Alternative Heizungen zu Nachtspeicheröfen

Hallo zusammen,
wir werden bald ein ca. 300 Jahre altes Fachwerkhaus ererben.
Dieses ist bautechnisch in einem guten Zustand. Leider hat das Haus neben einem Kamin (den wir als Heizung nutzen wollen) nur Nachtspeicheröfen.

Was gibt es noch für Heizungsmöglichkeiten?
Wir haben nicht die Möglichkeit für eine Gas- oder Ölheizung.

Daher meine Frage an die Fachleute:
Gibt es andere Elektro- oder Speicherheizungen die wesentlich moderner als die alten Nachtspeicherheizungen sind?
Alternative Heizungen wie Sonne, Gas, Öl, Luft-Wärme-Pumpe, Geothermie etwa scheiden aus, da wir in dem Haus keine Rohre Verlegen könnten. Oder es sehr aufwendig wäre. Diesen Mehraufwand wollen wir aber nicht.

Im Winter wird noch ein Kamin werkeln.

Danke schon mal.
Stefan

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 13.04.13

Dann bleibt...


... ja eigentlich nur noch Stromdirektheizung (im Betrieb teuer, teuer, teuer!!!), oder die die Installation von Split-Geräten...

Ihr solltet noch mal drüber nachdenken...

Und ein paar Angaben zum Haus wären auch nicht verkehrt...

MfG,
sh
Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 13.04.13

Moin Stefan,


entweder dämmst du das Haus oder die Bewohner (Fellweste, Wollsocken, Filzpantoffeln, Schlafmütze).

Ansonsten bleiben nur Einzelöfen (die brennen heutzutage deutlich sparsamer) und die Nachtspeicherklötze nur zum temperieren in Abwesenheit.

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 13.04.13

Wir haben bei uns ...


Wir haben bei uns ...... seit 2006 einen Elektro-Feststoff-Zentralspeicher für Warmwasser-Zentralheizungen der Fa. Schürer-Benz Heizsysteme GmbH in Betrieb.
Es Handelt sich in unserem Fall um den Typ WB 12.15 mit 20 kW Anschlußleistung.

http://www.schuerer-benz.de/Activities.asp?L=GER&UID=>ID=2

Angeschlossen ist eine Heizleistenheizung.

Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv.
Die Beratung war hervorragend. Lieferung, Montage und Abrechnung sind völlig reibungslos "über die Bühne gegangen".
Der Betrieb ist bislang ohne nennenswerte Probleme gelaufen. Lediglich der Akku der Bedienungseinheit hat im Jahr 2011 vorzeitig seinen Dienst quittiert. Die Bedienungseinheit wurde jedoch anstandslos und rasch (eingesandt am 07.06.2011 - Lieferung am 10.06.2011) sowie m. E. preisgünstig getauscht. - Ansonsten ist die Bedienungseinheit (Fa. Sauter, also schweizer Wertarbeit) einfach zu bedienen bzw. zu programmieren.

Der eingebaute Lüfter, der für die Luftzirkulation durch den Magnesit-Speicherkern und den Luft-Wasser-Wärmetauscher sorgt, läuft so leise, dass er außerhalb des Aufstellraumes nicht zu hören ist. Hörbare Lüftergeräusche werden auf das Wasser nicht übertragen.

Service- und Wartungsarbeiten sind bislang nicht erforderlich gewesen. - Der Austausch der Bedienungseinheit war "kinderleicht" selbst zu bewerkstelligen.


Unser Fazit: Sehr empfehlenswert!

Hinweis: Zwischenzeitlich gibt es von Schürer-Benz auch eine Hybrid-Modul-Variante.


i. V. Dirk Meisinger
so ursprünglich wie möglich, so zeitgemäß wie nötig
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meisinger Ingenieurleistungen | | 14.04.13


Hallo,

es ist absehbar, dass Elektrospeicherheizung in Kürze verboten werden, dann hätten Sie eine Fehlinvestition getätigt. Der Verkauf im Jahre 2013 ist unverantwortlich.

Wieso können Sie keine Rohre legen ?

Grüße
Neue Nutzungen für alte Gebäude
Mitglied der Fachwerk.de Community
Dietmar Beckmann | Büro für Städtebau+Architektur | | 14.04.13

Aus welcher Kristallkugel ...


... soll es denn absehbar sein, dass (alle) Elektrospeicherheizungen in Kürze verboten werden?

Hier Bedarf es m. E. einer genauen Differenzierung gem. § 10a der EnEv 2009, an dessen Inhalt sich auch gem. dem uns vorliegenden Entwurf der EnEV 2013 nichts ändern soll.

i. V. Dirk Meisinger
so ursprünglich wie möglich, so zeitgemäß wie nötig
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meisinger Ingenieurleistungen | | 14.04.13

@ IB Meisinger


E-Speicher-Heizungen werden mit Sicherheit NICHT verboten werden, sie werden eher tendenziell wieder gefördert werden (gefühlt), wohin denn sonst mit dem ganzen Strom, Speicher gibt es nicht ausreichend...

Zum thread:
Auch Eure genannte Variante, ich freue mich ja mit, dass Ihr mit der Stromheizung zufrieden seid, ist eine Zentralheizung... die ein Wärmeverteilsystem über eine Wasserverrohrrung voraussetzt.
Dies wird vom TE aber definitiv nicht gewünscht... also Thema verfehlt...

Eine Kilowattstunde (Heiz-)Energie ist mit rund 3-28Ct (von selbst geschlagenem Holz bis zur Stromdirektheizung) ein ziemlich variables Gut, insbesondere, wenn man davon bspw. 30.000 im Jahr braucht.

Dementsprechend macht es schon einen Unterschied, ob man 900,- oder 8.400,-Euro im Jahr verheizt...

Und dies sollte sich auch in den Investitionen für eine "Heizung" niederschlagen.
"Rechnen" muss jeder selber...

MfG,
sh
Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 14.04.13

Ich hatte prinzipiell ...


... auch auf die Frage "Gibt es andere Elektro- oder Speicherheizungen die wesentlich moderner als die alten Nachtspeicherheizungen sind?" abgezielt.

Ein, wenn nicht gar DER wesentliche(r) Nachteil der althergebrachten Einzelspeicher ist m. E. unstrittig der, dass sie selbst dann vor sich hin strahlen, wenn eigentlich keine Wärmeabgabe benötigt, geschweige denn gewünscht ist.
In der Folge muss dann gelüftet, d. h. Energie zum Fenster "rausgeworfen" werden.

Elektrischen Direktheizer (z. B. Strahlplatten) sind da schon günstiger, machen hingegen wirtschaftlich gesehen eigentlich aber nur Sinn, wenn sie nachtstromtariflich betrieben werden.
Allerdings ist ihr Betrieb in Anbetracht des dann i. d. R. doch recht gewichtigen Hochtarifanteils nicht gerade kostenfreundlich. Auch unterliegt man den vom EVU auferlegten Abschaltzeiten.

Von daher würde ich derzeit eher auf Speicher setzen, die so weit wie möglich mit dem günstigen Nachtstrom (Niedertarif) geladen werden können - optimal wäre tagsüber nur der Funktionserhalt (Steuerung, Lüfter, Pumpe o. ä.) über den Hochtarif abzudecken - und nicht zur direkten Raumbeheizung eingesetzt werden.
Insoweit würde ich dem Threaderöffner empfehlen, doch darüber nachzudenken, ob nicht eine "Wärmeverteilanlage" (z. B. wie bei uns die Heizleisten) in Erwägung gezogen werden sollte.

Inwieweit demnächst Bestrebungen einiger Anbieter greifen, die Speicher mit "intelligenten" Steuerungen auszustatten, die einen günstigen Strombezug immer dann zulassen, wenn gerade ein Überangebot herrscht und somit ein Abweichen von festgelegten Ladezeiten ermöglichen, sei einmal dahingestellt.
Für sinnvoll halte ich persönlich eine entsprechende Flexibilisierung jedoch auf jeden Fall, da dann z. B. die Speichervolumen (Feststoff, Flüssigkeiten u. ä.) deutlich reduziert werden könnten.


i. V. Dirk Meisinger
so ursprünglich wie möglich, so zeitgemäß wie nötig
Mitglied der Fachwerk.de Community
Meisinger Ingenieurleistungen | | 14.04.13


Wertes Forum,

danke erst mal für die Beiträge:
Zum Haus ein paar Infos:
Wenn meine Frau und ich in das (grund soliede und nicht sehr renovierungsbedürftige) Haus einziehen wollen wir nicht sehr viel Aufwand betreiben, sondern nur das Nötigste machen (ist auch nicht viel).

Aber:
Das Haus hat keinen Keller in dem man eine Heizung aufstellen kann.
Es verfügt nur über einen "Flutkeller" aus Lehmboden, da das Haus in Rheinnähe liegt.
Das Haus hat nur einen ganz kleinen Abstellraum, wo möglicher Weise ein Stellplatz für die Gastherme wäre. Aber beim Wasserboiler würde der Raum schon so Eng werden, das man sich kaum noch drehen kann.

Da ich neue Böden einziehen werde (die alten schwingen etwas), könnte ich, sofern das geht Heizungsrohre unter den Böden verlegen. Im EG müsste ich aber den Estrich aufstemmen, da ich nur so in die Küche etc gelangen kann.

Die Gesamtinvestition kann ich bis heute nicht überschauen, da auch der Weg zu Straße aufgegraben werden muss um an die Städtische Gasleitung zu kommen.

Was würde diese "Basismaßnhamen" kosten? Also Nur die Therme, ohne Boiler, Gasanschluß an das öffentliche Netz (bei ca. 15m Wegstrecke?

Heizungen bräucheen wir 5 Stück zzgl Rohre...

Erneuern müssten wir dagegen nur noch 4 Nachtspeicheröfen...
Zuzüglich ein Kaminofen (vermutlich einen gemauerten Grundofen), das wissen wir aber noch nicht genau.

Danke
Stefan Q.

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.04.13


Warum sollen Nachtspeicheröfen verboten werden?

Ein Fachwerkhaus ist schon recht gut gedämmt.
Außerdem wird der Dachboden gedämmt, wel das Dach neu gemacht worden ist, nach alter Tradition mit Strohpuppen.

Stefan

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.04.13


:-)
Und noch ne Frage:
Was kann man von Elektroheizungen mit Schamottkern halten.
Also Heizungen die KEINE Nachtspeicherheizungen sind.
Anbieter gibt es da viele Das habe ich in der Werbung hier gefunden http://www.thermotec-gmbh.eu/)

Danke
Stefan

So das reicht zunächst an Fragen...

Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.04.13

Moin Stefan,


Gaskombithermen (also ohne Speicher) hängen heute gerne unterm Dach - bei einer Neuinstallation bedeutet das lediglich die Gasleitung da hochzuziehen, dafür ist das Abgasrohr kürzer......Schornstein bleibt für Holzbefeuerung frei.

Ich schätze mal die Investition rechnet sich in 10 - 12 Jahren.

Aber mal andersrum: Du holst dir neue Stromviecher, realisierst was die tatsächlich verbrauchen....reisst du dann deinen Boden wieder raus, um doch WW-Heizung zu verlegen? Ziemlich sicher nicht.

Wie hoch war denn die Heizstromrechnung in den letzten Jahren?

Gruss, Boris
Wer viel fragt, kriegt viel Antworten....
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.04.13

Dann tun wir mal...


... von hinten nach vorne...

Aber erstmal allgemein:
Eine Kilowattstunde ist eine Kilowattstunde und bleibt eine Kilowattstunde. Eine Kilowattstunde "Normal"-Strom kostet derzeit rund 25-28 Ct, eine Kilowattstunde Gas rund 6-8 Ct.

"Nachtstrom"/"Wärmepumpentarif"/"Nebenzeittarif" wie auch immer ist hier bei uns vom Versorger für stolze 18 Ct plus Extra-Zähler-Kosten zu haben. Die bei Euch geltenden Tarife mögen abweichen, aber das musst Du selbst recherchieren...

Nun von hinten nach vorne:
ad 3. Elektroheizungen mit Schamottkern sind Speicherheizungen, die sich die Vorsilbe "Nacht" verkneifen... Einen Speicher muss man erstmal füllen... Kosten siehe oben... Ersparnis ist NULL...

ad 2. Nachtspeichereinzelöfen sind grundsätzlich ineffektiv... Verboten werden sie im Kleinbereich nicht, nur nicht wirklich mehr eingebaut. Das hängt auch damit zusammen, dass viele Versorger keinen Nachttarif mehr anbieten, oder ihn deutlich unattraktiv machen... der Trend wird sich fortsetzen...

ad 1. Da niemand hier das Haus kennt, wäre eine Kostenschätzung unseriös, aber es würde wohl schon fünfstellig werden...

Jetzt möge man bitte selber rechnen, was sich wann und wo und wie rentiert...

Der Abbau der Nachtspeicher und die Neuinstallation einer wie auch immer gearteten Stromheizung werden in der Anschaffung weniger Geld kosten als der Einbau einer Warmwasser-basierten Wärmeverteilanlage plus Anschluss plus Schornstein plus höherer Wartungskosten.

Und TROTZDEM oder auch DESWEGEN: Schmeiß die Stromdinger raus

Achso...Ja... Ne kleine Therme kann auch in der Küche oder im Flur oder auch sonstwo hängen...

MfG,
sh
Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart.
Mitglied der Fachwerk.de Community
| 21.04.13

Heizungen-Bilder aus der Bilddatenbank: