Der richtige Sand für Kalkmörtel / Putz

Hallo,

ich möchte im Keller Natursteine selbst vermauern und verputzen. Dazu hab ich mir Schäfer Branntkalk ohne Additive besorgt. Jetzt weiss ich nur noch nicht, welches der optimale Sand dafür ist. Hat jemand einen Tip?

Ausserdem bin ich noch auf der Suche nach historischen bzw. erpropten Rezepturen für Kalkmörtel / Kalkputz.

Gerne auch Links.

Danke im voraus

Viele Grüße
Andreas Göttler
Die Macht des Einfachen
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.04.04

Pferdekacke


mein Dozent auf der Meisterschule erzählte mal, das die früher Mist in den Mörtel getan haben. Also Stroh mit z.B. Pferdekacke dran.
Die heutigen Restauratoren haben zwar alten Mörtel chemisch analysiert und Rezepte entwickelt, jedoch ist es in der Praxis so, das der neue Mörtel mit der Zeit aus den Fugen bricht. Er meinte das läge daran, das die Restauratoren bei der Analyse die "Nebenstoffe" vernachlässigt haben. Deswegen Mist reintun.

Grüße, Udo V.
Malermeister


Udo Vornhusen | 14.04.04

Kacke


Lieber Andreas,

ich glaube, dass die Idee mit Branntkalk nicht die allerbeste
ist, da der Löschvorgang angeblich mehrere Jahre bis zu
seiner Vollendung dauert....ist auch nicht ungefährlich.
Ich selbst arbeite mittlerweile nur mit Kalkmörtel und
-putz. Mischung
mit Flusssand (hier bei uns hellrötliche Farbe) im Verhältnis
(Volumen) 1:3 bis 1:4, je nach Anwendung. Zu dem Thema gibt
es in der frz-sprachigen Literatur hunderte von Seiten,
wie es im dt Sprachraum aussieht, kann ich dir nicht sagen.
Ach ja, Kalkmörtel ist nur für traditionelle
Bauweise geeignet, verträgt sich nicht mit Armierungseisen
etc. Aber das gibts bei dir ja eh nicht.


meld dich bei mir bei weiteren Fragen
gruss
torsten
Höre deinem Haus zu - es ist viel älter als du
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 15.04.04

Putz


Hallo,

das mehrjährige einsumpfen bezieht sich nur auf den Stückkalk, wie er früher üblich war. Heute bekommt man meist gemahlenen Branntkalk, da reichen einige Tage, besser Wochen zum sumpfen. Nätürlich besteht Verätzungsgefahr, also die Vorschrift einhalten!

Der Dung im Putz bezieht sich auf Lehmputze. Die wären im Keller natürlich erste Wahl, da sie mit der Feuchtigkeit hervorragend zurecht kommen. In Kalkputze tat man keinen Dung, allenfalls Pferdeurin (macht das Ganze geschmeidiger).

Beim Sand bringt nach meiner Erfahrung billigster Steinsand die besten Ergebnisse. Im Keller wäre sogar Recycling-Sand, sprich gebrochene Backsteine erwägenswert. Grob gesprochen haben die alten Römer mit gemahlenen Backsteinen ihre Putze wasserdicht bekommen.

Gruß
Stephan


Stephan | 03.11.04

Lehmputz im Keller?


Schön Guten Tag.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Lehmputz die auftretene Feuchtigkeit im Keller abhalten kann. Oder war das Ironisch gemeint?
Bei einem trockenen Keller ist Lehmputz natürlich in Ordnung.
Ich würde auch in Kalkmörtel Mist reintun. Natürlich nicht soviel und kleingehexelt.
Grüße, Udo V.


Udo V. | 03.11.04

Hallo Udo V. :)


Falls Interesse besteht, das Thema Lehmputz im Keller und Feuchte gab es gerade vor ein paar Tagen :)

Forumeintrag-Eintrag

---Forenreferenz-----------
Lehmputz im Keller -
Liebe Häuslebauer,
wir haben vor einem Jahr ein Reihenhaus mit weißer Wanne und zwei kleinen Kellerlichtschächten gekauft. Der Keller wird in den Sommermom´naten feucht, d-h. die Luftfeichtigkeit steigt auf über 80 % und uns schimmeln Naturmaterialien und alles Papier wird klamm.
Mittlerweile haben wir im Keller Wände gezogen (Porenbeton) und überlegen, ob wir zum Ausgleich der Feuchtigkeitsspitzen den Keller mit Lehm putzen sollen.

Hat jemand damit Erfahrung?
Icg das eine brauchtbare Ideeß
Worauf muss man achten.

Vielen Dank für Eure Tipps. mehr ...
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Liebe Grüße
Ich mache es einfach wie mein Haus: I will survive
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.11.04

Hallo Udo V,


Keller und Erdgeschoß meines Hauses sind aus Feldsteinen errichtet, der Mörtel besteht aus Lehm. Vor ca. 50 Jahren hat jemand Teile des Kellers mit Kalkputz versehen. Der löst sich jetzt aber auf, sandet, platzt ab. Gut, bei der heutigen Bautechnik sind 50 Jahre eine unvorstellbar lange Zeit, aber der Rest vom Keller (Lehm) hält seit mindestens 200 Jahren.

Natürlich darf man nicht erwarten, dass Lehmputz einem den Keller trocknet. Er reguliert die Feuchtigkeit; Kartoffeln etc. halten sich gut. Und ein trockener Keller wird durch Lehmputz auch nicht naß (dort kanns dann auch ein Fertigputz sein, der abhängig von den Zusatzstoffen sonst zum Kompostieren neigen würde). Insofern kann man mit Lehm im Keller nichts verkehrt machen.

Auftretene Feuchtigkeit kann Lehm aber auf ganz andere Weise abhalten. Auf eine der Feldsteinenwände hat mein Vorbesitzer Zementputz und Bitumendichtung geschmiert. Ich habe wieder aufgegraben, alles säuberlich abgehackt, Lehm in den Graben gestampft und seit dem ist die Wand trocken. (Will sagen, nicht mehr naß. Eine lehmgemörtelte Wand ist nie so trocken wie eine (trockene) Betonwand.)

Alles Gute
Stephan


Stephan | 03.11.04