Fachwerk.de - rhytmisch Geräusche unterm Fussboden und aus der Decke
Beim Haus handelt es sich um ein Fachwerkbau von ca. 1900. Das Fachwerk ist aus Eiche, die Deckenbalken aus Kiefer. Der Fussboden ist ebenfalls aus Kieferholz. Die Gefache nach Außen sind mit Ziegel ausgemauert und Innen mit Lehmstrohgemisch. Der Dachstuhl war früher mal mit Holzbock befallen. An einigen Stellen ist teilweise noch fischer Holzstaub zu finden, aber nicht unbedingt dort wo die Geräusche auftreten.
Hat jemand eine Idee, wer oder was die Greäusche verursacht.
Hoffe auf Antworten. Danke.
Bernd | 28.04.10
Fraßgeräusche
Vermutlich verursacht der Hausbock die Geräusche beim nagen.
Grüße aus Schönebeck
anonymus | 28.04.10
Vermutlich verursacht der Hausbock die Geräusche beim nagen.
Grüße aus Schönebeck
anonymus | 28.04.10
Holzbock?
Danke für die schnelle Antwort.
Bisher wurden die Geräusche des Holzbocks beim Nagen anders beschrieben (eher knirschend). Das macht mich etwas stutzig. Unser Geräusch ist wirklich penetrant rhythmisch. und nervt dadurch total. Ein rhythmisches Geräusch wird ja dem Pochkäfer nachgesagt, der damit die Weibchen anlocken will. Das entspricht auch dem erwähnten kommunizierenden Eindruck. Jedoch soll der Pochkäfer ja vorwiegend pilzbefallende Eiche bevorzugen. Wir haben jedoch keine Probleme mit Feuchtigkeit. Es riecht in dem betroffenen Raum auch nicht muffig. Das Balkenwerk beginnt einem Meter über dem Boden und lagert auf einem Feldsteinfundament.
Im Sommer sehen wir in der Nähe des Hauses oft viele Hornissen. Können die solche Geräusche machen?
Bernd | 28.04.10
Danke für die schnelle Antwort.
Bisher wurden die Geräusche des Holzbocks beim Nagen anders beschrieben (eher knirschend). Das macht mich etwas stutzig. Unser Geräusch ist wirklich penetrant rhythmisch. und nervt dadurch total. Ein rhythmisches Geräusch wird ja dem Pochkäfer nachgesagt, der damit die Weibchen anlocken will. Das entspricht auch dem erwähnten kommunizierenden Eindruck. Jedoch soll der Pochkäfer ja vorwiegend pilzbefallende Eiche bevorzugen. Wir haben jedoch keine Probleme mit Feuchtigkeit. Es riecht in dem betroffenen Raum auch nicht muffig. Das Balkenwerk beginnt einem Meter über dem Boden und lagert auf einem Feldsteinfundament.
Im Sommer sehen wir in der Nähe des Hauses oft viele Hornissen. Können die solche Geräusche machen?
Bernd | 28.04.10
Hallo,
der Pochkäfer klopft erst wenn er ein Käfer (Vollinsekt) ist, dafür ist es jetzt eigentlich noch zu früh.
Vom Hausbock kann man durchaus, solange man sich ruhig verhält, Fraßgeräusche hören.
Er befällt nur Nadel(Splint)holz.
Grüße aus Schönebeck
anonymus | 28.04.10
Das klingt ganz nach dem gescheckten (bunten) Nagekäfer,
im Volksmund auch "Totenuhr" oder Klopfkäfer genannt.
Die Männchen versuchen, im Frühjahr, mit diesem rhythmischen Klopfen ihre Weibchen anzulocken.
Hier gibt es nähere Informationen:
http://www.holzfragen.de/seiten/Xestobium_rufovillosum.html
Prinzipiell tritt dieser Käfer eigentlich nur dort auf, wo bereits Vorschädigungen des Holzes durch Pilze vorhanden sind. - Also kurz gesagt: Ursachenforschung betreiben. Der Käfer an sich ist nicht das Problem, sondern wohl eher die Vorschädigungen.
Lesen Sie sich den Bericht auf "holzfragen.de" durch, dann wissen Sie mehr und auch was zu tun ist.
Viele Grüße
Achim Hecke
im Volksmund auch "Totenuhr" oder Klopfkäfer genannt.
Die Männchen versuchen, im Frühjahr, mit diesem rhythmischen Klopfen ihre Weibchen anzulocken.
Hier gibt es nähere Informationen:
http://www.holzfragen.de/seiten/Xestobium_rufovillosum.html
Prinzipiell tritt dieser Käfer eigentlich nur dort auf, wo bereits Vorschädigungen des Holzes durch Pilze vorhanden sind. - Also kurz gesagt: Ursachenforschung betreiben. Der Käfer an sich ist nicht das Problem, sondern wohl eher die Vorschädigungen.
Lesen Sie sich den Bericht auf "holzfragen.de" durch, dann wissen Sie mehr und auch was zu tun ist.
Viele Grüße
Achim Hecke
Danke für die schnellen Antworten.
Ich werde mich nun auf die Suche nach faulige Holzstellen und weiteren Indizien begeben. Die auf www.holzfragen.de/seiten/Xestobium_rufovillosum.html abgebildeteten Kotausscheidungen kommen mir jedenfalls sehr bekannt vor.
Da es sich bei dem Fachwerkhaus um ein "Ferienhaus" handelt, komme ich leider erst in etwa 4 Wochen dazu.
Falls ich etwas herausfinde, werde ich davon hier berichten.
Bernd | 29.04.10
Ich werde mich nun auf die Suche nach faulige Holzstellen und weiteren Indizien begeben. Die auf www.holzfragen.de/seiten/Xestobium_rufovillosum.html abgebildeteten Kotausscheidungen kommen mir jedenfalls sehr bekannt vor.
Da es sich bei dem Fachwerkhaus um ein "Ferienhaus" handelt, komme ich leider erst in etwa 4 Wochen dazu.
Falls ich etwas herausfinde, werde ich davon hier berichten.
Bernd | 29.04.10
Totenuhr
Hallo,
ich vermute auch, dass es sich hier um den Bunten/Gescheckten Nagekäfer (manchmal auch Pochkäfer oder Totenuhr genannt) handelt. Die Schlupfzeit der Käfer ist etwa April bis Juli - nur wissen das die Käfer nicht immer und kommen auch mal früher oder später raus. Z.B. wurde ich am 1. April durch Klopfgeräusche auf einige Exemplare aufmerksam, die irgendwann in der zweiten Märzhälfte aus einer meiner Holzproben geschlüpft waren.
Obwohl in der Literatur Schlagserien von durchschnittlich 12 Schlägen angegeben sind, haben sich meine Käfer deutlich kürzer gefasst. 5-6 Schläge habe ich gezählt. Anbei ein Schnappschuss eines Bürogastes.
Befallen wird hauptsächlich pilzbefallenes oder pilzvorgeschädigtes Holz. Dass im Innenraum kein pilzlicher Geruch wahrgenommen werden kann, hat keine Aussagekraft.
Gruß aus BS
Boris Blenn
Hallo,ich vermute auch, dass es sich hier um den Bunten/Gescheckten Nagekäfer (manchmal auch Pochkäfer oder Totenuhr genannt) handelt. Die Schlupfzeit der Käfer ist etwa April bis Juli - nur wissen das die Käfer nicht immer und kommen auch mal früher oder später raus. Z.B. wurde ich am 1. April durch Klopfgeräusche auf einige Exemplare aufmerksam, die irgendwann in der zweiten Märzhälfte aus einer meiner Holzproben geschlüpft waren.
Obwohl in der Literatur Schlagserien von durchschnittlich 12 Schlägen angegeben sind, haben sich meine Käfer deutlich kürzer gefasst. 5-6 Schläge habe ich gezählt. Anbei ein Schnappschuss eines Bürogastes.
Befallen wird hauptsächlich pilzbefallenes oder pilzvorgeschädigtes Holz. Dass im Innenraum kein pilzlicher Geruch wahrgenommen werden kann, hat keine Aussagekraft.
Gruß aus BS
Boris Blenn
[...]
Mitglied der Fachwerk.de Community(Profil)
Prof. Schierwater & Ing. GmbH | Boris-A. Blenn | 29.04.10
Mitglied der Fachwerk.de Community(Profil)
Prof. Schierwater & Ing. GmbH | Boris-A. Blenn | 29.04.10
Feuchte Schwelle
Nachdem von Außen nichts zu sehen war und die Schwelle einen guten Eindruck macht, habe ich die Holzverkleidung im Innenraum abgenommen sowie die ersten zwei Dielen entfernt und mir die Eichenschwelle von Innen angesehen. Sie war sehr naß und an der Unterseite an einigen Stellen ziemlich weit weggegammelt. Den gescheckten Nagekäfer konnte ich nicht entdecken, jedoch jede Menge Ameisen. Ursache der Nässe ist, dass unter der Schwelle keine Fundamentspappe liegt, die Schwelle mittig auf der Rollschicht liegt, so dass Regenwasser unter die Schwelle fließen kann und dass der Dielenboden bis unter die Dielen mit Sand aufgefüllt ist, so dass keine Luft an der Schwelle und unter den Dielen zirkuliert. Die Erbauer hatten zwar alle 1,5 Meter kleine Tonröhren in die Rollschicht eingemauert, jedoch was nützt das, wenn die komplett mit Sand verstopft sind. Auf der Oberfläche des Sandes lagen maßenhaft kleine "Sandkügelchen", die ich nicht einwandfrei als Kot des Klopfkäfers indentifizieren konnte.(Das Bild auf der Seite http://www.holzfragen.de/seiten/Xestobium_rufovillosum.html sieht etwas anders aus). Die Balkenlage für die Dielen war etwa die ersten 20 cm zur Schwelle hin komplett weggefressen.
Die Klopfgeräusche waren nun nicht mehr zu hören. Was natürlich auch daran liegen kann, dass die Paarungszeit vorbei ist.
Ich habe nun den Sand im Bereich der Schwelle entfernt, die Tonröhren freigelegt und das verfaulte Holz abgekratzt, so dass die Schwelle erstmal trocknen kann. Ich hoffe, dass nun auch die Ameisen verschwinden. Können die Ameisen auch für die Geräusche verantwortlich sein?
Bernd | 25.05.10
Nachdem von Außen nichts zu sehen war und die Schwelle einen guten Eindruck macht, habe ich die Holzverkleidung im Innenraum abgenommen sowie die ersten zwei Dielen entfernt und mir die Eichenschwelle von Innen angesehen. Sie war sehr naß und an der Unterseite an einigen Stellen ziemlich weit weggegammelt. Den gescheckten Nagekäfer konnte ich nicht entdecken, jedoch jede Menge Ameisen. Ursache der Nässe ist, dass unter der Schwelle keine Fundamentspappe liegt, die Schwelle mittig auf der Rollschicht liegt, so dass Regenwasser unter die Schwelle fließen kann und dass der Dielenboden bis unter die Dielen mit Sand aufgefüllt ist, so dass keine Luft an der Schwelle und unter den Dielen zirkuliert. Die Erbauer hatten zwar alle 1,5 Meter kleine Tonröhren in die Rollschicht eingemauert, jedoch was nützt das, wenn die komplett mit Sand verstopft sind. Auf der Oberfläche des Sandes lagen maßenhaft kleine "Sandkügelchen", die ich nicht einwandfrei als Kot des Klopfkäfers indentifizieren konnte.(Das Bild auf der Seite http://www.holzfragen.de/seiten/Xestobium_rufovillosum.html sieht etwas anders aus). Die Balkenlage für die Dielen war etwa die ersten 20 cm zur Schwelle hin komplett weggefressen.
Die Klopfgeräusche waren nun nicht mehr zu hören. Was natürlich auch daran liegen kann, dass die Paarungszeit vorbei ist.
Ich habe nun den Sand im Bereich der Schwelle entfernt, die Tonröhren freigelegt und das verfaulte Holz abgekratzt, so dass die Schwelle erstmal trocknen kann. Ich hoffe, dass nun auch die Ameisen verschwinden. Können die Ameisen auch für die Geräusche verantwortlich sein?
Bernd | 25.05.10