Fachwerk.de - Fensterschaden
Für Hinweise im Vorwege schon vielen Dank.
Guten Tag,
das hört sich nach einem Totalschaden an, den ich mir in dieser Geschwindigkeit nur als Zusammentreffen aller GAUs gemeinsam vorstellen kann:
- untaugliches weil zu weiches Splintholz ausgesucht
- keine Isolierung der äußeren Fuge gegen Spritzwasser
- Befall mit Pilzen (daher das "Weiche")
- nachfolgend Insektenbefall
also ein echtes Gemeinschaftswerk von Lieferanten, Fenstermonteur, Pilzen und Insekten.
Sie scheinen neue Fenster zu brauchen, vor allem aber neue Handwerker.
Neue Nutzungen für alte Gebäude
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Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | D.B. | 06.04.05
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Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | D.B. | 06.04.05
Welchen Farbton hatte Ihre Lasur?
Hat der Fensterbauer Ihnen irgendwelche Wartungs- und Pflegehinweise für die Fensterbeschichtung übergeben?
Wie Herr Beckmann schon formuliert hat, kann eine Ursache schon in der Holzart Kiefer liegen. Bei der üblichen Verarbeitung von verleimten Kiefernholzkanteln wird leider auch Splintholz, das Feuchtigkeit in wesentlich größeren Mengen als das Kernholz aufnehmen kann, mit verarbeitet.
Kann dann Feuchtigkeit sowohl über die Hirnhölzer an der Schlitz-Zapfen-Eckverbindung als auch über die nicht speziell geschützte, sogenannte V-Fuge eindringen, wird der Lasurfilm durch die Feuchtigkeit hinterwandert und regelrecht abgesprengt. In der Folge finden dann holzzerstörende Pilze wie Blättlinge gute Entwicklungsbedingungen vor.
Seit kurzem gilt der Einsatz bestimmter Kiefernhölzer im Fensterbau daher auch nicht mehr als Stand der Technik!!!
Auch der Schichtaufbau und die aufgebrachten Schichtstärken spielen neben der Pigmentdichte als UV-Schutz für die Haltbarkeitsdauer einer Lasur eine entsprechende Rolle.
Leider hat sich meiner Meinung nach die Entwicklung im Fensterbau zu sehr vom Handwerk weg in Richtung Industrie entwickelt. Die Quittung dafür ist der Verlust von Marktanteilen des Holzfensters gegenüber den scheinbar günstigeren und "pflegeleichteren" Kunststoffenstern.
Ältere Fensterkonstruktionen dagegen haben teilweise Jahrhunderte überdauert auch ohne ständige Anstriche aber durch hervorragende Holzauswahl, entsprechende Profilierung und handwerklich hohe Fertigkeit.
Sie sollten zumindest prüfen lassen, ob Ihre Fenster zum Lieferzeitpunkt nach Stand der Technik hergestellt und montiert wurden und ob sich ggfs. daraus noch Ansprüche an den Fensterhersteller ableiten lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Holger Schmidt-Schuchardt
Hat der Fensterbauer Ihnen irgendwelche Wartungs- und Pflegehinweise für die Fensterbeschichtung übergeben?
Wie Herr Beckmann schon formuliert hat, kann eine Ursache schon in der Holzart Kiefer liegen. Bei der üblichen Verarbeitung von verleimten Kiefernholzkanteln wird leider auch Splintholz, das Feuchtigkeit in wesentlich größeren Mengen als das Kernholz aufnehmen kann, mit verarbeitet.
Kann dann Feuchtigkeit sowohl über die Hirnhölzer an der Schlitz-Zapfen-Eckverbindung als auch über die nicht speziell geschützte, sogenannte V-Fuge eindringen, wird der Lasurfilm durch die Feuchtigkeit hinterwandert und regelrecht abgesprengt. In der Folge finden dann holzzerstörende Pilze wie Blättlinge gute Entwicklungsbedingungen vor.
Seit kurzem gilt der Einsatz bestimmter Kiefernhölzer im Fensterbau daher auch nicht mehr als Stand der Technik!!!
Auch der Schichtaufbau und die aufgebrachten Schichtstärken spielen neben der Pigmentdichte als UV-Schutz für die Haltbarkeitsdauer einer Lasur eine entsprechende Rolle.
Leider hat sich meiner Meinung nach die Entwicklung im Fensterbau zu sehr vom Handwerk weg in Richtung Industrie entwickelt. Die Quittung dafür ist der Verlust von Marktanteilen des Holzfensters gegenüber den scheinbar günstigeren und "pflegeleichteren" Kunststoffenstern.
Ältere Fensterkonstruktionen dagegen haben teilweise Jahrhunderte überdauert auch ohne ständige Anstriche aber durch hervorragende Holzauswahl, entsprechende Profilierung und handwerklich hohe Fertigkeit.
Sie sollten zumindest prüfen lassen, ob Ihre Fenster zum Lieferzeitpunkt nach Stand der Technik hergestellt und montiert wurden und ob sich ggfs. daraus noch Ansprüche an den Fensterhersteller ableiten lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Holger Schmidt-Schuchardt
Holz verbindet
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Planungsgemeinschaft Schmidt & Partner | Holger Schmidt-Schuchardt | 06.04.05
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Holzwespen
Guten Morgen Herr Grosch,
wegen des möglichen allgemeinen Interesses an diesem Schadensfall antworte ich auf Ihre Nachricht auf meinem Profil öffentlich.
Eigentlich ist dies ein Fall für Ulrich Arnold und Lutz Parisek, denen ich noch eine mail zukommen lasse.
Also hier die Ausführungen eines Hobby-Entomologen und Architekten:
Die Holzwespenarten (Familie Siricidae) sind Frischholzinsekten, die vorwiegend lebende oder frisch geschlagene Nadelhölzer befallen. Am Rundholz ist ein Befall kaum erkennbar, am Schnittholz wird er wegen der feinen bohrmehlgefüllten Gänge oft übersehen. Deswegen kommt es in unglücklichen Fällen zur Verarbeitung von befallenem Holz. Ein Befall des schon verbauten Holzes ist nicht möglich. Es ist deswegen auch nicht möglich Rückschlüsse auf die Feuchtigkeit beim Einbau zu ziehen. In jedem Fall sind nämlich die Larven schon im Holz gewesen, als es verbaut wurde. Daraufhin wurden die Lebensbedingungen im Trockenholz vermutlich ungünstig und nach einer deshalb bis zu 6 oder 7 Jahren verlängerten Generationendauer schlüpfen jetzt die Vollinsekten.
Unglücklicherweise leben bis auf die Schwarze Kiefernholzwespe (Xeris spectrum) alle Holzwespen in fester Gemeinschaft mit holzzerstörenden Pilzen. Die Schlupflöcher schaffen eine weitere Einfallspforte für sekundäre Pilzinfektionen. So nimmt das Verhängnis seinen Lauf und die Suche nach dem Schuldigen kann beginnen.
Wer war es nicht: es war nicht der Lasierer, es war vielleicht der Fensterbaubetrieb, der das Holz hätte erkennen sollen (aber auch müssen ?), ein Täter sitzt sicher im Forst, wo das Holz vielleicht zu lange herumlag oder im Sommer geschlagen wurde, ein anderer vielleicht im Holzhandel, der seine Qualität nicht ausreichend kontrolliert.
Fazit: Ihre Fenster sind bedauerlicherweise schrottreif.
Der Mangel war sicherlich versteckt, sozusagen mit eingebauter biologischer Zeitbombe.
Was kann Trocknung dagegen tun: reine Trocknung gar nichts. Bekämpfung, wie in Australien z.B. für europäische Transportverpackungen vorgeschrieben, erfolgt durch Erhitzen mit feuchter Heißluft oder durch Begasen.
mit besten Grüßen
Guten Morgen Herr Grosch,
wegen des möglichen allgemeinen Interesses an diesem Schadensfall antworte ich auf Ihre Nachricht auf meinem Profil öffentlich.
Eigentlich ist dies ein Fall für Ulrich Arnold und Lutz Parisek, denen ich noch eine mail zukommen lasse.
Also hier die Ausführungen eines Hobby-Entomologen und Architekten:
Die Holzwespenarten (Familie Siricidae) sind Frischholzinsekten, die vorwiegend lebende oder frisch geschlagene Nadelhölzer befallen. Am Rundholz ist ein Befall kaum erkennbar, am Schnittholz wird er wegen der feinen bohrmehlgefüllten Gänge oft übersehen. Deswegen kommt es in unglücklichen Fällen zur Verarbeitung von befallenem Holz. Ein Befall des schon verbauten Holzes ist nicht möglich. Es ist deswegen auch nicht möglich Rückschlüsse auf die Feuchtigkeit beim Einbau zu ziehen. In jedem Fall sind nämlich die Larven schon im Holz gewesen, als es verbaut wurde. Daraufhin wurden die Lebensbedingungen im Trockenholz vermutlich ungünstig und nach einer deshalb bis zu 6 oder 7 Jahren verlängerten Generationendauer schlüpfen jetzt die Vollinsekten.
Unglücklicherweise leben bis auf die Schwarze Kiefernholzwespe (Xeris spectrum) alle Holzwespen in fester Gemeinschaft mit holzzerstörenden Pilzen. Die Schlupflöcher schaffen eine weitere Einfallspforte für sekundäre Pilzinfektionen. So nimmt das Verhängnis seinen Lauf und die Suche nach dem Schuldigen kann beginnen.
Wer war es nicht: es war nicht der Lasierer, es war vielleicht der Fensterbaubetrieb, der das Holz hätte erkennen sollen (aber auch müssen ?), ein Täter sitzt sicher im Forst, wo das Holz vielleicht zu lange herumlag oder im Sommer geschlagen wurde, ein anderer vielleicht im Holzhandel, der seine Qualität nicht ausreichend kontrolliert.
Fazit: Ihre Fenster sind bedauerlicherweise schrottreif.
Der Mangel war sicherlich versteckt, sozusagen mit eingebauter biologischer Zeitbombe.
Was kann Trocknung dagegen tun: reine Trocknung gar nichts. Bekämpfung, wie in Australien z.B. für europäische Transportverpackungen vorgeschrieben, erfolgt durch Erhitzen mit feuchter Heißluft oder durch Begasen.
mit besten Grüßen
Neue Nutzungen für alte Gebäude
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Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | D.B. | 07.04.05
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Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | D.B. | 07.04.05
Mehr geht nur bei Begutachtung
Guten Tag, besonders an Hr. Grosch und Hr. Beckmann. Das Wesentliche zu Konstruktiven Problemstellen bei Fenstern, Holzauswahl, Beschichtungen usw. ist ja in den Antworten bereits zusammengetragen. Ob die Holzfeuchte bei Beschichtung nun 15 % hatte lässt sich vermutlich nicht mehr 100%ig klären. Wie Hr. Beckmann sagte sind Holzwespen Frischholzschädlinge, die wenn sie übersehen wurden verspätet ausschlüpfen können. Wie Kommt Hr. Grosch denn auf sein Urteil Holzwespen?
Normale Wespen nagen z. B. Holzschichten ab um daraus Nestbaumaterial zu machen. Auch soetwas ist möglich, wenn gestreifte Insekten am Holz gefunden werden. Von Holzwespen wird man vermutlich nur die Schlupflöcher finden, weil diese Insekten ja anderes Holz zur Eiablage suchen.
Hr. Beckmann gab richtigerweise an, dass Holzwespen das Holz mit Pilzen infizieren. Die Holzwespen infizieren das Holz bei Abgabe des Eigeleges tatsäclich mit einem Weißfäulepilz. Diese Pilze sind aber hauptsächlich dafür da, den Larven einen Aufschluss der Holzstoffe zu erleichtern. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das die durch das Holzwespengelege eingebrachte Weisfäule ein Holz in Konsistenz von Styropor verwandelt. Offensichtlich kann das Holz in der Einbausituation ja zu feucht werden, d. h. hier ist wohl einer unserer üblichen Fensterverdächtigen (Blättlinge) am Werk. Pilzsporen sind immer in der luft und so ein schönes futter, wie nasses Fensterholz wird jede umherschwirrende Pilzspore zum Keimen bringen.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold
Guten Tag, besonders an Hr. Grosch und Hr. Beckmann. Das Wesentliche zu Konstruktiven Problemstellen bei Fenstern, Holzauswahl, Beschichtungen usw. ist ja in den Antworten bereits zusammengetragen. Ob die Holzfeuchte bei Beschichtung nun 15 % hatte lässt sich vermutlich nicht mehr 100%ig klären. Wie Hr. Beckmann sagte sind Holzwespen Frischholzschädlinge, die wenn sie übersehen wurden verspätet ausschlüpfen können. Wie Kommt Hr. Grosch denn auf sein Urteil Holzwespen?
Normale Wespen nagen z. B. Holzschichten ab um daraus Nestbaumaterial zu machen. Auch soetwas ist möglich, wenn gestreifte Insekten am Holz gefunden werden. Von Holzwespen wird man vermutlich nur die Schlupflöcher finden, weil diese Insekten ja anderes Holz zur Eiablage suchen.
Hr. Beckmann gab richtigerweise an, dass Holzwespen das Holz mit Pilzen infizieren. Die Holzwespen infizieren das Holz bei Abgabe des Eigeleges tatsäclich mit einem Weißfäulepilz. Diese Pilze sind aber hauptsächlich dafür da, den Larven einen Aufschluss der Holzstoffe zu erleichtern. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das die durch das Holzwespengelege eingebrachte Weisfäule ein Holz in Konsistenz von Styropor verwandelt. Offensichtlich kann das Holz in der Einbausituation ja zu feucht werden, d. h. hier ist wohl einer unserer üblichen Fensterverdächtigen (Blättlinge) am Werk. Pilzsporen sind immer in der luft und so ein schönes futter, wie nasses Fensterholz wird jede umherschwirrende Pilzspore zum Keimen bringen.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold
Allg. Bauplanung bis Holzschutz
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Planungs-/Gutachterbüro Arnold | Ulrich Arnold | 08.04.05
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