Innendämmung Fachwerkhaus

Hallo zusammen, haben ein altes Fachwerkhaus gekauft und möchten nun gerne die Wände von innen dämmen
Gefache sind mit Ziegelsteinen ausgemauert, kein Lehmaufbau


Petra Schmidt | 27.05.17

Wärmedämmung


welche Dämmstoffe bieten sich hierfür an?


Petra Schmidt | 27.05.17


Warum möchtet ihr den dämmen?

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.05.17

Dämen von innen


Habe beim bekannten mal geholfen, der hatte auch ein Fachwerkhaus gekauft.
Bei ihm haben wir einfach ein Ständerwerk der Wände entlang aufgestellt und Steinwolle in die hohlräume gelegt,
Danach alles mit Gipskartonplatten abgedeckt.
Hast du den keine möglichkeit von aussen zu dämen?
Renovieren
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 27.05.17

leichte Kappe


Bitte bei einem Fachwerkhaus die Innendämmung nicht auf die leichte Kappe nehmen.

- Innen und aussen verputzt ? oder aussen Sichtfachwerk ?
- Dachüberstand ?
- Schlagregenbelastung ?

Glaswolle / Steinwolle + Gipskarton sind keine gute Lösung für eine Innendämmung:

- Nicht kapillar leitfähig, d.h. allfällige Kondensationsfeuchtigkeit kann nicht gespeichert und verteilt werden.
- Keine wirksame Dampfbremse, d.h. es wird leicht zu Kondensation an der kalten Fachwerkwand kommen.

Lasst euch von einem Fachmann beraten.
Ich habe einen einfachen Geschmack - ich bin mit dem möglichen zufrieden. (frei nach Oscar Wilde)
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 28.05.17

Innendämmung


Super! Ich habe das letzte Jahr damit verbracht, die Innendämmung zu entfernen und die dadurch entstandenen Schäden zu beheben.

mfg
Ruhe
Mitglied der Fachwerk.de Community
Gerüstbau u. Asbestsanierung im ganzem Ruhrgebiet | | 28.05.17


Vielleicht sollten wir die Ratsuchenden nicht ganz unversorgt lassen.

den Hinweisen zur "Risikoeinschätzung" der Versagensmöglichkeit sollte unbedingt gefolgt werden. Da sind schon wichtige Fragestellung genannt wurden.

Auch ein vermeiden von Elektroinstallationen in der Dämmung, kann häufige Fehler minimieren. "Sicherer" sollen diffusionsoffene Aufbauten sein.

Wenn man danach sucht, findet man schnell die üblichen Verdächtigen.

Diese "exklusive" Materialität hat am Markt, dann natürlich noch ihren preislichen Aufschlag. Wobei die "fachgerechte" Verarbeitung ja auch einen Anspruch hat.

Die überschwänglichen Auslobungen der Anbieter ist oft vom Marketing überzeichnet. Auch die viel gepriesene "Holzfaserplatte", die den "naturverbundenen" Konsumenten rühren soll, ist kein "reiner" Naturstoff mehr.

Also die Wärmedämmung macht innen hier und da Sinn, manchmal öfters als von außen, aber das mit der Feuchtigkeit muss man unbedingt im Griff haben, sonst wirft man die Sachen viel zu schnell wieder auf den Müll.

Für den Einstieg sollte man sich vor Augen führen, das die Bewohner des Hauses, zum Zeitpunkt seiner Erbauung einen niedrigen Pro-Kopf-Energieverbrauch hatten, weniger als ambitionierte "Effizienzprogramme" als Ziel beschreiben. Selbst unter dem Aspekt, dass damals, die Energieumwandlung auch noch nicht immer die Wirksamste war.


Der ursprüngliche Designansatz des Hauses ist also nicht das eigentliche Problem, sondern vielmehr die sinnvolle Adaption auf heutige Belange.

Das ist ein wahrlich weites Feld.

Heute beschreibt man solche Gebäude als Energiefresser. Dabei ist das oft der X5, der täglich auf dem Weg zur Arbeit genutzt wird.

Die Wärmedämmung ist da nur ein einzelner Ansatz, der in seiner praktischen Bedeutsamkeit völlig überbewertet wird.

Ich Kenne keinen Altbau mit "Energiekennwerten" von 375 kWh x qm x a, wo tatsächlich die Bewohnerschaft, mit daraus resultierenden, Energiekosten von über 3.000 Euro auf 100 qm, konfrontiert ist.


Bei "sanierten" Wohnung, bleiben aber die Betriebskosten auch, neben der abzuschreibenden Investition noch bedeutsamer Kostenfaktor.

Man sollte sich zuallererst um eine realistische Auswertung, der Flächen, der tatsächlichen Verbräuche und Kosten, der Energie im Wohngebäude vornehmen.

Die Heizung des Gebäudes, die selbst bei umfangreichen Maßnahmen, nicht obsolet ist, wird bei der Optimierung hingegen oft nur unzureichend bedacht. Doch gerade hier liegen Optimierungspotential die überwiegend günstig zu heben sind. Wer hat den schon am tatsächlichen Bedarf und Komfort, optimal geplante, regulierte und wirtschaftlich betriebene Heizungsanlage? Dabei ist das ein Schlüssel.

Also wenn euch der Verbrauch und Komfort am Herzen liegt , steht euch ein ganzer "Blumenstrauß" an Maßnahmen zur Verfügung. Die Wärmedämmung ist oft nicht der "Platz Nummer 1".

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 28.05.17

Bücher kaufen


Also ich habe mir zwei Fachbücher über die fachgerechte Sanierung von Fachwerkhäusern gekauft.
Dort steht sehr viel drin. Wie mein Vorredner schon gesagt hat, muss die Isolierung von innen diffusionsoffen und kapillaraktiv sein.
Üblich sind:
- Holzfaserdämmung
- Lehmvorsatzschale mit Schüttung
- Wärmedämmlehm
- Korkdämmplatten
-...

Grüße

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.05.17


Auch solche "Dämmputze" mit mineralischen Leichtzuschlägen, könnten eine "sparsame" Maßnahme sein.

Dazu eine Randleistenheizung.

Alles nur Möglichkeiten, da müssen sie Kosten und Nutzen für ihr Projekt individuell abwägen.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 29.05.17

Fachwerkhaus-Bilder aus der Bilddatenbank: