Fußbodensanierung im nichtunterkellerten Wohnbereich

Hi, folgende Situation:
2 gesch. ca. 110 Jahre altes Fachwerkhaus , im Erdgeschoß lediglich Wohnzimmer nicht unterkellert (ca. 35% der Grundfläche), ansonsten Gewölbekeller.
Nach Mieterauszug stellten wir starke Unebenheiten sowie Feuchte ausschl. in dem Wohnbereich fest.
Wir entfernten die Bodenbeläge der schichtenweise wie folgt aufgebaut war: Teppich, Stragula o ä, Papplage, Dielenböden mit entspr. Unterbauten (Balken), welche überwiegend morsch naß und verfault im Erdreich lagen.
Die Bodensubstanz schien aufgefüllt zu sein. Wir hoben ca. 47 cm komplett aus, gemessen an der Oberkante der Balken, welche auf den Bruchsteinfundamenten liegen.
Frage, was ist nun zu tun?
Ich stelle mir folgenden Aufbau vor:
15 cm Kiesfilter
PE Folie
20 cm Beton
2 cm Hartschaum Dämmung
8 cm Zementestrich
0,3 cm Dämmmatte
1,7 cm Fertigparkett
Ist das okay so?
Für Ihre Antwort im Voraus besten Dank.
Gruß Günter


Günter | 17.07.06

Guck mal hier


Das Thema wurde gerade kürzlich im Forum eingehend diskutiert. Start war am 10.7.06. Suche mal danach.

Titel:
Der richtige Fußbodenaufbau im nichtunterkellerten Erdgeschoss


Gruss

Marc
Arbeit zieht Arbeit nach sich
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 17.07.06

Kork-Kalkestrich


Konstruktionsaufbauvorschlag von unten nach oben:
ca 10-15cm kapillarbrechende Schotter/Kieschicht,gut verdichten.
Darauf Kork-Kalkestrich ,mittlere Höhe d=15 cm
Darauf wahlweise Teracotta-oder Naturstein-Bodenplatten im Mörtelbett oder Holzdielen auf Lagerbrett mit ca 5cm Korkgranulat-Zwischenschüttung


Rezeptur für Kork-Kalkestrich (Angaben in Raumteilen RT):
1,5 RT Traßkalk (z.B. TUBAG)
4,0 RT Korkgranulat ,Körnung 4-12mm
1,5 RT Sand (Körnung ca 1-5mm)
Die Mischung wird vor Ort im Betonmischer mit Wasser angemischt und wie Beton eingebaut, manuell verdichtet uns ist nach ca 1,5-2 Tagen begehbar.
Fachwerksanierung mit Lehm- und Naturbaustoffen
Mitglied der Fachwerk.de Community
TEX-BIS Naturbaustoffe | | 17.07.06

Ich hab auch mal ne Frage:


Warum denn immer Trasskalk?
Was soll denn der bringen?

Danke

FK
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro slow-house | | 17.07.06

Traßkalk eignet sich hier deshalb sehr gut, weil


-er sehr schnell abbindet
-das Traßmehl als latent hydraulischer Zuschlagsstoff wirkt
-die anfangs-Druckfestigkeit wesentlich höher als bei Luftkalk ist
-beim Erdreich-Fußboden immer eine Grundfeuchte vhd. ist
Fachwerksanierung mit Lehm- und Naturbaustoffen
Mitglied der Fachwerk.de Community
TEX-BIS Naturbaustoffe | | 17.07.06

noch mehr Fragen


Hallo
Sie schreiben:
-er sehr schnell abbindet - macht SchnellZement schneller!

-das Traßmehl als latent hydraulischer Zuschlagsstoff wirkt
latent hydraulisch ist auch Zement!

-die anfangs-Druckfestigkeit wesentlich höher als bei Luftkalk ist
und dann? Wird er dann nicht von einem guten Kalkputz noch überholt?

-beim Erdreich-Fußboden immer eine Grundfeuchte vhd. ist
Ist das jetzt ein Vorteil oder ein Nachteil für den Trass!
Ich glaube eher ein Nachteil - weil der mit der Zeit (und das geht relativ schnell) zu macht und dann ists aus mit den Kalkvorteilen!

m.E. ist das so ein Wunschglaube oder so ein: gut ist weils hart ist!
und die Römer hatten den auch schon hergenommen ... da sollte man sich aber mal ansehen, Wann die Römer den Trass hergenommen haben und wann ihn wir hernehmen!
So ein: Viel hilft viel! Hauptsache es hört sich besser und wichtiger an als "Kalk" - da hört sich "Trasskalk" doch viel besser und wichtiger an ...

Na mal sehen, was die Zukunft bringt ... ob sich der Glaube nach dem tollen Trasskalk sich nicht als ein moderner Bumerang herausstellt, wie die Mähr von der Dachpappe unter den Balken - oder dem tollen zementären Sockelputz - oder den fulminanten Holzersatzstoffen - oder den Dampfsperren - oder oder ....
Immer wenn was nicht hinhaut über die Jahre wird was "neues" erfunden (aus der Dampfsperre wird eine Dampfbremse; aus der Dickschichtlasur wird eine Dünnschichtlasur; aus dem einen wird was anderes ----) The Show must go on! And the Rubel must roll!
Ich sage: Luft und Wasser machen was sie wollen - da hilft kein absperren!
Verstehen was die wollen und machen und danach handeln und seine Konstruktion darauf abstimmen .... und die Zauberformel vom Fussbodendämmstoff hilft doch nur denen, die das Verkaufen ---

Ich würde da andere - hier auch schon oft publizierte Wege gehen ...

mfG

FK
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro slow-house | | 17.07.06


Weil 15 cm Luftkalk niemals vernünftig abbinden wird.

Hab ich übrigens in etwa ausprobiert,
während Sie nicht wissen, wovon Sie schreiben.

Grüße,
Philipp Kawalek
Damit meine Kinder noch etwas davon haben werden.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 17.07.06

Wer will 15 cm


Luftkalk machen?
Ich nicht!

Ich bin dumm - und Sie sind g'scheid!

Gute Nacht!

FK
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community
Architekturbüro slow-house | | 17.07.06


Sorry,
da hab ich wohl zu kurz gedacht.

Ruhe sanft,
Philipp Kawalek
Damit meine Kinder noch etwas davon haben werden.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 17.07.06

Bekenntnis: ich bin kein Traßkalk-Fanatiker,Herr Kurz,


vor 23 Jahren habe ich die ersten Kork-Kalkestrich-Versuche mit "normalem" Kalk gemacht und bin dabei auf die Schnauze gefallen. Dann habe ich mir das Buch: "opus Caementitium" besorgt und bin auf Traßkalk umgestiegen.
Seither gabs nie mehr Probleme beim Kork-Kalkestrich.
Wenn Sie Lust,Geld und Zeit haben, Herr Kurz, können Sie gerne weitere Experimente mit anderen Kalkzusätzen machen.
Viel Erfolg wünsch ich Ihnen!
Fachwerksanierung mit Lehm- und Naturbaustoffen
Mitglied der Fachwerk.de Community
TEX-BIS Naturbaustoffe | | 18.07.06

Traßkalk-Bilder aus der Bilddatenbank: