Holzbalkendecke Fußbodenaufbau, alles schwimmend?

Hallo zusammen,

ich hätte mal eine Frage zu meinem bevorstehenden Fußbodenaufbau auf einer Holzbalkendecke und hoffe ihr könnt mir helfen oder auch nur sagen ob der vorgesehene Aufbau so in Ordnung ist.

Ausgangssituation:
1. OG
Fläche: ~110m²
Balken/Sparren: 6x20cm im Abstand 35cm
Auf den Balken aktuell alte Pressholzplatten.

Geplante Vorgehensweise wie sie mir von einem Fachberater für Innenausbau geraten wurde:
1. alte Holzplatten raus (haben teils löcher etc.)
2. neue verleimte 22mm OSB-Platten darauf
3. Trockenbauständerwerk auf OSB anbringen
4. Schalldämmung durch 2x10mm Wolf Bavaria Platten
5. Trittschalldämmplatte "Pavapor" 17/16
6. Darauf Trockenestrichelement 23mm

Gesamtaufbau ab OSB somit 60mm (mehr könnte ich nicht)

Jetzt zum eigentlichem Thema:
Der Berater meinte ich solle alle Lagen schwimmend verlegen. Also auch die OSB auf den Balken.
1. Ist dies nötig und werden es nicht zu viele "schwimmende" Lagen da der Rest auch schwimmend ist?
2. Wenn die OSB schwimmend verlegt werden dann macht ja eine dünne Schalldämmung zwischen Balken und OSB sinn da nicht verschraubt, richtig?
3. Nimmt man zur Bodenbefestigung der UW-Profile auf den OSB kürzere Schrauben, sodass diese nicht durch die OSB-Platten durchgehen? -> bezüglich schwimmender OSB
4. Nebenbei: Hat jemand Erfahrung mit den Wolf Bavaria Platten?


Ich glaube dem Berater ja, jedoch habe ich von einem Aufbau dieser weise bisher nirgends etwas gehört oder gelesen.
Ich bin für jeglichen Rat, Hinweise oder ähnliches dankbar!!

Gruß,
Phil

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 22.06.17

Deckenaufbau


Was ist IN der Decke?
Wie ist die Decke unten aufgebaut?
Was für Räume befinden sich jeweils unter- und oberhalb der Decke?
OSB auf jeden Fall auf den Balken verschrauben.
Darauf achten das sie vollflächig aufliegen und nicht kippeln.
Dann Trockenestrich mit integrierter Trittschalldämmung (z.B. von Fermacell) schwimmend verlegen. Weiche Beläge wie Teppichboden dämpfen zusätzlich.
Beachten Sie Nebenübertragungswege wie Kabelschächte und Leitungen, Türen, Wände zum Treppenhaus...
Trockenbau-Trennwände auf der OSB- Lage montieren. Die punktförmigen Verbindungen durch die Schrauben und die insgesamt elastischen Bauteile minimieren die Körperschallübertragung die innerhalb einer Wohneinheit tolerabel ist. Was zu beachten ist sind Resonanzerscheinungen die es zu unterbinden gilt.
Bei zwei Nutzungseinheiten würde/müsste die Decke ohnehin anders aussehen.
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 22.06.17

Deckenaufbau


Hallo Herr Böttcher,

danke für ihre Antwort.

In der Decke befindet sich nur Klemmfilz. An der Unterseite sind ebenfalls nochmal Pressholzplatten befestigt, hierauf dann eine Lattung und die eigentliche Decke im UG.

Zwecks Räumlichkeiten: Im ganzen geht es um das Elternhaus. Im UG werden die Eltern wohnen, im OG meine Frau und ich. Das Haus wurde bereits vor 9 Jahren von meinem Vater begonnen auszubauen. Im UG ist alles fertig, im OG ist alles im Rohbau.

Wie gesagt, ich bin für alle Themen offen bezüglich des Aufbaus.

Gruß,
Phil


Phillip Geyer | 22.06.17

Deckenaufbau


Als erstes raus mit der Dämmung, dann einen Zwischenboden (Einschub) einbauen und Masse einbringen.
Was die "eigentliche Decke im UG" ist haben Sie leider nicht verraten.
Wie groß ist die Spannweite der Deckenbalken?
Wann wurde das Haus gebaut?
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 22.06.17

Deckenaufbau


Sorry für die späte Antwort.

Also aktueller Aufbau der Decke von unten nach oben

1. Profilholz nut-feder 10mm als Sichtlage im UG
2. abgehängte Lattung 3x5cm an welcher das Profilholz befestigt ist
3. Abhängung der Decke ca. 10cm durch an die Lattung seitlich angetackerte Holzleisten. (Keine Dämmung in der zwischenlage)
4. Erneute Lattung 3x5cm (von unten auf Nr. 5 festgeschraubt)
5. Pressholzplatten 20mm (von unten auf Nr. 6 festgeschraubt)
6. Balkenlage
7. Zwischen den Balken wie gesagt Klemmfilz
8. Auf den Balken Pressholzplatten 20mm

Nr. 8 soll entfernt werden und dann durch den im 1. Kommentar beschriebenen Aufbau ersetzt werden.

Baujahr 1978 (demnach nicht so alt...)

Max Spannweite der Balken 3,8m zwischen zwei Auflagepunkten (Untermauert). Im UG größtenteils gemauerte Wände zur Auflage der Balken.

Ich hoffe hiermit kann ich erst mal weiterhelfen und hoffe auf gute Vorschläge.

Danke im voraus.

Gruß,
Phil


Phil | 26.06.17

Deckenaufbau


Das kann eine Decke in Space-Frame Bauweise, ein räumliches Tragwerk, sein.
Mich hat die Bezeichnung "Pressholzplatten" verwirrt. Ich vermute es sind entweder Bausperrholzplatten oder, was wahrscheinlicher ist, OSB- Platten.
Falls es sich um so eine Decke handelt (Das Baualter lässt darauf schließen) dann ist die Beplankung oben und unten Teil des statischen Systems und kann nicht so einfach gegen andere, nichttragende Materialien ausgetauscht werden. Da die Decke im Orginal keine schwere Füllung trägt kann die Dämmung verbleiben; sie ist allerdings was Schalldämmung betrifft keine gute Wahl. Eine schwere Schüttung auf Zwischenlage wie ich sie in meinem ersten Beitrag beschrieben habe ist eindeutig günstiger und verbessert gleichzeitig das Schwingungsverhalten der Decke.
Wenn Sie wieder OSB- Platten aufbringen bitte die Stöße verkleben und Schraubabstände nicht unter 30 cm setzen, zum Rand hin enger werden (20 cm).
Zur Deckenunterseite:
Den ganzen brennbaren Krempel sollte man am besten bis auf die OSB- Lage ("Pressholzplatte") entfernen. Auf die Plattenlage direkt 12,5 mm Gipskarton oder 10 mm Fermacell schrauben.
Falls es um die Verbesserung von Luftschall gehen sollte dann Direktabhänger an die OSB- Platte, Traglattung und Gipskarton 12,5 mm. Randleisten nicht vergessen!
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Ingenieurbüro Georg Böttcher | | 26.06.17

Deckenaufbau


Danke für die ausführliche Antwort!

Das mit der Beplankung als teil eines statischen Systems hatte ich schon vermutet... Deshalb war ich mit der schwimmenden Lösung auch etwas skeptisch.

Ich werde Ihren Rat jedenfalls berücksichtigen und die neuen OSB-Platten verleimen und verschrauben!

Bezüglich Schalldämmung und einbringen einer schweren Lage:
Denken Sie die vom Fachberater vorgeschlagenen "Wolf Bavaria Platten" sind hier eine gute Lösung? Es handelt sich hier um Wellkarton welcher mit QuarzSand gefüllt ist. 12kg/m² bzw. 24kg/m² da doppelte Schicht.

zusätzlich dann die oberste Schicht mit Trockenestrich.

Holzpressplatten: Es sind so gesehen dann eher die Bausperrholzplatten, war von mir etwas schlecht ausgedrückt. Jedoch keine OSB.

Danke und Gruß,
Phil


Phil | 26.06.17

schwimmend-Bilder aus der Bilddatenbank: