Kappendecke - Gewölbezwickel ausgießen?

Hallo liebe Forenmitglieder!

In unserem Haus von 1909 soll auf die Kappendecke (siehe Foto) in drei Räumen Dielung und in zwei weiteren Räumen Fliesenbelag eingebracht werden. Die Kappen liegen über einem unbeheizter „Lagerkeller“ (ca. 1/3 oberirdisch mit ca. 10-12° C). Durch diverse Threads im Forum bin ich jetzt etwas verunsichert bezüglich des richtigen Aufbaus bzw. der Ausführung.
Sollten die Gebwölbezwickel, sprich der tiefste Punkt beim Eisenträger, vergosssen bzw. mit Zementmörtel angeglichen werden oder sollte dort lieber Sand eingebracht werden. Ursprünglich habe ich in diesem Bereich Schlacke vorgefunden.
Für den Zement würde bei entsprechender Vergütung der "Rostschutz" sprechen, wobei ich mir gut vorstellen kann, dass dieser anfangen könnte zu reißen. Für einen kompletten Aufbeton über Kappenniveau reicht der Platz zumindest in den beiden Räumen, die mit Fliesen ausgestattet werden sollen, nicht.

Wie und mit welchem Material habt ihr eure Kappen "behandelt" bzw. wie macht es der Profi?


In freudiger Erwartung auf Antwort,
Erik Dederding
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 17.02.09

Kappendecken


Ich hatte nur noch einen Raum mit Kappendecken.
Hab die Fläche mit Sand auf eine Höhe gebracht und dann mit
Fließestrich den Rest.Jatzt liegen Fließen darauf und das seit 7 Jahren ohne Probleme.
Von unten kommt nächste Woche 60mm Planrock darunter.
Alt aber schön....Häuser meine ich natürlich
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 18.02.09

Liaporgedämmt


Liaporausgleich auf KellerkappeDie Kappenzwickel sollten der Funktionalität halber bestenfalls mit zementgebundenem Liapor ausgeglichen werden, um eine gute Harmonie zwischen den Ziegelkappen und der nachfolgenden Aufbausituation zu erreichen.

Die Variante mit nur Sand und dann einem Fließestrich (ist so ausgesagt, kompletter Quatsch!!) sehen wir auf dauer als sehr kritisch an.
Welches Fließestrichmaterial wurde verwendet und wie war die technische Reihenfolge und die einzelnen Arbeitsschritte?

Bei diffusionsoffenen Aufbauten sollten keine Sperrschichten erfolgen, bei Fliesenbelägen sollte unbedingt dann noch eine lastverteilende Ebene eingbracht sein und diese kann dann darunter mit einer "Katja-Sperrbahn" erst einmal für den weiteren Aufbau vorbereitet werden.
http://www.knauf.ch/files/produkts/F457.pdf

Auch bei Dielenböden könnte eine Sperrbahn möglich werden, doch dies sollte Ihr Holzbodenleger entscheiden.
Hier ein Beratungsgespräch möglich:
Restauratio GmbH
Thomas W. Böhme
Pillnitzer Landstraße 124
01326 Dresden
Tel.: 0351 2685949
Fax : 0351 2685948
eMail: mail@restauratio.com
WWW: Homepage

Nun erst einmal viel Glück bei Ihrer Auswahl der Möglichkeiten.

Grüße Udo
LEHM - natur am bau
Mitglied der Fachwerk.de Community
LehmHandWerk Udo Mühle | | 18.02.09

Hallo Erik,


ich habe die Kappen, die ich Freilegen musste mit einer Schüttung ausgefüllt , dann TRockenestrichplatten schwimmend verlegt und dann Fließen draufgepappt. Man kann auch Sand nehmen, ist zwar billiger , aber der wäre mir aber zu schwer. Ich sehe auch keinen Sinn darin, die Stahlträger wenn Sie noch gut sind und keine Feuchtigkeit dran kommt mit einer extra "Rostschutz"-Schicht zu belegen. Mein Keller ist auch zum Teil oberirdisch mit ähnlichen Temperaturen, wobei ich keine Feuchtigkeitsprobleme von unten habe, und somit auch kein Rostschutz extra notwendig ist. Die Stahlträger sind bei mir von umten mit eingeputzt und gekalkt.

Gruß J. Simon
Die Alten erhalten!!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 18.02.09

Danke für die schnellen Antworten!


Dieses Thema kann einem echt schlaflose Nächte bereiten :(

Folgende Materialien für die Gewölbezwickel sind bereits eingesetzt worden, oder werden vorgeschlagen:
* Sand
* zementgebundenes Liapor
* Ausgleichsbeton C 25/30 Körnung 0/8

Jetzt habe ich im Thread "Preußische Kappendecke" einen Auszug aus dem Buch "Typische Baukonstruktionen von 1860 - 1960" gefunden. Dort heißt es: "Auf der Oberseite wurden die Kappen mit Beton abgeglichen. Dazu wurde Magerbeton oder Schlackenbeton verwendet." Die dazugehörige Abbildung habe ich als Bild angehängt. Bei uns sind die Ziegel allerdings „flach“ verbaut, so dass sich eine 1/2 Stein dicke Kappe ergibt.
Im Moment tendiere ich somit zum "wasserundurchlässigen" Ausgleichsbeton.
Falls jemand schon hiermit gearbeitet hat, würden mich natürlich Erfahrungswerte sowie die genaue Bezeichnung des verwendeten Materials interessieren.
Falls es gewichtige Gegenargumente gibt, wäre ich auch für diese dankbar!

Für die Räume die Fliesen bekommen sollen hatte ich an KNAUF AQUAPANEL Cement Board Floor Trockenestrichelemente aus Zement auf einer gebundenen Schüttung gedacht. Zu finden sind die Platten unter:
http://www.perlite.de/produkte/aquapanel_floor.html

Bezüglich der gebundenen Schüttung habe ich noch keine Auswahl getroffen. Es stehen mehrere Materialien zur Verfügung. Vorerst wollte ich mich ganz und gar den Gewölbezwickeln widmen.


@ Udo
Deinen Ausführungen zur lastverteilenden Ebene kann ich nicht ganz folgen. Mit den von mir geplanten Trockenestrichelementen versuche ich die Last auf der gesamten Fläche zu verteilen – ich hoffe, dass es so richtig ist.
Ich bin jedoch nicht auf Fertigestrich festgelegt, er wurde nur aufgrund der geringen Höhe und unter Beachtung eines geringeren Gewichtes angedacht. Im Thread „Dämmung über Preußischer Kappendecke“ wurde folgende Aussage gemacht: "... auf eine Kappe kein Beton (Estrich) das statische System hält das nicht aus."
Vielleicht gibt es eine sinnvollere Lösung.

Der Sinn einer Sperrbahn erschließt sich für mich bei einem unterkellerten Raum noch nicht, aber hierüber wird im Forum ja viel diskutiert. Die meisten Artikel handeln jedoch von nicht unterkellerten Bodenaufbauten, das dort eine Sperrschicht eingebracht werden muss ist klar. Leider habe ich für das Einbringen einer Sperrbahn bei unterkellerten Räumen noch keine Begründung gefunden.

Danke für den Hinweis auf Herrn Böhme, er ist hier im Forum ja auch sehr aktiv und ich greife gerne Tipps und Anregungen von ihm auf.


@ Joachim
Hast du dieselben Kappen vorgefunden, wie oben auf dem Foto gezeigt?
Mich würde interessieren welche Materialien (Schüttung, Platten und Fliesenkleber) du genau benutzt hast.


Vielen Dank, bis dahin
Erik
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 18.02.09

Kappen


Tja bis jetzt halten die Kappen es liegen Fliesen darauf und es steht eine große Küche darauf.
Da muß mein Bruder der Maurermeister ist mir wohl einen falschen TIP gegeben haben.
Und der Stukkateurmeister der den Fließestrich aufgebracht hat muß dann wohl auch einen Fehler gemacht haben.
Den Vertreter der Fließestrichfirma glaube ich auch nix mehr.
Alt aber schön....Häuser meine ich natürlich
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 19.02.09

Hallo Erik


bei mir sind die Kappen auch halbe Ziegelstärke. ich habe schlicht und einfach eine Schüttung (ichglaube von Fermacell) eingebracht und zwar so stark, daß die Kappen komplett mit mindestens 2 bis 3 cm bedeckt waren. Darüber habe ich TRockenstrich elemente ebenfalls von Fermacell verlegt und mit dem dazugehörigen Kleber verklebt. da es sich um das Bad handelte, wurde hier noch ein Bodenablauf eingebaut und die Fließen mit leichtem Gefälle verlegt.

Auf dieser Konstruktion sitzt die Dusche , Toilette, Waschmaschine, TRockner.
Bisher nach 4 Jahren sind weder Risse aufgetreten oder sonstige Beschädigungen.

In anderen Teilen des Hauses, wo ich alte Dielen entfernen musste (so leid es mir tat) habe ich aber die Schlackeschüttung mit den Lagerhölzern dringelassen und darauf einen neuen Boden aufgebaut (z. T. mit Fliesen oder neuen Dielen.

Gruß Joachim
Die Alten erhalten!!
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 19.02.09

@Erik


Siehste da muß man nicht so einen Aufstand machen oder?
Der eine machte es so der andere so. Und ? Es hält.
Was und wie du es machst ist dir selbst überlassen.
Entweder sahnich oder garnich sachte mein Lehrmeister immer.
Alt aber schön....Häuser meine ich natürlich
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 19.02.09


Hallo,

man kann das halten wie ein Dachdecker...........
aber die Statik dieser Kappen gibt nicht alles an Eigengewicht her, weswegen ich mit Auflasten sehr knauserig sein würde. Aus diesem Grund scheidet Beton mit 2,5 kN /m² einfach aus, 10 cm Beton sind danach schon 250 kg in alten Einheiten. Ausweg ist alles was leicht ist: gebundene Schüttung, wie erwähnt, zum Beispiel und obendrauf eine lastverteilende Platte, von mir aus Ihr Aquapanel oder im nicht nässebeanspruchten Bereich ein Trockenestrichelement.

Grüße vom Niederrhein
Neue Nutzungen für alte Gebäude
Mitglied der Fachwerk.de Community
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 19.02.09


@ Skupke
Einen Aufstand wollte ich auf jeden Fall nicht machen, ich möchte aber schon alle Möglichkeiten durchspielen und mir auf der Grundlage verschiedener Erfahrungen/ Anregungen und der Bauphysik eine eigene Meinung bilden. Letztendlich muss ich mit dem von mir gewählten Weg zufrieden sein.


@ Joachim
Weißt du zufällig noch, ob du eine gebundene Schüttung eingebracht hast? Außerdem würde mich interessieren, welchen Fliesenkleber bei welcher Fliesengröße du benutzt hast. Eine Entkoppungsbahn hast du nicht zufällig unter den Fliesen eingebaut, oder?


@ Dietmar Beckmann
Wie stehen Sie zum vergießen der Gewölbezwickel mit einem „wasserundurchlässigen" Ausgleichsbeton, wie es in der oben angehängten Zeichnung zu sehen ist?

Weiterhin würde mich Ihre Meinung bezüglich der Sperrbahn interessieren.

Danke für die Mühe,
Erik Dederding
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 19.02.09

Siehst du


Ist doch schön wenn man einen Bruder hat der Meister ist und statische Berechnung drauf hat.
Alt aber schön....Häuser meine ich natürlich
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 20.02.09

Beton


WU-Beton: Wozu ? Ist der etwa leichter ? Gibt es Druckwasser ?

Er ist hier nicht angebracht.

Grüße
Neue Nutzungen für alte Gebäude
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Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 20.02.09


@ Skupke
Klar - es ist immer schön, wenn man Menschen um sich herum hat, die einen unterstützen.


@ Dietmar Beckmann
Den WU-Beton würde ich wirklich nur in den Zwickeln (ca. 4 cm zwischen Ziegel und Träger zu den Seiten auslaufend) einbringen, davon erhoffe ich mir eine dauerhafte "Konservierung" der Stahlträger. Darauf würde dann die Schüttung kommen und dann die Estrichelemente.
Zuvor waren die Kappen übrigens vollflächig mit ca. 6cm starkem Estrichbeton überzogen. Dieser war natürlich alles andere als eben und wurde ohne Randdämmstreifen eingebracht - er ließ sich jedoch dank der auf der Kappe liegenden Schlacke relativ leicht entfernen.

Würden Sie bei einer derartigen Konstruktion nur die gebundene Schüttung einbringen bzw. welche Gefahren würde beim Vergießen der Zwickel mit WU-Beton bestehen?


Verregnete Grüße aus dem Südwesten von Hannover!
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 20.02.09

Zwickel ausfüllen


Hallo,

ich wiederhole mich: wu-Beton ist hier sinnlos und belastet die Stahlträger unötig. Eine Konservierung erreichen Sie auch durch die gebundene Schüttung, sprich den Zementanteil darin.

Grüße
Neue Nutzungen für alte Gebäude
Mitglied der Fachwerk.de Community
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 20.02.09

Gußasphalt


@Dietmar
Mal eine kleine Frage an den Planer.
Würde auch Gußasphalt gehen?
Alt aber schön....Häuser meine ich natürlich
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.02.09

GA


Auf Ideen kommen die Menschen !
Nicht nur daß das Zeug stinkt, es kostet auch Geld und was die organischen Säuren mit dem Stahl machen weiß ich auch nicht.
Wieso denn nicht das nehmen, was bewährt ist ?

Grüße vom Niederrhein
Neue Nutzungen für alte Gebäude
Mitglied der Fachwerk.de Community
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 23.02.09

Kappen-Bilder aus der Bilddatenbank: