Innendämmung Holzfaser oder Isofloc

Hallo zusammen,
wir bauen derzeit eine alte Fachwerkscheune komplett zu einem Wohnhaus um. Das Fachwerk wurde bereits wieder aufgestellt und saniert. Nun habe ich eine Frage zur Innendämmung / Wandaufbau.
Der Wandaufbau ist wie folgt: Fachwerk mit Backstein ausgemauert, innen haben wir komplett aus KHV Holz ein Innenständerwerk eingebaut (Trägt Zwischendecke und dient zur Entlastung des Eichenfachwerks. Nun habe ich innen zwischen dem Backstein und dem KVH Holz teilweise bis zu 6cm Abstand zwischen.
Erster Gedanke war, Lehmunterputz auftragen, zw. dem Innenständerwerk 8cm dicke Holzfaserdämmplatten zu setzen und anschließend darauf wieder Lehm Feinputz.
Eventuelles Problem: ich habe eine sehr dicke Unterlehmschicht womit ich mir auch sehr viel Feuchtigkeit bei der Aufbringung ins Haus hole.
2. Variante:
Lehmunterputz ca 2cm auftragen auf den Backstein/Fachwerk. Dann innen komplett mit OSB Platten verkleiden und anschließend den Zwischenraum (ca.10-12cm) mit ISOflok ausblasen. Ziehe ich mir bei einer so dicken Innenisolierung nicht den Taupunkt ins Mauerwerk?
Und kann ich auf die OSB Platte dann Lehmputz anbringen oder eine Gipskartonplatte?

Würde mich interessieren wir Ihr das seht.
Vielen Dank im voraus!

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| 29.06.16

Fachwerkdämmung


Leute, warum kommt Ihr immer erst mit Fragen wenn vollendete Tatsachen geschaffen wurden?
(Sicht)Fachwerk braucht eine winddichte Ebene, die wird normalerweise innen durch den durchgehenden Innenputz gesetzt. Darauf kommt dann eine hohlraumfreie, kapillaraktive Innendämmung, Wandheizung und Putz. Dann erst wäre der richtige Zeitpunkt um das Innenständerwerk zu stellen. So wird auch optisch die Funktionsweise klar.
Was man bei Ihnen jetzt machen kann sollte Ihr Planer wissen. Er muß sich bei dieser Vorgehensweise ja was gedacht haben. Damit wir uns auch ein Bild machen können stellen Sie ein paar Fotos ein. Dann werden wir weitersehen.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 29.06.16


Ich stelle noch ein paar Bilder rein. Der Aufbau kommt daher, da die Holzstapeldecke auf dem Innenständerwerk aufliegt und daher musste das Innenständerwerk vorher rein. Das war schon so geplant...
Mir geht es um die Entscheidung ob Lehmunterputz mit Holzfaserdämmplatte eine gute Wahl ist oder die Variante mit dünnerem Lehmunterputz in Verbindung mit einer auf dem Innenständerwerk aufgeschraubten OSB Platte und anschließender Füllung mit Isofloc auch eine mögliche Alternative ist.


Oesterwiemann | 29.06.16

Deckenaufbau


Warum gerade eine Holzstapeldecke?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 30.06.16


Da diese eine direkt fertige Unterseite hat und daher der Arbeitsauwand weit aus geringer ist als bei einer Balkendecke. Durch die größere Masse ist die Lärmdämmung ebenfalls geringer als bei einer Balkendecke.


Oesterwiemann | 30.06.16

Brettstapeldecke


Also keine objektiven Argumente. Kann es sein das Ihr Planer Ihnen die Decke eingeredet hat?
Ihr wichtigster Vorteil ist ihre Kranbarkeit. Fertige Deckenunterseite, Schallschutz- so etwas kriegen Sie besser mit einer Betonfertigteilecke auf Stahlrahmen hin und es ist auch kein Grund die Stützen für die Jochträger so nahe an die Wände zu stellen. Man hätte sie auch weiter abrücken können- Prinzip curtain wall.
Der Aufwand zum Einbau einer unten offenen Holzbalkendecke ist überschaubar, sowohl vom Preis als von der Zeit. Schallschutz durch Masse ist hier ebenfalls lösbar; die Grundrissanpassung flexibler.
Aber lassen wir das; daran ist jetzt nichts mehr zu ändern. Ich wiederhole mich jetzt; lassen Sie das Problem von Ihrem Planer klären und zwar mangelfrei. Soll er sich tummeln, er hat Ihnen das Problem eingebrockt also muss er es lösen.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 30.06.16


Vielen Dank für Ihren Beitrag, aber das hilft mir nicht weiter. Es geht nicht um die Decke, oder das gesamte System in Frage zu stellen, sondern um den weiteren inneren Aufbau der Wand bzw. Dämmsystem. Beide Varianten sind möglich und auch umsetzbar auf Basis der jetzigen Konstruktion. Mir geht es nur um eine weitere Meinung bzgl. dem Aufbau mit Holzfaserdämmplatte in Verbindung mit einem dicken Lehmunterputz oder einer dünnen Lehmunterputzschicht in Verbindung mit Isofloc und OSB.


Oesterwiemann | 30.06.16

Deckenaufbau


Fragen Sie den der dafür bezahlt wird.
Ich habe keine Lust hier dessen Arbeit zu übernehmen. Wenn er Ihnen die Detailplanung gemacht hat können Sie noch mal nachfragen ob das so auch machbar ist.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 30.06.16

Infos zur Brettstapeldecke


Haben Sie die Brettstapeldecke selber gebaut oder als Fertigteil einbauen lassen?
Können Sie mir davon Fotos oder noch mehr Infos zukommen lassen.
So lassen wie es ist.
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| 30.06.16

Holzstapeldecke


ja, kein Problem. Die Holzstapeldecke besteht aus ca. 1m breiten fertigen Holzelementen mit Nut und Feder. Wurde von dem Unternehmer so eingebaut. Suche mal noch eine paar Daten raus und poste diese dann hier.

@Herr Böttcher:
Es ist nicht meine Absicht hier irgendwelche Arbeiten an Sie zu übergeben oder dergleichen. Ich habe Sie nicht gezwungen auf meine Frage zu antworten! Ich möchte lediglich ein paar weitere Meinungen einholen, da der Innenausbau durch Eigenleistung umgesetzt wird. Und wenn Sie meine Frage bzgl. der Innendämmung / Ausbau nicht beantworten können oder wollen, und stattdessen irgendwelche Bauelemente in Frage stellen die überhaupt nicht Gegenstand meiner Frage war, dann lassen Sie es doch einfach. Spart Ihnen und mir wertvolle Zeit.


Oesterwiemann | 30.06.16

Auf eine Mischung


aus historischem Fachwerk und Zitat "Betonfertigteildecke auf Stahlrahmen" wäre ich jetzt nicht unbedingt gekommen. Immer schöner im "System" zu bleiben. Holzstapeldecke ist in letzter Zeit im kommen. Hier wurde vor kurzem ein Showroom eines Türenherstellers damit gebaut. Ist auch eine Sache der optik. Für Holzfreunde super.
Sorry for off topic


Methusalem | 30.06.16

n Paar Fotos wären sicher aufschlussreich


dann könnte man ja eventuell weiterhelfen.
steht das KVH direkt vor den Ständern? und worauf stehen die Hölzer?
fragen über fragen...

greets Flakes
mehr Bäume Pflanzen als Bäume Fällen
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| 01.07.16

Innendämmung


InnendämmungFolgend ein paar Bilder von dem derzeitigen inneren Wandaufbau.

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| 01.07.16

Innenständerwerk


Innenständerwerk...

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| 01.07.16

Innenständerwerk


Innenständerwerk...

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| 01.07.16

Innenständerwerk


Innenständerwerk...

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| 01.07.16

Auch


wenn Ihnen die Antwort nicht passt, so hat doch Herr Böttcher vollkommen Recht. Nur Ihr Planer kennt alle Zusammenhänge auf Ihrer Baustelle und er kann Ihnen eine passende Antwort geben.
Unabhängig davon vertrete ich die Meinung, dass es bei Einblasdämmung zur Entstehung von Hohlräumen kommen kann weshalb ich davon abrate.

MfG
Chris Heise
schützen & erhalten
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Heise Holz & Bautenschutz | | 02.07.16

Innendämmung


Nach Ansicht dieser Bilder habe ich so meine Zweifel ob hier ein Statiker und ein Planer dabei waren.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 02.07.16


Einfach von den Bildern her gesehen sieht dass doch gar nicht so schlecht aus.

Sind die Backsteine Außen auf Sicht gemauert?

Was spricht gegen das ausmauern der Innengefache mit Lehmsteinen?
So lassen wie es ist.
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| 02.07.16

die Fachwerkkonstruktion


Aussen wurde die Neu errichtet?
was mich direkt anspringt ist die Streben/Bügen auf den Eckständer drückt.
ich bin aber kein Zimmerer und habe da Vielleicht zuwenig Hintergrund info´s.
finde ich nur ungewöhnlich..
nun zur Frage..
das kann man sicher mit Leichtlehmziegeln (Hohlraumfrei) (800 kg) ausmauern.
das Gemäuer allerding erst austrocknen lassen bevor man Zb mit Holzfaserdämmplatten weiterarbeitet. natürlich Hohlraumfrei in Lehm geklebt .
welche man dann anschliessend mit Lehm Verputzen könnte.

Ob man allerding in Der Dünnen Aussenwand die Platten vernünftig festgedübelt bekommt ohne die Gefache Rauszudreschen ist fraglich..
um die Holzweichfaserplatten vernünftig am KVH zu Befestigen Bräuchte es Mehr KVH als Befestigungspunkte.

Dübeln in Leichtlehmsteinen ist nicht wirklich sinnvoll..
Ist eine Wandflächenheizung geplant?

Die Fachwerkschwelle von aussen darf natürlich nicht im Spritzwasserbereich liegen .

und das Fachwerk sollte ausreichend Vor Regen geschützt werden,weil Wassereintrag von Aussen wäre bei Dem Wandaufbau sehr Ärgerlich.

Greets Flakes...
mehr Bäume Pflanzen als Bäume Fällen
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 03.07.16

Innendämmung


vielen Dank für die Info. Also das Fachwerk wurde zu ca. 90% erneuert. Die Struktur des Fachwerks musste allerdings so beibehalten werden wie es vorher auch in der Scheune aufgebaut war. Wir werden die Wand zur Wetterseite komplett mit Wandheizung bestücken. Die Schwelle liegt auf einem etwa 40cm hohen Natursteinsockel. Der ganze Aufbau ist natürlich statisch abgenommen und das Innenständerwerk musste eingebaut werden, da das Fachwerk statisch Grenzwertig war, da dieses ja vor 100 Jahren von der Struktur bzw. Balkendicke für eine kleine Scheune ausgelegt war. Die Struktur dürfen wir nicht äußerlich verändern, daher das Innenständerwerk.
Wir haben uns jetzt entschieden und werden in mehreren Schichten den Lehmunterputz auftragen. Die 8cm Holzfaserdämmplatten werden zwischen das Innenständerwerk gesetzt, bzw. direkt auf den dann glatt gezogenen Lehmunterputz. Zum Schluss werden wir dann Lehmfeinputz flächig auftragen. Vielen Dank für die Beiträge.


Oesterwiemann | 03.07.16

Fachwerksanierung


Ich warne Sie jetzt nochmals und letztmalig vor der Durchführung Ihres Vorhabens. Sie schaffen eine inhomogene Wand mit vielen Fehlstellen, keinen durchgehenden Materialebenen, Undichtigkeiten und meterweise Fugen als potentielle Schwachstellen.

4 Einzelfundamente (pro Raum) betonieren,
Zwei Schalungsträger samt Baustützen etwa 1 m vor die Auflager stellen, Decke abstützen,
die inneren Hölzchen abbauen (da kann noch ein Carport oder eine Laube draus werden),
Innenputz als Winddichtungsebene,innere Dämmungsebene, Wandheizung und Putz einbauen,
Zwei Joche, bestehend aus Jochträger, zwei Stützen und Kopfbändern fertigen,
0- bis etwa 1 Meter von der Wand entfernt auf die Fundamente setzen und
Decke darauf ablassen.
So deutlich wollte ich eigentlich nicht werden.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 03.07.16

schön in die Ecke gemalt...


... haben Sie sich da.

Variante 1:

Fachwerk innen grob verputzen, Kalkzementputz. Es geht um die Luftdichtigkeit, muss nicht glatt oder schön sein. Wird mühsam weil Sie in der falschen Reihenfolge gebaut haben.

Dann mit Zellulose im Nassverfahren (CSO) ausblasen, innen OSB als Dampfbremse, dann eine Installationsebene und Gipsfaserplatte.

CSO hat den Vorteil dass man die Hohlraumfreiheit sicherstellen kann, und es nicht zu Setzungen kommen kann. Ist ein wenig teurer als die trockene Variante, sollte aber noch im Rahmen sein. Sollte zwei bis drei Wochen trocknen bevor man die Dampfbremse / OSB anbringt.

Variante 2:

Haus im Haus Prinzip. In das neue Holzständerwerk aussen bündig Holzweichfaserplatten einsetzen (etwas fummelig, aber machbar). Dann weiter mit der Zellulose im Nassverfahren, OSB, Installationsebene, Gipsfaserplatte.

Den Hohlraum zwischen alter und neuer Fachwerkwand könnte man eventuell noch mit einer geeigneten, nicht feuchtigkeitsempfindlichen Einblasdämmung (z.B. H2Wall) versehen.

Am besten vom Lieferanten der Einblasdämmung (z.B. Isofloc) beraten lassen.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 04.07.16

Innendämmung-Bilder aus der Bilddatenbank: