen damit warme Luft entweichen kann.
Das mit dem Entfeuchter kann ich aber ruhig mal machen oder?
Ich rege mich nicht mehr über andere auf :-)
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| 26.06.17

feuchter Keller


Zur Ergänzung:
Oft gelangt über die Kellertür warme und Feuchte Innenluft in den Keller wo sie an den kälteren Wänden und am Boden kondensiert. Deshalb überprüfen Sie die Tür und den Kellerabgang auf Luftdichtigkeit.
Immer vorher Gehirn einschalten
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.06.17

Verwertbare Feuchtemessungen werden nur von Ingenieurbüros nach Voruntersuchungen und mit einem Messkonzept durchgeführt.


Iss das wirklich so Herr Pickartz?
Dann verraten sie mal mit welchen Messgeräten sie, Mister "unabhängig" das machen.
Schade, sie verwechseln nach wie vor unabhängig mit seriös.

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BAUST Bau & Sanierung Struve | | 27.06.17

Das Marionettentheater geht heiter weiter!


Das Marionettentheater geht heiter weiter!Dena "Energie Experte" ???
Das beißt sich beides schon mal massiv, als dena-Kasperle aber dann auch noch von Unabhängigkeit labern, Herr Pickartz,
abhängiger als sie gehts doch eigentlich schon gar nicht mehr.


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BAUST Bau & Sanierung Struve | | 27.06.17

Feuchter Keller


Alte Keller mit üblicher Feuchtigkeit verursachen keine Schäden.

Falls Salze in gelöster Form vorliegen können eher Schäden an den Steinen entstehen, wenn Salze durch Bautrocknung auskristallisieren und sich dabei ausdehnen.
Die Auflager der Stahlträger können untersucht werden-
es genügt eine Sichtprüfung, wobei Totalkorrosion und Kollaps extrem selten ist-also keine Panik!
Sofern notwendig Rostschutzfarbe auftragen und Auflager mit Zementputz auswerfen.

Zutritt warmer Luft vermeiden, keine Wäsche aufhängen, keine Kondenswäschetrockner aufstellen etc.
Man kann feuchtegesteuerte Lüftungsgeräte verwenden oder nur einen zeitgesteuerten Ventilator, der aber zur windabgewandten Seite blasen sollte. Zuluftöffnung gegenüber.
Fenster nur abends öffnen sollte aber auch genügen, sofern keine höherwertige Nutzung des Kellers vorgesehen ist.

Ggf überprüfen ob Regenwasserfallrohre in den Kanal entwässert werden oder wie früher oft üblich nur in ein Kiesbett beim Fallrohr.

Mit den üblichen, günstigen Baufeuchtemeßgeräten kann zumindest die Feuchteverteilung auf den Wänden geprüft werden im Vergleich zu trockenen Bereichen.
Die Ursache läßt sich damit nicht feststellen.

Bei sehr stark unterschiedlicher Feuchtigkeit auf der Wand auf Undichtigkeiten von Installationen untersuchen.

Andreas Teich

Fürs richtig Lüften gibts auch eine App


Hi,

im Sommer musst Du mit dem Lüften aufpassen. Vor Allem wenn die Luft draußen sehr warm ist kann diese viel Feuchtigkeit aufnehmen. Im Keller ist es dann wesentlich kälter und kalte Luft kann nicht so viel Feuchtigkeit aufnehmen. Resultat ist dass die Feuchtigkeit abgegeben wird und es zu Schimmel kommen kann.

Man kann eigentlich nur mit einem speziellen Rechner ausrechnen ob man Lüften kann oder nicht.

Es gibt da diverse Apps dazu.

Ich persönlich benutze die "BluSensor AIR" App. Ist m.E. am einfachsten zu bedienen...aber das ist Geschmacksache.

Grüße
Marcus


Marcus | 30.06.17


Der Entfeuchter läuft nunmehr seit dem 27.06. Ich habe schon ordentlich Wasser rausgezogen.
Heute werde ich die Feuchte nachmessen und dann werde ich ihn 5 Tage lang auslassen um zu schauen wie viel Feuchtigkeit wieder einzieht.
LG, Vanessa
Ich rege mich nicht mehr über andere auf :-)
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| 01.07.17


Halte die relative Luftfeuchte möglichst unter 60 Prozent. Das ist durch "natürliches" Lüften nach Ermittlung der absoluten Luftfeuchtesituation möglich. Rechnerische Hilfsmittel wurden hier gennant.

Schaue mal bei Lüftungsanlagen die durch die absolute Feuchte automatisch gesteuert werden. Da kannst du die effektive Lufttrocknung gewährleisten.

Wenn die Wetterbedingungen es nicht zulassen, setze den Bautrockner ein.


Das ist ein "Projekt" von vielen Monaten. Ein prüfbarer Erfolg wird sich wohl nicht so schnell einstellen.

Überlege dir welches Volumen die Querschnitte die Grundmauern haben und da kannst du eine Vorstellung bekommen wie viele Liter Wasser da ein Prozent Wassergehalt ausmachen.

Dein Messgerät gibt Auskunft über die dielektrischen Eigenschaften des Mauerwerks. Ein wirkliche Aussage ist da nur sehr bedingt möglich.

Aber wenn du das Messgerät da hast, kannst du ja ein paar Messpunkte festlegen und dort regelmäßig prüfen und protokollieren.

Das könnte über die Monate schon eine Aussage zulassen.

Aber wie gesagt, Geduld ist angezeigt.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 01.07.17

Keller-Bilder aus der Bilddatenbank: