Fachwerk.de - Kaminsanierung - ja oder nein? Kontroverse Meinungen

Kamin, Salzablagerungen im Obergeschoss 1Guten Tag,
wir sanieren zur Zeit einen Altbau und möchten nach Abschluss der Sanierungsarbeiten den mittig im Haus belegenen alten Schornstein mittels Kaminofen reaktivieren.
Der Schornstein wurde durch die Alteigentümer auf dem Dach mit einer Platte verschlossen.
Während der Sanierung haben wir unter anderem den Putz von den alten Wänden geholt. Die alten Ziegelmauern werden vollständig mit Luftkalkmörtel neu verputzt.
Bei dieser Aktion habe ich auch den Schornstein kontrolliert.
Dabei habe ich einige alte Anschlüsse geöffnet, da sie nur wenig fachmännisch zugemauert waren und mir die Steine schon fast entgegen kamen.
Auch die Fugen sind teilweise sehr sandig und bröseln.
Dort, wo es am schlimmsten war, habe ich neu verfugt und Fehlstellen mit Quellmörtel verschlossen.
Durch die nun offenen Anschlusslöcher konnte ich einen Blick in den Schornstein werfen.
Mein Eindruck hinterließ gemischte Gefühle.
Auf den Innenseiten des Schornsteins befindet sich eine teils fingerdicke Rußschicht, die sich jedoch relativ leicht abbröseln lässt.

Mein Kaminbauer sagt, er würde eine Edestahlrohr einziehen, dafür müßte der Schornsteinfeger allerdings die dicke Rußschicht entfernen.

Mittlerweile waren 2 Bezirksschornsteinfeger vor Ort (die Zuständigkeit hatte zwischenzeitlich gewechselt). Beide haben den Kamin für tauglich befunden und eine Sanierungsmaßnahme mittels Edelstahlrohr nicht für notwendig erachtet, eher davon abgeraten.
Der letzte Schornsteinfeger hat auch eine Kamerafahrt gemacht und den Schornstein gefegt. Er meint, er sähe kein Problem in der Inbetriebnahme.
Soweit sogut.
Nun wollte ich zunächst die vorhandenen Löcher zumauern.
Dabei habe ich mir das Innenleben nochmal ganz genau angesehen.
Stark riechen tuts schonmal nicht, allerdings roch es beim aufsaugen des Drecks etwas nach Ammoniak (der Sauger riecht nun danach).
Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob der Geruch nicht auch durch den mitaufgesaugten, noch halbwegs frischen, Kalk-Zement-Mörtel kommen könnte.
Der Zug selber riecht im Inneren kaum.
Allerdings ist die fingerdicke Rußschicht auch nach dem Kehren noch fast vollständig erhalten. In den alten Anschlussbereichen haben sich geradezu Berge von schwarzem Staub angehäuft.
Was mir auch noch auffiel, dass an der Rußschicht fast überall Salzkristalle hängen.
Jetzt hatte ich gelesen, dass Salpeter eine Rolle spielen könnte, der jedoch nachhaltig das Mauerwerk schädigen kann.
Einige Steine im Kamin sind auch schon sehr bröselig.

Nun weiß ich nicht, ob meine Bedenken begründet sind.
Das Gefühl ist momentan einfach ungut.

Hier mal ein paar Bilder:

Alter Anschluss im 1. OG
http://www.abload.de/img/1alteranschlussog4ngx.jpg

Rußablagerungen 1. OG
http://www.abload.de/img/2dreckog2uux.jpg

Nach unten 1. OG
http://www.abload.de/img/3nachuntenogfuxb.jpg

Nach oben 1. OG
http://www.abload.de/img/4nachobenog9nam.jpg

Salzablagerungen 1. OG
http://www.abload.de/img/5salzogknpw.jpg

http://www.abload.de/img/6salzog5noa.jpg

Nach unten EG
http://www.abload.de/img/7nachuntenegjnm4.jpg

Nach oben EG
http://www.abload.de/img/8nachobenegiu10.jpg

Alter Anschluss im EG
http://www.abload.de/img/9alteranschlusseglneh.jpg

P.S. Die Bilder befinden sich auch in meiner Bildergalerie.
Einfach auf das Bild klicken.
Früher war zwar nicht Alles, aber eben Manches besser...
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Lukejack | 10.03.11
Wenn Du
Dir so unsicher bist, dann lass den Kamin ausspindeln.
Alt aber schön....Häuser meine ich natürlich
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Idefix | 11.03.11
Ausspindeln
Leider habe ich Netz zu diesem Begriff nichts gefunden.
Ist das eine Methode, die Verkrustungen im Kamin zu lösen?
Der Schornsteinfeger ist halt mit der Bürste durch.
Ich habe auch gesehen, dass es so eine Art Kettenfräsen gibt, die durch den Kamin geführt werden.
Allerdings sind die wohl eher dafür gedacht, den Querschnitt zu erweitern.
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Lukejack | 11.03.11
Die hier ?bliche
Methode w?re, den Zug auszuschleifen und Innen zu verputzen (im Prinzip wird ein Seil nach unten gelassen, ein St?ck Schaumstoff drangebunden und mit dem Verputz nach oben gezogen).
Des woa scho immer so!
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Kellergassenkatze | 11.03.11
Davon...
...habe ich auch schon gehört.
Hier bei uns werden ja am liebsten Edelstahlrohre verbaut.
Zur Putzmethode hört man hier meistens, dass der Putz angeblich nicht ordentlich auf der alten verrußten Oberfläche haften soll.
Ist halt die Frage, wie gründlich das Ausschleifen geschieht.
Ich glaube, hier bei uns in der Gegend würde man auch niemanden finden, der so etwas macht.

Ansonsten klar, hört sich das nicht schlecht an.
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Lukejack | 11.03.11
Ja,
in Deutschland scheint Ausschleifen nicht üblich zu sein... wie weit man das jetzt unter klischeehfaten Perfektionismus verbucht ist jedem selbst überlassen. Ist halt mit Sicherheit viel billiger als Edelstahlrohre, wir haben für einen Zug im ebenerdigen Bauernhaus schon ca. 1000 Euro hinlegen müssen. Da war das Edelstahlrohr für den Gas-Warmwasserspeicher absolut notwendig, ohne ist uns der Kamin total versottet. In hohen Mehrfamilienhäusern in Wien habe ich auch mit Heizwert-Gasgeräten noch nie von Problemen gehört (selbst das mehr oder weniger systematische Ausschleifen ist erst seit ungefähr 15 Jahren vorgeschrieben, früher wurde gekehrt und das neue Gasgerät angeschlossen). Laut Rauchfangkehrer ist der entscheidende Unterschied der bessere Zug beim wesentlich höheren Kamin im MFH.
Des woa scho immer so!
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Kellergassenkatze | 11.03.11
waere
es nicht solider, den Kamin abzutragen und mit Betonfertigteil und Keramikrohr (nicht Edelstahl!!) glasiert neu aufsetzen. Habe das vor etwa 8 Jahren gemacht und bin damit bestens gefahren. Ob das geht, h?ngt auch davon ab, ob der kemin in oder vor einer Wand steht. Etwas aufw?ndiger ist das einziehen eines Keramikrohres von oben, zumal die D?mmung kaum eingebaut werden kann.
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
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Olaf aus Sachsen | 11.03.11
Hallo,
meine 1. Antwort kam leider nicht durch ...
Bin aber jetzt zu müde. Ruf mich an - 07973 16 99 176 -, wenn Du möchtest.
Erhalt ist meist der bessere Weg.
Gruß Walle
Mit natürlicher Wärme gesund und kostengünstig Leben
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Kachelofen & Keramik, Grundöfen & Massenspeicher | Walter Hofacker | 12.03.11
Moin Lukejack,
bin ehrlich gesagt etwas erstaunt über die Antworten der Schornis.

M.W. muss der Querschnitt zunächst mal zum geplanten Ofen passen (das rechnet der Schorni anhand der Herstellerangaben) um die Abgaswerte einzuhalten. Da entscheidet sich zunächst, ob eine Querschnittsverjüngung notwendig ist (oder z.B. der Schornsteinkopf noch gedämmt werden muss). Wenn ja, muss sowieso ein Rohr rein.

Ich würde an deiner Stelle mal ein paar Tage nen Ofen dranhängen und den Kamin richtig durchheizen, und dann nochmal die bröseligen Stellen prüfen.

Mir bekannte Probleme sind eher das durchsottern durch Kondensat im oberen Bereich. Dass jemand einen befeuerten Kamin aufs Hirn gekriegt hätte, hab ich noch nie gehört.

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
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Boris Webler | 12.03.11
Ich glaube,
wenn ich den Kamin abtrage, zeigen mir die Schronsteinfeger und der Kaminbauer den Vogel. Vorher hat mich aber schon meine Ehefreu erschlagen :-)

Also Berechnungen hat da keiner durchgeführt.
Der Kaminbauer sagte, das würde passen mit dem Ofen, ohne den Schornstein genau zu kennen und BEIDE Schornsteinfeger sagten, dass es passen würde, ohne den Kaminofen zu kennen.
Obwohl ich darauf hingewiesen habe, dass es nur ein kleiner Ofen ist.
Naja, dafür ist der Schornsteinquerschnitt auch sehr klein.
Irgendwas um die 14x28 oder so.

Sind denn diese dicke Ablagerungen und die Salzkristalle normal?
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Lukejack | 12.03.11
Moin Lukejack,
"Sind denn diese dicke Ablagerungen und die Salzkristalle normal?"

Kann dir doch wenns tut und abgenommen wird in Anbetracht der "Alternativen" egal sein, oder?

:-), Boris
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Boris Webler | 12.03.11
@ Premi Boris,
wie gesagt, alte Substanz hat Bestandsschutz. D.h. DIN Schilder bestimmen nicht den Querschnitt und erst recht keine Änderung desselben.
Deshalb ersetzt man geschützte Substanz auch nicht gegen Legos für Idi´s. Rückgängig machen kann man so einen Fehler nicht mehr. U(nd wenn´s Probleme mit alten gibt, fragt man jemand, der die alten Fachregeln noch kennt und jederzeit danach bauen darf(!).
Wenn eine Behörde Probleme für eine Umsetzung geschützter Substanz macht, muß das LDA eine zwingende Vorgabe für Um- / Neusetzung machen.
Wie es bei Euch so schön gilt: gute (sinnvolle) Altsubstanz ist schnell zerstört - und dann nicht mehr (kostengünstig) zu ersetzen.
Soweit es auf den Bildern ersichtlich ist, funktioniert der alte bestens. Ohne die Probleme von Einsätzen (Hülsen).
Mit natürlicher Wärme gesund und kostengünstig Leben
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Kachelofen & Keramik, Grundöfen & Massenspeicher | Walter Hofacker | 13.03.11
@Kachi Walter:
Der Vorschlag den Kamin abzutragen und zu ersetzen kam von Olaf......aber schön dass wir hier mal drüber gesprochen haben....

Gruss, Boris
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Boris Webler | 13.03.11
@ Premi Boris,
lesen und schreiben ist eine Sache ...
... verstehen die andere.
Obwohl ich mich nicht erinnern kann, das Wort "ersetzen" in einer Alternative verwendet zu haben.
Mit natürlicher Wärme gesund und kostengünstig Leben
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Kachelofen & Keramik, Grundöfen & Massenspeicher | Walter Hofacker | 13.03.11
Erstmal...
...vielen Dank für eure Antworten.
Die Erhaltung der Altsubstanz ist mir ja im Grunde auch am liebsten (nicht nur aus finanziellen Gründen).
Ich bin eigentlich dabei, das ganze Haus wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen.
Die Hütte wurde von den Vorbesitzern regelrecht kaputtsaniert.
Nun haben wir Gips- und Zementputz zu 99% entfernt und bauen alle Wände mit Luftkalk und Lehmputz auf.
Das funktioniert auch alles bestens.
Nur halt beim Kamin war ich mir unsicher, weil ich damit noch nicht zu tun hatte.

Ich werde jetzt erstmal, so wie es der Schorni empfohlen hat, den Kamin an sich auf lose Steine kontrollieren und die alten Zugänge mit Quellmörtel und Originalziegeln verschließen.
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Lukejack | 14.03.11

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