Fachwerk.de - Holzweichfaserplatte Brandgefahr ?

Hallo liebe Fachwerkfreunde,

Die Innendämmung von Fachwerkwänden mit Holzweichfaserplatten ist ja eine oft angewandte Konstruktion.
Nun bin ich auf etwas gestoßen, was mich zum Nachdenken bringt: http://www.schadenprisma.de/pdf/sp_2009_1_1.pdf

Hier wird auf die leichte Entzündbarkeit und den Glimmbrand der HWF hingewiesen.

Wenn man sich das an der Innenseite der Fachwerkwand vorstellt, kein schöner Gedanke.
Zumal eine Zündquelle im Laufe der Jahrzehnte vieleicht
im Bereich des möglichen liegt (Elektrik,Flex,Lötbrenner)

Wer hat sich darüber schon Gedanken gemacht?

Zumal die Platten ja aneinander anstoßen, ein Glimmbrand könnte sich über die gesamte Dämmfläche ausbreiten.
Wahrscheinlich würde man das auch nicht gleich merken.
"Wer hat denn die Wandheizung so hoch gedreht?"

Die Angeben der Hersteller zum Thema Brand, beziehen sich
nur auf das Szenario Brand von aussen/innen, nicht jedoch daß der Dämmstoff selbst der Brandherd ist.

Wäre der einzig sichere Schutz, keine HWF zu verwenden?

Bei der bald anstehenden Innendämmung fällt es mir schwer dieses Problem einfach zu ignorieren.


Nachdenkliche Grüße,
Rich
Lieber auf neuen Wegen stolpern, als auf der Stelle treten
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Rich | 28.09.11

Hallo Herr Rich,

muss es denn wirklich eine Innendämmung sein? Die Planung und Ausführung muss sehr gewissenhaft geführt werden, denn man holt den Temperaturnullpunkt sehr weit nach innen. Dadurch kann es schnell zu Kondensatbildungen in der Konstruktion kommen. Das Schwierige ist dabei nicht die Fläche, sondern die vielen Anschlußdetails wie Fenster, Ecken in den Wänden, Deckenanschlüse oben und unten ....
Eine Innendämmung will sehr gut geplant sein. Wenn Sie es doch versuchen, so bestünde doch zu Ihrer Sicherheit die Möglichkeit die Platten untereinander mit Lehm zu verbinden. Und warum müssen die Elektroleitungen in der Ebene der Holzweichfaserplatten liegen oder oben auf. Da gibt es doch andere Möglichkeiten um diesen Fall auszuschließen. Wenn Sie es trotz Dessen tun sollten, könnten Sie doch die Dosen mit ausreichend Lehm umschließen. Und das eine Wandheizung mit Vorlauftemperaturen von 30 - 40 °eine Holzweichfaserplatte entzünden kann, das glaube ich nicht. Da spielen höhere Temperaturen eine Rolle.
viele Grüß
Michael Reisinger
bewusst anders - Planen, Bauen, Leben
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Planungsbüro für gesundes Bauen | Michael Reisinger | 29.09.11
Theorie und Praxis
Hallo

Brennen kann das sicherlich - ist ja aus Holz!
Torfbrand als Glimmbrand kann sich ja auch unbemerkt ausbreiten.

Das war der Brand!

Das nächste was Ihr Haus kaputt macht ist das Wasser.
Wie schon angesprochen ist eine Innendämmung sehr heikel.
Ich behaupte sogar: leichtsinnig sie einzusetzen. Und das nicht nur wenn man Chemo-Gespinste einsetzt sondern auch wenn man Bio-Spinnereien oder Bio-Flöckchen einsetzt.
Das Prinzip ist das gleiche oder das Selbe!
Mit der Zeit: Haus kaputt!

Jetzt kann man entscheiden: Was darf mein Haus kaputt machen?
Ist eine gute Entscheidung.
Die Bauindustrie freuts!
Den Bauherrn weniger!

FK
langlebig - nachhaltig - einfach
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Architekturbüro slow-house | Dipl.-Ing. (FH) Florian Kurz | 29.09.11
Der
angegeben Artikel beschreibt die Branntgefahr von offenen unverkleideten Weichholzfaserplatten.

Wenn das Produkt als Innendämmung eingesetzt wird, gehe ich davon aus, das das Produkt verputzt wird. Das dürfte für einen ausreichenden Brandschutz sorgen.

Grüße aus Koblenz
Spezialisten für Lehmbaustoffe, Dämmstofftechnik Wandheizungen und Naturfarben
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Meurer NATÜRLICHES BAUEN GmbH | Gerd Meurer, Sachverständiger für Lehmbau | 29.09.11
und
was nimmt man nun zum Ausbau des DG ?
Putz auf Innenseite schütz ja nicht gegen den angesprochenen Glimmbrand durch fehlerhaftes Kabel (Mäusefraß).
Das erste Haus baue man für einen Feind, das 2. für einen Freund und erst das 3. für sich selber !
Mitglied der Fachwerk.de Community()
Olaf aus Sachsen | 30.09.11

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