kennt jemand diesen kaefer

habe ich in meinem haus gefunden und wuesste gerne, ob er etwas mit dem "bohrmehl" aus meinem dachtuhl zu tun hat.
danke
was koennte es sein
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| 08.04.08

Käferbestimmung


Hallo,
es handelt sich um den Kapuzinerkäfer (Bostrychus capucinus). Er lebt in Eichensplintholz, Robinie, Pappel oder auch in Obstbäumen. Kann in seltenen Fällen, dann vor allem in Holzlagern Schäden anrichten. Es kann aber durchaus sein, dass auch das Bohrmehl (Nagsel) auf dem Dachboden von ihm stammt.

Beste Grüße
Gesunde Menschen in gesunden Häusern
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bioCon | | 08.04.08

Hr. Krigerowski war schneller


Guten Tag, das Foto sieht wirklich sehr nach Kapuzinerkäfer aus. Wie groß ist das Tier? Der Kapuzinerkäfer ist der einzige heimische Bohrkäfer. Befallsbedingungen und Schadbild sind ähnlich wie bei Splintholzkäfern.
Er kann eventuell bei Ihnen im Dachstuhl wirken. Welches Holz ist denn dort verbaut?
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold
Allg. Bauplanung bis Holzschutz
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Planungs-/Gutachterbüro Arnold | | 08.04.08

Rote Liste


Bitte Vorsicht mit einer erwogenen Bekämpfung. Bostrychus capucinus wird in den Roten Listen des Bundesamtes für Naturschutz als "gefährdet" eingestuft!!
Mutabor
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PARISEK saniert GmbH & Co KG | | 08.04.08

Ich staune...


..immer wieder von neuem, welches fundierte Wissen hier "versammelt" ist.

Wenn dieser Käfer zu den gefährdeten Arten oder gar zu den Austerbenden gehört, was wäre denn in diesem Fall zu tun?

"Umsiedeln" oder den Dachstuhl opfern?

Das klingt jetzt vieleicht etwas "kätzerisch" ist aber wirklich nicht so gemeint, sondern eine ganz ernsthafte Frage.

Ich weiß um die Problematik, die entstehen kann, wenn "Rote Liste Arten" Probleme bereiten (allerdings nicht vom Bau her).

Oder könnte man das Tierchen gewähren lassen, wenn er, wie zu lesen ist, "nur" ein Splintholzschädling ist?

Lutz, wie ist denn in solch einem Fall die Vorgehensweise der Fachleute?

Danke und Gruß
Martin


anonymus | 08.04.08

kennt jemand diesen kaefer


vielen dank fuer die vielen hinweise.
mittlerweile habe ich in meinem Schlafzimmer (offener dachstuhl) vier solcher kaefer liegen und an den Balken sind einige kreisrunde, frische loecher mit einem durchmesser von ca. 5mm. der Dachstuhl ist aus kastanienholz, letztes jahr errichtet und der kaefer ist ca. 1cm lang. muss ich mir sorgen machen oder schmeisse ich einfach nur die kaefer raus und kitte die loecher zu?
was koennte es sein
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| 09.04.08


Hallo Aki

Ich möchte die Darlegungen von Lutz Kriegerowski durch ein Zitat aus einem Insektensteckbrief von Dr. R. Pospischil ergänzen:

"....Die Larven entwickeln sich in stärke- und eiweißreichem Splintholz verschiedener Laubbäume (Elche, Walnuß, Kastanie. Pappel, Robinie, verschiedene Obstbaumarten. Weinstöcke und an-dere). Nadelhölzer sowie der Kernholzbereich der genannten Laubhölzer werden aufgrund des geringen Nährstoffgehaltes nicht befallen. Mit befallener Stammware gelangt der Kapuzinerkä-fer nicht selten In holzverarbeitende Betriebe. wo die Art an hochwertigen Möbelhölzern wie El-che oder Walnuß, große Schäden hervorrufen kann. In Holzlägem ist ein Neubefall durch die schlüpfenden und aktiv umherfliegenden Käfer möglich. Im Gegensatz zu einem Befall durch Splintholzkäfer wird der Befall in den meisten Fällen allerdings aufgrund der starken Bohrmehl-produktion der Larven und der großen Schlupflöcher der Käfer frühzeitig erkannt. Mit Geste-cken aus Epiphyten (Anm.: Pflanzen, die auf anderen Pflanzen wachsen) und Rebhölzern ge-langen die Kapuzinerkäfer nicht selten in Geschäfte und Privathaushalte, wo die schlüpfenden Käfer aber in der Regel keine Schäden anrichten....."

Daher wäre es sinnvoll den Dachboden mitsamt seine rEinlagerungen auf die verwendeten Holzarten zu überprüfen.

L. Parisek
Mutabor
Mitglied der Fachwerk.de Community
PARISEK saniert GmbH & Co KG | | 09.04.08

nun gut


das hoert sich ja nicht ganz so schlimm an.
wenn ich es richtig verstanden habe, hat der kaefer vor dem ausfliegen keine eier abgelegt und somit kann ich guter hoffnung sein, dass sich in dem stamm nicht weitere generationen durchfressen, es sei denn, er wird neu befallen.
vielen dank
aki
was koennte es sein
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| 09.04.08